Ein zweites Leben für mein Handy

5.10.2018 - 17:34, Ines Schumacher, Nachhaltigkeitsblog

Am 27. Oktober findet zum dritten Mal der Schweizer Reparaturtag statt. Dann öffnen schweizweit diverse Repair Cafés, in denen man kleine und grosse Defekte selber reparieren oder sich von einem Experten helfen lassen kann.
Bild: Getty Images
Zuerst muss der genaue Defekt eines Geräts erkannt werden ...
Bild: Michael Beckmann
... danach wird geschraubt, gelötet und geflickt.
Bild: Michael Beckmann
Speziell für kaputte Smartphones betreibt Swisscom neun Repair Center mit zertifizierten Technikern, Originalteilen und Herstellergarantie. Flicken statt Wegwerfen – das spart nicht nur Geld, sondern tut auch der Umwelt gut.
Bild: Mike Flam
Mit dem Programm Mobile Aid von Swisscom lässt sich jedes alte Handy in eine Spende für Kinder in Not verwandeln.
Bild: Joris Lugtigheid
In der Berner Turnhalle ist das Repair Café ein beliebtes Ereignis.
Bild: Michael Beckmann
Selbst elektronischen Schreibmaschinen wird ein zweites Leben eingehaucht.
Bild: Michael Beckmann
Auch in Luzern gibt es ein regelmässiges Repair Café. Am Check-in meldet man sich mit seinem Problem ...
Bild: Neubad
... danach wird das zu reparierende Objekt von einer Fachperson analysiert und nach Möglichkeit wieder auf Vordermann gebracht.
Bild: Neubad
Kinder sind dabei willkommen: Keiner zu klein, ein Reparateur zu sein.
Bild: Michael Beckmann

Reparieren statt wegwerfen, spenden statt im «Schublädli» lassen: Mit nicht mehr genutzten Handys lässt sich vieles tun – vor allem Gutes.

Lange Zeit hat es mir treue Dienste geleistet, mich überall hinbegleitet, Erinnerungen festgehalten und mich auf den neusten Stand gebracht. Jetzt hat es einen Sprung, oben rechts. Ziemlich gross, man kann bis ins Innere schauen. Mein geliebtes Smartphone, der Naturgewalt meiner Söhne hat es nicht mehr standhalten können. Ein Neues muss her.

Wirklich? Es graut mir vor dem Aufwand, alles zu sichern, wieder neu zu installieren, vielleicht etwas zu verlieren im Daten-Nirvana.

Reparieren ist in

Es ist hinlänglich bekannt, dass wir viel zu viel wegwerfen, Kaputtes zu schnell durch Neues ersetzen, anstatt es zu flicken. Meine Fähigkeiten reichen allerdings gerade so zum Stopfen von Löchern in Socken und an Kniepartien. Bei allen anderen Sachen gehe ich zu Fachleuten.

Speziell für kaputte Smartphones betreibt Swisscom neun Repair Center mit zertifizierten Technikern, Originalteilen und Herstellergarantie. Das klingt gut. Mit klopfendem Herzen bringe ich mein Gerät in den Shop am Berner Bubenbergplatz. Kritisch beäugt der Techniker die defekte Stelle. Er seufzt tief. Da sei nichts mehr zu machen, meint er. Trotz Schutzhülle ist der Schranz so tief, dass es nur mit einem neuen Rahmen nicht getan wäre. Es ist also unausweichlich, unsere Trennung steht bevor. Aber was mache ich jetzt mit meinem alten Gerät? In den Müll? Sicher nicht.

Neue Wege fürs alte Gerät

Ich kann es Mobile Aid spenden – eine Spendenbox steht in jedem Swisscom Shop.. Hier können alle ungenutzten Handys abgegeben werden, egal ob sie noch funktionieren oder defekt sind. Eine Sozialfirma sortiert zunächst die Geräte und prüft, ob sie defekt sind oder noch weiterverkauft werden können. Von den noch funktionierenden Geräten werden alle persönlichen Daten sorgfältig gelöscht und in neuem Glanz kommen sie auf den Secondhand(y)-Markt. Defekte Geräte werden umweltgerecht recycelt. Das ist doppelte Nachhaltigkeit – soziale und ökologische. Der Erlös aus Weiterverkauf und Recycling erhält SOS Kinderdorf.


Bei Smartphone-Problemen: So finden Sie im Netz Hilfe

Ich kann das Gerät aber auch via Mobile Bonus an Swisscom verkaufen. Meins wäre jetzt trotz des Defekts noch 42 Franken wert, die ich entweder spenden kann oder als Gutschrift auf meine nächste Rechnung erhalte.

Es muss nicht immer das neuste Gerät sein

Ein zweites Leben für mein Handy – nicht in der Schublade, sondern für einen nachhaltigen Zweck. Denn Smartphones verbrauchen am meisten Energie bei ihrer Herstellung. Zudem stecken 60 verschiedene Rohstoffe in so einem kleinen Ding. Was für Berge an Elektroschrott doch entstehen, wenn wir immer dem neusten Gerät hinterherjagen. Viel mehr Sinn macht es, die Smartphones so lange wie möglich zu verwenden. Nach Ablauf der Lebensdauer als Lifestyle-Objekt haben die Geräte allemal ein zweites Leben verdient.

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Ines Schumacher ist Kommunikationsspezialistin bei Swisscom und betreut die Nachhaltigkeitsthemen.
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