Bötschi fragt

Ivan Frédéric Knie: «Nonno sagte: ‹Weinen kannst du draussen›»

Von Bruno Bötschi

14.6.2022

«Arbeite ich mit einem Pferd, vergesse ich alles um mich herum. Pferde sind eine Schule fürs Leben»: Ivan Frédéric Knie.
«Arbeite ich mit einem Pferd, vergesse ich alles um mich herum. Pferde sind eine Schule fürs Leben»: Ivan Frédéric Knie.
Bild: Keystone

Er pflegt das Erbe von Mutter und Grossvater: Ivan Frédéric Knie hat diese Saison seinen grossen Auftritt mit seinen Pferden in der Manege. Ein Gespräch über Regeln, beste Freunde und die Masse seines Wohnwagens.

Von Bruno Bötschi

14.6.2022

Ivan Frédéric Knie empfängt den Journalisten im Zirkuswagen der Familie Knie. Er hat an diesem Morgen bereits mit seinen Pferden trainiert und ist wunderbar gelaunt.

Diese Woche gastiert der Circus Knie in Basel. Das neue Programm kommt beim Publikum an. Sänger Bastian Baker begleitet die Show. Zudem sorgen Ursus & Nadeschkin für Lacher – unter anderem mit einer Kuh und einem Esel.

Ein weiterer Grund für den Erfolg des Schweizer National-Circus: die achte Knie-Generation. In der Manege begeistert in diesem Jahr ein Geschwister-Trio: Nach Ivan, 20, und Chanel, 11, reitet mit Maycol junior, 4, das dritte Kind von Zirkusdirektorin Géraldine Knie auf einem Pony ins Rampenlicht.

Der Kleinste ist der Grösste. Das hat bei den Knies Tradition. Auch seine Mutter und seine beiden Geschwister gaben ihre Zirkuspremiere in diesem Alter.

Ivan Frédéric Knie, wir machen heute ein Frage-Antwort-Spiel: Ich stelle dir in den nächsten 45 Minuten möglichst viele Fragen – und du antwortest möglichst schnell und spontan. Passt dir eine Frage nicht, sagst du einfach «weiter».

Alles klar.

Berufstraum Artist?

Definitiv.

Badewanne oder Dusche?

Dusche.

Hund oder Katze?

Ich bin ein grosser Hunde-Fan. Unsere Familie hatte jahrelang drei Hunde. Leider sind alle gestorben – der letzte im vergangenen Jahr.

Möchtest du wieder einmal einen Hund haben?

Ja.

Du bist mit Pferden gross geworden. Was fasziniert dich an den eleganten Huftieren besonders?

An Pferden fasziniert mich alles – ihr Charakter, ihr Temperament und ihr Lernvermögen. Pferde sind unglaublich sensibel. Sie sind Fluchttiere und erfordern deshalb viel Einfühlungsvermögen. Vor zwei Jahren bekam ich eine eigene Pferde-Gruppe. Anfangs hatte ich mit den sechs jungen Vollblut-Arabern täglich zwei-, dreimal Kontakt.

Zum Autor: Bruno Bötschi
Bild: blue News

blue News-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland. Er stellt ihnen ganz viele Fragen – immer direkt, oft lustig und manchmal auch tiefsinnig. Dabei bleibt bis zur allerletzten Frage immer offen, wo das rasante Pingpong hinführt.

Kontakt heisst Training, oder?

Zuerst ging es darum, eine Verbindung zwischen uns aufzubauen. Die Tiere sollten spüren lernen, dass von mir keine Gefahr ausgeht, sie von mir nichts zu befürchten haben. Etwas, das ich übrigens auch während der Vorstellung immer so halte.

Wie meinst du das?

Ich meine damit: Auch wenn meine Dressurnummer während einer Vorstellung nicht perfekt läuft, würde ich danach niemals meinen Ärger an meinen Pferden auslassen. Lieber schmeisse ich mein Handy gegen eine Wand oder ich schreie mir die Wut von der Seele.

Was haben dich deine Pferde gelernt?

Geduld und Selbstbeherrschung. Arbeite ich mit einem Pferd, vergesse ich alles um mich herum. Pferde sind eine Schule fürs Leben.

Ich habe grossen Respekt vor Pferden, hin und wieder sogar etwas Angst. Wie würdest du mir diese nehmen wollen?

