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Zwei Schweizer erkunden Ägypten Mutproben, Geheimsprachen und eine Totenstadt – 35 Kairo-Tipps, die du so noch nie gekriegt hast
Christian Thumshirn
24.5.2026
25 Millionen Menschen, Lärm, Hitze: Kairo kann überwältigen – im Guten wie im Anstrengenden. blue News ist mit zwei Reportern in der «City Victorious» abgetaucht. Herausgekommen sind 35 Reise-Tipps, wie du Kairo richtig erleben kannst.
Christian Thumshirn, Dominik Müller
24.05.2026, 07:12
26.05.2026, 13:14
Christian Thumshirn
Einst nannte man Kairo «The City Victorious». Die fatimidischen Eroberer gaben der Stadt den Namen, weil sie 969 n. Chr. nach einem militärischen Erfolg gegründet wurde – und weil Kairo später auch den Kreuzfahrern standhielt und nie von ihnen erobert wurde.
Schon frühe Reisende wie Carsten Niebuhr, Fürst Pückler-Muskau oder Gustave Flaubert rangen hier nach Worten. Flaubert notiert sinngemäss, Kairo sei zu gross, zu laut, zu viel – und genau deshalb unvergesslich.
Heute leben hier, zusammen mit dem längst verschmolzenen Gizeh, 25 Millionen Menschen. Kairo ist Moloch, Megacity und Mythos zugleich: Verkehrschaos trifft auf Weltwunder, Alltag auf Jahrtausende Geschichte. Kaum eine Stadt wirkt orientalischer, widersprüchlicher – oder intensiver.
Wer sich auf Kairo einlässt, wird belohnt.
blue News hat genau das getan: war vor Ort, hat sich treiben lassen, hingeschaut, ausprobiert und recherchiert. Das Ergebnis sind 35 Beobachtungen, Orte und Erlebnisse, die diese Stadt erklären – zumindest ein Stück weit.
Mehr Downtown geht nicht
Wir haben uns die Lage unseres Hotels wohlüberlegt: mitten in Downtown Kairo, direkt am Talat-Harb-Platz und nur einen Steinwurf vom Tahrir-Platz entfernt – jenem Ort, an dem 2011 die Revolution Hosni Mubarak zu Fall brachte und Kairo kurzzeitig zum Zentrum der arabischen Welt machte. Hier sind wir mittendrin im Moloch, im brodelnden Herzen dieser 25-Millionen-Metropole, wo Geschichte, Verkehrslärm und Leben auf engstem Raum kollidieren.
Unsere Zimmer kosten 20 Schweizer Franken pro Nacht und Nase. Der Altbau-Charme ist patiniert, die Einrichtung karg, die Fenster alles andere als schalldicht. Dafür sind wir mittendrin.
Wer es luxuriöser mag, übernachtet in einem der Sterne-Hotels entlang des Nilufers. Die Auswahl ist riesig, in allen Preisklassen.
Legendär war gestern
Unser erster Weg führt uns vom Talaat-Harb-Platz zum Ritz-Carlton, dem früheren Nile Hilton. In den 90er- und 2000er-Jahren war die legendäre Aussenterrasse mit Palmenblick der Treffpunkt der Expat-Szene: eine grüne Oase über dem Nil, fern vom Lärm der Stadt. Hier sass man draussen, trank ein Glas Wein, Sacher-Torte wurde eingeflogen, ein Kraftort inmitten der Grossstadt. Unsere Vorfreude riesig.
Umso grösser unsere Enttäuschung: 2009 wurde das Nile Hilton Hotel geschlossen, renoviert und als Ritz Carlton wiedereröffnet. Vom ursprünglichen Flair ist heute leider nichts übrig geblieben. Seit das Haus zur Marriott-Gruppe gehört, wirkt es glattgebügelt, streng bewacht und erstaunlich seelenlos – mehr Ostblock-Atmosphäre als kolonialer Charme. Muss man sich nicht geben.
Also die naheliegende Frage: Wohin jetzt zum Abendessen?
Felfel heisst Pfeffer auf arabisch
Und schon zahlt sich die zentrale Lage unseres Hotels aus. Nur ein paar Schritte vom Talat-Harb-Platz entfernt gibt es sie noch: die alten Institutionen. Das Restaurant Felfela serviert hier seit Jahrzehnten arabische Klassiker.
Im schummrigen Gewölbe kannst du Tahina geniessen – eine cremige Sesampaste mit Fladenbrot –, dazu Mezze oder Ägyptens vielleicht exklusivste Delikatesse: Täubchen.
Bonuspunkt: Felfela hat eine Bierlizenz. Ein halber Liter lokal gebrautes Stella-Bier kostet rund vier Franken – und damit mehr als so manches Hauptgericht.
Das Café der Revolutionäre
Gleich nebenan noch ein weiterer Klassiker: Das Café Riche existiert seit 1908 und gilt als eines der legendärsten Cafés Kairos. Hier trafen sich Intellektuelle, Künstler und Revolutionäre – darunter Gamal Abdel Nasser und Literatur-Nobelpreisträger Naguib Mahfouz.
Heute ist das Riche ein leicht heruntergekommener, aber auch nostalgischer Ort mit alten Fotos an den Wänden – perfekt für unseren Morgenkaffee, zu mehr aber auch nicht.
