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Das Geheimnis im Nemisee (Teil 1) Weltsensation im Vulkansee: Als Diktator Mussolini die Archäologen verblüffte
Christian Thumshirn
7.3.2026
Seit dem Mittelalter flüstert ein Kratersee bei Rom sein Geheimnis: Immer wieder holen Fischer rätselhafte Fragmente aus dem Wasser – bis die Faschisten Ende der 1920er-Jahre den See absenken lassen. Was am Grund auftaucht, wird zur archäologischen Weltsensation.
07.03.2026, 23:46
Christian Thumshirn
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Ein unscheinbarer Vulkansee wenige Kilometer von der italienischen Hauptstadt Rom entfernt ist Schauplatz eines archäologischen Krimis.
- Dahinter steckt eine Spur aus der Antike: Ein umstrittener Kaiser, ein heiliger Ort – und Berichte über schwimmende Luxusresidenzen.
- Jahrhunderte lang bergen Fischer und Abenteurer rätselhafte Überreste – genug, um ein hartnäckiges Geheimnis am Leben zu halten.
- Erst mit modernem Gerät und politischem Ehrgeiz wird das Projekt radikal angegangen. Was freigelegt wird, sprengt alle Erwartungen.
- Der zweite Teil der Reportage über die spektakulären Funde am Nemisee bei Rom erscheint am Sonntag, 15. März, blue News. Wenn du ihn bereits jetzt lesen willst, kannst du dies hier tun.
Der Nemisee ist ein dunkler, kleiner Kratersee in den Albaner Bergen, rund 27 Kilometer südöstlich von Rom. Entstanden ist er im Kessel eines erloschenen Vulkans.
Mit einer Fläche von 1,7 Quadratkilometern und einer Tiefe von 33 Metern ist er kleiner als viele Schweizer Bergseen. Doch im Frühjahr 1929 geschieht dort etwas, das Italien – und später die ganze Welt – elektrisiert: Der Wasserspiegel sinkt.
Der Schlamm reisst auf. Und plötzlich taucht Holz auf, viel Holz.
Was Ingenieure des italienischen Diktatators Benito Mussolini aus dem Schlamm ziehen, gilt bald als eine der spektakulärsten archäologischen Entdeckungen Europas im 20. Jahrhundert.
Doch die Geschichte beginnt viel früher. Sie beginnt mit einem antiken Text von Historiker Sueton, der nicht weniger aussergewöhnlich ist.
Caligula – Mythos oder Monster?
Kaiser Gaius Julius Caesar Augustus Germanicus, genannt Caligula – das «Stiefelchen», weil er als Kind im Heerlager in kleinen Militärstiefeln herumgelaufen sein soll – galt lange als Monster der Antike: brutal, enthemmt, grössenwahnsinnig.
Der römische Staatsbeamte und Historiker Sueton zeichnet in seiner Vita Caligulae das Bild eines Kaisers, der die Elite demütigt, heilige Orte missbraucht und sich gottgleich feiern lässt.
Heute wird Caligula freilich differenzierter betrachtet:
Denn Sueton schrieb über den Kaiser erst Jahrzehnte nach dessen frühem Tod. Deshalb gilt sein Text heute als politisch gefärbtes Tyrannenbild: vieles wirkt zugespitzt, manches wohl überzeichnet.
Doch es finden sich darin zwei Erzählungen, die erstaunlich konkret sind – so konkret, dass sie Jahrhunderte später zu realen Spuren werden.
Sueton erwähnt zwei Details: Caligula lässt schwimmende Luxus-Schiffe bauen. Und: Er bringt den Kaiser mit einem ganz konkreten Ort in Verbindung: dem Nemisee.
Die Luxusschiffe von Kaiser Caligula
Zu Caligulas schlechtem Ruf zählt für Sueton vor allem seine hemmungslose Verschwendungssucht. Er schildert den Kaiser als Meister der Luxus-Inszenierung, der mehrere Schiffe bauen lässt – prunkvolle Galeeren mit edelsteinbesetzten Schnäbeln, bunten Segeln, Badeanlagen, Säulenhallen und Speisesälen, sogar bepflanzt mit Reben und Obstbäumen.
Caligula, so Sueton, lagere tagsüber auf diesen schwimmenden Palästen, begleitet von Musik und Chorgesang, und lasse sich entlang der Küsten Kampaniens schippern.