Angst vor Tieren überwindet man am besten, indem man versucht, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Tust du das regelmässig, baust du automatisch eine Beziehung auf, während gleichzeitig deine Angst kleiner wird.

Gab es schon Situationen im Training oder während einer Vorstellung, in denen du dich gefürchtet hast – zum Beispiel nach einem Sturz?

Nein.

Wie oft bist du schon einem Pferd gefallen?

Unzählige Male.

Wie oft hast du dich dabei verletzt?

Zum Glück erlitt ich dabei noch nie eine ernsthafte Verletzung. Und weisst du, was ganz wichtig ist nach einem Sturz?

Sage es mir bitte.

Du musst sofort wieder auf das Pferd aufsteigen, welches dich abgeworfen hat. Also noch bevor du dir viele Gedanken über den Sturz machen kannst – – oder dich deswegen anfängst zu verkrampfen. Das sofortige Weitermachen verhindert, dass sich die Angst in deinem Kopf festsetzt.

Wie oft ist dir schon ein Pferd auf den Fuss gestanden?

Heute morgen schon dreimal.

«Auch wenn meine Dressurnummer während einer Vorstellung nicht perfekt läuft, würde ich danach niemals meinen Ärger an meinen Pferden auslassen»: Ivan Frédéric Knie.
Bild: Nicole Bökhaus

Es geht noch eine Stunde, bis die Vorstellung beginnt: Was tust du?

Rituale kenne ich nicht. Es kann sein, dass ich dann noch am Tennisspielen bin. Ich bin ein Mensch, der viel Abwechslung braucht.

30 Minuten vor der Vorstellung …

… beginne ich mit den Vorbereitungen. Zuerst kommt das Gel in mein Haar.

Es geht noch fünf Minuten …

Kurz vor meiner Nummer gehe ich mit den Pferden zum Aufwärmen in unsere überdachte Reitbahn.

Hast du irgendwelche Rituale nach der Show?

Eine Tasse Tee trinken (lacht).

Im diesjährigen «Knie»-Programm stockt vielen Zuschauer*innen der Atem, wenn die Mad Flying Bikers während ihrer Freestyle-Motocross-Action durch das Zelt fliegen. Wie gefällt dir ihre Show?

Die Mad Flying Bikers sind fantastisch. Die Töff-Artisten zu engagieren war wohl die beste Entscheidung seit Langem von meiner Mutter Géraldine Knie und meinem Stiefvater Maycol Errani. Ich mag es, dass der Knie in den letzten Jahren moderner geworden ist, aber gleichzeitig unsere Wurzeln sichtbar geblieben sind. Ich will nicht zu viel Eigenlob betreiben, aber ich denke, meine Eltern haben diesen Wechsel ziemlich gut hingekriegt.

Die Töff-Truppe zeigt in dieser Saison zudem einen Weltrekord: Erstmals springt ein vierrädiger Quad über eine Schanze und zeigt in der Luft über der Manege einen Salto. Könntest du dir vorstellen, auch einmal mit einem Töff durch die Luft fliegen?

Ich liebe Motorräder, aber meine Grosseltern haben mir strikt verboten, einen Töff zu kaufen. Die Jungs von Mad Flying Bikers haben mir jedoch schon mehrfach angeboten, mit ihnen einmal ein Training zu bestreiten. Irgendwann werde ich das wohl tun. Ein Salto wird es dann aber ganz sicher nicht werden und sowieso nicht mit einem Quad (lacht).

Hast du eine Lieblingsnummer im aktuellen «Knie»-Programm?

Ich möchte niemanden bevorzugt behandeln. Aber natürlich ist die gerade beschriebene Motorradnummer der helle Wahnsinn. Die Jungs riskieren in jeder Show ihr Leben. Ich mag jedoch auch die ruhigeren Akrobatik-Nummern. Ich habe selber schon Akrobatik trainiert, weiss also, wie schwierig die Ausführung solcher Kunststücke ist.

Wenn du zurückblickst: Mit welchen Veränderungen der letzten Jahre im Circus Knie hast du dich am schwersten getan?

In meiner Kindheit besuchten wir während einer Tournee gegen 50 Orte in der Schweiz. Heute spielen wir noch in rund 25 Orten, weil die Logistik in den letzten Jahren immer komplizierter geworden ist. Als Kind machte es mir extrem viel Spass, immer wieder in anderen Städten aufzutreten. Ich gebe zu, das fehlt mir heute – also dieses Gefühl vom ständig unterwegs sein. Es gibt zudem Orte, die mir in meiner Jugend besonders ans Herz gewachsen sind – Burgdorf zum Beispiel.

