13.12.2016 - 16:52

Vernetzte Geräte: Digitalisierung als Energiefresser?

FRANKE COFFEE SYSTEMS

Immer mehr technische Geräte sind selbstständig online und damit Teil des Internets der Dinge.
Bild: Keystone/Franke Coffee Systems

von Res Witschi, Nachhaltigkeitsblog
 

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Das Internet der Dinge verbindet längst Millionen von Geräten untereinander und mit Menschen, in Zukunft dürften es Milliarden sein. Technologiekonzerne versprechen dabei grosse Effizienzgewinne im Stromverbrauch. Doch kompensiert der Eigenverbrauch Milliarden vernetzter Geräte die prognostizierten Energieeinsparungen?

In Lenzburg übermitteln smarte Parkplätze dem zentralen Parkleitsystem, ob sie noch frei sind oder nicht. Dadurch werden Suchfahrten mit dem Auto drastisch reduziert. Das System «tiko» vernetzt tausende Heizungen zum grössten Smart Grid der Schweiz und hilft so mit, Schwankungen im Schweizer Stromnetz auszugleichen. Vernetzte Abfallcontainer sorgen in Zürich für die Optimierung der Sammellogistik. Das Internet der Dinge schafft eine Fülle von Möglichkeiten, um Gegenstände, Maschinen und Gebäude zu vernetzten. Viele davon erlauben uns, effizienter und geschickter mit begrenzten Ressourcen umzugehen.  

Smarte Anwendungen verbrauchen 46 TWh

Die Anzahl Sensoren in IoT-Geräten sollen sich gemäss Marktvorhersagen von heute 700 Millionen bis 2025 auf 5,6 Milliarden vervielfachen. Auch wenn ein Teil der Anwendungen zu mehr Energieeffizienz beitragen, bedeuten die zahlreichen Sensoren und Aktoren auch einen Anstieg des Stromverbrauchs. Eine Studie der Hochschule Luzern zeigt, dass der Stromverbrauch dieser Geräte weltweit total rund 46 Terawattstunden (Milliarden Kilowattstunden) pro Jahr betragen wird. Zum Vergleich: der Stromverbrauch der Schweiz beträgt heute rund 70 Terawattstunden jährlich. 

Für jede Anwendung die passende Technologie

Umso wichtiger ist es deshalb, für einzelne Anwendungen im Internet der Dinge die jeweils beste verfügbare Technologie zu wählen. Das bedeutet, die Technologie zu wählen, die bezogen auf ihren Anwendungszweck die Kommunikationsbedürfnisse erfüllt und hinsichtlich Energieverbrauch möglichst effizient ist. Pro Anwendung haben die Luzerner Forscher in ihrer Studie aufgezeigt, welche Technologien empfehlenswert und welche aus Sicht der Energieeffizienz ungeeignet sind.

Technologieeinsatz hinterfragen

Offen bleibt die Frage, in welchen Bereichen Anwendungen des Internet der Dinge sinnvoll sind. Viele Anwendungen sehen heute spannend aus, bringen aber bei näherem Hinsehen wenig Nutzen. Sinnvoll sind bestimmt Anwendungen, die dazu führen, Tätigkeiten und Prozesse deutlich effizienter und einfacher zu machen und uns dabei helfen, mehr Energie einsparen, als sie selber verbrauchen.

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