Strasse überqueren? Eine Mutprobe
Das Überqueren einer Strasse verlangt in Kairo Unerprobten viel Nerven ab und ist nur unter gefühlter Lebensgefahr möglich. Die Verkehrsdichte ist enorm, Fussgängerstreifen und Lichtsignale sind die absolute Ausnahme.
So geht's: Du wartest also auf eine kleine Lücke, gehst entschlossen los und bleibst im gleichmässigen Tempo. Nicht rennen, nicht zögern, die Autos fahren um dich herum. Unser Tipp: Bei Einheimischen anhängen und gemeinsam queren. Das erspart dir so manchen Tropfen Angstschweiss.
Die Geheimsprache Kairos
Wird in der Schweiz im Auto die Hupe getätigt, hat entweder jemand das grüne Ampel-Licht verschlafen, sich auf der Strasse besonders verwerflich verhalten oder die Schweizer Nati hat soeben das WM-Viertelfinale erreicht. Ganz anders in Kairo: Es wird pausenlos gehupt.
Und die Ägypter sprechen mit ihrer Hupe eine eigene Code-Sprache, mit der sich von Liebesbezeugungen bis zu Beschimpfungen viele Dinge ausdrücken lassen. Wird etwa einmal lang und zweimal kurz gehupt, gilt das als Begrüssung. Für ein «Danke» wird zweimal kurz gehupt – und hängt man ein drittes Mal dran, gesteht man seine Liebe.
Aber aufgepasst: Wer den falschen Code sendet (dreimal kurz, zweimal lang), riskiert schnell einen Streit auf offener Strasse.
Schweizer Zuckerbombe
Pyramiden können die Ägypter – Schlagrahm brachten die Schweizer. Die legendäre Patisserie Maison Groppi wurde 1890 vom Tessiner Giacomo Groppi gegründet.
Der Kairoer Hauptsitz am Talat-Harb-Platz ist seit Jahrzehnten Treffpunkt für Paschas, Politiker und Verliebte. Groppi war Bühne für Geschichte, Literatur und Film – sogar in «The English Patient» spielt das Café eine Rolle.
Produziert wurde alles selbst: mit Schweizer Kühen auf einer Nilinsel, eigener Milch, eigenem Rahm. Groppi belieferte erst Könige, später Präsidenten – und Prominenz von Jacqueline Onassis bis Richard Nixon.
In den 1980er-Jahren wechselte das Café den Besitzer. Aktuell wird das historische Haus umfassend restauriert – die Wiedereröffnung ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Ein Must für zukünftige Kairoreisende.
Biershops
In Kairo ist der Kauf von Alkohol aufgrund der islamischen Prägung der Stadt nicht in gewöhnlichen Supermärkten möglich. Ausserhalb internationaler Hotels wirst du in unscheinbaren Spezial-Geschäften fündig. Während vor Jahren die Kette «Drinkies» quasi ein Monopol innehatte, ist die Vielfalt heute grösser. Auf Google Maps findest du die Läden allerdings noch immer unter «Drinkies».
Im zweiten Laden von links gibt es Bier, Wein und Spirituosen. Seit den 1990er-Jahren galt die Einzelhandelskette «Drinkies» als einer der grössten Anbieter im Land für alkoholische Getränke.
Bild: Christian Thumshirn
Diese Adressen tauchen auch heute noch z.B. bei der Google-Suche auf, allerdings sind die Läden nicht mehr eindeutig als «Drinkies» angeschrieben. Hier erkennt man den Laden an dem roten Stern, der auch im Logo der Biermarke «Stella» auftaucht.
Bild: Christian Thumshirn
Im zweiten Laden von links gibt es Bier, Wein und Spirituosen. Seit den 1990er-Jahren galt die Einzelhandelskette «Drinkies» als einer der grössten Anbieter im Land für alkoholische Getränke.
Bild: Christian Thumshirn
Diese Adressen tauchen auch heute noch z.B. bei der Google-Suche auf, allerdings sind die Läden nicht mehr eindeutig als «Drinkies» angeschrieben. Hier erkennt man den Laden an dem roten Stern, der auch im Logo der Biermarke «Stella» auftaucht.
Bild: Christian Thumshirn
Kairo auf einen Blick
Nur vom Burgberg der Zitadelle aus lässt sich Kairo wirklich begreifen: das endlose Häusermeer, die Minarette der Altstadt, bei guter Sicht sogar die Pyramiden.
Dominant über allem thront die Mohammed-Ali-Moschee, Kairos bekannteste Silhouette – restauriert in den 1930er-Jahren mit Hilfe von ETH-Ingenieuren aus der Schweiz.
Nicht im ägyptischen Stil, sondern ganz im osmanischen Prunk: Mohammed Ali liess seine Moschee im Istanbuler Look bauen – mit Kuppeln, Doppelminaretten und barockem Flair – als klares Statement seiner Macht und Nähe zum Osmanischen Reich.
Unser Tipp: Geh hier möglichst zu Beginn deines Kairo-Aufenthalts hin. Der Blick von oben hilft, sich einen Überblick zu verschaffen – und macht klar, wie gross, dicht und widersprüchlich diese Stadt wirklich ist.
Erst danach lohnt es sich, in die Gassen hinabzutauchen.
Dark Tourism: Das Massaker von Kairo
Übrigens: Die Zitadelle ist auch ein Tatort. 1811 liess Mohammed Ali hier 470 Mamluken nach einem Fest massakrieren, um ihre Macht zu brechen.