Warum gerade Burgdorf?

Wahrscheinlich liegt es daran, dass immer wenn wir in Burgdorf spielten, ich meinen Geburtstag feiern konnte.

Wie schwer fiel dir der Abschied von den Elefanten?

Genauso wie ich mit den Pferden aufgewachsen bin, wurde ich auch mit Elefanten gross. Ich war 17, als sie zum letzten Mal mit uns auf Tournee waren und ja, der Abschied tat weh. Gleichzeitig ist mir aber auch bewusst, dass sich der Circus Knie weiterentwickeln wird und auch muss. Es wird also auch künftig immer wieder Veränderungen geben. Und das ist gut so.

Hat dir deine Mutter Géraldine oder dein Grossvater Fredy Knie jun. schon einmal ein Kunststück in der Manege verboten?

Es gibt Pferdenummern, von denen mir mein Grossvater wegen ihres Schwierigkeitsgrades abgeraten hat. Gleichzeitig durfte ich von ihm und meinen Eltern in den letzten Jahren ganz viel lernen. Zudem liebe ich Herausforderungen. Bisher habe ich darum jede Nummer, die ich im Kopf hatte, durchgezogen – egal, wie gross die Einwände von meinen Eltern oder von meinem Nonno waren. Mein Grossvater hatte übrigens auch gegenüber meiner aktuellen Pferdenummer Bedenken. Umso stolzer bin ich, dass sie nun so gut klappt.

Ivan Frederic Knie, links, und Freddy Knie Junior, rechts, mit einem ihrer Pferde im Winterlager in Rapperswil wo sie wegen Corona eine Zwangspause machen, aufgenommen am 4. August 2020. (KEYSTONE/René Ruis)
«Mein Grossvater hatte gegenüber meiner aktuellen Pferdenummer Bedenken. Umso stolzer bin ich, dass sie nun so gut klappt»: Ivan Frédéric Knie (links) über seinen Grossvater Freddy Knie Junior (rechts).
Bild: Keystone

14 von 37 Artist*innen, die in dieser Saison im «Knie» zu sehen sind, stammen aus der Ukraine. Während in ihrer Heimat Krieg herrscht, geben sie in der Manege alles: Wie gehen sie mit dem Druck um?

Es ist unglaublich, wie sie damit umgehen. In der Manege geben sie sich extra Mühe, die Show machen zu können. Gleichzeitig verstehe ich, dass sie privat oft ruhiger oder auch einmal traurig sind. Die meisten unserer Artist*innen haben noch Familie und Freunde in der Ukraine.

Nach der russischen Invasion bot der Circus Knie den ukrainischen Artisten*innen an, ihre Angehörigen aus der Ukraine zu sich zu holen. Wie viele Ukrainer*innen leben aktuell bei euch?

Aktuell sind drei ukrainische Familien da – zwei sind auf der Tournee dabei, einer Familie haben wir eine Wohnung in Rapperswil organisiert. Es ist jedoch so, dass manche Angehörige gar nicht ausreisen oder nicht so weit weg von der Ukraine ziehen wollen. Mehrere Artist*innen haben mir zudem erklärt, es diene ihnen und ihren Familien mehr, wenn sie bei uns arbeiten und Geld verdienen und so ihre Verwandten in der Ukraine unterstützen können.

Im Juli wirst du 21. Wurdest du von deiner Mutter eigentlich schon konkret gefragt, ob du im Circus Knie mitarbeiten möchtest?

Ja und nein. Meine Mutter sagt mir immer wieder: Wenn ich etwas tun möchte, solle ich es mit voller Kraft tun. Ein bisschen Zirkus machen funktioniert nicht.

Gab es auch schon Zeiten, in denen du weniger Lust hattest auf den Zirkus, dir vielleicht sogar vorstellen konntest, eine andere Herausforderung anzunehmen?

Diese Zeiten gab es. Und ich bin auch schon in anderen Zirkussen aufgetreten, etwa in Amsterdam und Monte Carlo.

Und etwas ganz anderes als Zirkus machen?

Ich schliesse das nicht komplett aus. Zurzeit ist der Zirkus jedoch mein Leben.

