11.01.2018 - 07:19, dpa

Kuba: So werden Touristen übers Ohr gehauen

 

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Jineteros heissen die Männer und Frauen, die in Havannas Altstadt besonders fantasievoll und trickreich die Touristen übers Ohr hauen. Das Wort heisst so viel wie Anbahner. Diese Kubaner wissen natürlich, wo es die netteste Bar und die süffigsten Mojitos gibt.

Der gutgläubige Feriengast zahlt - manchmal das Dreifache. Den Profit aus dem völlig überteuerten Geschäft teilen sich die «Amigos» mit dem Kellner oder Verkäufer. Was hier hilft: gesundes Misstrauen und ein freundliches «No gracias».

In Robertos kleiner Bar in Centro Habana fliesst der Rum in Strömen, dafür aber kein Wasser auf der Toilette. Acht Gläschen Rum - eine Tresenrunde - kosten insgesamt knapp einen Euro: achtmal je drei Kubanische Peso (CUP), auch Moneda nacional genannt - was wiederum etwa einem Peso convertible (CUC) entspricht. Auf Kuba gibt es zwei Währungen parallel: Das macht die Abzocke leicht.

Roberto greift nach einem kleinen Kanister mit Billigrum und füllt damit eine halbleere Flasche Markenrum auf. Alle wissen das. Zwei der Gäste schmunzeln, heben ihre Gläser. Keiner ist sauer.

Havanna: Tricks gehören zum Alltag

Tausende Kubaner praktizieren solche und andere «Inventos», auch in Touristen-Restaurants, wo mit CUC bezahlt wird. Da macht die Bedienung mit der Rechnung gerne mal einen guten Extraprofit. Die Tricks gehören zum Alltag und werden von den meisten Kubanern akzeptiert. Doch für Touristen kann es teuer werden.

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Jineteros heissen die Männer und Frauen, die in Havanna besonders trickreich die Feriengäste übers Ohr hauen.
Bild: iStock

Es hilft sehr, die ausgezeichneten Preise am Tresen oder auf der Karte mit den in Rechnung gestellten zu vergleichen - und genau nachzurechnen. Notfalls höflich, aber energisch auch in Englisch nach dem Manager fragen, so dass es andere Gäste hören. Meist wird dann die Rechnung korrigiert. «Ein Missverständnis», entschuldigt sich der Kellner. Si claro, denkt man. Ja klar.

Auch in Geschäften verändern sich die Preise manchmal plötzlich. Es kann zum Beispiel sein, dass man in Havanna oder Varadero ein preiswertes, kubanisches Parfüm kaufen möchte, das mit 4,80 CUC ausgezeichnet ist. An der Kasse werden daraus aber 6,80 CUC. In einem solchen Fall höflich, aber bestimmt auf das «Missverständnis» aufmerksam machen und notfalls auf den Kauf verzichten.

Kassenbetrag: Kritischer Blick lohnt sich

Generell lohnt auch in Lebensmittelläden ein kritischer Blick auf den Kassenbetrag. Das machen auch viele Kubaner selbst und ausländische Geschäftsleute so. Tipp: In Läden mit vielen Touristen nur rund fünf Artikel kaufen und den ungefähren Gesamtpreis im Kopf haben.

Kuba ist generell ein recht sicheres Reiseland, Gewalt gegen Touristen ist selten. Vorsicht und gesundes Misstrauen schaden allerdings nie. Besondere Umsicht ist bei Reifenpannen und an Tankstellen geboten. Diebe könnten die Ablenkung der Fahrzeuginsassen nutzen, um unbemerkt Wertgegenstände und Gepäck zu entwenden. Das ist natürlich eine Masche, die es längst nicht nur auf Kuba gibt.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Wer auf der Karibikinsel umsichtig reist, beim Bezahlen Rechnung und Wechselgeld kontrolliert, die Augen offen hält und sich nicht von selbsternannten Amigos, Experten und Stadtführern abschleppen lässt, kann viel Geld sparen. Auch wenn die Trickser auf Kuba zugegebenermassen oft besonders charmant sind.

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