20.12.2017 - 10:33

Winterferien in den Bergen, aber nachhaltig

von Meret Meier, Nachhaltigkeitsblog
 

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Umweltverträgliche Winterferien sind nicht selbstverständlich, aber möglich. Das Bewusstsein und die Nachfrage steigen – und mit ihnen das Angebot. Wir haben die Beispiele.

Wenn ökologische Nachhaltigkeit für Sie im Alltag ein Thema ist, dann sollten Sie sich gerade für die Winterferien gut informieren. Dass Wintertourismus die Umwelt vor Probleme stellt, ist kein Geheimnis.

Berge, die im Sommer ungenutzt bleiben, werden im Winter planiert, beschneit und befahren. Blechlawinen stehen stundenlang im Stau, Schneekanonen fressen Unmengen an Strom und grosse Teile der Berglandschaft werden kontinuierlich verbaut, um Wanderer und Skifahrer glücklich zu machen.

In unserer Bildergalerie stellen wir Ihnen Schweizer Skigebiete vor, die in Sachen Umweltschutz Vorbilder sind.

Der Kunde bestimmt mit

Als Kunde ist es gar nicht so schwierig, die nachhaltigen Angebote von den anderen zu unterscheiden. Wintersportorte, die ständig expandieren und mit 250 Pistenkilometern werben, sind kaum ökologisch nachhaltig unterwegs. Was bringen einem hunderte Kilometer Piste, wenn man an einem Tag vielleicht 20 Kilometer befahren hat?

Wie in vielen anderen Bereichen, steuert auch beim Wintersport die Nachfrage das Angebot. Der Kunde verlangt, der Anbieter passt sich allmählich an. Viele Wintersportfans erkundigen sich bereits detailliert über Anreisemöglichkeiten und Nachhaltigkeitsbestrebungen von Hotels.

Der Druck auf uneinsichtige Anbieter steigt stetig. Gebiete, die sich sowieso um Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz bemühen, schreiben sich die Begriffe gross auf die Fahne. Sie weisen ihr Engagement selbstverständlich aus und tun sich zusammen in Gemeinschaften und Verbänden.

Labels bringen Übersicht

Regionen wie Disentis, Arosa oder Interlaken fördern sanfte Winterferien. Oftmals sind es auch Orte, die nicht unbedingt für Wintersport bekannt sind, die diese Art von Tourismus anbieten.

Um zu erkennen, ob ein Wintersportort autofrei ist oder ob ein Hotel umweltfreundlich ist, gibt es Labels, auf die man achten kann:

- Im Kanton Graubünden beispielsweise sind umweltfreundliche Unterkünfte mit dem Steinbock-Label gekennzeichnet.

- Das Label GaST kennzeichnet die Mitglieder der «Gemeinschaft autofreier Schweizer Tourismusorte».

- Die Alpine Pearls bündeln 25 umweltfreundliche Urlaubsorte im ganzen Alpengebiet.

- Das EU Ecolabel zeichnet europaweit anerkannte ökologisch denkende und handelnde Betriebe aus der Hotellerie und Parahotellerie aus. 

Anreise ohne PKW

Den grössten Posten in Sachen Umweltbelastung machen nicht etwas die umstrittenen Schneekanonen oder die Skilifte aus. Der hauptsächliche Umweltsünder ist das Privatauto. Wer 100 Kilometer zum Ferienziel mit dem Auto zurücklegt, produziert rund 15 Kilogramm CO2.

Die gleiche Strecke mit dem Zug bringt im Vergleich nur etwa 4 Kilogramm CO2 mit sich. Würden die gut 15 Millionen Wintertouristen alle mit dem Zug, statt mit dem Auto anreisen, kann man sich ausrechnen, was das für die Umwelt bedeuten würde. 

Skigebiete sind gefordert

Nebst Bio-Hotels und autofreien Dörfern können die Skilift-, Bahn- und Pistenbetreiber viel für eine ökologische Bewirtschaftung tun. So seien hier als Beispiele der Skilift Tenna im Bündnerland genannt, der zu 100 Prozent mit eigenem Solarstrom angetrieben wird.

Oder die Schneekanonen der Firma Bächler aus Emmenbrücke, deren Schneeherstellung einen Viertel der Energie herkömmlicher Schneekanonen benötigt. Die neueste Erfindung der Firma braucht sogar gar keinen Strom mehr.

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Meret Meier ist im Corporate Responsibility Team von Swisscom Expertin für soziale Verantwortung, Jugendmedienschutz und Kommunikation.
Bild: Swisscom

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