Surfbrett statt Rentier – eine Weihnachtsreise um die Welt

Von Sulamith Ehrensperger

24.12.2020

Santa relaxing with a visit to the beach after the busy days of Christmas.
Sandkörner statt Schneeflocken: In Australien verbringt der Santa Claus Weihnachten bei über 30 Grad am Strand. 
Bild: Getty Images

Weihnachten feiern Menschen rund um den Globus, aber auf ganz unterschiedliche Art. Vor allem in Zeiten der Krise. Hier sind Weihnachtsgrüsse aus aller Welt, die wir mit Ihnen teilen möchten.

Las Vegas, USA

Blue News Korri Rene Sollberger auf dem Weihnachtsspaziergang
Weihnachtswanderung in der Wüste von Nevada: René Sollberger mit Ehefrau Pilar Wolfsteller und Hund Jet im Valley of Fire unweit ihres Wohnorts Las Vegas.
Bild: zVg

René Sollberger ist Journalist und Reiseprofi. Der Schweizer lebt in Las Vegas und berichtet für «blue News» über seine neue Heimat.

 «In den USA fühlt sich Weihnachten an wie immer: In den Restaurants und Läden läuft pausenlos ‹Last Christmas›, und die Vorgärten vieler Häuser sind opulent mit Figuren und Tausenden Lämpchen an Bäumen und Sträuchern verziert. Ausser der Maskenpflicht erinnert fast nichts an Corona, obwohl hier täglich fast so viele Menschen (pro Million Einwohner) wie in der Schweiz an dem Virus sterben.

An Heiligabend geht man in den USA traditionell in die Kirche und isst im Anschluss gemeinsam – meistens Truthahn. Die Geschenke gibt es erst am Morgen des 25. Dezember, dem Christmas Day.

Ich verbringe das Fest diesmal zu Hause in Las Vegas, mit meiner Frau und unserem Hund, und nicht wie sonst so oft mit Familie in der Schweiz. Und das ist gut so. Das Wetter hier ist wunderbar angenehm, und wir machen dann eine Wanderung im nahegelegenen Valley of Fire – natürlich mit der Samichlaus-Mütze auf dem Kopf.»

Buenos Aires, Argentinien

Gabriella Alvarez-Hummel, Freie Journalistin, Argentinien
Drei Jahre lang reiste die Liechtensteinerin Gabriella Alvarez-Hummel mit ihrem Mann in einem VW-Bus von Nord- nach Südamerika. Die Reise brachte die beiden nach Argentinien. 
Bild: zVg

Gabriella Alvarez-Hummel, Freie Journalistin in Buenos Aires. Für «blue News» schreibt sie die Serie «Morgenmenschen».

«Hier in Argentinien ist Sommer, was sich positiv auf die Corona-Fallzahlen auswirkt. Nach einem über sechsmonatigen sehr strengen Lockdown gibt es jetzt immer mehr Lockerungen. Nichtsdestotrotz: Mein Partner und ich verbringen den 24. allein, per Zoom mit Familie in der Schweiz.

Am 25., dem eigentlichen Weihnachtstag, kommen meine beiden Cousins vorbei. Wir hätten Einladungen für Familienfeiern, welche auch draussen stattfinden, bleiben aber bewusst unter uns. Wenn Leute treffen, dann nach wie vor in kleinen Gruppen. Macht auch nichts: Weihnachtsstimmung will bei über 30 Grad irgendwie ohnehin nicht wirklich aufkommen.»

Sydney, Australien

Beach chair with santa hat. Christmas in Australia.
Das Weihnachtsmotto in Australien lautet genau wie bei uns «weisse Weihnachten», doch ist damit nicht der Schnee gemeint, sondern die weissen Strände.
Bild: Getty Images

Lukas Szabó ist Kinderarzt in Sydney. Er ist mit seiner Familie vor Kurzem aus Chur nach Australien ausgewandert.

«Die Australier verbringen die Weihnachtszeit am liebsten im Kreis der Familie und feiern traditionell am 25. Dezember. Am Morgen werden alle Geschenke ausgepackt und man verbringt den Tag gemeinsam bei Barbecue und Bier. In diesem Jahr möchten wir es auch so machen, aber es fällt uns noch etwas schwer in Weihnachtsstimmung zu kommen, wenn das Thermometer 30 Grad zeigt und Weihnachten fast am längsten Tag des Jahres stattfindet.

