28.05.2014 - 09:05, Sabine Schweizer

Sebastien Lagree: «Wenn wir ehrlich sind, Pilates, Yoga und Spinning langweilen uns schon lange»

 

0 Bewertungen


Mit siebzehn verliess der heute Vierzigjährige seinen Heimatort in Frankreich mit dem Traum, ein Action-Star wie Arnold Schwarzenegger zu werden. In Los Angeles angekommen musste Sebastien Lagree jedoch bald erkennen: Alle wollen mit ihm trainieren, aber keiner will ihn als Schauspieler. Als er begann, Pilates mit Kraftaufbau und Ausdauer zu kombinieren, sprach sich das schnell herum: Der Grundstein für «Pilates Plus» war gelegt.

In den Medien wird sein Workout auch «Pilates on crack» genannt - eine Mischung aus fliessenden Pilates-Bewegungen kombiniert mit Muskelaufbau, Dehnen und Cardio. Das Ganze wird auf dem sogenannten Megaformer durchgeführt, einem Fitnessgerät, das Mann und Frau mega in Form bringen soll. Kein Wunder schwören, viele Celebrities in Hollywood drauf und wollen dessen Erfinder als Personal Trainer.

Ab Juni wird der neue Fitnesstrend in Zürich angeboten. Sebastien Lagree ist bereits vor Ort, schult die Trainer und offeriert eine Probestunde: «Welcome to Booster Pilates». Noch ahne ich nicht, dass meine Beine innert wenigen Minuten zittern werden, während mir der Schweiss nur so runter läuft. Das ist Hardcore und hat nichts mit dem Pilates gemein, das ich kenne.

Bluewin: Sebastien Lagree, was müssen Sie über «Pilates Plus» am häufigsten erklären?

Das es nicht Pilates ist. Die Leute erwarten, dass es weniger anstrengend ist. Aber Pilates wurde nicht dafür gemacht, dass man einen festen Po oder eine schmale Taille kriegt oder man beim Trainieren richtig schwitzt. Bei «Pilates Plus» ist die Intensität viel höher, dafür sieht man bald ein Resultat.

Was bedeutet bald? Was kann man bis zur Badesaison noch erreichen?

Zwei- bis dreimal pro Woche eine Lektion, sechs Wochen lang, vernünftig essen und genügend trinken: Da liegen sicher 5 Kilo drin.

«Bei den über Vierzigjährigen geht es beim Fitness mehr ums Wohlfühlen und es reicht, wenn man angezogen gut aussieht.»

Sebastien Lagree

Warum haben Sie den Begriff «Pilates» dennoch beibehalten?

Pilates bildet den Grundstein zu meiner Methode und viele Studios mögen den Begriff, da jeder etwas mit dem Wort Pilates anfangen kann. Wer dann in eine Stunde kommt und die Maschinen sieht, merkt gleich, dass es sich um etwas Anderes handelt. Inzwischen nenne ich die Technik jedoch oft «Lagree Fitness».

Damit sich auch die Männer angesprochen fühlen?

Genau, denn Pilates wird von den meisten Männern als «zu locker» empfunden. Dabei schaden sich viele Männer beim Gewichtstemmen und kriegen Nacken- oder Rückenprobleme. «Lagree Fitness» schont die Gelenke ist aber dennoch effektiv und intensiv.

Bild zum Artikel

Sebastien Lagree (links) bei einer Probestunde in Zürich.
Bild: Booster Pilates

Kim Kardashian nutzt den Megaformer und hatte gerade ein Kind – wie hilft Ihre Methode beim Trainieren nach einer Geburt?

Kim ist keine persönliche Kundin von mir und ich glaube sie mag den Megaformer nur, weil sie dachte, sie könne damit im Liegen trainieren. Aber generell: Mit «Lagree Fitness» kann man gewisse Muskelpartien komplett schonen. Das ist für einige Frauen nach der Geburt zwingend oder auch wenn man eine Verletzung hat.

«Wenn wir ehrlich sind, langweilen uns Pilates, Yoga und Spinning schon lange.»

Sebastien Lagree

Jennifer Aniston schwört ebenfalls auf «Lagree Fitness» – wie verändert sich das Training wenn man über vierzig ist?

Jennifer Aniston verdient mit ihrem Aussehen Geld. Aber bei den meisten verlagert sich der Fokus und man will nicht mehr 1-2 Stunden täglich trainieren, sondern die Zeit besser nutzen. Es geht mehr ums Wohlfühlen und es reicht, wenn man angezogen gut aussieht.

Warum hat es so lange gedauert, bis der Trend in die Schweiz kam?

Ich warte immer ab, bis jemand meine Methode in seinem Studio anbieten will. Das ist nun der Fall, und ich denke, dass Zürich begeistert sein wird. Denn wenn wir ehrlich sind, langweilen uns Pilates, Yoga und Spinning schon lange.

Sie sind schon ein paar Tage hier, wie fit sind die Schweizer in Ihren Augen?

Mir gefällt Zürich sehr, es ist elegant und die Menschen sind so gross. Ich habe noch nie so viele grosse Männer auf einmal gesehen. Die meisten Schauspieler in Hollywood sind sehr klein. Und dann die Berge, wir waren in Zermatt, dort kann man das ganze Jahr über Skifahren. Unglaublich.

Bild zum Artikel

Sebastien Lagrees Tipps, um fit zu bleiben: «1. Es muss Spass machen: Suchen Sie so lange, bis Sie eine Sportart finden, die Sie gerne machen. 2. Nicht zu viel Nachdenken: Der Sport sollte nicht durch unrealistische Ziele belastet werden. 3. Einen Trainingspartner suchen: Ich mag die Gesellschaft und man motiviert sich gegenseitig.»
Bild: zvg

Neu in Zürich

Ab dem 2. Juni bietet «Booster Pilates» in Zürich täglich Lektionen in Fünfergruppen an. Die beiden Inhaber - Sandrine und Damien - haben die Fitnessform in London kennen gelernt und in die Schweiz gebracht: www.boosterpilates.ch

Weitere Artikel

Anzeige
Bitte aktivieren Sie Javascript für die beste Browserfunktionalität