Ein heiliger See – und ein tödliches Amt
In der anderen Passage führt Sueton seine Leserschaft an den Nemisee. Der ist in der Antike ein besonderer Ort: Am Ufer liegt das Heiligtum der Diana Nemorensis, ein überregional bedeutender Kultplatz. Über diesen Ort, so Sueton, herrsche ein Priesterkönig mit einem tödlichen Amt. Wer ihn ablösen wolle, müsse ihn zuerst im Zweikampf töten.
Caligula störte sich daran, dass dieser Priester sein Amt schon «zu lange» innehatte. Also schickte er einen besonders starken Sklaven, um ihn zu töten und zu ersetzen.
Für den Biografen ein weiterer Beleg für die Willkür und den Machtmissbrauch des jungen Kaisers.
Für die Geschichtswissenschaft ein Hinweis darauf, dass Caligula eine persönliche Beziehung zu diesem See hatte.
Und der junge Kaiser war längst nicht der Einzige, den dieser Ort in seinen Bann zog. Der See galt als heilig, zog römische Pilger an und wurde in der Kaiserzeit zum Rückzugsort der Oberschicht. Auch Julius Cäsar soll dort eine Villa besessen haben.
Ein sakraler Ort – und eine Bühne für Macht. Otium pur – Rückzug vom geschäftigen Rom.
Vielleicht auch für den verschwenderischen Kaiser Caligula?
Birgt der See ein römisches Geheimnis?
476 nach Christus ist das Römische Reich Geschichte. Mit der Pippinischen Schenkung beginnt im 8. Jahrhundert die Herrschaft der Päpste über Rom und das Umland. Der Nemisee liegt nun im Kirchenstaat.
Oberhalb des Kratersees klebt das Dörfchen Nemi auf einer schmalen Terrasse an der nördlichen Innenwand der Caldera – fast 200 Meter über dem Wasser.
Für seine mittelalterlichen Bewohner ist der See vor allem eins: eine Nahrungsquelle. Doch der Beifang gibt Rätsel auf: immer wieder holen Fischer obskure Gegenstände aus der Tiefe: Metallteile, Holzreste, einzelne antike Fragmente.
Es sind genug Spuren, um ein Gerücht über Jahrhunderte am Leben zu halten: Birgt der Seegrund ein römisches Geheimnis?
1446: Alberti und der erste Griff ins Dunkel
Mit dem Geist der Renaissance beginnt im 15. Jahrhundert ein neuer Blick auf den Nemisee. Der Humanist und Historiker Flavio Biondo gehört zu jener neuen Generation, die römische Schriftquellen nicht nur liest, sondern sie erstmals systematisch mit realen Orten in Beziehung setzt.
Was, wenn sich unter der Wasseroberfläche tatsächlich archäologische Schätze aus der Römerzeit verbergen?
1446 wird aus dieser Frage ein Vorhaben: Kardinal Prospero Colonna, Herr von Nemi, lässt den See untersuchen. Leon Battista Alberti, Humanist und Architekt – ein Zeitgenosse Biondos, leitet die Expedition. Er lässt ein grosses Floss bauen, auf dessen Deck er Hebevorrichtungen installieren lässt. Schwimmer aus Genua tauchen hinab, um Seile mit Haken an den Gegenständen unter Wasser zu befestigen.
Was die Taucher an die Oberfläche bringen, reicht, um die Fantasie anzuheizen: Holzbalken, Bleiplatten, bronzene Fragmente, sogar der Teil einer grossen Statue soll geborgen worden sein. Es sind keine Zufallsfunde.
Alberti und sein Team sind sich sicher: Auf dem Boden des Sees liegt etwas Grosses.
Doch die Technik Mitte des 15. Jahrhunderts reicht nicht aus, um die Artefakte zu heben.
1535: Die Tauchglocke – erster Blick auf das Unbekannte
Fast ein Jahrhundert später wagt sich eine neue Expedition an den Nemisee – diesmal mit einem Tauchgerät. Der italienische Ingenieur und Militärtheoretiker Francesco De Marchi reist an, begleitet von Guglielmo de Lorena, dem Erfinder eines der frühesten Unterwasserapparate.
