22.02.2017 - 08:00

So umweltschonend ist die Cloud

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Computerdaten brauchen Speicherplatz. Ob diese lokal oder in einer Cloud liegen sollen, ist immer auch eine Frage der Energieeffizienz.
Bild: Photocase/detlott

Von Andreas Kindler, Nachhaltigkeitsblog
 

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Cloud-Computing-Dienste sind bis zu 90 Prozent klimafreundlicher als der Betrieb von eigenen Servern. Diese Art der Datenspeicherung bringt aber noch weitere Vorteile, die im geschäftlichen Bereich sehr genau kalkuliert werden können.

Wir nutzen täglich völlig selbstverständlich Speichermedien. Server, Harddisks, Memory-Sticks, teilweise noch DVDs und Clouds. Selten bis nie machen wir uns Gedanken dazu, welchen ökologischen Fussabdruck die Nutzung dieser Medien eigentlich hinterlässt.

Klar energieeffizienter bei geschäftlichem Gebrauch ...

Die Beratungsfirma Accenture hat im Auftrag der Global e-Sustainability Initiative (GeSI) und Microsoft eine Studie zu Cloud Computing erstellt. Diese vergleicht die Klimabilanz von Standard-Softwarediensten wie E-Mail, Sharepoint und der Kundenbetreuungs-Applikation Microsoft Dynamics. Das Ergebnis ist eindeutig: Cloud Computing ist immer energieeffizienter als der Betrieb von eigenen Servern innerhalb des Büros.

...und umweltfreundlicher

Cloud Computing ist nicht nur energieeffizienter, sondern zwischen 20 und 90 Prozent klimafreundlicher, je nach Grösse eines Unternehmens. Dies ist mitunter darauf zurückzuführen, dass Rechenzentren und Netze, wie beispielsweise bei Swisscom, mit Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Energie versorgt werden.

Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Faktor ist, dass Cloud Computing eine mobile Arbeitsweise begünstigt und somit weltweit Millionen von Reisekilometern einspart.

Energiebilanz der privat genutzten Cloud

Die Energiebilanz einer privat genutzten Cloud ist im Vergleich zur geschäftlichen sehr schwierig zu ermitteln. Nehmen wir das Beispiel von Swisscom TV in einem privaten Haushalt. Die Swisscom TV-Box 2.0 speichert Aufnahmen direkt in der Cloud und kommt deshalb ohne Festplatte und Lüfter aus. Dadurch verbraucht sie 40 Prozent weniger Strom als bisherige TV-Boxes. Ende 2015 nutzten bereits 810’000 Kundinnen und Kunden die Swisscom TV-Box 2.0. So können jährlich rund 20 Gigawattstunden Strom in der Schweiz eingespart werden.

Nimmt man hingegen die private Nutzung eines Smartphones als Referenz, sieht die Rechnung wieder anders aus. Ausgehend davon aus, dass die Mehrheit der Daten gestreamt wird, zum Beispiel «schwere» Videos aus YouTube, müssten wir konsequenterweise den anteilsmässigen Strombedarf für das Telefonnetz miteinrechnen. Ob die private Nutzung einer Cloud gegenüber einem lokalen Speichermedium energietechnisch nachhaltiger ist, lässt sich deshalb nicht mit absoluter Sicherheit feststellen.

Viele Faktoren sprechen für Cloud Computing

Für die private wie die geschäftliche Nutzung kommen für den sinnvollen Einsatz der Cloud nebst Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit noch andere Faktoren hinzu. Verfügbarkeit, Sicherheit, neuste Technik und gemietete Hardware statt erhebliche Investitionen in eigene Infrastrukturen, sind weitere Vorteile, die Cloud Computing bietet.

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Andreas Kindler ist Experte für Energie- und Umweltmanagement im Corporate-Responsibility-Team von Swisscom.
Bild: Swisscom

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