Paradox dabei: Trotz seiner Brutalität galt er als progressiver, dem Westen zugewandter Herrscher, der Ägypten modernisierte – und beim Volk lange sehr beliebt war.
Sein absolut sehenswerter Herrscher-Palast auf Kairos Burgberg ist leider wegen Restaurierungsarbeiten seit Jahren geschlossen.
Leben unter Toten
Nach dem Besuch der Zitadelle liegt ein Abstecher fast auf der Hand: die Totenstadt – eine der bizarrsten und zugleich eindrucksvollsten Gegenden der Stadt. Gleich unterhalb der Festung, beginnt das riesige Gräberfeld, das sich kilometerweit nach Norden und Süden erstreckt.
Was auf den ersten Blick wie ein stiller Friedhof wirkt, ist für tausende Menschen seit Jahrzehnten Wohnort. Zwischen Mausoleen und Familiengräbern haben sich die Ärmsten der Armen eingerichtet – teils schon in zweiter oder dritter Generation. In den 1980er-Jahren legte die Regierung sogar Strom in die Totenstadt, wo man heute zwischen Gräbern, Satellitenschüsseln und Wäscheleinen eine fast parkartige Ruhe findet – ein starker Kontrast zur lärmenden Altstadt gleich nebenan.
Unter den Toten ist auch ein Schweizer: Johann Ludwig Burckhardt, bekannt als Scheich Ibrahim Ibn Abdallah – der Lausanner Orientalist, dem wir die Wiederentdeckung von Petra und Abu Simbel verdanken.
Stadtwandern durchs islamische Viertel
Bab al-Futuh und Bab Zuweila sind zwei der drei heute noch erhaltenen Stadttore der mittelalterlichen Stadt al-Qahira, die als im Jahre 969 nach Christus gegründete Palaststadt der Fatimiden-Dynastie namensgebend für das heutige Kairo geworden ist. Sie verbinden eine eindrückliche Route durch das islamische Viertel, das historische Herz Kairos. Enge Gassen, jahrhundertealte Minarette, versteckte Innenhöfe. Hier spürt man die Geschichte der Stadt.
Plane 2 bis 3 Stunden ein. Am Ende lohnt sich der Aufstieg auf das Minarett von Bab Zuweila – Blick über das Dächermeer inklusive.
Das wohl schönste Minarett Kairos
Wenn du die Al-Mu’izz-Strasse im Souk Richtung Bab Futuh entlanggehst, steht es plötzlich vor dir: das Minarett der Madrasa al-Nasir Muhammad.
Erbaut im frühen 14. Jahrhundert zur Zeit der Mamluken ist es Teil des berühmten Qalawun-Komplexes, der aus einer Moschee, einer Koranschule und einem Mausoleum besteht. Feinste Stuckarbeiten, perfekte Proportionen – und oben überraschend persische Einflüsse.
Wenn du in Kairo nur ein Minarett bewusst anschaust, dann bitte dieses.
Einheimischen-Souk statt Touristenmagnet
Es gibt wohl keinen Kairo-Reiseführer, in dem der Khan el-Khalili nicht weit oben auf der Empfehlungsliste steht. Kairos grosser Basar, ein ehemaliger Handelsplatz, der im Laufe der Jahre gewachsen ist und von industriellen Souvenirläden über Cafés bis hin zu Werkstätten alles beherbergt, ist auch zweifellos einen Besuch wert. Das Erlebnis teilt man sich aber mit unzähligen Touristen.
Wer also in die authentische Atmosphäre des Lebens in der Hauptstadt eintauchen will, braucht bloss die Strassenseite zu wechseln: Entlang der Al-Muizz li-Din Allah Strasse bist du mitten im Souk der Einheimischen. An den bunten Marktständen findest du Gewürze, Handwerk, Kleidung, Teppiche – und auffällig viel Unterwäsche und glitzernde Dessous.
Kairo ist anders, aber nicht gefährlich
Kurios – aber wahr: In Ägypten ist kein einziger Banküberfall registriert.
Der Grund liegt in den religiösen und gesellschaftlichen Normen, die Diebstahl stark ächten – vor allem aber an der extremen Sicherheitsdichte mit bewaffneten Wachen, Polizei in unmittelbarer Nähe und strengen Zugangskontrollen.
Für dich heisst das: Organisierte Gewaltkriminalität spielt im Alltag kaum eine Rolle. Stattdessen solltest du auf Kleinkriminalität achten: Taschendiebstahl, Ablenkungsmanöver und Abzocke in vollen Souks oder bei Sehenswürdigkeiten.
Zuckerrohrsaft, frisch aus dem Rohr gepresst
Im Sommer kann das Thermometer in Kairo auf über 40 Grad steigen. Abhilfe schafft da das beliebteste Erfrischungsgetränk der Stadt: Zuckerrohrsaft, in Ägypten als Assab bekannt. Das grasig-grüne Getränk wird an den vielen Saftständen frisch gepresst und ist fester Bestandteil der lokalen Kultur und Kulinarik.
Assab schmeckt für den europäischen Geschmack aber ziemlich gewöhnungsbedürftig – siehe Video.
