11.01.2017 - 09:19, dpa/bb

Wattestäbchen haben im Ohr nichts zu suchen

 

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Wattestäbchen haben im Ohr nichts zu suchen. Laut Experten richten sie eher Schaden an, zudem brauche das menschliche Hörorgan gar keine Reinigung. Fünf Gründe gegen eine Unsitte.

«Nicht in den Gehörgang einführen!» - Diese Warnung prangt auf Wattestäbchen-Packungen - und gehört vermutlich zu den am häufigsten ignorierten Hinweisen. Denn die Stäbchen sind für die Reinigung der Ohren nicht geeignet.

Experten raten von der Prozedur ab, auch die US-amerikanischen HNO-Ärzte thematisieren es in ihrem aktuellen Ratgeber zu Ohrenschmalz.

5 Gründe gegen den Einsatz von Wattestäbchen:

1. Ohrenschmalz ist wichtig für die Reinigung des Gehörgangs und ist nicht unreinlich. Es besteht aus körpereigenem Fett, abgestorbenen Hautzellen und Staub. Wie viel Schmalz sich bildet, hat nichts mit der Hygiene zu tun.

2. Die Substanz wird ständig im Ohr gebildet und dann langsam Richtung Ausgang geschoben. Zur Reinigung des Ohrs reicht es, zum Beispiel mit einem Handtuchzipfel das von aussen sichtbare Schmalz zu entfernen.

3. Wattestäbchen mit sichtbarem Ohrenschmalz sind ein Trugschluss. Das Werkzeug hat nur einen Bruchteil des Schmalzes mit nach draussen befördert. Die weitaus grössere Menge hat es dagegen tiefer ins Ohr befördert, entgegen seiner natürlichen Fliessrichtung.

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4. Stäbchen-Exzesse im Gehörgang können diesen austrocknen und damit eine stärkere Ohrenschmalzproduktion in Gang setzen. Nun steigt das Risiko, das sich ein Pfropf bildet, der juckt, schmerzt oder das Gehör stört: ein klarer Fall für den Arzt, der den Pfropf zum Beispiel absaugen kann.

5. Wer allzu engagiert mit einem Stäbchen im Ohr arbeitet, kann sein Trommelfell verletzen. Werden spitze Werkzeuge verwendet, drohen zusätzlich Schnittverletzungen, die sich entzünden können.​

Ohrenschmalz: Was wirklich hilft

Um grössere Mengen an Ohrenschmalz zu entfernen, sind allenfalls rezeptfreie Ohrentropfen oder -sprays geeignet. Darin enthaltene Pflanzenöle weichen das Ohrenschmalz auf.

Nicht geeignet sind sie bei Menschen mit wiederkehrenden Infekten des Ohres, mit Ohrgeräuschen (Tinnitus) oder bei einem verletzten Trommelfell. Von sogenannten Ohrkerzen raten die Experten ab.

Auf der Welt wird es immer lauter: In unserer Bildergalerie erklären wir Ihnen, wie Sie Ihre Ohren gegen drohende Schäden schützen können.

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