Womit ist der Begriff «Heimat» für dich verbunden – mit einem Geruch, einem Geschmack oder einem Bild?

Heimat hat mit Menschen zu tun. Meine Heimat ist dort, wo meine Familie und Freunde leben. Ich mache dir ein Beispiel: Obwohl ich nicht sehr oft bei meinen Grosseltern in Italien bin, fühle ich mich dort, kaum bin ich bei ihnen, ebenfalls heimisch. Was sicher auch damit zu tun hat, dass ich italienisches Essen liebe (lacht).

Seit März bist du wieder auf Tournee mit dem Circus Knie: Wie gross ist dein Wohnwagen?

Sieben Meter lang und rund drei Meter breit.

Welches sind die drei Dinge, die in deinem Wohnwagen unbedingt vorhanden sein müssen?

Eine gute Musikanlage, eine Dusche mit einem WC und ein grosses Bett.

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttischchen?

Lesen ist kein Hobby von mir.

Netflix – ja oder nein?

Nein.

«Heimat hat mit Menschen zu tun. Meine Heimat ist dort, wo meine Familie und Freunde leben»: Ivan Frédéric Knie zusammen mit seiner Mutter Géraldine, seinem Stiefvater Maycol und seinen Geschwistern Chanel und Maycol junior.
Bild: Nicole Bökhaus

Du warst vier Jahre alt, als du 2005 dein Manegen-Debüt mit dem Shetland-Pony Gigolo, dem Pony Lafayette und dem Friesen Aramis erlebt hast. Welche Erinnerungen hast du noch daran?

Ich war mega nervös vor dem Auftritt wegen der vielen Zuschauer*innen im Zelt, aber gleichzeitig wollte ich meine Nummer zeigen. Ich wollte zeigen, was ich alles kann.

Ein ungeschriebenes Gesetz im Circus Knie lautet: «Die Kinder müssen nicht in die Manege, wenn sie nicht wollen.»

Das stimmt. Und weisst du was: Ich war ein ziemlich faules Kind (lacht).

Es kam demnach öfter vor, dass du keine Lust hattest, deine Nummer zu zeigen?

Es gab eine Zeit, ich glaube, da war ich 10 oder 11, während der ich lieber im Wohnwagen blieb und Playstation spielte oder TV schaute, statt meine Nummer zu zeigen. Sehr lange dauerte diese Trotzphase allerdings nicht.

Setzten dich deine Eltern unter Druck?

Überhaupt nicht. Vielmehr realisierte ich, dass Freund*innen von mir, die in anderen Zirkussen engagiert waren, immer mehr trainierten und so immer mehr Erfolg hatten. Motiviert hat mich zudem, dass auch junge Artist*innen am Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo mit dem goldenen Clown ausgezeichnet wurden. Ich wollte das auch schaffen ...

… und hast es auch geschafft.

Das stimmt. Vor zwei Jahren gewann ich zusammen mit meinem Stiefvater Maycol Errani und seinem Bruder Wioris Errani den goldenen Clown für unsere gemeinsame Pferdenummer.

Wie wichtig ist dir Applaus?

Der Applaus ist wahrscheinlich das Wichtigste überhaupt. Er ist sozusagen das Zückerchen auf der Torte. Dafür trainiere und arbeite ich jeden Tag. Ich will das Publikum unterhalten, will ihm gutes Entertainment bieten.

Bist du abergläubisch?

Nein.

In kaum einer Branche ist Aberglaube so verbreitet wie im Theater. Auch im Zirkus gibt es solche Regeln: Man sollte zum Beispiel nicht unter einer Leiter durchgehen.

Ich kenne diese Regel, habe sie aber noch nie wirklich hinterfragt. Man sollte auch nicht mit dem Rücken zur Manege auf dem Rand sitze. Aber unter uns gesagt: Hin und wieder mache ich es trotzdem (lacht).

Gilt im Circus Knie nach wie vor die Regel deines Urgrossvaters, die lautet «Wer im Zirkus lebt, lernt früh die Devise: Immer nur lächeln, eisern durchhalten»?

Ja, diese Regel gibt es. Trotzdem habe ich schon einmal geweint in der Manege. Nach einem Zusammenstoss mit einem Pony stolperte ich und plumpste danach ins Sägemehl. Die ersten Tränen liefen bereits über mein Gesicht, als mein Nonno mich in den Arm nahm und durchaus liebevoll zu mir sagte: «Gränne chasch de dusse, nid i der Manege.»

