01.11.2017 - 23:30

Fabian Unteregger: «Ich habe fast ein Restaurant abgefackelt»

von Bruno Bötschi, Redaktor
 

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Comedian Fabian Unteregger erzählt, wie er fast ein Restaurant abgefackelt hat, sagt, warum er hofft, dass SVP-Politiker Christoph Mörgeli wieder in den Nationalrat gewählt wird und erklärt, wie er sich Gott vorstellt.

Kurz nach zwei Uhr nachmittags in einem Restaurant in Zürich: Fabian Unteregger trinkt Mineralwasser. Er trägt ein Jackett mit Poschettli, Jeans und braune, halbhohe Lederschuhe mit roten Schnürsenkeln.

Momoll, der 1.84 Meter grosse Unteregger ist wahrscheinlich der best angezogenste Comedian im ganzen Land. Er wirkt konzentriert, aber gut gelaunt – und das trotz vieler Termine in seiner Agenda («Es gibt viel zu tun»). Na dann, wollen wir keine Zeit mehr verlieren: Los geht's!

Bluewin: Herr Unteregger, wir machen heute ein Spiel. Ich stelle Ihnen in den nächsten 30 Minuten möglichst viele Fragen. Und Sie antworten möglichst schnell und kurz. Wenn Ihnen eine Frage nicht passt, sagen Sie einfach «weiter».

Fabian Unteregger: Ist doch gut, wir probieren es.

Basteln Sie gerne?

Ja.

Können Sie mit Farbstiften etwas Schönes malen?

Ich kann etwas machen, schön ist aber glaub anders.

Steht bei Ihren Eltern daheim noch etwas herum, dass Sie als Kind gebastelt haben?

Ja, ein Kissen. Ich habe es in der zweiten Klasse gemacht. Ich war Schüler einer Testklasse «Handarbeit». Das war cool. Wir lernten lismen und nähen. Lismen tue ich heute nicht mehr. Der Faden hat sich jeweils so stark um meinen Finger gewickelt, dass er danach fast abgefallen ist. Aber ich bin Heimwerker. Wenn es irgendetwas im Haushalt gibt, das mit Bohrer, Stichsäge oder Heissleim bearbeitet werden kann, gehe ich ans Werk.

Sapperlot! Über sein Privatleben gibt  der Comedian normalerweise nicht viel preis. Ob er heute mehr erzählt?

Bastelt auf Weihnachten irgendjemand für Sie?

Ich hoffe nicht.

Sie sind demnach nicht Götti?

Doch, ich habe Patenkinder, die sind aber noch zu klein.

Ist der Konsumterror vor den Festtagen ein Wahnsinn?

Ja.

Mögen Sie Blumen?

Ja.

Ja. Ja. – Uf, wenn das mit den kurzen Antworten so weiter geht ... Da beugt sich Unteregger plötzlich über den Tisch, lächelt und sagt:

Ich will Ihnen keine lakonischen Antworten geben, aber Sie haben gesagt, ich solle kurz antworten.

Sie dürfen gerne einen Satz mehr sagen.

20 rote Rosen sind nicht meins, aber ich mag Wiesensträusse. Wenn ich zu meinen Eltern nach Hause gehe, kommt meistens ein Sträusschen mit. Man kann den Eltern nicht genug Danke sagen ...

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Fabian Unteregger: «Im Militär erreichte die Karriere einen ersten Höhepunkt. Ich hatte eine super RS und war noch nie kulturell aktiver als im Militär.»
Bild: zVg

... und dann sagt Ihre Mutter jeweils: «Was musst du wieder beichten?»

Das stimmt nicht. Aber einmal habe ich auf dem Heimweg vom Kindergarten gedacht: «Auf dieser Wiese hat es so viele schöne Blumen, die nehme ich als Geschenk für meine Mutter mit.» Ich riss die Blumen ab und brachte das Sträussli nach Hause. Eine Stunde später war die Frau am Telefon, in deren Garten ich die Blumen geklaut hatte.

Ihre Lieblingsfarbe?

Schweigen. Es ist die erste Anwort, die nicht wie aus der Pistole geschossen kommt.

Senfgelb finde ich den Knaller.

Was haben Sie immer im Kühlschrank?

Joghurt, Rüebli, Fenchel, Tomaten und Greyezer.

Ihr Brustumfang?

Keine Ahnung, wirklich nicht, aber er ist grösser als meine Taille.

Was sagen Sie Ihrem Coiffeur?

