10.01.2018 - 17:15, dpa

Neuer Trend? Per Operation zum knackigen Po

Hintern

Straff, knackig, und durchaus ein bisschen rund - so stellt sich manch einer sein Hinterteil vor. OPs scheinen ein einfacher Weg dorthin zu sein. Aber nur auf den ersten Blick.
Bild: Getty Images

 

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In Brasilien sind sie längst Alltag: Korrekturen am Po. Das Gesäss steht dort mittlerweile mehr im Fokus als die Brust, erklärt Torsten Kantelhardt, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie.

Auch in der Schweiz und in Deutschland bieten viele Kliniken und Privatpraxen Po-Vergrösserungen an. Die vermeintlich schnelle Lösung gibt es allerdings nicht ohne Risiken. Und sie hat ihren Preis.

Eine gängige chirurgische Methode, das Hinterteil in Form zu bringen, ist die Auffüllung mit Eigenfett, erläutert Markus Klöppel, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie aus München. Dafür entnimmt der Arzt zunächst Fett zum Beispiel aus den Oberschenkelaussenseiten. Dieses wird in mikroskopisch kleine Zellverbände zerlegt und dann ins Gesäss gespritzt.

Eine Kleinigkeit ist dieser Eingriff nicht. Mehrere Stunden verbringt der Patient unter Vollnarkose auf dem OP-Tisch. «Man muss als Nebenwirkungen mit Schwellungen, Blutergüssen, Spannungsschmerzen, Ölzysten und Infektionen bis hin zu Fettembolien rechnen», erklärt Kantelhardt.

Schmerzen treten vor allem da auf, wo das Fett entnommen wurde. Eine so aufwendige Behandlung hat auch ihren Preis. Klöppel zufolge wird die Eigenfettbehandlung je nach Aufwand ab 3500 Euro angeboten. In der Schweiz kann der Preis für den Eingriff schnell einmal um die 6000 Franken betragen. 

Straffung ist günstiger

Generell etwas günstiger ist eine Straffung des Hinterteils mit dem sogenannten Fadenlifting. Dabei schiebt der Arzt dünne Fäden unter die Haut und verankert sie dort, erläutert Hans-Peter Schoppelrey, der diese Methode im Haut- und Laserzentrum München anbietet. «Diese bilden quasi ein Gittergerüst und sorgen somit für eine Straffung.»

Das Material, aus dem die Fäden bestehen, wird Schoppelrey zufolge vom Körper aufgenommen und regt die Produktion neuen Bindegewebes an. Die Kosten dafür betragen in der Schweiz ab 3000 Franken. 

Da solche Behandlungen in der Regel nicht medizinisch notwendig sind, trägt der Patient die Kosten selber. Dies gilt allerdings nicht für mögliche Konsequenzen. Infiziert sich etwa jemand nach einer Schönheits-OP mit einem multiresistenten Keim und muss deswegen ins Krankenhaus, übernimmt in der Schweiz (anders als in Deutschland) die Krankenkasse die Behandlungskosten.

Um die Risiken klein zu halten, sollte, wer sich so einem Eingriff unterziehen will, den Arzt sorgfältig auswählen. Der Titel «Schönheitschirurg» etwa ist nicht geschützt. Ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie oder Facharzt für Plastische Chirurgie dagegen muss eine sechsjährige Zusatzausbildung absolviert und eine Facharztprüfung abgelegt haben.

Kräftigungstraining statt OP

Um die eigene Kehrseite in Form zu bringen, muss man sich aber nicht unbedingt in die Hände eines Arztes begeben: Sport formt das Hinterteil nicht nur deutlich kostengünstiger, sondern auch ohne unangenehme Nebenwirkungen.

Gut für den Hintern ist ein Kräftigungstraining, sagt Valerie Börnström von der Fitness-Kette Mrs. Sporty. Allerdings ist es nicht ratsam, nur den Po zu trainieren. Die Körpermitte bildet eine Einheit. Geeignet ist deshalb eher ein umfassendes Krafttraining oder eine Kombination von Gerätetraining mit Yoga, das besonders gut die Tiefenmuskulatur kräftigt.

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