Shisha rauchen
In vielen Cafés gehört Shisha einfach dazu. Es werden dunkler Tabak oder aromatisierte Sorten – Klassiker sind Apfel oder Minze – geraucht, oft begleitet von Tee. Dabei darf man sich ruhig Zeit nehmen: Shisha ist kein schneller Konsum, sondern Teil der Kaffeekultur – man sitzt, redet, beobachtet das Treiben.
Der Nichtraucher im Team wurde auserkoren, das «authentische» Wasserpfeifen-Erlebnis zu testen. Wie erwartet mit… sagen wir: durchzogenem Erfolg. Das Resultat im Video.
So kommst du in Kairo von A nach B
U-Bahn: Die Metro ist das schnellste Verkehrsmittel der Stadt – günstig, effizient und staufrei. Gerade zur Rushhour spart man hier viel Zeit. Es gibt eigene Waggons für Frauen, was für alleinreisende Touristinnen angenehm sein kann. Tickets kosten nur wenige ägyptische Pfund und werden an kleinen Schaltern in den Stationen gekauft.
Uber: Uber ist in Kairo weit verbreitet und meist unkomplizierter als klassische Taxis. Die Preise sind transparent, die Route ist im System hinterlegt – Diskussionen entfallen. Besonders abends oder bei Sprachbarrieren ist Uber die entspannteste Lösung.
Taxi: Wer sich für ein Taxi entscheidet, macht am besten im Voraus den Preis mit dem Fahrer ab, um angenehme Überraschungen bei der Ankunft vorzubeugen. Achtung: Bloss nicht nach dem Preis fragen – das outet dich als Kairo-Anfänger und treibt den Taxameter automatisch in die Höhe. Manche Fahrer sprechen zwar wenig bis kein Englisch, die Festlegung eines Preises sollte aber in den meisten Fällen problemlos möglich sein. Taxis haben anders als in vielen Ländern kein Schild auf dem Dach – du erkennst sie an der weissen Farbe und am speziellen Nummernschild.
Zur Orientierung hier grobe Richtpreise:
- Flughafen Kairo–Downtown: ca. 150–250 Ägyptische Pfund (EGP)
- Flughafen Sphinx International–Downtown: ca. 1200 EGP
- Downtown–Gizeh/Pyramiden: ca. 120–200 EGP
- Downtown–Zamalek: ca. 50–100 EGP
Gizeh Zoo: Verfall und Comeback
«Der Grad der Zivilisation eines Volkes zeigt sich im Umgang mit Tieren», soll Mahatma Gandhi einmal gesagt haben. Im Zoo von Gizeh lässt sich das bestens beobachten.
Einst galt er als einer der schönsten der Welt, mit einer Zoo-Architektur im Stil der viktorianischen Ära: kunstvolle Gitter, romantische Grotten und geometrisch angelegte Wege erzählen noch heute vom kolonial geprägten Anspruch, Ordnung in die Wildnis zu bringen.
Diese Fotos entstanden noch vor der Schliessung des Zoos in Gizeh, vor Beginn der Renovierungsarbeiten. Füttern ist erlaubt und die Ägypter*innen lieben es: Ob Nilpferde, Löwen oder Wölfe – Besucher gehen auf Tuchfühlung mit selbst exotischen Zootieren.
Bild: Christian Thumshirn
Hier geht es wohl zu den Giraffen: Für europäische Besucher sind die Wegweiser zu den Tieren mit Symbolen versehen.
Bild: Christian Thumshirn
Dieses Bild macht das Dilemma vor der Sanierung deutlich: Drei Löwen in einem viel zu kleinen Gehege. Von artgerechter Haltung konnte im alten Zoo kaum die Rede sein.
Bild: Christian Thumshirn
Der Hauptgrund: Viele Gehege stammen noch aus viktorianischer Zeit und blieben jahrzehntelang unverändert. Nach der Sanierung dürfte sich das deutlich ändern.
Bild: Christian Thumnshirn
Auch das ist spannend zu beobachten: Der Zoo ist ein beliebter Treffpunkt für Pärchen, die hier – anders als auf der Strasse – auch einmal Zärtlichkeiten zeigen können.
Bild: Christian Thumshirn
Diese Fotos entstanden noch vor der Schliessung des Zoos in Gizeh, vor Beginn der Renovierungsarbeiten. Füttern ist erlaubt und die Ägypter*innen lieben es: Ob Nilpferde, Löwen oder Wölfe – Besucher gehen auf Tuchfühlung mit selbst exotischen Zootieren.
Bild: Christian Thumshirn
Hier geht es wohl zu den Giraffen: Für europäische Besucher sind die Wegweiser zu den Tieren mit Symbolen versehen.
Bild: Christian Thumshirn
Dieses Bild macht das Dilemma vor der Sanierung deutlich: Drei Löwen in einem viel zu kleinen Gehege. Von artgerechter Haltung konnte im alten Zoo kaum die Rede sein.
Bild: Christian Thumshirn
Der Hauptgrund: Viele Gehege stammen noch aus viktorianischer Zeit und blieben jahrzehntelang unverändert. Nach der Sanierung dürfte sich das deutlich ändern.
Bild: Christian Thumnshirn
Auch das ist spannend zu beobachten: Der Zoo ist ein beliebter Treffpunkt für Pärchen, die hier – anders als auf der Strasse – auch einmal Zärtlichkeiten zeigen können.
Bild: Christian Thumshirn
Derzeit ist der Zoo wegen umfassender Renovierungen geschlossen. Doch für künftige Kairo-Reisen sollte er ganz oben auf der Liste stehen.