Leider macht das Coronavirus den Weihnachtsfesten auch hier in Sydney einen Strich durch die Rechnung. Bis vor Kurzem gab es keine Ansteckungen in der Bevölkerung, aber seit einigen Tagen gilt es, einen ‹Mini-Outbreak› unter Kontrolle zu bringen. Die Disziplin und die Eigenverantwortung der Australier ist mehr als vorbildlich und vielleicht klappt es doch noch mit dem gemeinsamen Weihnachtsfest.»

Shanghai, China

Caspar Chiquet Weihnachten in China
Schnappschuss mit Caspar Chiquet von der «Ugly Sweater»-Party am letzten Wochenende. In Shanghai herrscht wieder viel Normalität, die Menschen gehen aus. Die Festtage werden in China grossgeschrieben, der religiöse Aspekt spielt dabei weniger eine Rolle.
Bild: zVg

Caspar Chiquet ist Trader im Emissionshandel in Shanghai. Er ist in Basel aufgewachsen und lebt seit vielen Jahren in China.

«Weihnachten ist kein traditionelles chinesisches Fest. Christen sind eine kleine Minderheit, deswegen wurde Weihnachten nie zu einem offiziellen Feiertag. Dennoch wird Weihnachten jedes Jahr stärker sichtbar im Konsumalltag – es eignet sich bestens, um online mehr zu verkaufen.

In den letzten Tagen wurden Auslandschinesen zum Trendthema, als sie ihre meist amerikanischen opulenten Dekorationen auf Instagram und dem chinesischen Äquivalent zur Schau stellten. Bars und Restaurants mit westlichem Food bieten Weihnachtsmenüs und veranstalten Partys wie die ‹Ugly Sweater›-Party, wo wir letztes Wochenende waren. Es besteht also durchaus Interesse auf dieser oberflächlichen Ebene.

Dieses Jahr feiern wir Weihnachten in Shanghai bei Freunden zu Hause. Ein gemeinsames Abendessen, wahrscheinlich ohne Weihnachtsbaum. Ich werde aber Spitzbuben backen, als persönliches Andenken an Weihnachten in der Schweiz, die im Moment ferner scheint als in normaleren Zeiten. Ich wünsche allen in der Schweiz frohe Weihnachten, bleibt gesund und verantwortungsvoll.»

Florenz, Italien

Selfie mit Palazzo Vecchio (arbeitet da als Museums-Guide)
Selfie vor dem Palazzo Vecchio: Hier arbeitet die Baslerin Laura Marrer seit mehreren Jahren als Museums-Guide.
Bild: zVg

Laura Marrer arbeitet als Museums- und Stadtführerin und lebt mit ihrer Familie in Florenz. 

«Normalerweise sind die Festtage für mich sehr streng und stressig. Dieses Jahr sind die Museen geschlossen, Touristen gibt es keine. So versuche ich, diese ruhige Zeit einfach mal zu geniessen, aber so recht gelingt es mir natürlich nicht … Florenz’ Wirtschaft hängt fast ausschliesslich vom Tourismus ab, es stehen uns noch schwere Zeiten bevor.

Die Famiglia und lange, gesellige Festessen stehen normalerweise im Mittelpunkt des italienischen Weihnachtsfestes. Dieses Jahr ist alles anders, für die kontaktfreudigen Italiener sind die Einschränkungen hart. Diese werden aber grösstenteils stillschweigend akzeptiert und als nötig empfunden. Erlaubt sind maximal zwei Gäste pro Haushalt, die Wohngemeinde darf nicht verlassen werden. Da praktisch unsere ganze Familie ausserhalb von Florenz wohnt, feiern wir im kleinsten Kreise: Mann, Sohn, Katze und ich – dafür aber doppelt, eben italo-schweizerisch.

An Heiligabend fliegt das Christkind direkt aus der Schweiz ein, in der Nacht kommt dann ‹Babbo Natale› und bringt den Rest der Geschenke. Traditionell gäbe es am Weihnachtstag zu Mittag ein mehrgängiges Festmahl mit der ganzen Famiglia, das Pranzo di Natale. Dieses Jahr wird es aber einfach ein gemütliches Znacht zu Hause sein. Was das Menü betrifft, sind wir noch unentschieden: Lasagne oder Käsefondue ..?»

