Kendall Jenner, zeig mir, wie Du wohnst, und ich sage Dir, wer Du bist

Bruno Bötschi

18.8.2020 - 11:03

Kendall Jenner lud kürzlich ein Kamerateam zu sich nach Hause ein. Das 24-jährige Model wollte der Welt zeigen, wie drei Star-Designer ihre Villa renoviert haben — und trat in ein Fettnäpfchen.

Kendall Jenner, 24, ist die jüngere Halbschwester von Kim Kardashian. Jenner ist schön und reich, sehr reich sogar. Mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 22 Millionen US-Dollar gilt sie aktuell als bestbezahltes Model der Welt – noch vor Gisele Bündchen.

Ob in der Schule, im Beruf oder in der Liebe, immer wieder belegen Studien, das attraktive Menschen es im Leben in der Regel leichter haben.

Bleibt die Frage: Haben schicke Menschen vielleicht auch einen besseren Geschmack als weniger attraktive Menschen?

Wie ich darauf komme? Vor anderthalb Jahren hat Kendall Jenner eine Villa in Los Angeles gekauft – sie soll 7,6 Millionen Franken gekostet haben und rund 600 Quadratmeter gross sein. Die Villa liegt mitten in der Natur und sieht von aussen wie ein spanisches Farmhaus aus.

Kürzlich lud Jenner ein Kamerateam von «Architectural Digest» zu sich nach Hause ein – siehe obenstehendes Video. Keine Angst, Jenner ist Kameras in den eigenen vier Wänden gewohnt. Das Leben des Jenner-Kardashian-Clans wird seit 2007 mit der Serie «Keeping Up with the Kardashians» fürs Fernsehen dokumentiert.

«Peaceful» und «supercalm»

Ganze zwölf Monate sollen die Renovierungsarbeiten von der Villa gedauert haben. Den Umbau geplant haben die Star-Designer Waldo Fernandez sowie Kathleen und Tommy Clements. Das Trio habe es geschafft, so Jenner, ihre Visionen umzusetzen und ein Interieur zu kreieren, das am besten widerspiegele, wer sie sei und was sie möge.

Genau: Sag mir, wie Du wohnst, ich sage Dir, wer Du bist.

Jenner sagt, sie wollte immer «peaceful» (friedlich) und «supercalm» (superruhig) wohnen. Deshalb gibt es in ihrem Wohnzimmer auch keine Flimmerkiste – die steht dann halt im Fernsehzimmer. Das Hauskino wurde dafür in ein Malatelier umgebaut – inklusive Malerkittel für Gäste.

Mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 22 Millionen US-Dollar gilt sie als bestbezahltes Model der Welt: Kendall Jenner.
Bild: Getty Images

«Very proud» (sehr stolz) ist Jenner auf ihr James-Turrell-Kunstwerk im Eingangsbereich. Sie habe schon immer «einen Turrell» haben wollen und deshalb sei sie «really excited» (total aufgeregt) gewesen, als sie ihn bekommen habe. Superglücklich ist sie über ihre Küche. In ihrem alten Haus habe sie nie gekocht, ihr neuer Herd sorge nun dafür, dass «sie sofort kochen und backen wolle».

Später erfahren wir, dass alle in der Familie Jenner-Kardashian einen «Glam Room» haben. Hier sind die Wände mit Magazin-Cover voll gehängt. Und nicht zu vergessen: Der «Glam Room» hat eine direkte Aussentüre zur Terrasse. So, sagt Kendall Jenner, müssen die «Make-up-Leute nicht durch das ganze Haus laufen». Jesses, das wäre ja noch schöner!

Goldig, aber unbequem

Bleibt die Frage: Haben schicke Menschen vielleicht auch einen besseren Geschmack als weniger attraktive Menschen?

Na ja, sagen wir es so: Echte Geschmacklosigkeiten sind in der Villa, zumindest auf den ersten Blick, nicht zu erkennen – ausser die frei stehende, goldene Wanne im Badezimmer, die nicht nur ausgesprochen hässlich, sondern auch noch extrem unbequem aussieht, und ausser Jenners verbale Sticheleien gegen ihre Angestellten.

Ansonsten würde ich sagen: Das Model und ihre drei Designer haben anständige Arbeit geleistet. Die Inneneinrichtung ist kein Totalunfall, aber trotz des hohen Preises und der riesigen Dimensionen optisch auch nicht Avantgarde, schlussendlich bloss im Mainstream.

Das Haus ist zudem für viele Eventualitäten und auch für potenziell wilde Nächte ausgerüstet. So können in Frau Jenners riesigem Bett gut und gerne vier Menschen gleichzeitig schlafen – oder das tun, was auch immer sie dort machen wollen.


Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «Bluewin» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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