Ein Grossprojekt soll ihn mit modernen Gehegen, neuen Tierarten und Bildungszentren in eine familienfreundliche Attraktion auf Weltniveau verwandeln. Selbst ein Tunnel zum benachbarten Orman-Garten ist geplant – dem botanischen Garten Kairos.
Die Wiedereröffnung ist schrittweise bis Ende 2026 vorgesehen.
Zamalek: Villen, Pasta und ein Hauch Europa
Wer dem Dauertrubel Kairos entkommen will, findet auch auf Zamalek eine überraschend entspannte Oase mitten im Nil.
Das alte Villenviertel versprüht kolonialen Charme, vermischt mit moderner Architektur, viel Grün und einem Hauch von westlicher Gelassenheit. Zwischen Galerien und Botschaften findest du auf der Nilinsel auch das Schweizerische Institut für ägyptische Bauforschung und Altertumskunde, gegründet 1949 als Nachfolger des Ludwig-Borchardt-Instituts.
Ludwig Borchardt war es übrigens, der 1912 bei Ausgrabungen in Tell el-Amarna die Büste der Nofretete entdeckte – ein Fund, der weltweit Aufsehen erregte und bis heute für Diskussionen sorgt.
Kairoer Oper: Bühne von Weltrang
Wenn du Kultur liebst, führt kein Weg an der Kairoer Oper vorbei.
Auf der Insel Gezira gelegen – so wird der südliche Teil der Nilinsel Zamalek bezeichnet – gilt sie als renommierteste Bühne des Landes – international geschätzt und berühmt für ihre grossen Aida-Inszenierungen und ihr hochkarätiges Programm aus Oper, Ballett und Konzerten.
Pasta statt Pomp
Vor oder nach dem Opernbesuch lohnt sich ein Abstecher zu Didos al Dente, einem kleinen, charmanten Italiener, der seit Jahren zur festen Gastro-Szene Zamaleks gehört. Eng ist es zwar, oft auch voll – aber die Pasta gilt als eine der besten der Stadt: Die Pizza? – Geschmackssache.
Die Alternative zum Biergarten
Weil wir gerade beim Essen sind: Auch das Andrea ist eine legendäre Adresse. Versteckt, grün, ruhig – mit dem wohl besten Poulet der Stadt.
Von Downtown nimmt man sich ein Taxi. Fahrzeit je nach Verkehr rund eine halbe Stunde.
Das Gartenrestaurant – am ehesten vergleichbar mit einem deutschen Biergarten – befindet sich in Richtung Pyramiden am Rande Gizehs.
Die Poulets werden auf riesigen, rotierenden Grills zubereitet und «boneless», also entbeint serviert. Dazu frisches Brot, Pommes, Salat und Tehina – ein Erlebnis. Und das Beste: Auch das «Andrea» hat eine Alkohollizenz.
Abendtanz auf dem Schiff
Wer sich in der Nähe des Nils aufhält, wird früher oder später wohl von einer Schifffahrt inklusive Show und Dinner zu überzeugen versucht. Kurz und knapp: Tu es nicht.
Die Musik ist so laut, dass ein Tischgespräch zur Unmöglichkeit wird. Die in der Regel aufgeführten Tänze sind zwar beeindruckend, erinnern aufgrund des inszenierten Ambientes aber an ein aufgesetztes Theater für Reisegruppen. Wer den Nil geniessen will, fährt besser mit einem kleinen, traditionellen Segelboot – Falūka nennen es die Einheimischen – bei Sonnenuntergang.
Vom Büro-Monster zum Luxus-Geisterhaus
Was sich dagegen wirklich lohnt: Ein nächtlicher Spaziergang über den Tahrir-Platz. Vor allem ein Gebäude sticht sofort ins Auge: Das Mogamma. Einst das Epizentrum der «unbezwingbaren Bürokratie» Ägyptens, beherbergte der Betonkoloss über 1350 Räume und 30'000 Mitarbeiter.
Seit 2025 steht das Gebäude leer, denn alle Behörden sind mittlerweile in die neue Hauptstadt umgezogen.
Heute ist das Mogamma die gewaltigste Ruine der Stadt, die nachts jedoch prachtvoll beleuchtet wird. Bald soll hier statt Aktenwälzen purer Luxus einziehen: Der Umbau zum Hotel «CairoHouse» ist bereits in Planung.
Ägyptisches Museum am Tahrir
Tutanchamuns Grabschatz ist ins neue Grand Egyptian Museum bei Gizeh umgezogen – und im Ägyptischen Museum am Tahrir wird's spürbar ruhiger.
Gleichzeitig rückt endlich auch der «Silberpharao» Psusennes ins Rampenlicht: Seine spektakulären Grabbeigaben kamen bisher zu kurz. Es hatte schlicht zu wenig Ausstellungsfläche. Zudem ist die Vor- und Frühgeschichte Ägyptens stark dokumentiert – Pflichtprogramm für Fans altägyptischer Kunst und Kultur.
Boulaq – Kairos unterschätzter Geheimtipp
Boulaq war einst Kairos Handels- und Hafenviertel am Nil – und ist es im Kern noch immer: Laut, chaotisch, eng und arm, aber unverfälscht. Zu Fuss unterwegs zu sein ist intensiv: Märkte, Werkstätten, Moscheen und Teestände drängen sich auf engstem Raum.