Hoi Manuela, das Ganze etwas kürzer.

Das Geburtsdatum Ihrer Freundin?

Sie Schelm!

Der Journalist lacht, Unteregger auch. Und es wird klar: Unteregger wird wahrscheinlich auch heute kaum Privates preisgeben.

Rührendstes Schimpfwort aus Ihrer Jugend?

Glögglibögg.

Ihr revolutionärster Gedanke als Teenager?

Einen eigenen Staat zu gründen.

Mal zugeschlagen?

Ja, eine Türe. Es war keine gute Idee.

Wirklich wahr, dass Ihre Karriere als Parodist und Komiker in der Panzer-Rekrutenschule begonnen hat?

Nein, das fing schon in der Primarschule an. Aber im Militär erreichte die Karriere einen ersten Höhepunkt. Ich hatte eine super RS und war noch nie kulturell aktiver als im Militär.

Gingen Sie gerne ins Militär?

Ich hätte es gerne verhindert. Nicht weil ich ein grundsätzliches Problem mit dem Militär habe, ich hatte einfach keine Lust, in die RS zu gehen. Ich überlegte mir also, wie ich es verhindern könnte. Ich wusste, dass ich allergisch auf Erdbeeren bin. Zwei Wochen vor der Aushebung machte ich einen Test, wie viel Zeit vergeht, bis ich einen Hautauschlag bekomme. Hat aber leider nicht funktioniert. Dann habe ich es mit Kerbel versucht und mich damit eingerieben, um einen Ausschlag zu provozieren. Hat leider auch nicht geklappt. Aber die Faszination für die Medizin wuchs parallel mit diesen Selbstversuchen.

2008 hatten Sie Ihren landesweiten Durchbruch in der Satiresendung «Giacobbo/Müller» mit Parodien von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. Wie war das erste reale Treffen mit Herrn Mörgeli?

Einmal kam er zu mir in die Vorstellung. Und dann bin ich ihm noch am Sechseläuten in Zürich über den Weg gelaufen. Das war lustig, weil er zu seinem Sohn sagte: «Morris, das ist der Mann, den du immer nachahmst.»

Mörgeli sei Ihre beste Figur, sagen Sie selber. Hoffen Sie, dass er bei den nächsten Wahlen wieder in den Nationalrat gewählt wird?

Es ist nicht die beste Figur, aber es ist eine, die sehr populär ist. Und selbstverständlich hoffe ich, dass er wieder ins Parlament kommt, weil er mich dann wieder mit Stoff beliefern kann (lacht).

Warum parodieren Sie Donald Trump?

Das ist eine persönliche Herausforderung. Eigentlich ist er schon lustiger als jeder Komiker.

Wird beleidigen immer schwieriger?

Ich glaube nicht.

Mit welcher Figur sind Sie kläglich gescheitert?

Mit Sängerin Shakira. Es ist für mich schwierig, wie eine Berggeiss zu tönen, die gerade in einen Stacheldraht gerannt ist.

Was wirft man Ihnen vor?

Nichts. Wirft man mir etwas vor? Nein, ich wüsste es nicht.

Mit welchen Worten bricht man höflich ein Telefongespräch ab?

Alsoooo ...: Also. Die Leute heben die Stimme und sagen: «Also ...» Also, Komma, dänn ...

Was ist die anziehendste Eigenschaft bei einer Frau?

Ausstrahlung, Passion und Intelligenz.

Was ist die anziehendste Eigenschaft bei einem Mann?

Die gleichen wie bei einer Frau. Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit finde ich auch wichtig.

Die Herkunft des Namens Fabian ist, laut Wikipedia, unklar: Entweder kommt er vom lateinischen fabis, was «edel» heisst, oder von faba, was «die Bohne» bedeutet. Welche Version wäre Ihnen lieber?

Ich mag die bodenständige Bohnen-Version, auch wenn man danach herzhaft furzen muss.

Comedians wollen lustig sein, müssen lustig sein. Sie wollen schliesslich ihre Fans nicht enttäuschen. Wahrscheinlich hat Unteregger seine Antwort beim Gegenlesen deshalb noch um einige Zeilen verlängert. Et voilà!

Das liegt übrigens daran, dass der in der Bohne enthaltene Zucker Stachyose nicht vom Darm verdaut wird, sondern von Gas produzierenden Bakterien. Eigentlich furzen somit die Bakterien und wir sind deren Opfer – und damit unschuldig. Sollte es Ihnen als nächstens bei einer Sitzung passieren, einfach diese Begründung vorbringen.

