18.05.2017 - 21:21

Krieg am Gartenzaun: 7 kuriose Nachbarschafts-Fehden

von Marianne Siegenthaler, Redaktorin
 

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Am Nachbarschaftstag, der am 19. Mai stattfindet, sollen sich Nachbarn besser kennen lernen, um einander weniger in die Haare zu geraten. Dies ist leider häufig der Fall. Und manchmal ist der Grund für die Streitereien geradezu absurd, wie unsere Beispiele zeigen.

Für Wissenschaftler ist klar: Wenn Mäuse und Ratten auf engem Raum zusammenleben müssen, werden sie aggressiv und töten schwächere Artgenossen. Bis zu einem gewissen Grad lassen sich diese Forschungsergebnisse auch auf den Menschen übertragen. Kurz: Wenn’s eng wird, gibt’s Ärger.

Die folgenden 7 kuriosen, aber bitteren Nachbarschafts-Fehden fanden vor Gericht ihr bitteres Ende. Zudem präsentieren wir Ihnen die 10 nervigsten Nachbarn-Typen in unserer Bildergalerie.

1. Keine Seesicht

Zehn Meter lang war die Blache, die eine Familie in Uetikon am See ZH als Sichtschutz aufgespannt hatte. Die Nachbarn wehrten sich dagegen, denn die Blache war nicht nur hässlich, sondern schränkte auch die See- und Bergsicht ein. Und sie bekamen vom Obergericht Recht. Die so genannte «Neidmauer» musste weg, denn ihr Hauptzweck war es, die Nachbarn zu ärgern.

2. Keine Kleider

Nackt auf Balkon, Terrasse und im Garten: Ist das nicht nur ein Streit- sondern gar ein Kündigungsgrund? Nein, entschied der Bundesgerichtshof in Deutschland. Nackedeie stören den Hausfrieden nicht und sind somit kein Grund zur Kündigung. Wie der Fall in der Schweiz beurteilt würde, ist schwer abzuschätzen.

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Heute sollen sich Nachbarn besser kennen lernen, um einander weniger in die Haare zu geraten. Nur: Dies ist häufig der Fall, wie unsere Beispiele zeigen.
Bild: iStock

3. Kein Gartenzwerg

Ein weiterer kurioser Fall aus Deutschland: Einem Hausbesitzer wurde das Aufstellen eines sogenannten «Frust-Gartenzwerges» verboten. Dieser zeigte dem Nachbarn neben seinem blanken Po auch noch den Stinkefinger. Dies galt als grobe Beleidigung, der Gartenzwerg musste entfernt werden.

4. Kein Zugang

Eine Eigenheimbesitzerin im Welschland stand eines Tages vor gefällten Bäumen, die ihr den Zugang zu ihrem Haus über das Grundstück des Nachbarn verwehrten. Um überhaupt nach Hause zu kommen, hätte sie entweder über die Bäume klettern oder einen grossen Umweg durch unwegsames Gebiet machen müssen. Dank dem so genannten «Notwegrecht» konnte sie aber den Zugang übers Nachbargrundstück erstreiten.

5. Keine Ruhe

Bellen ohne Ende! Irgendwann wurde es dem Mann in Liesberg BL, in dessen Nachbarschaft ein Schäferhund fast ununterbrochen bellte, zu bunt. Er griff zur Pistole und schoss auf das Haus des Hundebesitzers. Keine gute Idee. Verletzt wurde zwar niemand, aber der Schütze bekam vom Richter eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten bedingt.

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6. Keine Beleuchtung

Nicht nur in der Weihnachtszeit, auch das ganze Jahr über schmückte ein Hausbesitzer in Möhlin AG sein Heim üppig mit Lichterketten und anderen Lichtquellen. Dem Paar nebenan war das schlicht zu hell, es gab Streit, der schliesslich das Gericht schlichten musste. Seit da ist ab 22 Uhr draussen dunkel. Einzig in der Weihnachtszeit dürfen die Lichterketten bis 1 Uhr brennen.

7. Keine Fotos

Beweismaterial ist natürlich eine gute Sache, wie jeder Krimifan weiss. Aber nicht immer erlaubt. So fotografierte eine Frau ihre Nachbarin, wie sie Abfälle auf den Kompost warf. Dieser hat die Frau gestört, unter anderem wegen des Gestanks. Der Richter hingegen störte sich allerdings eher daran, dass die Nachbarin Fotos machte und damit die Privatsphäre der Frau mit dem Komposthaufen verletze.

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Marianne Siegenthaler ist freie Journalistin und Buchautorin. Sie kennt die besten Tipps und Tricks, die das Leben ein bisschen einfacher machen.
Bild: Marianne Siegenthaler

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