Heute ist der Kontrast extrem: Neben Wohnblocks ragen Ministerien und Glastürme auf. Viele Ecken wirken heruntergekommen, gleichzeitig steckt viel Geschichte im Quartier.
Als Tourist fällt man auf, wird gemustert, angesprochen und manchmal auch auf einen Tee eingeladen.
Gefährlich ist es nicht, eher ungewohnt, direkt und sehr nah am Leben. Respekt und Zurückhaltung sind entscheidend – wer sich darauf einlässt, erlebt Kairo fernab von Postkarten und Hotelzonen.
El Wekala ist Kairos historischer Markt zum Stöbern und Kaufen.
Ebenfalls ein Muss ist die Merza-Moschee aus dem Jahr 1698. Versteckt im Trubel überrascht sie mit prachtvoller osmanischer Architektur und wirkt im chaotischen Boulaq wie eine stille Oase.
Mamsha Ahl Misr – auf deutsch: «Promenade der Menschen Ägyptens»
Neu, hip und endlich direkt am Wasser: Mit der Mamsha Ahl Misr hat Kairo eine rund 4,7 Kilometer lange, zweistöckige Promenade am Nil bekommen – mit Cafés, Restaurants und spektakulären Blicken auf den Fluss.
Möglich wurde die Flaniermeile, weil der Nil heute durch den Assuan-Hochdamm und weitere Wasserprojekte deutlich stärker reguliert wird. Wir finden: Perfekt für einen Spaziergang bei Sonnenuntergang, auch wenn einige Abschnitte noch im Ausbau sind. Das Video unten zeigt einen Teil der bunt erleuchteten Promenade nachts vom Nil aus.
Hier siehst du Mumien
Welche Wörter kommen dir zuerst in den Sinn, wenn du an Ägypten denkst? Die Chancen stehen wohl gut, dass dir soeben «Mumie» oder «Pharao» durch den Kopf ging. Wer die berühmten Pharaonen sehen will, muss ins National Museum of Egyptian Civilization.
2021 wurden die Königsmumien in einer gross inszenierten Parade dorthin überführt. Ein Muss, wenn man die Überbleibsel der Errichter der Pyramiden sehen möchte – etwa Ramses II., der Erbauer des Tempels von Abu Simbel und einst der mächtigste Herrscher des Alten Ägyptens. Nun liegt er ausgestellt in einer Vitrine.
Heliopolis – Kairos elegante Sonnenstadt
Heliopolis ist anders.
Der Stadtteil entstand ab 1905 zehn Kilometer von Kairo entfernt als erste geplante Satellitenstadt – gebaut in der Wüste für Luxus, Freizeit und modernes Leben. Dich erwarten breite Boulevards, Belle-Époque-Bauten und der eigene Heliopolis-Stil.
Highlights sind der exotische Baron-Empain-Palast und die Basilika Notre-Dame d’Heliopolis.
Auch Shopping lohnt sich: Entlang der Korba-Zone und in Malls findest du Luxus- und Premiumlabels.
Einst Wohnort der Elite, ist Heliopolis heute belebt und dicht bebaut. Trotzdem wirkt es geordneter, ruhiger – und fast europäisch im Vergleich zum Rest Kairos.
Die Pyramiden
Ja, sie sind kein Geheimtipp. Aber ganz ohne die Pyramiden von Gizeh geht es in Kairo natürlich nicht. Und egal wie oft man sie schon auf Fotos gesehen hat: Wenn man plötzlich direkt vor diesen 4500 Jahre alten Steinriesen steht, fühlt sich selbst der grösste Touristenmagnet wieder wie ein echtes Abenteuer an.
Die grösste der drei Pyramiden, die Cheops-Pyramide, kann sogar betreten werden. Der innere Indiana Jones ist damit schon mal angefixt. Aber Vorsicht: Der Zugang ist eng, steil, heiss und bis zur leeren Grabkammer geht’s aufgrund der vielen Besucher nur im Schneckentempo voran. Immerhin steht nach der ägyptischen Sauna draussen eine Gelateria zur Erfrischung bereit.
Plan des neuen Bus-Systems auf dem Gizeh-Plateau: Ausgangspunkt für die Besichtigung der Pyramiden ist Punkt I, wo sich das neue Visitor Center befindet – von hier aus fahren die Shuttlebusse zu den wichtigsten Stationen der Anlage.
Das neue Visitor Center: Hier stellst du dir deinen Besuch der Pyramiden ganz individuell zusammen. Wenn du eine der Pyramiden von innen besichtigen möchtest, musst du die entsprechenden Tickets bereits hier kaufen.
Auf dem weitläufigen Gizeh-Plateau bewegt man sich heute am bequemsten mit den offiziellen Shuttle-Bussen fort. Sie verbinden das neue Visitor Center mit den wichtigsten Punkten der Anlage – der Cheops-, Chephren- und Mykerinos-Pyramide sowie dem Aussichtspunkt und der Sphinx.
Bild: Christian Thumshirn
Der erste Busstopp: ein Paradies für Instagram-Fans. Von hier eröffnet sich einer der spektakulärsten Blicke auf die Pyramiden von Gizeh – ein perfekter Spot für Fotos.
