19.06.2017 - 16:23, Cover Media

Kohlenhydrate: Der Weg zu mehr Zuversicht?

 

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Kohlenhydrate sind nicht nur gesund, sondern können auch psychisch gut tun. Das legt eine neue Studie nahe.

Kohlenhydrate werden oft verteufelt - vor allem von Menschen, die eine Diät machen. Doch nun belegt eine neue Studie: Die Stoffe, die in Getreide und Brot besonders stark vertreten sind, können unsere Sicht auf die Welt positiver werden lassen. Zu diesem überraschenden Schluss kamen Forscher von der Universität in Lübeck als sie eine Gruppe von Probanden untersuchten.

Der Grund für die Zuversicht ist, dass Kohlenhydrate zum Ausschütten von Dopamin, einem Glückshormon, im Gehirn führen. Dadurch fühlen wir uns glücklicher und auch zuversichtlicher. Die Wissenschaftler haben das Erbgebnis zusätzlich eingegrenzt, indem sie das Ablehnen von schlechten Angeboten als Resultat der bei Menschen neu gewonnenen Zuversicht sehen.

Experiment mit Videospiel

Die Probanden der Studie mussten aufschreiben, was sie zum Frühstück essen. Anschliessend wurden sie dazu verpflichtet, ein Videospiel mit dem Namen «Ultimatum» zu spielen. In diesem Spiel wird Person 1 von Person 2 ein bestimmter Teil eines Geldbetrages angeboten. Allerdings behält Person 2 immer den grösseren Teil der Gesamtsumme. Person 1 muss sich dann entscheiden, ob sie das Angebot annimmt, oder auf ein besseres Angebot wartet.

Bei der Auswertung des Experiments stellte sich heraus, dass von den Probanden, die zum Frühstück viele Kohlenhydrate zu sich nehmen, ganze 53 Prozent das unfaire Angebot im Computerspiel ablehnten. Von den Menschen, die zum Frühstück eher Käse und Schinken und damit wenig Kohlenhydrate zu sich nehmen, entschieden sich lediglich 24 Prozent gegen das Angebot. Der Rest nahm den Geldbetrag an.

Ausschüttung von Dopamin wird gefördert

Die Forscher vermuteten, dass das mit der Ausschüttung von Dopamin durch Kohlenhydrate und die dadurch neu gewonnene Zuversicht zu tun haben könnte. Menschen mit Zuversicht lehnen das Angebot eher ab, weil sie denken, in Zukunft ein noch besseres zu erhalten.

Doch es war eine Beobachtung, die weiter getestet werden musste. So wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe erhielt zum Frühstück Speisen mit 80 Prozent Kohlenhydraten, 10 Prozent Fetten und 10 Prozent Proteinen. Die andere Gruppe nahm Essen mit 50 Prozent Kohlenhydraten und jeweils 25 Prozent Fetten und Proteinen zu sich. Beide Gruppen kamen dabei jeweils auf 850 Kalorien pro Frühstück.

Von den Menschen, die 80 Prozent Kohlenhydrate zu sich nahmen, lehnten anschliessend 69 Prozent das «Ultimatum»-Angebot ab. Von der zweiten Gruppe waren es 60 Prozent. Die Wissenschaftler sehen es als ersten Erfolg, was die Untersuchung von der Verbindung zwischen Kohlenhydraten und Emotionen angeht. Die ersten Ergebnisse wurden im Journal «Proceedings of the National Academy of Sciences» abgedruckt.

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