Ihr Traumberuf als Achtjähriger?

Es wechselte zwischen Kasperli und Höhlenforscher ab. Und es ist beides eingetroffen, wenn man den Höhlenforscher als Gynäkologe interpretieren würde. Was wir natürlich nicht machen (lacht laut).

Wann zum ersten Mal Doktorspiele gemacht?

Ich habe das nur einmal gemacht in der Primarschule, gemeinsam mit Marielle und Moritz.

Wer hat wen untersucht?

Ich glaube, wir haben es beim Beobachten belassen.

Fabian Unteregger hat Fieber: Liegt er, wie viele Männer, daheim im Bett und will sterben?

Sterben will ich auf keinen Fall. Ich will, dass es vorbeigeht und schlucke deshalb ein Paracetamol. Oder noch besser: Ich schlucke Neocitran, denn das hat eine Adrenalin-Komponente.

Gehen Sie gerne zum Arzt?

Ich hatte noch nie ein Problem damit, obwohl ich als Jugendlicher ein häufiger Gast dort war.

Sie haben Medizin studiert, hätten eine Ärztelaufbahn starten können. Statt Leben zu retten, erzählen Sie Witze auf der Bühne und im Radio. Wie haben Ihre Eltern auf diesen Berufsentscheid reagiert?

Im ersten Moment gab es einige Fragezeichen von Seiten meiner Eltern. Mittlerweile finden sie es cool. Und ich bin ja nach wie vor als Mediziner tätig und publiziere.

Was tun Sie, wenn Sie vor einem Bühnenauftritt ganz, ganz schlechte Laune haben?

Das gibt es nicht, das kommt nie vor. Es kann höchstens sein, dass ich einmal müde bin. Aber spätestens, wenn ich auf die Bühne gehen darf, freue ich mich, weil mir bewusst wird: «Gopfertelli, was habe ich für ein Privileg.»

Der dramatischste Moment, welchen Sie je während eines Auftrittes erlebt haben?

Während der Premiere von «Doktorspiele», meinem aktuellen Soloprogramm, stellte das Mikrofon ab. Es kam dann ein Techniker auf die Bühne und ich musste improvisieren. Für das Publikum sind das super Momente.

Und für Sie?

Zuerst hasse ich sie, aber Sekunden später weiss ich: Das ist eine Riesenchance, das ist Gold, einfach reintauchen.

Woran erkennt der Zuschauer, dass Sie nervös sind?

Man sieht es mir offenbar nicht an. Ich habe schon Auftritte von mir angeschaut und wusste, dass ich in einer bestimmten Situation total nervös war. Äusserlich sah man nicht viel.

Was tun Sie gegen Schweisshände?

Es kommt drauf an, ob es meine eigenen Hände sind.

Verraten sei: Auch diese Antwort hat Unteregger beim Gegenlesen «lustiger» gemacht.

Während der Show schon ein Jackett durchgeschwitzt?

Ich trage während den Shows meistens nur ein T-Shirt. Davon habe ich schon einige durchgeschwitzt.

Über was machen Sie keine Witze?

(Langes Überlegen) Es braucht viel, dass man über ein Thema keine Witze machen kann. Der Witz hat die Funktion bei schlimmen Themen Spannung zu entladen. Krankheiten sind ein Thema, bei dem man es sich gut überlegen muss, wie und wann man Witze macht.

Über welchen Schweizer Komiker können Sie wirklich nicht lachen?

Es gibt Schweizer Komiker, die ich nicht lustig finde, aber ich betreibe keine Kollegenschelte. Geschmäcker sind nun mal verschieden und das ist gut so.

Vor welchem Tier haben Sie am meisten Angst?

Auf einer Reise wahrscheinlich vor einer Tsetsefliege. Das gefährlichste Tier ist und bleibt aber mit Abstand der Mensch.

Glaubensfragen. Sagen Sie in zwei Sätzen, in welchen Dinge sich der Glaube lohnt: Natur?

Die Natur ist die Grundlage für alles.

Gott?

Da bin ich zu stark Naturwissenschaftler. Ich habe noch kein Indiz gefunden, das beweisen würde, dass es Gott gibt. Aber ich glaube, die Rolle der Religion ist für viele Leute sehr wichtig. Die Religion nährt die Hoffnung. Damit wurde die Kirche das langlebigste und erfolgreichste Unternehmen der Geschichte. Ich lasse jedem seinen Glauben.

