11.11.2016 - 10:07

Handy und Computer: So schützen Sie Ihre Privatsphäre

von Sascha Bianchi, Nachhaltigkeitsblog
 

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Wer kann alles meine Whatsapp-Chats mitlesen? Kann wirklich nur ich meine Fotos im Cloud-Speicher sehen? Schutz vor fremden Zugriffen auf unsere Daten betrifft jede und jeden von uns.

Die Internet-Riesen aus den USA sammeln bereits seit Jahren unsere digitalen Daten. Der Souverän hat zudem mit der Annahme des neuen Nachrichtendienstgesetzes dem hiesigen Geheimdienst die rechtliche Grundlage verliehen, die private Kommunikation von in der Schweiz lebenden Personen verstärkt zu überwachen. Wie können wir uns als Nutzer internetfähiger Geräte vor der zunehmenden Überwachung schützen?

Wir bewegen uns mittlerweile blind in der digitalen Welt. Dabei hinterlassen wir gewollt oder ungewollt einen grossen digitalen Fussabdruck. Unternehmen wie Google, Apple, Facebook und Co. sammeln dabei fleissig Daten über Standorte, Browserverläufe, Gesprächsverläufe in Messenger-Diensten und Profildaten. Das ist grundsätzlich nichts Neues. Nutzern ist im Grundsatz bewusst, dass sie für den Service mit den eingegeben persönlichen Daten bezahlen, so Michael In Albon, Medienexperte Swisscom.

Der Staat kann mithören

Mit der Annahme des neuen Nachrichtendienstgesetzes wurde nun auch die Kompetenz des inländischen Geheimdienstes (NDB) erweitert. Der NDB darf zum Beispiel die Internetverbindung von Personen überwachen, den gesamten Internetverkehr mit bestimmten Suchbegriffen durchsuchen und rückwirkend das Telefon- und Internet-Verbindungsarchiv von Personen einsehen. Zudem kann der NDB bei Bedarf auch auf Daten zugreifen, die von anderen Ämtern gesammelt werden. Die Gegner des Gesetzes unter Führung des Chaos Computer Clubs der Schweiz drückten ihre Bedenken der Massenüberwachung per Video aus:  

So schützen Sie die Überwachung Ihrer Kommunikation und Daten

Mobile Geräte wie Handys sind regelrechte Datensammler. Wie kann verhindert werden, dass die gesammelten Daten überwacht und an Dritte verschickt werden? Wir klären auf:

  • Daten in Bewegung (bspw. Sprach- und Textnachrichten, die verschickt werden): Hier hilft eigentlich nur eine End-to-End Verschlüsselung. Das bedeutet eine Verschlüsselung vom Ursprungsgerät durchgehend bis zum Zielgerät. Bei den Messaging-Diensten bieten Whatsapp, Threema oder Signal eine solche End-to-End Verschlüsselung an. SMS und Telefongespräche bieten keinen ausreichenden Schutz vor Überwachung.
  • Ruhende Daten (z.B. abgespeicherte Inhalte in einer Cloud): Auch hier schützt nur eine Verschlüsselung die eigene Privatsphäre. Voraussetzung ist, dass man die alleinige Kontrolle über den Schlüssel hat. Dienste wie Tresorit bieten diesen Dienst an.
  • Daten zum Standort (wie Positionsbestimmung via Mobilfunk): Mit speziellen Geräten, sogenannten IMSI-Catchern, kann die Position eines Mobilfunk-Teilnehmers relativ genau bestimmt werden. Schützen dagegen kann man sich nur, indem die Mobilfunkverbindung ausgeschaltet wird (Gerät ausschalten oder in den Flugmodus versetzten).

Daten richtig verstecken und sicher löschen

Sie haben Dokumente, Bilder oder Mails, die nur für Ihre Augen bestimmt sind? Mit diesen Tipps schützen Sie Ihre Daten auf dem Computer oder Smartphone vor allzu neugierigen Blicken. Wenn sich die Lebensdauer Ihres Handys dem Ende neigt, gilt es, eine gründliche Datenreinigung vorzunehmen. Aber wie? Der Kassensturz zeigt auf, wie man bei iPhones, Android und Windows Daten unwiderruflich löscht.  

Eigenverantwortung der Konsumenten

Deutsche Verbraucherschützer sind sich einig, dass bei internetfähigen technischen Geräten der Datenschutz bei der Herstellung von Anfang an mitberücksichtigt werden muss. Doch auch jeder Einzelne sollte in punkto Datenschutz Eigenverantwortung übernehmen und sich genau überlegen, welche Daten er oder sie wo angibt. Mit wenigen Tipps lassen sich Datenklau durch Unbefugte verhindern. So empfiehlt es sich, immer die neusten Updates auszuführen. Auch sollten Sie keine Apps aus unbekannten Quellen herunterladen. Zudem sollten Sie niemals Passwörter preisgeben oder im Klartext auf dem Handy speichern. Das Wichtigste ist aber, sich bewusst mit der Technik zu befassen und die eigenen Gewohnheiten und Nutzungsverhalten kritisch zu hinterfragen.

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Sascha Bianchi verantwortet den Nachhaltigkeitsblog und Partnerschaften mit myclimate, Filme für die Erde und der Umwelt Arena. Er schreibt regelmässig über Nachhaltigkeitstrends und Aktivitäten der Swisscom Partner.
Bild: Swisscom

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