Blattnicksele, Schweden

Familie Schafer: Daniel (42 Jahre), Caro (45 Jahre) und Sohn Joshua (4 1/2 Jahre)
Daniel und Caro Schafer wurden in der SRF-Serie «Auf und Davon» porträtiert, als sie vor neun Jahren mit ihren Hunden auswanderten. Hier ein Weihnachtsselfie mit Sohn Joshua.
Bild: zVg

Caroline Schafer führt mit ihrem Mann Daniel das Holiday Resort Sandsjögården. Die beiden Schweizer sind vor neun Jahren mit ihren Nordischen Schlittenhunden nach Schwedisch-Lappland ausgewandert.

«Dieses Jahr feiern wir als Familie zusammen mit unseren beiden Angestellten am 23. Dezember im ganz kleinen und persönlichen Rahmen. Wir geniessen ein feines Essen und den Abend mit unserem viereinhalb Jahre alten Sohn. An den anderen Tagen arbeiten wir, da wir Gäste aus der Schweiz und Luxemburg über die Feiertage auf Platz haben.

Bei uns in Nordschweden unterteilt sich die Weihnachtszeit in mehrere Bräuche. Einer davon ist am 13. Dezember, dann wird die heilige Lucia mit einem Umzug gefeiert. Die Schulkinder tragen weisse Umhänge mit roten Bändern um die Taille, alle tragen Kerzen und die Lucia, die den Zug anführt, hat einen Kerzenkranz auf dem Kopf. Gefeiert wird die Rückkehr des Lichts. Dazu isst man Lussekatter (fast so wie Grittibänze mit Safran) und trinkt Glögg (schwedischer Glühwein).

Während der Weihnachtszeit wird Julbord (das traditionelle Weihnachtsessen) vorbereitet, das sich aus vielen Gerichten zusammensetzt. Oft sind es die Leckereien aus der letzten Ernte, der Jagd und der Fischerei, die eingelegt, gebeizt, getrocknet oder geräuchert werden, damit sie zum Fest mit der Familie geteilt werden können.

Der Weihnachtsmann heisst hier Tomtefar, er nimmt die Weihnachtswünsche der Kinder auf. Wir suchen ihn dann per Fackelzug im Wald oder er kommt einfach mal so im Dorf vorbei. An Weihnachten gibt es dann, wie in der Schweiz, den Baum mit Päckli.»

Auckland, Neuseeland

Pohutukawa-Baum, Neuseeland, Auckland
Feuerrot statt tannengrün: Der Pohutukawa-Baum verwandelt sich um die Weihnachtszeit in einen dunkelroten, leuchtenden «New Zealand Christmas Tree». 
Bild: zVg

Unternehmerin Marja Ward und ihre Familie, Yogalehrerin Claudia Geux und ihr Mann Donald schicken gemeinsame Weihnachtsgrüsse aus Auckland. 

«Die Kiwis, der Spitzname für Neuseeländer, freuen sich, wie kein anderes Land, auf Weihnachten, da sie Covid-19 erfolgreich bekämpft haben. Wie jedes Jahr, kommt am Morgen des 25. Dezembers, die ganze Familie zusammen, um zu frühstücken und Geschenke auszupacken – ganz ohne Masken und Social Distancing. Da Hochsommer ist, geht es danach mit Shorts und T-Shirt nach draussen zum Strand, machen es sich unter einem Pohutukawa-Baum gemütlich für ein Picknick, vielleicht sogar mit Blick auf die Vulkaninsel Rangitoto in Auckland. Der Pohutukawa-Baum, wird auch ‹New Zealand Christmas Tree› genannt, da er jedes Jahr ab Mitte Dezember bis Januar blüht und aussieht, als hätte sich der Baum geschmückt, da Weihnachten ist. Am frühen Abend wird der Grill eingeheizt für einen BBQ, dazu verschiedene Salaten und Gemüse, Bier und Wein. Weihnachten wie immer, die alte Normalität!»

Krakau, Polen 

Weihnachtsbaum Krakau Polen
Der Weihnachtsbaum von Bartosz Dendura ist bereit. Nach den Festtagen will Polen die Corona-Massnahmen verschärften und hat einen landesweiten harten Lockdown angekündigt.
Bild: zVg

Bartosz Dendura ist Architekt und Junior-Professor an der Krakow Unversity of Technology.

