14.11.2017 - 13:19, dpa/mi

Test am Wintermantel: So erkennt man echten Pelz

 

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Wenn etwas angesagt ist, wird es auch hierzulande im Handel gerne mit einem hippen englischen Namen versehen. «Fake fur» ist so ein Ding - der Kunstpelz.

Aufgrund immer besserer Herstellungsverfahren kann er inzwischen täuschend echt aussehen. Und er spricht viele Modefans vor allem aus Gründen des Tierschutzes an. Doch noch immer gibt es auch viel Echtpelz zu kaufen.

Zwar sollte dieser entsprechend gekennzeichnet sein, doch bei einer Stichprobe der Tierschutzstiftung Vier Pfoten in Deutschland waren 51 Prozent der getesteten Jacken, Mäntel und Mützen mit Echtpelzbesatz nicht vorschriftsmässig ausgewiesen - vor allem im niedrigen Preissegment.

Schweiz: Deklaration nicht transparent

Auch in der Schweiz ist die Deklaration alles andere als transparent. Tests vom Zürcher Tierschutz  zeigen, dass trotz der bestehenden Deklarations-Pflicht, nicht zu sämtlichen Produkten richtig informiert wird.

Der Verein versucht aus diesem Grund Modehäuser dazu zu bewegen, komplett auf den Verkauf von Echtpelz zu verzichten. Mit Erfolg: Globus und Manor verzichten auf Artikel mit Echtpelz; Modissa, PKZ und Jelmoli setzen Schritt für Schritt auf tierfreundlichere Lösungen.

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Viele Menschen wollen keinen Echtpelz mehr tragen. Da Pelz nicht immer vorschriftsgemäss deklariert ist, muss man sich selbst zu helfen wissen.
Bild: PatrickHutter/iStock

Momentan sind Parkas mit Pelzbesatz an der Kaputze, Mützen mit Fell-Bommeln oder Handschuhe mit Pelzdetails gerade sehr angesagt - die Läden sind voll davon. Nadja Brodmann vom Zürcher Tierschutz dazu: «Pelz liegt im Trend. Doch hinter Kleidern und Verzierungen aus Echtpelz steckt viel Tierleid: Die Pelzwaren stammen aus tierquälerischer Käfighaltung oder brutalem Fallenfang. Weltweit leiden und sterben jährlich über 100 Millionen Pelztiere einen qualvollen Tod für die Modeindustrie.»

Doch wie kann man selber überprüfen, ob ein Artikel Echtfell enthält oder nicht? Der Preis kann ein Hinweis auf Echtpelz sein - muss es aber nicht. Als Bommeln an Mützen oder Handschuhen gebe es Echtpelz teilweise für weniger als zehn Euro, erklärt Thomas Pietsch, Wildtierexperte von Vier Pfoten.

Zugleich hat gut gemachter Kunstpelz auch seinen Preis. Es gibt aber Anhaltspunkte, die man mit blossem Auge beim Kauf erkennen kann. Man muss nur etwas genauer hinschauen.

Echt- oder Kunstpelz?

Hinweis 1: Zieht man Kunstpelz auseinander, sieht man eine Unterlage aus Stoff, auf der die Haare befestigt wurden. Beim Echtpelz entdeckt man beim Auseinanderziehen des Oberhaars dagegen erst die sogenannte Unterwolle der Tiere aus feinen, dichten und flauschigen Haaren. Darunter befindet sich Leder.

Hinweis 2: Echtpelz ist beweglicher: Pustet man die Haare ganz leicht an, bewegen sie sich bereits.

Hinweis 3: Ein genauer Blick lohnt sich: Wie sehen die Spitzen der Haare aus? Sind sie gerade geschnitten, handelt es sich wohl um Kunstpelz. Spitzes Haar kann hingegen ein Echtpelz-Indikator sein.

Hinweis 4: Diesen Test kann man sicher nicht im Geschäft vornehmen, aber er kann eine Hilfe sein, um zum Beispiel den Besatz eines Erbstücks zu analysieren: Man verbrennt ein paar Haare. Zerfallen diese und geben sie den typischen Geruch von versengten Haaren wieder, ist es Echtpelz. Künstlicher Pelz riecht hingegen synthetisch (wie verbrannter Plastik), und die Haare schmelzen zu kleinen, harten Klumpen.

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