08.11.2016 - 16:21

Umweltfreundliche Ferien: Wie? Und wo?

von Sascha Bianchi, Nachhaltigkeitsblog
 

0 Bewertungen


Ist es überhaupt möglich, nachhaltig in die Ferien zu reisen? Bluewin hat aktuelle Zahlen und Trends zusammengetragen.

Hatten Sie schöne Ferien? Bestimmt, aber Mobilität ist nun einmal eine emissionsreiche Angelegenheit. In unserer Bildergalerie haben wir uns des Themas angenommen, damit Sie beim nächsten Mal Ferien buchen eine gute Entscheidungsgrundlage haben.

Bild zum Artikel

Grüne Ferien: Wer bewusster reist, nimmt Rücksicht auf Natur und fremde Kulturen.
Bild: Keystone

Mit dem Schiff?

Eine Kreuzfahrt sollte aus Sicht der Umwelt nicht Ihre erste Wahl sein. Der Naturschutzbund Deutschland hat nämlich die in Europa verkehrenden Passagierschiffe auf ihre Abgasemissionen überprüft, wie Bild.de berichtet. Untersucht wurden die ausschlaggebenden Faktoren für die Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Schiffsabgase, also die Installation von Systemen zur Abgasreinigung, der verwendete Kraftstoff sowie die Nutzung von Landstrom während der Liegezeit im Hafen.

Fazit: Sämtliche Schiffe verfeuern weiterhin Schweröl. 80 Prozent der in Europa fahrenden Schiffe verfügt über gar keine Abgasreinigung oder kommt allenfalls dem gesetzlichen Mindeststandard nach, der zumindest für Nordeuropa einen Abgaswäscher zur Reduktion der Schwefelemissionen vorschreibt.

Oder doch fliegen?

Ist dem gegenüber das Flugzeug etwa doch besser als sein Ruf? Keineswegs, ein einziger Flug in die Ferien kann so viel CO2 verursachen wie ein Jahr lang Auto fahren. Und als ob das nicht genug wäre, kommt bei der Fliegerei noch eine unangenehme Auswirkung hinzu: Strahlung.

Die Menge, die man davon bei Aufnahme eines Röntgenbildes abbekommt, ist vergleichbar mit derjenigen während eines Langstreckenflugs. Das bestätigt Medizinphysiker Philipp Trueb vom Bundesamt für Gesundheit gegenüber der NZZ am Sonntag. Er rät darum bezüglich Fliegen das gleiche wie beim Röntgen: nur so oft wie nötig.

Der Kluge reist im Zuge

Bleibt also für Fernreisen der Zug. Jedoch ist sein Radius beschränkt, für die Seychellen funktioniert diese Methode natürlich nicht. Aber mit einer Tagesreise auf der Schiene ist immerhin manche europäische Destination erreichbar.

Und mit Nachtzügen reist es sich schlafend zudem ohne gefühlten Zeitverlust. Umso ärgerlicher darum, dass sich in Kürze dieses Angebot massiv verschlechtern wird.

Auch die Unterkunft sollt nachhaltig sein

Fakt ist: Ferien in der Nähe sind hip und erst noch umweltfreundlicher. Das sagt auch WWF Schweiz und gibt überdies Empfehlungen ab, worauf Sie bei der Wahl Ihres Reiseziels achten sollten. Bei Hotels beispielsweise loht es sich, auf das Steinbocklabel oder die EU-Blume zu achten. Damit werden umweltfreundlich geführte Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen ausgezeichnet.

Hinzu kommen die World Travel Awards, die auch in zwei grünen Kategorien Preise vergeben: So ist 2016 das Leitlhof Dolomiten in Italien Europe's Leading Green Hotel und das österreichische Gradonna Mountain Resort Châlets & Hotel im östlichen Tirol Europe's Leading Green Resort.

Umweltfreundliche Hotels in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es besuchenswerte Gaststätten. Der Andere Hotelführer listet über 60 umweltfreundliche Hotels in der Schweiz und Liechtenstein auf, gegliedert nach Regionen. Als Bio-Hotels zertifiziert sind überdies zwei Westschweizer Betriebe: Das Eco-Hôtel L'Aubier in Neuenburg und das Walliser Biohotel Balance.

Sind Sie Wintersportler? Dann dürfte Sie der weltweit erste solarbetriebene Skilift im bündnerischen Safiental interessieren. Die 450 Meter lange Anlage transportiert einerseits Schneesportler und produziert dabei gleichzeitig Solarstrom. Für familientaugliche Tagesausflüge eignet sich zu jeder Jahreszeit die Umwelt Arena in Spreitenbach.

Das sind die schönsten Bahnstrecken der Welt

  • Längste  Bahnstrecke der Welt: Yiwu,China - Madrid, Spanien
  • Längste  Bahnstrecke der Welt: Yiwu,China - Madrid, Spanien
  • Transsibirische Eisenbahn
  • West Highland Line, Schottland

Nachhaltiger Kleinstaat: Monaco

Ans Meer ist es von der Schweiz aus nicht weit. Aber warum immer Frankreich oder Italien? Zwar hat Monaco keinen Tourismuspreis gewonnen, aber der Kleinstaat gibt Vollgas als nachhaltiges Reiseziel. So stehen Feriengästen wie Einheimischen 15 elektrische Renault Twizy zur Miete bereit.

Der Vorteil: Im ganzen Fürstentum ist Parkieren für Elektrofahrzeuge kostenlos. Hinzu kommen drei Hotels, das Kongresszentrum sowie der Park Princesse Antoinette, welche alle nach umweltfreundlichen Standards betrieben beziehungsweise gepflegt werden.

Über den Nachhaltigkeitsblog

Hier erhalten Sie von Swisscom-Mitarbeitenden und Experten aktuelle Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil und für einen kompetenten Umgang mit neuen Medien. Wir porträtieren Unternehmen und Technologien, die innovative Lösungen bieten für die gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter und bleiben Sie informiert. Das Bluewin-Portal ist eine Unternehmenseinheit der Swisscom (Schweiz) AG.

Bild zum Artikel

Sascha Bianchi verantwortet den Nachhaltigkeitsblog und Partnerschaften mit myclimate, Filme für die Erde und der Umwelt Arena. Er schreibt regelmässig über Nachhaltigkeitstrends und Aktivitäten der Swisscom Partner.
Bild: Swisscom

Weitere Artikel

Anzeige
Bitte aktivieren Sie Javascript für die beste Browserfunktionalität