Carsten Maschmeyer disst «Helikopter-Eltern» «Hört auf, euch für eure Kinder zu bewerben»

Bruno Bötschi

16.12.2025

«Hier soll ich jemanden einstellen, der es nicht einmal schafft, sich selbst zu bewerben.»: Carsten Maschmeyer.
«Hier soll ich jemanden einstellen, der es nicht einmal schafft, sich selbst zu bewerben.»: Carsten Maschmeyer.
Bild: imago images/Chris Emil Janssen

Mit einem unmissverständlichen Appell hat sich Carsten Maschmeyer auf Instagram an «Helikopter-Eltern» gewandt. Bei seinen Follower*innen erntete der Unternehmer dafür viel Zustimmung.

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  • Als Investor in der TV-Show «Die Höhle der Löwen» hat sich Unternehmer Carsten Maschmeyer einen Namen gemacht.
  • Jetzt zeigt sich der 66-Jährige auf seinem Instagram-Account von einer anderen Seite - und wendet sich mit einem Rat direkt an «Helikopter-Eltern».
  • «Hört auf, euch für eure Kinder zu bewerben», schreibt Maschmeyer. Und weiter; «Ehrlich gesagt: Ihr tut euren Kindern damit keinen Gefallen.»

Als Investor in der deutschen TV-Show «Die Höhle der Löwen» und als wertvoller Ratgeber für Start-ups hat sich Carsten Maschmeyer einen Namen gemacht. Weniger fiel er bis dato mit Tipps zur richtigen Erziehung von Kindern auf.

Doch nun zeigt sich der Unternehmer auf Instagram von einer anderen Seite – und wendet sich mit einem Rat direkt an «Helikopter-Eltern».

«Hört auf, euch für eure Kinder zu bewerben», schreibt Maschmeyer in der Caption seines neuen Posts. «Ehrlich gesagt: Ihr tut euren Kindern damit keinen Gefallen.»

Schliesslich vermittle die Bewerbung bei einem potenziellen Arbeitgeber «den ersten Eindruck eines Menschen».

Doch werde das Anschreiben nicht von der Bewerberin oder dem Bewerber selbst verfasst, könne das laut Maschmeyer einen schlechten Eindruck machen: «Wenn sie von den Eltern geschrieben wird, ist dieser Eindruck: Hier soll ich jemanden einstellen, der es nicht einmal schafft, sich selbst zu bewerben.»

Maschmeyer: «Es gibt keine Elternsprechstunden»

Stehe das schon am Anfang eines möglichen Beschäftigungsverhältnisses, hegt Unternehmer Maschmeyer Zweifel, ob dieses funktionieren könne.

«Gehen dann auch Mama und Papa ins Büro? Nehmen sie an den Meetings teil?», fragt der 66-Jährige. Und er wurde noch deutlicher: «In Unternehmen gibt es keine Elternsprechstunden.»

Einschränkend verdeutlicht Carsten Maschmeyer, die Hilfe und Motivation von Eltern gepaart mit ihrer Lebenserfahrung seien wertvolle Inputs. Gleichzeitig betont er: «Aber Entscheidungen, Bewerbungen und die ersten Schritte ins Berufsleben sollten Kinder allein gehen.»

Kinder sollen das machen, «worin sie aufblühen»

Ebenso sei es fatal, wenn Kinder einen beruflichen Weg aufgrund der Wünsche ihrer Eltern einschlagen würden. «Sie sollen das machen, worin sie aufblühen. Denn sie werden viel erfolgreicher und glücklicher sein, wenn sie sich für etwas begeistern», steht für Carsten Maschmeyer fest.

In der Kommentarspalte erhält der deutsche Investor viel Zuspruch. «Eltern nehmen ihren Kindern viel zu häufig nicht nur die Aufgaben ab, sondern auch damit die Verantwortung für ihre Entwicklung», kommentierte eine nach eigener Aussage «ehemalige Personalerin».

Ein anderer merkte an: «Personaler merken sofort, ob eine Bewerbung authentisch ist.» Eine weitere Nutzerin kommentierte: «Unterstützung im Hintergrund ist sehr wichtig, aber schreiben, abgeben und/oder anrufen muss von den jungen Leuten selbst ausgehen.»


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