Ihr Ziel: nicht länger im Dunkeln tappen, sondern endlich sehen, was auf dem Grund des Sees liegt.
Was folgt, ist für die Zeit spektakulär: Im Juli 1535 lässt sich Francesco de Marchi in einer hölzernen Tauchglocke in die Tiefe hinab. Ein rundes Fass aus Eichenholz, von Eisenreifen zusammengehalten, mit einem kleinen Sichtfenster aus «dickem Kristall».
Francesco De Marchi wagte sich als einer der ersten Menschen überhaupt mit einer Tauchglocke ins Wasser. Seinen Tauchgang im Nemisee beschreibt er in seinem monumentalen Werk «Della Architettura Militare».
Bild: Wikipedia
Entwickelt wurde die Tauchglocke von dem aus Lothringen stammenden Ingenieur Guglielmo de Lorena. De Marchi war so beeindruckt von der Erfindung, dass er einen Eid ablegen musste, das Geheimnis der Luftzufuhr nicht zu verraten.
Bild: The International Journal for the History of Engineering& Technology
Francesco De Marchi wagte sich als einer der ersten Menschen überhaupt mit einer Tauchglocke ins Wasser. Seinen Tauchgang im Nemisee beschreibt er in seinem monumentalen Werk «Della Architettura Militare».
Bild: Wikipedia
Entwickelt wurde die Tauchglocke von dem aus Lothringen stammenden Ingenieur Guglielmo de Lorena. De Marchi war so beeindruckt von der Erfindung, dass er einen Eid ablegen musste, das Geheimnis der Luftzufuhr nicht zu verraten.
Bild: The International Journal for the History of Engineering& Technology
Unten ist es dämmrig, still und vor allem kalt. De Marchi kann kaum mehr erkennen als schemenhafte Umrisse, zudem verzerrt das dicke Glas die Sicht und lässt alles grösser erscheinen. Er tastet sich vorwärts, Schritt für Schritt, den Grund entlang. Dann stösst er auf Holz. Er folgt der Form, greift nach einer Kante, nach einer Planke. Und aus dem diffusen Etwas formt sich ein Muster:
Spanten. Planken. Eine Krümmung.
In diesem Moment wird ihm wohl klar: Das ist kein Steg. Kein hölzernes Schwemmgut. Vor ihm liegt der Rumpf eines Schiffes – und zwar eines gigantischen.
De Marchi wagt sich nicht ins Innere – zu gross ist die Gefahr, die Glocke aus dem Gleichgewicht zu bringen. Aber er schnappt sich, was er in die Finger kriegt: Holz, Nägel, Bleirohre, Ziegel – Dinge, die beweisen sollen, was er gerade gefunden hat.
Ein Stück des Rumpfes, mitsamt einer Bleiverkleidung, lässt er nach Rom bringen, wo es vermessen und untersucht werden soll. Später klagt er darüber, dass es gestohlen worden sei.
Wie sich ein Tauchgang in der Glocke anfühlt, beschreibt er so: «Vom Bauch aufwärts war es wie in einem heissen Ofen – von den Ellbogen abwärts eiskalt.»
«Trotzdem», so De Marchi, «konnte man mit diesem Instrument ein bis zwei Stunden unter Wasser bleiben und dort arbeiten.» Es ist ein technologischer Durchbruch. Ein Meilenstein der Unterwasserforschung.
1895: Antiquitätenhändler engagiert Taucher
Erst im 19. Jahrhundert rückt der Nemisee wieder ins Rampenlicht. 1827 wagt Ritter Annesio Fusconi, ein technikbegeisterter Abenteurer, den nächsten Versuch: Mit einer verbesserten Tauchglocke will er das Rätsel endlich lösen. Doch die Hebeversuche scheitern – die Taue reissen. Am Ende bleiben nur wenige geborgene Einzelteile, die teilweise verkauft werden.
1895 wird es noch drastischer: Eliseo Borghi, ein römischer Antiquitätenhändler, engagiert einen Berufstaucher – und beginnt, die Wracks regelrecht auszuschlachten.
Über 400 Meter Holzbalken reisst er heraus und zerrt sie ans Ufer, wo sie verrotten oder als Brennholz enden. Wertvolle Stücke verschwinden in privaten Sammlungen – den Rest kauft der Staat für das Nationalmuseum in Rom.
