Haymo Empl: «Beinahe hätte ich Kim Wilde nach ihrem Guetsli-Rezept gefragt»

#Von Bruno Bötschi

25.4.2021

«Sir Sean Connery ist so ein Dinosaurier in Sachen Männlichkeit»: Haymo Empl, Krimiautor.
Bild: zVg

Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten? Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel? Heute stellen wir unsere Fragen Krimiautor Haymo Empl.

#Von Bruno Bötschi

25.4.2021

Jeden Sonntag stellt «blue News» einem bekannten Menschen aus Kultur, Sport, Wirtschaft und Politik 22 Fragen, um zu erfahren, was sie oder er am Wochenende tut oder lässt – und was der schönste Moment in den vergangenen sieben Tagen war.

Heutiger Gast ist Haymo Empl. Er ist Krimiautor und Teleshopping-Moderator. Sein neuster Roman heisst «Tödliche Intrigen»und spielt in den Städten Zürich und Zug.

1. Haymo Empl, was bedeutet Wochenende für Sie – in einem Wort?

Familientreffen.

2. Was war der schönste Moment in den vergangenen Wochen?

Die Kinder meiner Schwester (7 und 10) waren bei mir für ein Sleepover. Ich finde es einfach super, wie sie über so vieles staunen können und Gefühle eins zu eins ungefiltert mitteilen.

3. Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen gegen den Widerspruch der Mehrheit?

Ich würde mich zuerst mit wahnsinnig vielen Menschen beraten, würde diesen Personen sagen, sie sollen sich ebenfalls beraten und am Schluss hätten wir einen Konsens, der ziemlich sicher der Mehrheit entsprechen würde, weil sich alle mit allen beraten haben. Dieses System hat sich in Sachen Tratsch bisher bestens bewährt – mit dem Zusatz ‹Bitte nicht weitersagen.›

4. Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel?

Red Bull Sugarfree. Ich trinke Unmengen davon. Ziemlich sicher, weil ich denke, man fühle sich damit jünger.

5. Bei welcher Modedesignerin, bei welchem Modedesigner lassen Sie Ihr Geld?

Björn Borg. Wobei der jetzt nicht so wahnsinnig viel selbst designt, nehme ich mal an. Und nein, der macht nicht nur Unterwäsche.

6. Mit wem würden Sie gern einmal zu Abend essen? Die Person darf auch bereits tot sein.

Mit der verstorbenen Designerin Christa de Carouge – ich habe sie gekannt, aber wir haben es nie zu einem Dinner gebracht. Sie war enorm klug, stark und selbstbestimmt. Jede Minute mit ihr war spannend.

«Es gibt zwei Dinge, die ich nicht verstehe: Was man am Mile-High-Club findet und warum man im Bett frühstücken soll»: Hamyo Empl.
Bild: zVg

7. Wer ist der beste James-Bond-Darsteller? Und warum?

Sir Sean Connery: Er ist so ein Dinosaurier in Sachen Männlichkeit, dass man im Jahr 2021 darüber teilweise sprachlos ist. Aber er durfte das sein, denn a) weil Sean Connery und b) andere Zeiten, andere Sitten.

8. Welche TV-Serie schauen Sie gerade?

Schade, haben Sie die Frage nicht 1985 gestellt, als man sich kollektiv vor dem winzigen Fernseher versammelte um rauszufinden, wieso der tote Bobby Ewing in Dallas nun plötzlich doch nicht mehr tot war. Aktuell packt mich alles von Murphy/Falchuk: «American Horror Story», «Pose», «Hollywood», «Scream Queens»

9. Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht?

«A Wilder Winter» von Kim Wilde mit Familie. Also mit ihrer Familie. In Zug in der Chollerhalle war das. Miss Wilde erzählte, wie sie guetslet und sang ziemlich akustisch ihre grössten Hits. Alles sehr intim und stimmig. Beinahe hätte ich Kim Wilde nach ihrem Guetsli-Rezept gefragt – denn sie plauderte direkt in den Publikumsreihen mit den Besucher*innen und fragte diese so dies und das.

10. Bei welchem Song lassen Sie sofort alles stehen und liegen und stürmen die Tanzfläche?

So ziemlich bei jedem Kylie-Minogue-Song. Und neuerdings auch bei Kim Wilde. Aber sind wir ehrlich: Beides wird in Clubs jetzt nicht gerade sehr oft gespielt.

11. Wie lange bleiben Sie am Sonntag im Bett, nachdem Sie aufgewacht sind?

Keine fünf Sekunden.

12. Frühstück im Bett – ja oder nein?

Es gibt zwei Dinge, die ich nicht verstehe: Was man am Mile-High-Club findet und warum man im Bett frühstücken soll. Beides ist unbequem.

13. Wann sind Sie zuletzt in ein Gotteshaus gegangen?

Ich gehe noch ziemlich oft. Letztes Mal in der Augustinerkirche am Karfreitag und kürzlich an die Erstkommunion meiner Nichte.

14. Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten?

Die TV-Fernbedienung.



15. Gibt es ein Ritual, das Sie jeden Sonntag pflegen?

Die TV-Fernbedienung suchen.

16. Freiburger Fondue Moitié-Moitié oder Tessiner Risotto?

Fondue Moitié-Moitié. Die Kaloriendichte ist schlicht imposanter.

17. Das beste Fortbewegungsmittel, das Sie je besessen haben?

Einen uralten Porsche Carrera 911, rot und luftgekühlt. Total sinnvoll in der Stadt Zürich mit den 30er-Zonen und bestens geeignet für Grosseinkäufe bei Ikea. Mein ökologisches Gewissen und die Vernunft siegten dann irgendwann.

18. Locarno oder Lugano?

Lugano. Wir gingen als Kinder immer über Ostern mit der Bahn dorthin und ich fand das super exotisch. Dieses Feriengefühl stellt sich auch heute noch ein, wenn ich nach Lugano fahre.

19. Wenn Sie das Wort Romandie hören: Woran denken Sie?

Wie fast alle aus meiner Generation bin ich vom Französischbuch «On y va» geprägt und ein wenig traumatisiert. Also kommt bei ‹Romandie› wie aus der Pistole geschossen: ‹Âllo âllo, c'est toi, Simone? Ici René, ton cousin de Genève.›

20. Was tun Sie am Wochenende zu wenig?

Nachdenken, philosophieren und mich für den Weltfrieden einsetzen.

21. Welches hartnäckige Gerücht über Sie ist schlichtweg nicht wahr?

Dass ich neuerdings Kim Wilde besser fände als Kylie Minogue.

22. Ihr Lieblingswitz?

Ich bin superduper schlecht in Witzen. Ich kenne einen, der geht so: ‹Was sitzt auf dem Baum und macht Aha? Ein Uhu mit Sprachfehler.› Wobei, jetzt bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob man den erzählen darf. Ist der politisch noch korrekt?

Haymo Empl füllte den Fragebogen schriftlich aus.

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