Kolumne Rauhnächte – 13 Wünsche und andere magische Neujahrsrituale

Von Michelle de Oliveira

21.12.2020

In den Nächten vom 24. Dezember bis zum 5. Januar könnte Unmögliches möglich werden. Voraussetzung dafür ist die Ausführung von Ritualen und der Glaube daran.
In den Nächten vom 24. Dezember bis zum 5. Januar könnte Unmögliches möglich werden. Voraussetzung dafür ist die Ausführung von Ritualen und der Glaube daran.
Bild: Getty Images

Am Jahresende Bilanz zu ziehen und sich auf die nächsten zwölf Monate einzustimmen, scheint ein tief verankerter Wunsch zu sein. Doch Vorsätze zu fassen, liegt der Kolumnistin fern. Stattdessen probiert sie ein keltisches Ritual.

Von Vorsätzen fürs neue Jahr halte ich wenig. Zu viel wird vorgenommen, zu wenig durchgezogen, die Frustration im neuen Jahr ist so sicher wie das Feuerwerk um Mitternacht. Aber ganz ohne Einkehr ins neue Jahr zu starten, finde ich dann doch irgendwie unbefriedigend.

Und so habe ich zum letzten Jahreswechsel die Rauhnächte zelebriert. Der Brauch hat seine Wurzeln in der keltischen Tradition.

Weil das Sonnenjahr 365, das Mondjahr aber nur 354 Tage hat, fallen die elf Nächte und zwölf Tage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar zwischen die Jahre, sie existieren quasi ausserhalb von Raum und Zeit.

Zur Autorin: Michelle de Oliveira
Bild: zVg

Michelle de Oliveira ist Journalistin, Yogalehrerin und Mutter und immer auf der Suche nach Balance – nicht nur auf der Yogamatte. Ausserdem hat sie ein Faible für alles Spirituelle und Esoterische. In ihrer Kolumne berichtet sie über ihre Erfahrungen mit dem Unfassbaren. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich.

Es soll eine magische Zeit sein, die Zeit der Orakel, der Intentionen und eine Zeit, in der die Tore zu anderen Welten weit offen stehen sollen. Rituale, die in den Rauhnächten vollzogen werden, sollen besonders kraftvoll sein.

Ich habe mich für das Ritual der 13 Wünsche entschieden. Dabei habe ich mir 13 Dinge überlegt, die ich mir für das kommende Jahr wünschte. Jeden Wunsch schrieb ich auf einen Zettel, den ich anschliessend klein zusammenfaltete.

«Mehr Liebe auf der Welt»

Am Abend des 25. Dezember zog ich einen der Zettel und verbrannte ihn, ohne zu wissen, was darauf stand. Mit dem Verbrennen übergab ich den Wunsch dem Universum. Dieses würde dafür sorgen, dass er in Erfüllung geht. Jeden Abend machte ich also ein kleines Feuer auf dem Balkon. Bis auf einmal, da hatte ich es vergessen und zündete so am nächsten Tag einfach zwei Zettel an. Die Geister oder das Universum oder wer auch immer mögen mir das verzeihen!

Am 6. Januar verbrannte ich den letzten Zettel, einer blieb übrig. Auf diesen Wunsch soll man im kommenden Jahr seinen Fokus legen, den muss man sich selbst erfüllen. Bei mir stand drauf: «Mehr Liebe auf der Welt.»

Natürlich habe ich mir alle Wünsche noch extra in ein Büchlein notiert, ich wusste, dass ich Ende Jahr überprüfen wollte, was die Wünscherei gebracht hat.

Und tatsächlich: Bis auf einen gingen alle meine Wünsche in Erfüllung. Darunter befinden sich schwer messbare Dinge wie «geduldiger sein» und «grosszügiger sein». Da müsste man meine Familie fragen, um wirklich Bilanz ziehen zu können. Aber ich glaube, es ist mir gelungen.

Auch konnte ich es einrichten, mehr Zeit für mich allein zu haben, wie ich es mir gewünscht habe. Und es gibt ganz eindeutig erfüllte Wünsche: Ein Auto (es steht in der Garage), eine neue Tätowierung (ziert jetzt meinen Oberarm), eine Kolumnen-Serie (nämlich diese hier).

Ein voller Erfolg also, diese Rauhnächte. Und ein paar Tage bleiben dem Universum ja noch, um auch meinen letzten Wunsch zu erfüllen.

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In der Rubrik «Die Kolumne» schreiben Redaktorinnen und Redaktoren von «blue News» regelmässig über Themen, die sie bewegen. Leserinnen und Leser, die Inputs haben oder Themenvorschläge einreichen möchten, schreiben bitte eine E-Mail an: redaktion.news@blue.ch.

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