Bild: Christian Thumshirn
Auch auf den Bussen wird sichtbar, wer das Gelände heute betreibt: Der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris und seine Firma Orascom. Seine Firma hat das Areal rund um die Pyramiden für 20 Jahre gepachtet und organisiert nun Infrastruktur, Transport und Besucherangebote am Gizeh-Plateau.
Bild: Christian Thumshirn
Ein Umstieg gehört dazu: Vom Visitor Center fährt man zunächst mit einem Shuttle ins Plateau und wechselt dort in Busse, die zu den einzelnen Pyramiden und zur Sphinx weiterfahren.
Bild: Christian Thumshirn
Alles wirkt deutlich aufgeräumter als früher: Nicht mehr jeder Souvenirhändler darf auf das Areal – ein Vorteil, finden wir. So wird man als Besucher deutlich seltener angesprochen und kann die Pyramiden entspannter geniessen.
Bild: Christian Thumshirn
In der Ferne sieht man eines der beiden Restaurants, die der Unternehmer Samih Sawiris auf dem Gizeh-Plateau in unmittelbarer Nähe der Pyramiden errichten liess.
Bild: Christian Thumshirn
Samih Sawiris’ zweiter Wurf: die 9 Pyramids Lounge. Von hier aus bietet sich ein spektakulärer Blick auf die Pyramiden, die sich von links nach rechts fast wie auf einer Perlenkette vor der Wüstenkulisse aufreihen.
Bild: Christian Thumshirn
Hier kann man auch zu Mittag oder zu Abend essen – mit den Pyramiden von Gizeh stets im Blick. Hauptgerichte kosten umgerechnet etwa 10 Schweizer Franken, und auch geschmacklich überzeugt die Küche.
Bild: Christian Thumshirn
Die terrassierte Anlage lädt auch zum entspannten Verweilen ein: Zwischen Sitzplätzen und Aussichtspunkten lässt sich hier wunderbar eine Pause einlegen – spektakuläre Fotomotive mit den Pyramiden im Hintergrund inklusive.
Bild: Christian Thumshirn
Der alte Eingang auf der Gizeh-Seite des Plateaus ist für Individualtouristen weiterhin geöffnet. Wer Ägypten auf eigene Faust erkundet, findet hier nach wie vor einen unkomplizierten Zugang zu den Pyramiden – unserer Meinung nach die beste Option für unabhängige Reisende.
Bild: Christian Thumshirn
Erstens spart man sich die längere Taxifahrt zum neuen Visitor Center – und zweitens nähert man sich den Pyramiden auf dem klassischen Weg, ganz ähnlich wie die Reisenden früherer Zeiten.
Bild: Christian Thumshirn
Vom alten Eingang auf der Gizeh-Seite führt der Weg zunächst zur Sphinx – und von dort weiter hinauf auf das Plateau mit den Pyramiden von Gizeh. Der Weg ist überraschend kurz, sodass man die wichtigsten Monumente auch problemlos zu Fuss erreicht – ganz ohne Shuttlebus.
Bild: Christian Thumshirn
Plan des neuen Bus-Systems auf dem Gizeh-Plateau: Ausgangspunkt für die Besichtigung der Pyramiden ist Punkt I, wo sich das neue Visitor Center befindet – von hier aus fahren die Shuttlebusse zu den wichtigsten Stationen der Anlage.
Das neue Visitor Center: Hier stellst du dir deinen Besuch der Pyramiden ganz individuell zusammen. Wenn du eine der Pyramiden von innen besichtigen möchtest, musst du die entsprechenden Tickets bereits hier kaufen.
Auf dem weitläufigen Gizeh-Plateau bewegt man sich heute am bequemsten mit den offiziellen Shuttle-Bussen fort. Sie verbinden das neue Visitor Center mit den wichtigsten Punkten der Anlage – der Cheops-, Chephren- und Mykerinos-Pyramide sowie dem Aussichtspunkt und der Sphinx.
Bild: Christian Thumshirn
Der erste Busstopp: ein Paradies für Instagram-Fans. Von hier eröffnet sich einer der spektakulärsten Blicke auf die Pyramiden von Gizeh – ein perfekter Spot für Fotos.
Bild: Christian Thumshirn
Auch auf den Bussen wird sichtbar, wer das Gelände heute betreibt: Der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris und seine Firma Orascom. Seine Firma hat das Areal rund um die Pyramiden für 20 Jahre gepachtet und organisiert nun Infrastruktur, Transport und Besucherangebote am Gizeh-Plateau.
Bild: Christian Thumshirn
Ein Umstieg gehört dazu: Vom Visitor Center fährt man zunächst mit einem Shuttle ins Plateau und wechselt dort in Busse, die zu den einzelnen Pyramiden und zur Sphinx weiterfahren.
Bild: Christian Thumshirn
Alles wirkt deutlich aufgeräumter als früher: Nicht mehr jeder Souvenirhändler darf auf das Areal – ein Vorteil, finden wir. So wird man als Besucher deutlich seltener angesprochen und kann die Pyramiden entspannter geniessen.
Bild: Christian Thumshirn
In der Ferne sieht man eines der beiden Restaurants, die der Unternehmer Samih Sawiris auf dem Gizeh-Plateau in unmittelbarer Nähe der Pyramiden errichten liess.
Bild: Christian Thumshirn
Samih Sawiris’ zweiter Wurf: die 9 Pyramids Lounge. Von hier aus bietet sich ein spektakulärer Blick auf die Pyramiden, die sich von links nach rechts fast wie auf einer Perlenkette vor der Wüstenkulisse aufreihen.
