14.09.2016 - 21:00

5 gute Gründe, über den Lohn zu reden

von Marianne Siegenthaler, Redaktorin
 

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Über den Lohn zu sprechen ist in der Schweiz immer noch unüblich. Dabei gäbe es gute Gründe, die dafür sprechen.

Über alles sprechen wir und manche teilen sogar über Social Media intimste Details aus ihrem Privatleben mit Menschen, die sie kaum oder gar nicht kennen. Ein letztes Tabu aber bleibt: Der Lohn. Wie viel verdient der Kollege? Und was hat der Chef am Ende des Monats auf dem Konto?

Keine Ahnung, denn das ist ein gut gehütetes Geheimnis. Doch genau dieses Unwissen kann kontraproduktiv sein. 5 Gründe, weshalb die Löhne endlich offengelegt werden sollten. 

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«Was verdienst du eigentlich?» Es gilt das unaugesprochene Gesetz, unter Kollegen nicht übers Gehalt zu sprechen. Dabei gibt es gute Gründe, dies zu tun.
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1. Mehr Produktivität

Wer davon ausgeht, dass der Arbeitskollege für praktisch die gleiche Arbeit mehr Geld erhält, den packt nicht nur der Neid, er schraubt auch seine eigene Leistung zurück, denn weshalb soll er für weniger Geld mehr Einsatz geben? Seine Arbeit wird ja ganz offensichtlich zu wenig geschätzt. Und er schaut sich möglicherweise nach einem neuen Job um, was im Unternehmen zu Umtrieben und Kosten führt. Besteht aber die Gewissheit, dass der Kollege gleich viel oder gar weniger verdient, spornt das eher an, fürs Geld auch wirklich produktiv zu arbeiten.

2. Mehr Ehrgeiz

Wenn man weiss, wie viel Geld es bringt, auf der Karriereleiter hochzusteigen, ist man auch eher motiviert, wirklich weiterzukommen. Vorgesetzte können so zu Vorbildern werden, denen man nacheifert. Wenn aber der Karriereschritt statt mit einer Lohnerhöhung nur gerade mit einem schöneren Arbeitsplatz und allenfalls einem klingenden Titel belohnt wird, überlegt man sich schon, ob es sich wirklich lohnt, weiter aufzusteigen.

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3. Weniger Vetternwirtschaft

Ohne Transparenz können Vorgesetzte bei der Lohnfrage frei schalten und walten und so auch mal den Sohn des Golfpartners oder die Ehefrau des Bruders mit einem vergleichsweise zu hohen Gehalt für eine geringe Leistung begünstigen.

4. Weniger Diskriminierung

Dass Frauen für den gleichen Job rund einen Drittel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, ist leider nach wie vor traurige Tatsache. Würden Löhne offengelegt, müssten solch massive Lohndifferenzen erklärt und schliesslich behoben werden.

5. Mehr Durchblick

Wer weiss, was die Arbeitskollegen für ihren Einsatz bekommen, kann besser einschätzen, ob eine Lohnerhöhung überhaupt gerechtfertigt ist oder ob man sowieso schon recht gut dasteht und mit dem Gehalt ganz zufrieden sein kann. Falls eine Gehalterhöhung ansteht, sehen Sie in unserer Galerie, wie Sie Ihren Chef in der Lohnverhandlung am besten überzeugen. 

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Marianne Siegenthaler ist freie Journalistin und Buchautorin. Sie kennt die besten Tipps und Tricks, die das Leben ein bisschen einfacher machen.
Bild: Marianne Siegenthaler

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