06.12.2017 - 11:44

Jugendliche wollen immer neue Handys – und horten die alten

von Marius Schlegel, Nachhaltigkeitsblog
 

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Im Durchschnitt haben Jugendliche in der Schweiz 1.3 Handys zu Hause, weil ein neues Gerät gekauft wird und das alte danach in der Schublade verschwindet.

Diese Zahl muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen: 99 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in der Schweiz besitzen ein Smartphone – also eigentlich alle. Wenn man es genau nimmt, besitzen sie aber sogar mehr als eines; im Schnitt ersetzen Jugendliche ihr Handy alle zwei Jahre, jüngere sogar noch öfter als ältere. Doch was passiert mit dem Gerät, das jetzt aufgrund eines Neukaufs nicht mehr gebraucht wird?

Schätzungsweise eine halbe Million Handys liegen bei Deutschschweizer Jugendlichen zuhause ungenutzt in einer Schublade. Dies zeigt der aktuelle JAMESfocus-Bericht der Fachgruppe Medienpsychologie der ZHAW und Swisscom, der sich mit dem Nachhaltigkeitsbewusstsein von Jugendlichen im Umgang mit Handys auseinandersetzt.

Jugendliche wissen zu wenig über Nachhaltigkeit

Für den Entscheid für ein neues Smartphone ist vor allem der Wunsch nach einem neueren oder besseren Modell ausschlaggebend. Und diesem Wunsch werden am kommenden Weihnachtsfest bestimmt wieder viele Eltern nachkommen. Nicht zu vergessen sind die Fälle, in denen ein neues Gerät gekauft wird, weil das alte kaputt gegangen ist und sich nicht mehr oder nur für viel Geld reparieren lässt.

Unabhängig vom Kauf neuer Handys muss Schweizer Jugendlichen (und den Erwachsenen im Übrigen auch) bewusst werden, dass es nicht nur für Glas oder Papier Recycling-Kreisläufe gibt, sondern auch für Mobiltelefone. «Viele Jugendliche wissen über das Thema Handy und Nachhaltigkeit noch wenig Bescheid», sagt Michael In Albon, Jugendmedienschutz-Beauftragter bei Swisscom. «Sie kaufen lieber ein neues Gerät, anstatt das alte Modell zu reparieren, und achten dabei kaum auf nachhaltige Eigenschaften wie eine lange Lebensdauer des Akkus.» Auch die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung sind für die meisten beim Handykauf nicht relevant. Rund ein Viertel der Jugendlichen verschenkt ihr altes Handy jedoch weiter. Dadurch verlängern sie immerhin das Handyleben – eine nachhaltige Handlung.

Raus aus der Schublade: Alte Handys haben einen Wert

Wenn das neue Handy in ein paar Wochen unter dem Christbaum liegt – ist das alte nun gar nichts mehr wert? Im Durchschnitt hortet jeder Jugendliche 1.3 alte Geräte bei sich zuhause. Wohin damit? Zurück damit: Seit fünf Jahren bietet Swisscom mit Mobile Aid die Möglichkeit, gebrauchte oder defekte Handys zurückzugeben. Noch funktionsfähige Geräte werden aufbereitet und in einen neuen Lebenszyklus eingespeist (natürlich erst nachdem sämtliche persönlichen Daten gelöscht worden sind). Den kaputten Mobiltelefonen werden die wertvollen Metalle entnommen, anschliessend werden sie fachgerecht rezykliert.

Am 6. und 7. Dezember heisst's alte Handys aus den Schubladen und für einen guten Zweck spenden: An den nationalen Mobile Aid Sammeltagen sammeln Samichläuse in den Bahnhöfen von Basel, Bellinzona, Bern, Genf, Lausanne, Luzern, St. Gallen und Zürich ungenutzte Handys ein. Der gesamte Erlös wird an SOS-Kinderdorf gespendet.

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Marius Schlegel ist Experte für klimafreundliche Services, Mobile Aid sowie Energie- und Klimapolitik im Corporate-Responsibility-Team von Swisscom.
Bild: Swisscom

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