Viktor Giacobbo?

Grossartiger Förderer und Freund. Der Mann, der mich auf die nationale Bühne gebracht hat. Ein super Typ. Er hat eine gewisse Coolness.

FC Basel?

Ein erstklassiger Fussballclub, der als einziger in der Lage ist, auf Club-Ebene die Schweiz international zu vertreten.

Als Mediziner behandelten Sie Patienten. Als Comedian behandeln Sie, gemäss eigener Aussage, die Gesellschaft. Wie krank sind die Schweizerinnen und Schweizer?

(Überlegt lange) Ich glaube, das Verschreiben von mehr Gelassenheit und Humor würde uns allen, inklusive mir, guttun. Trotzdem denke ich, dass die Schweizerinnen und Schweizer relativ zufrieden sind. Ich habe einmal in Griechenland auf einer Windsurfstation gearbeitet. Dort hatte es Gäste aus halb Europa. Mir machten damals die Schweizer einen sehr zufriedenen Eindruck. Es gab nur einen Unterschied: Die Schweizer waren die einzigen, die das Bedürfnis hatten auch während den Ferien zu arbeiten. Während die Engländer und Franzosen die Sonne genossen, kamen die Schweizer zu mir und meinten: «Hast du gesehen, dort am Strand liegt ein grosser Stein, wollen wir den zusammen wegtragen?»

Kann Lachen Probleme lösen?

Ich behaupte: Ja. Gesichert ist, dass es einem nach dem Lachen besser geht, mindestens 45 Minuten lang.

Demnach sind Sie einer der grossen Problemlöser der Schweiz?

Ich bin sicher nicht der grosse Problemlöser, aber ich bin ein 1.84 Meter grosser Lachgenerierer. Wenn die Leute gelacht haben, relativieren sie ihre Ansichten, sie sehen das Leben lockerer und sind eher in der Lage, von einem Standpunkt abzurücken.

Christoph Mörgeli ändert, so viel mir ist, auch nach viel Lachen seinen Standpunkt nicht.

(Unteregger ahmt Stimme von Mörgeli nach)  Üh, das isch überbewertet, s’Lache ... gälled si.

Welches Talent hätten Sie gerne?

Ich wäre gerne mit dem Snowboard über einen Kicker gefahren und hätte einen Rodeo-Flip gemacht. Ich fahre nicht schlecht Snowbard, aber das habe ich nie geschafft. Vor diesen Überkopf-Manövern hatte ich immer Schiss.

Eine Frage, die Sie umtreibt?

Da gibt es ganz viele. Wann wird die Gesetzeslage in der Schweiz so sein, dass autonomes Fahren möglich ist? Welche Krebs-Erkrankungen kriegen wir als nächste in den Griff? Wie schnell wird China die USA dominieren? Wie stark banalisieren soziale Medien Nachrichten? Was ist die Rolle der Medien in fünf Jahren? Gelingt es uns Antibiotika-Resistenzen in den Griff zu kriegen? Wie entwickelt sich die Trinkwasser-Versorgung global? Und so weiter und so fort.

Ihr heimliches Lieblingsthema?

(Lacht) So eine geile Frage ... Ich weiss nicht.

Zwinkern. Kommt noch mehr? Nein. 

Welcher Illusion geben Sie sich gerne hin?

Dass ich irgendwie eine Relevanz auf der Welt hätte. Dem ist aber sicher nicht so. Ich bin zu 100 Prozent ersetzbar. Und das ist gut so.

Worauf sind Sie stolz?

Dass ich es geschafft habe, das Medizinstudium neben meiner Comedian-Karriere durchzuziehen.

Langweilen Sie sich gerne?

Langweile ist ein übles Gefühl.

Sie sind Mediziner, Lebensmittelingenieur, Komiker und Heli-Pilot. Manch einer würde sagen: ein Tausendassa. Haben Sie zu wenig Zeit für die Menschen?

Nein. Ich nehme mir gezielt Zeit für die Menschen. Ich bin keiner, der an jeder Veranstaltung herumhängt, sondern ich verbringe extrem gerne Zeit mit Leuten, die ich gerne habe.

Auf zur Schlussrunde! Und nochmals der Versuch einige private Fragen zu plazieren ...

Wann haben Sie zuletzt die halbe Nacht getanzt?

Das weiss ich nicht mehr. Es könnte im Xtra in Zürich gewesen sein.

Wenn Drogen nehmen, dann am liebsten mit wem?

(Lacht) Mit Elon Musk oder dem Papst.