«Auch in Polen ist Weihnachten ein Familienfest. Der 24. Dezember ist wahrscheinlich der wichtigste Weihnachtstag, den wir mit einem frühen Abendessen beginnen. Auf dem Tisch dürfen natürlich die typischen Gerichte nicht fehlen: Meistens sind es zwölf immer fleischlose Speisen. Bevor wir mit Essen beginnen, wünschen wir jedem Familienmitglied etwas Gutes fürs neue Jahr.

Eine Tradition ist auch, dass wir immer einen Platz am Tisch frei lassen – sollte ein unerwarteter Gast zu Besuch kommen. Bisher habe ich noch nie gehört, dass auch wirklich jemand gekommen ist, aber es ist Tradition. Die Kinder warten auf ihre Geschenke, die im Süden von Polen von Engeln gebracht werden.

An den beiden Weihnachtstagen treffen wir gewöhnlich weitere Familienmitglieder. Weil wir aber nicht reisen können, sind wir dieses Jahr nur zu acht – normalerweise sind wir zu zwanzigst oder mehr. Um Mitternacht steht ein Messebesuch auf dem Programm, die Kirche können wir mit Auflagen besuchen. Weil diese aber nur zur Hälfte besetzt werden darf, glaube ich, dass wohl die meisten zu Hause bleiben. Dieses Jahr wird also alles anders sein.»

Korfu, Griechenland

Vila 1870 in Korfu, Privates Luxus Ferienhaus
Die «Villa 1870 Corfu» soll ein Ort sein, wo Familien eine stressfreie Zeit verbringen und in eine andere Welt abtauchen können, so die Vision von Dimitris Kyriakis. Weihnachten auf Korfu ist oft noch nicht so kommerziell, wie wir uns dies gewöhnt sind.
Bild: zVg

Der Grieche Dimitris Kyriakis ist Inhaber des privaten Luxus-Ferienhauses «Villa 1870» auf der Insel Korfu. Zusammen mit seiner Frau Nancy hat er die Villa vor zwei Jahren gekauft und komplett renoviert.

«Weihnachten ist einer der wichtigsten religiösen Feiertage der Griechen. Im ganzen Land gehen die Kinder an Heiligabend von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder. Es soll Glück und Segen für die Familie bringen, wenn die Kinder für das Haus singen.

Viele griechische Familien schmücken anstelle eines Baumes ein Schiff. Dieses symbolisiert den Aufbruch in ein neues Leben nach der Geburt Christi. Wie in vielen Kulturen bäckt man auch in Griechenland einen speziellen Weihnachtskuchen – den ‹Vasilópita› – mit versteckt eingebackener Goldmünze. Wer sie in seinem Stück findet, ist im neuen Jahr mit Glück gesegnet. 

Zuletzt feiern wir das Dreikönigsfest, das die Taufe Christi symbolisiert. Gewöhnlich werfen Priester dann ein Kreuz ins Wasser, wer reinspringt und es als Erster zurückbringt, soll der Tradition nach im neuen Jahr gesund und glücklich sein.»

Soma Bay, Ägypten

Weihnachten Soma Bay, Frau in Bikini am Strand
Bikini statt Wollpullover: In Weihnachtsstimmung kommt Claudia Wilhelm aber trotzdem. Tatsächlich weihnachtet es im Land der Pharaonen viel mehr, als man denkt. 
Bild: zVg

Claudia Wilhelm ist Fitnesstrainerin bei einem Robinson Club in Soma Bay.

«Ich verbringe Weihnachten nun schon zum vierten Mal in Ägypten an einer schönen Bucht am Roten Meer. Natürlich ist es kein Vergleich zu Deutschland, wo ich aufgewachsen bin. Es kommen keine richtigen Weihnachtsgefühle auf. Von morgens bis abends scheint die Sonne, statt kuscheliger Pullis trägt man tagsüber ein T-Shirt. Bis auf einige touristische Gegenden ist von Weihnachtsbeleuchtung nichts zu sehen, über Weihnachtsmärkte braucht man gar nicht erst reden.

