11.07.2017 - 10:06

JAMES-Studie: «Likes» im echten Leben machen glücklicher

Social Media

Neueste Erkenntnisse aus der Sozialforschung: Echtes Glück wartet Offline. Forscher der ZHAW raten Jugendlichen deshalb zu mehr Aktivitäten wie Musizieren, Malen oder Zeitschriften lesen. Auch Freunde auf einen Drink zu treffen, statt mit ihnen zu chatten, soll das soziale Wohlbefinden verbessern.
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von Meret Meier, Nachhaltigkeitsblog
 

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Wie tickt die Schweizer Jugend, wenn sie das Handy in der Hand hat? Eine repräsentative Befragung ergibt, dass Smartphones und Co. durchaus süchtig machen können. Die Studie zeigt, wie sich Teenager davor schützen können. Problematisches Online-Verhalten ist kein Jugend-Phänomen, für Erwachsene gilt: Mitlesen erlaubt.

Wie steht es um das Mediennutzungsverhalten von Schweizer Jugendlichen? Die JAMES-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) geht dieser Frage in Zusammenarbeit mit Swisscom seit 2010 alle zwei Jahre auf den Grund. In den Jahren dazwischen publiziert die Hochschule JAMESfocus-Berichte, in denen gewisse Aspekte vertieft ausgewertet werden. Jetzt liegt der neuste Bericht vor mit Details über das Online-Verhalten von Teenagern – die Resultate sind spannend.

«Likes» als Ersatz für fehlende Belohnung im echten Leben

Das Forschungsteam Medienpsychologie der ZHAW kommt nach einer repräsentativen Befragung von über 1000 12- bis 19-Jährigen zum Schluss, dass «Likes» auf Social Media oder erreichte Spielpunkte in Games für junge Menschen besonders anziehend wirken, wenn es in anderen bewerteten Lebensbereichen nicht so gut funktioniert, beispielsweise bei schlechten Schulnoten. Die Wissenschaftler raten deshalb zur Förderung von Offline-Aktivitäten, bei denen sich Jugendliche als kompetent erleben, Anerkennung erhalten und Erfolge erleben. Dazu gehören Musizieren, Gestalten, Malen, die Betreuung von Haustieren oder Zeitschriften lesen.

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Mobbing als doppelte Falle

Eine weitere Erkenntnis aus der Befragung: Jugendliche, welche bereits negative Online-Erlebnisse hatten, ziehen sich nicht aus dem Internet zurück. Es besteht im Gegenteil die Gefahr, dass sie in eine Kontrollspirale geraten und zwanghaft überprüfen, ob vielleicht wieder etwas Negatives über sie verbreitet wurde.

Es stimmt: Smartphones können süchtig machen

Smartphones haben ein erklärtes Ziel: Sie wollen unsere ganze Aufmerksamkeit und am liebsten immer. Jeder Blick auf den Bildschirm lockt mit neuen Benachrichtigungen und unzähligen Funktionen. Da geht es Erwachsenen und Jugendlichen genau gleich. Die Studie zeigt: Wer sein Smartphone nicht für jede alltägliche Handlung (wie Uhrzeit konsultieren, Wecker stellen oder sich per GPS orientieren) hervorholt, bleibt weniger hängen. Beim Schlafengehen noch rasch die Uhrzeit checken ist gefährlich und kann gerade beim Nachwuchs zu erheblichem Schlafmangel führen. Die Studie bestätigt zudem, dass die Suchtgefahr steigt, je mehr internetfähige Geräte verfügbar sind. Die Forscher empfehlen, dass Eltern beim Kauf von neuen Smartphones, Tablets usw. für den Familiengebrauch von Beginn an Regeln für den Umgang aufstellen.

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Meret Meier ist im Corporate Responsibility Team von Swisscom Expertin für soziale Verantwortung, Jugendmedienschutz und Kommunikation.
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