Dann zieht der Staat die Notbremse: Der italienische Bildungsminister Guido Baccelli verbietet weitere Eingriffe.
Der Schaden ist gross – doch immerhin liefern die Tauchgänge mehr Klarheit: Am Grund des Nemisees liegen zwei riesige Schiffe. Eines nahe am Ufer, in fünf bis zwölf Metern Tiefe. Das zweite weiter draussen, auf 15 bis 20 Metern.
Diktator Mussolini: Der See wird zur Bühne
In den 1920er-Jahren sucht das faschistische Regime nach Symbolen nationaler Selbstüberhöhung. Diktator Benito Mussolini will beweisen, dass sein Staat Grosses leisten kann – und dass das moderne Italien direkt an die Macht des antiken Rom anknüpft.
Die versunkenen Schiffe passen perfekt: Prunk, Technik, Kaiserzeit. Symbolträchtiger geht es kaum.
1927 gibt der Duce den Befehl, den See abzusenken und die Wracks zu bergen. Militär, Ingenieure und Industrie arbeiten zusammen, koordiniert von einem eigens gegründeten Bergungskomitee. Zwei Industriegruppen übernehmen die Arbeiten – kostenlos.
Der entscheidende Trick liegt diesmal nicht im modernen Gerät, sondern in der Antike selbst: Ein unterirdischer Abflusskanal, den bereits die Römer gebaut hatten, wird reaktiviert.
Ab 1928 wird der Nemisee Schritt für Schritt entwässert. Pumpen saugen das Wasser ab, der Pegel sinkt über Monate. 31 Millionen Kubikmeter Wasser müssen ablaufen und der Pegel um 22 Meter sinken, bevor der See die Schiffe freigeben würde.
1928: Ein Schiffsrumpf taucht aus dem Schlamm auf
Und dann geschieht das Unfassbare: Im März 1928 taucht der erste Schiffsrumpf aus dem Schlamm auf. Die Bilder gehen um die Welt. Adelige, Minister und Wissenschaftler reisen an und sind begeistert.
Nur die «Neue Zürcher Zeitung» will nicht so recht mitjubeln. Sie zweifelt daran, ob die wissenschaftliche Ausbeute den ungeheuren Kosten und den Erwartungen gerecht wird.
Und tatsächlich bleibt die Bergung gefährlich und lässt die Kosten explodieren: Der Boden rutscht, ein Sturm legt die Pumpen lahm – der See droht, sich wieder zu füllen. 1930 erscheint – in fast 14 Metern Tiefe – auch das zweite Schiff. Augenzeugen berichten, dass es für einen Moment wieder zu schwimmen schien: So hoch war der Wasserpegel bereits wieder gestiegen.
Nach Rückschlägen, Abbrüchen und politischen Debatten kann sich die Wissenschaft durchsetzen.
1932 sind beide Schiffe endgültig an Land.
Marmorböden vergoldete Platten und Bronzeverzierungen
Ihre Dimensionen sind überwältigend: Mit Längen von 73 und 71 Metern und Breiten von 24 und 20 Metern sind sie länger als eine Boeing 747 und doppelt so breit wie das deutsche Segelschulschiff, die Gorch Fock.
Arbeiter errichten Schutzdächer, legen die Rümpfe frei und ziehen sie auf Schienen langsam an Land. Jeder Balken wird nummeriert, jedes Bauteil dokumentiert. Die Bergung dauert nicht Tage – sie dauert Jahre.
Die Bergung der Nemi-Schiffe wird zur Sensation – selbst Zigarettenhersteller widmen dem Jahrhundertfund eigene Sammelkarten. Links auf dem Kärtchen eine von vielen dekorativen Bronze-Stützen, die im Wrack gefunden wurde.
Bild: imago stock&people
Besucher aus ganz Europa strömen zum Nemi-See, um die Reste der Schiffskörper zu bestaunen. Unter den Schaulustigen waren auch König Viktor Emanuel III. von Italien, zahlreiche Minister, Militärs und hohe Staatsvertreter aus dem In- und Ausland.
Bild: Wikipedia
Und natürlich die internationale High-Society: Hier im Bild Millicent Veronica Willison, die Frau von William Randolph Hearst. Hearst war ein einflussreicher US-amerikanischer Zeitungsverleger, Medienunternehmer und Politiker. Berühmt wurde er für den sogenannten «Yellow Journalism», also die sensationsgetriebene, oft stark zugespitzte Berichterstattung.