Nichtsdestotrotz dekoriere ich mein Zimmer selber weihnachtlich, höre Weihnachtsmusik und ich lasse es mir nicht nehmen, mit den europäischen Kollegen zu wichteln. Die ägyptischen Kollegen im Hotel wünschen einem natürlich frohe Weihnachten und feiern Heiligabend mit uns zusammen. Das wunderschöne Meer und die täglich strahlende Sonne würde ich nicht gegen das kalte Wetter in meiner Heimat tauschen wollen.»

Moskau, Russland

Weihnachten Moskau
Erst am 7. Januar wird in Russland Weihnachten gefeiert. Dennoch hat sich Moskau schon in ein weihnachtliches Disneyland verwandelt.
Bild: zVg

Katja Sherstyuk ist Medizinstudentin, sie lebt und studiert in Moskau.

«In Russland feiern wir Weihnachten und Silvester zusammen. Für uns ist Neujahr der wichtigste Feiertag. In dieser Nacht versammeln wir uns mit unseren Familien, tauschen Geschenke aus, schmücken einen Weihnachtsbaum und essen viel. Moskau erstrahlt in Weihnachtsdeko und wir haben sogar Weihnachtsmärkte, die denen in Europa ähneln.

Ja, die Russen lieben Ferien, deshalb dauern die Weihnachtsfeiertage vom 31. Dezember bis zum 10. Januar. Am Silvesterabend gibt es Olivier (russischer Salat), Seledka pod schuboi (Hering im Pelzmantel), Veal Orloff (traditionelles russisches Fleischgericht) und Mandarinen. Gegen 22 Uhr beginnt das Abendessen, man resümiert über die Ereignisse des Jahres, dann hört man sich die Rede des Präsidenten an und die Glocken auf dem Roten Platz läuten. Man trinkt Sekt, umarmt und küsst sich, schaut sich ein Feuerwerk an und dann die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.

In manchen Familien gibt es die Mitternachtstradition: Man schreibt seine Wünsche für das nächste Jahr auf ein kleines Stück Papier, dieses wird anschliessend verbrannt und die Asche in ein Glas Champagner gekippt. Es heisst, dass der Wunsch in Erfüllung geht, wenn das Glas bis Punkt Mitternacht geleert wird. Hoffen wir, dass 2021 unser Wunsch, mit unseren Lieben zusammenzubleiben, in Erfüllung geht.»

Kopenhagen, Dänemark

Joint of pork or Flaeskesteg resting after being taken out of the oven. This is a very traditional  dish from Denmark. The skin of the pork is cut then salt is rubbed into it, then dried bay leaves and cloves are inserted into the cuts to give the cooked meat a distinctive taste and smell. Colour, horizontal, overhead view with some copy space, shot on location in a restaurant on the island of Moen in Denmark, traditionally served with red cabbage and apple.
Flæskesteg, die dänische Version des Schweinebratens, ist ein Favorit für das Weihnachtsessen. Er wird traditionell an Heiligabend serviert.
Bild: Getty Images

Claudio Flückiger ist Hornist, er spielt und lebt in Kopenhagen. 

«In den zehn Jahren, die ich mittlerweile schon in Kopenhagen wohnhaft bin, sind die Abstände meiner Heimatbesuche je länger je grösser geworden. Zuletzt war ich nur noch im Sommer und zu Weihnachten in der Schweiz zu Besuch. In der Zeit vor Weihnachten fragten mich meine Kollegen jeweils immer, wie man denn in der Schweiz das Fest traditionell verbringt, und was man isst. Meine Antwort, dass wohl eine deftige Käsespeise dazugehöre, aber sonst die Traditionen von Familie zu Familie unterschiedlich seien, war für die Dänen eher enttäuschend. Denn hier ist es ganz klar: Flæskesteg, also Schweinebraten mit dem Allerwichtigsten, der knusprigen Fettkruste muss es sein. Dazu braune Kartoffeln, Rotkohl und zum Nachtisch Risalamade, eine Art Milchreis mit Mandeln und Kirschsauce (war natürlich mal Französisch und hiess ‹riz à l'amande›.) Ente zum Hauptgang geht zur Not auch, aber ganz was anderes lässt die Tradition nicht zu. Eigentlich ganz schön, diese Gepflogenheiten als gestrandeter Schweizer einmal richtig miterleben zu dürfen.»



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