Bild: Christian Thumshirn
Hier kann man auch zu Mittag oder zu Abend essen – mit den Pyramiden von Gizeh stets im Blick. Hauptgerichte kosten umgerechnet etwa 10 Schweizer Franken, und auch geschmacklich überzeugt die Küche.
Bild: Christian Thumshirn
Die terrassierte Anlage lädt auch zum entspannten Verweilen ein: Zwischen Sitzplätzen und Aussichtspunkten lässt sich hier wunderbar eine Pause einlegen – spektakuläre Fotomotive mit den Pyramiden im Hintergrund inklusive.
Bild: Christian Thumshirn
Der alte Eingang auf der Gizeh-Seite des Plateaus ist für Individualtouristen weiterhin geöffnet. Wer Ägypten auf eigene Faust erkundet, findet hier nach wie vor einen unkomplizierten Zugang zu den Pyramiden – unserer Meinung nach die beste Option für unabhängige Reisende.
Bild: Christian Thumshirn
Erstens spart man sich die längere Taxifahrt zum neuen Visitor Center – und zweitens nähert man sich den Pyramiden auf dem klassischen Weg, ganz ähnlich wie die Reisenden früherer Zeiten.
Bild: Christian Thumshirn
Vom alten Eingang auf der Gizeh-Seite führt der Weg zunächst zur Sphinx – und von dort weiter hinauf auf das Plateau mit den Pyramiden von Gizeh. Der Weg ist überraschend kurz, sodass man die wichtigsten Monumente auch problemlos zu Fuss erreicht – ganz ohne Shuttlebus.
Bild: Christian Thumshirn
Apropos Kulinarik: Mit Samih Sawiris hat auch ein hierzulande bestens bekannter Unternehmer seine Finger beim letzten erhaltenen Weltwunder der Antike im Spiel. Gleich zwei Restaurants in unmittelbarer Nähe der Pyramiden gehören ihm. Wir haben die «9 Pyramids Lounge» getestet und waren vor allem vom Ausblick begeistert.
Kairos Hinterhof: die Fayum-Oase
Nur rund eine Stunde von Kairo entfernt erlebst du hier ägyptisches Landleben. Die Oase bietet Zugang zur Knickpyramide von Medum und zu eindrücklichen Ausgrabungen.
Besonders faszinierend ist die römische Siedlung Karanis – fast wie Pompeji, nur ohne Besucher. Du gehst durch freigelegte Strassen und Häuser und fühlst dich fast wie ein Entdecker.
Und falls du einmal gehört haben solltest, der Fayum sei eine Hochburg islamistischer Gruppen: Das gilt heute nicht mehr – ein Besuch ist jetzt problemlos möglich.
Nilblick, aber kein Nilfisch
Am Nil Fisch essen gehört in Kairo einfach dazu. Die Auswahl an Restaurants ist riesig. Wir waren im Seagull – fast nur ägyptische Familien, wir die einzigen Touristen. Ein gutes Zeichen. Stark gehypt werden gerade Catchy Fish & More und Flying Fish.
Der Fisch kommt übrigens – inshallah – nicht aus dem Nil, sondern je nach Art fangfrisch aus dem Roten Meer oder dem Mittelmeer.
Koshari Essen
Koshari ist das berühmteste ägyptische Nationalgericht und ein beliebtes, kostengünstiges Streetfood in Kairo. Es ist eine herzhafte Mischung aus Reis, Pasta, Linsen und Kichererbsen, gekrönt mit einer würzigen Tomatensauce, Knoblauch-Essig-Sauce und Röstzwiebeln.
Klingt zu derb, um wahr zu sein? Überzeuge dich selbst im Video.
6 Wörter auf Arabisch
Dass du mit Einheimischen in deren Landessprache sprichst, erwartet selbstverständlich niemand von dir. Mit ein paar Brocken ägyptischem Arabisch gewinnst du aber sofort Sympathie.
Von der Begrüssung bis zum eleganten Abwimmeln von aufdringlichen Händlern – im Video erfährst du sechs Wörter, die dich bestens für deinen Kairo-Aufenthalt wappnen.
Und zum Schluss noch ein kleiner Mythos über Ägypten, den man hier immer wieder hört: Wer einmal vom Nil getrunken hat, kehrt immer wieder nach Ägypten zurück.
Ob es wirklich ein altes arabisches Sprichwort ist oder eher eine romantische Touristenweisheit, lässt sich nicht ganz klären. Sicher ist nur: Die Redewendung kursiert seit Generationen unter Reisenden und Ägyptenfans.
Was wir dir allerdings auf keinen Fall empfehlen würden: tatsächlich aus dem Nil zu trinken.
Kairo aber? – Dieser Stadt würden wir jederzeit wieder einen Besuch abstatten.
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Edelweiss.
Alle Infos in Kürze
- Anreise: Edelweiss fliegt ab Oktober 2026 mehrmals monatlich zum Flughafen Gizeh/Kairo Sphinx. Die Flugzeit beträgt rund 4 Stunden, das erste Sportgepäck der Kategorie Normal (max. 23 kg) reist kostenfrei mit. Buchbar auf flyedelweiss.com.
- Weitere Informationen findest du unter Visit Egypt.