18.06.2016 - 11:02

So lenkt Sie das Handy weniger ab

von Marc Böhler, Nachhaltigkeitsblog
 

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Sie haben genug von Push-Benachrichtigungen und unaufmerksamen Gesprächspartnern zu Hause und im Büro? Mit diesen Tipps und Apps schützen Sie sich vor unnötiger Ablenkung und gönnen sich eine Auszeit.

Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass Sie beim Lesen dieses Artikels irgend eine Benachrichtigung auf Ihrem Smartphone erhalten - und somit wieder einen kurzen Moment abgelenkt waren. In unserer Bildgergalerie haben wir Ihnen Tipps zusammengestellt, wie Sie diese Ablenkung reduzieren können. Denn meist haben Sie es selber in der Hand, wie oft das Smartphone Ihre Aufmerksamkeit will.

1. Die richtige (Smartphone-)Einstellung

Manche Nutzer lassen die Einstellungen des Herstellers auf ihrem Smartphone unverändert, was zu einer richtigen Benachrichtungs-Lawine führen kann. So verwandeln Sie Ihr Smarpthone in ein diskretes Gerät:

  1. Deaktivieren Sie Benachrichtigungen (Push-Meldungen) Apps und weiteren Störquellen, die für Sie im Alltag nicht essentiell sind. Besonders Social-Media-Plattformen wie Facebook nutzen die Benachrichtigungsfunktion intensiv.
  2. Nutzen Sie die «Nicht Stören»-Funktion, so dass Sie nur noch für die wichtigsten Personen in Ihrem Umfeld erreichbar bleiben. Sie können sogar definieren, wie lange die Auszeit gilt. 
  3. Der Flugmodus ist die ultimative Funktion, um das Smartphone ruhig zu stellen. Damit wird jegliche Kommunikation gekappt, nur Kalendereinträge machen sich noch bemerkbar.

2. Apps für Offline-Aufmerksamkeit

Auch Apps können Sie im verantwortungsvollen Umgang mit Ihrem Handy unterstützen. Sie wollen Ihre Handynutzung genauer kennen lernen? Die App Offtime für iOS und Android zeigt, wann und wie viel Aufmerksamkeit und Zeit Sie Ihrem schlauen Gerät schenken. Die App Quality Time für ermöglicht ebenfalls, den eigenen Umgang mit Android-Smartphones und -Tablets zu analysieren. Im Vergleich zu Offtime bietet diese ältere App jedoch weniger Möglichkeiten.

Für Familien, die sich im Apple-Universum bewegen, ist die App Moment ein Versuch wert. Damit kann man auf Knopfdruck Aufmerksamkeit in der Offline-Welt «erzwingen», indem Familiengeräte für Medienpausen blockiert werden. Diese technische Lösung für Aufmerksamkeit hat ihren Preis: Der Service kostet 44 Franken pro Jahr oder 15 Franken pro Quartal.

Für «Android-Familien» oder für solche, die Smartphones der Apfel- und der Droiden-Welt gemischt nutzen, ist Screen Time eine umfassende Lösung. Der kostenpflichtige Dienst für rund 40 Dollar im Jahr bietet etliche Möglichkeiten, um die Nutzung der Geräte aus der Ferne zu überprüfen und zu beeinflussen.

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3. Öffnungszeiten für die Kommunikation

Die E-Mail-Kommunikation kann gerade in der Arbeitswelt zum grossen Zeitfresser werden. Man könnte wohl den ganzen Tag in der Inbox verbringen. Legen Sie deshalb bestimmte Zeiten fest, zu welchen Sie die Kommunikationsarbeit erledigen, zum Beispiel von 9 bis 10 Uhr und von 16 bis 17 Uhr. Während der übrigen Zeit bleibt das Mail-Programm geschlossen. Machen Sie einen Hinweis zu Ihren E-Mail-Öffnungszeiten in der Signatur oder weisen Sie via automatischer Antwort darauf hin.

4. Blaulicht wegfiltern für psychochemische Achtsamkeit

Die Nutzung von Tablet und Handy am Abend kann den Schlaf rauben. Schaut man auf einen Bildschirm, setzt man sich blauem Licht aus. Das kann aus sogenannten psycho-chemischen Gründen die Schlafqualität beeinträchtigen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Nutzen Sie daher Apps (Android) oder Einstellungen (Night-Shift-Modus in iOS), die ab Sonnenuntergang das blaue Licht auf dem Bildschirm wegfiltern.

5. Aufmerksamkeit beginnt im Kopf

Das waren nun eine Reihe von technischen Lösung für das Problem der Unachtsamkeit. Aufmerksamkeit beginnt jedoch im Kopf. Diese Achtsamkeit kann man trainieren. Eltern haben heute die Aufgabe, als Trainer diese Achtsamkeit in Form von Selbstregulierung und Eigenverantwortung zu fördern. Führen Sie Gespräche über den Medienkonsum und begleiten Sie Ihre Kinder bei der Mediennutzung. Die persönliche Begleitung und Gespräche von Angesicht zu Angesicht sind laut Experten im Bereich Medienerziehung klar wichtiger als «unpersönliche» technische Massnahmen auf Distanz.

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Marc Böhler leitet Swisscom Medienkurse für Eltern, Lehrpersonen und für Schülerinnen und Schüler. Als Internet-Soziologe der ersten Stunde, nach langjähriger Tätigkeit als Online-Redaktor bei der Neuen Zürcher Zeitung sowie nach Engagements als Projektleiter bei Schweizer Radio und Fernsehen und als Web-Redaktor bei economiesuisse verfügt er über einen weiten Horizont zu Nachhaltigkeitsfragen im Umgang mit Neuen Medien.
Bild: Swisscom

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