Bild: IMAGO/Bridgeman Images
Vermessungszeichnung des ersten Nemi-Schiffs während der Ausgrabung: Die detaillierte Aufnahme dokumentiert Rumpfstruktur, Aufbauten und verstreute Fundstücke – Grundlage für die wissenschaftliche Rekonstruktion des antiken Prunkschiffs.
Bild: L'Archeologo Subacqueo, Anno VI, n. 3 (18), Settembre-Dicembre 2000
Grundriss des zweiten, kleineren Nemi-Schiffs nach den Vermessungen von Guglielmo Gatti. Die Zeichnung zeigt die klare Linienführung des Rumpfes und die dichte Spantenstruktur, wie sie bei der Bergung dokumentiert wurde.
Bild: L'Archeologo Subacqueo, Anno VI, n. 3 (18), Settembre-Dicembre 2000
Die Bergung der Nemi-Schiffe wird zur Sensation – selbst Zigarettenhersteller widmen dem Jahrhundertfund eigene Sammelkarten. Links auf dem Kärtchen eine von vielen dekorativen Bronze-Stützen, die im Wrack gefunden wurde.
Bild: imago stock&people
Besucher aus ganz Europa strömen zum Nemi-See, um die Reste der Schiffskörper zu bestaunen. Unter den Schaulustigen waren auch König Viktor Emanuel III. von Italien, zahlreiche Minister, Militärs und hohe Staatsvertreter aus dem In- und Ausland.
Bild: Wikipedia
Und natürlich die internationale High-Society: Hier im Bild Millicent Veronica Willison, die Frau von William Randolph Hearst. Hearst war ein einflussreicher US-amerikanischer Zeitungsverleger, Medienunternehmer und Politiker. Berühmt wurde er für den sogenannten «Yellow Journalism», also die sensationsgetriebene, oft stark zugespitzte Berichterstattung.
Bild: IMAGO/Bridgeman Images
Vermessungszeichnung des ersten Nemi-Schiffs während der Ausgrabung: Die detaillierte Aufnahme dokumentiert Rumpfstruktur, Aufbauten und verstreute Fundstücke – Grundlage für die wissenschaftliche Rekonstruktion des antiken Prunkschiffs.
Bild: L'Archeologo Subacqueo, Anno VI, n. 3 (18), Settembre-Dicembre 2000
Grundriss des zweiten, kleineren Nemi-Schiffs nach den Vermessungen von Guglielmo Gatti. Die Zeichnung zeigt die klare Linienführung des Rumpfes und die dichte Spantenstruktur, wie sie bei der Bergung dokumentiert wurde.
Bild: L'Archeologo Subacqueo, Anno VI, n. 3 (18), Settembre-Dicembre 2000
Mit jedem freigelegten Detail wächst die Sensation: Marmor- und Mosaikböden, Säulenbasen, vergoldete Kupferplatten, kunstvolle Bronzeverzierungen.
Es gibt Badeanlagen mit Warm- und Kaltwasser, gespeist durch ein System aus Bleirohren. Besonders spektakulär sind drehbare Plattformen mit kugelgelagerten Mechanismen – Technik, die man den Ingenieuren der Antike lange nicht zugetraut hat.
Caligulas Name im Blei
Die Datierung lässt kaum Zweifel. Archäologen finden Ziegelstempel, Bauformen und Materialien, die eindeutig in die frühe Kaiserzeit gehören. Entscheidender noch: Mehrere Bleirohre tragen Inschriften mit dem Namen Caligulas.
«C. CAESARIS AVG GERMANIC»
Gestempelte Inschrift auf den Bleirohren
Mussolini lässt ein Museum errichten, die Funde werden konserviert und ausgestellt.
Hier könnte die Geschichte enden. Doch sie tut es nicht.
Während die Archäologen feiern, läuft ihnen – ohne dass sie es ahnen – die Zeit davon.
Der zweite Teil über die spektakulären Funde am Nemisee bei Rom erscheint am Sonntag, 15. März, blue News. Wenn du ihn bereits jetzt lesen willst, kannst du dies hier tun.