In der TV-Sendung «G&G – Gesichter und Geschichten» erzähltest du kürzlich von einem wilden Tier, das aktuell mit euch auf Tournee ist …

… du sprichst wahrscheinlich von Bastian Baker (lacht).

Genau. Welche Charaktereigenschaft schätzt du an Bastian Baker am meisten?

Bastian und ich haben es total gut zusammen. Ich glaube, ich darf sagen, dass er zurzeit mein bester Freund ist. Wir gehen zusammen durch dick und dünn. Er ist ein toller Sänger, ein grossartiger Artist und zudem ein ganz lieber Typ.

In «G&G – Gesichter und Geschichten» sagtest du, dass eine Tournee mit Bastian Baker ziemlich anstrengend sei. Warum?

Das erwähnte ich nur, damit er seine Nase nicht zu hoch trägt (lacht).

Bastian Baker und du geht gern zusammen in den Ausgang. Wo trifft man euch dann an?

Es stimmt, wir gehen gern zusammen weg. Bastian trinkt allerdings keinen Alkohol und er ernährt sich vegetarisch. Und deshalb trinke auch ich kaum Alkohol – was das Nachtleben aus erholungstechnischen Gründen um vieles einfacher macht. Bastian und ich gehen oft zusammen essen, hin und wieder tanzen wir auch in einem Club. Mir ist wichtig, dass ich neben dem oft sehr anstrengenden Alltag im Zirkus, im Privaten viel Abwechslung erleben darf. Zu viel Routine langweilt mich.

Bastian Baker und du sorgt auf der aktuellen Tournee für viele Ahhs und Ohhs. Ihr steht beide auf den Rücken von je zwei Pferden und reitet nebeneinander durch die Manege. Wer hatte die Idee zu dieser spektakulären Nummer, die «Ungarische Post» genannt wird?

Meine Mutter. Vor anderthalb Jahren fragte sie mich, ob ich glaube, dass Bastian das schaffen könnte.

Was antwortest du?

Ich war von Anfang an überzeugt, dass Bastian es schaffen kann. Er ist mega sportlich. Hat er ein Ziel vor Augen, tut er alles dafür, damit es klappt. Ich schlug meiner Mutter jedoch vor, dass wir die Nummer zusammen zeigen – um sie noch spektakulärer aussehen zu lassen.

Ivan Frederic Knie, links, und Bastian Baker bei der Premiere des Zirkus Knie, am Freitag, 18. Maerz 2022, in Rapperswil. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
«Ich war von Anfang an überzeugt, dass Bastian die ‹Ungarische Post› schaffen kann. Er ist mega sportlich. Hat er ein Ziel vor Augen, tut er alles dafür, damit es klappt»: Ivan Frédéric Knie (links) über Bastian Baker.
Bild: Keystone

Wie viel Talent hast du als Sänger?

Nicht besonders viel, aber ich singe trotzdem hin und wieder unter der Dusche. Zudem versucht mir Bastian gerade das Gitarrenspielen beizubringen.

Wie gut stehen die Chancen für ein Gesangsduett Baker/Knie?

Wer weiss, was nächstes Jahr sein wird (lacht).

Und wie geht’s eigentlich deiner Tenniskarriere? Da wollte dich Bastian Baker doch auch coachen.

Das stimmt.

Hast du Bastian, er ist zehn Jahre älter als du, schon einmal geschlagen auf dem Tennisplatz?

Ähhmmm … wir spielen meistens Tie Breaks zusammen. Ich gebe zu, bisher gewinnt immer noch er. Aber ich werde besser und besser und bin überzeugt, mein erster Sieg ist ganz nah.

Was macht die Freundschaft zwischen dir und Bastian Baker so besonders?

Wir haben uns vom ersten Tag an sofort gut verstanden. Wir haben den gleichen Humor und zudem einen ähnlichen Frauengeschmack.

Schon einmal Streit bekommen, weil ihr die gleiche Frau attraktiv gefunden habt?

Nein, noch nie.

Wie geht es der Liebe in deinem Leben?

Nicht schlecht.

Willst du mehr dazu sagen?

Nicht wirklich.

Hast du eine Freundin?

Nein.


Die «Knie»-Tournee 2022 dauert noch bis Ende Dezember, aktuell gastiert der Schweizer National-Circus in Basel.

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