Wann hatten Sie das letzte Mal das Gefühl, die Welt geht den Bach herunter?

Als ich im November vor einem Jahr auf meinem Handy gelesen habe, dass Donald Trump nur noch drei Elektorenstimmen zum Sieg fehlen.

Hatten Sie je Todesangst in Ihrem Leben?

Vor ein paar Jahren war ich mit einem Freund Skifahren in Flims. Wir fuhren abseits der Piste. Als wir einmal stoppten, realisierte ich plötzlich, dass keine zwei Meter neben uns eine Felswand war. Ich bekomme bis heute kaltschweissige Hände, wenn ich an diese Situation zurückdenke.

Mal aus Liebe – in jungen Jahren versteht sich – mit Selbstmord gedroht?

Gedroht habe ich noch nie. Aber ich hatte schon das Gefühl, ich kann nicht mehr. Ich war frisch verliebt in ein Mädchen und die ging kurz danach drei Wochen mit einer Freundin nach Kos. Das war grauenhaft.

Ihr Lieblingskuschellied?

Als grosser Fan von Roxette finde ich sämtliche Songs der schwedischen Popband cool – zum Beispiel «It Must Have Been Love». Per Gessele ist ein Könner seines Faches.

Ihr Lieblingsliebesfilm?

«Shakespeare in Love».

Wie stellen Sie sich den lieben Gott vor?

Wenn es ihn gäbe, dann würde ich mir ihn als thronende Kraft vorstellen. Aber er wäre kein Mensch, die Kraft hätte also kein Gesicht.

Welche Jugendsünde wollen Sie exklusiv auf «Bluewin» beichten?

Das gibt es nichts zu beichten. Ich war ein total langweiliges Kind. Tut mir leid.

Sind Sie ganz sicher?

Jetzt kommt wir doch noch etwas in den Sinn: Während der Kanti-Zeit hätte ich zusammen mit drei Freunden um ein Haar ein Restaurant in Zürich abgefackelt. Es war gerade Adventszeit und im Keller dieser Beiz hatte es Fässer, auf denen grosse Kerzen standen. Wir assen spanische Nüssli und warfen die Schalen auf die Kerzen. Irgendwann wurden die Flammen deswegen immer grösser, als plötzlich der Beizer angerannt kam und schrie: «Ihr geht nicht weg, die Feuerwehr ist bereits unterwegs. Der Rauch hat den automatischen Feueralarm ausgelöst, und ein Fehlalarm kostet 3000 Franken.» Wir hockten zu viert im Keller und fanden das überhaupt nicht prickelnd. Ich arbeitete damals stundenweise in einem Kino als Placeur und verdiente 15 Franken pro Stunde.

Wie ging die Sache aus?

Wir hatten Glück: Die 3000 Franken mussten wir nicht bezahlen, aus welchem Grund weiss ich nicht mehr. Aber der Wirt sprach ein Beizenverbot gegen uns aus. Das war mir egal, ich ging eh nie mehr in dieses Lokal.

Zur Person: Fabian Unteregger

Fabian Unteregger, 40, wurde zuerst als Parodist bekannt – zu seinen beliebtesten Stimmen zählen Christoph Mörgeli und Roger Federer. Zuletzt wurde er mit dem Prix Walo ausgezeichnet. Neben der Comedy gilt seine Leidenschaft der Medizin. Sein Studium schloss er mit Praktikas im In- und Ausland ab. Im vergangenen Jahr machte er seinen Doktortitel. Das Thema seiner Doktorarbeit waren die menschlichen Stimmbänder.

Parallel zur Comedy hält Unteregger Vorträge über das Auftreten vor Publikum und publiziert in medizinischen Journals. Vor der Medizin schloss er ein Studium als Lebensmittelingenieur an der ETH ab. In seiner Freizeit fliegt Unteregger mit Helikoptern. Er lebt in Zürich.

Zurzeit ist Unteregger mit dem Soloprogramm «Doktorspiele» auf Schweizer Tournee.

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«Bluewin»-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten. Bötschi hat viel Erfahrung mit Interviews. Für die Zeitschrift «Schweizer Familie» betreute er viele Jahre die Serie «Traumfänger». Über 200 Persönlichkeiten stellte er dafür die Frage: Als Kind hat man viele Träume – erinnern Sie sich? Das Buch zur Serie «Traumfänger» ist im Applaus Verlag, Zürich, erschienen. Es ist im Buchhandel erhältlich.
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