Zwei Schweizer erkunden Ägypten Mutproben, Geheimsprachen und eine Totenstadt – 35 Kairo-Tipps, die du so noch nie gekriegt hast

Christian Thumshirn

24.5.2026

Marktszene in Kairos historischer Altstadt.
Marktszene in Kairos historischer Altstadt.

25 Millionen Menschen, Lärm, Hitze: Kairo kann überwältigen – im Guten wie im Anstrengenden. blue News ist mit zwei Reportern in der «City Victorious» abgetaucht. Herausgekommen sind 35 Reise-Tipps, wie du Kairo richtig erleben kannst.

,

Christian Thumshirn, Dominik Müller

Einst nannte man Kairo «The City Victorious». Die fatimidischen Eroberer gaben der Stadt den Namen, weil sie 969 n. Chr. nach einem militärischen Erfolg gegründet wurde – und weil Kairo später auch den Kreuzfahrern standhielt und nie von ihnen erobert wurde.

Schon frühe Reisende wie Carsten Niebuhr, Fürst Pückler-Muskau oder Gustave Flaubert rangen hier nach Worten. Flaubert notiert sinngemäss, Kairo sei zu gross, zu laut, zu viel – und genau deshalb unvergesslich.

Heute leben hier, zusammen mit dem längst verschmolzenen Gizeh, 25 Millionen Menschen. Kairo ist Moloch, Megacity und Mythos zugleich: Verkehrschaos trifft auf Weltwunder, Alltag auf Jahrtausende Geschichte. Kaum eine Stadt wirkt orientalischer, widersprüchlicher – oder intensiver.

Wer sich auf Kairo einlässt, wird belohnt.

blue News hat genau das getan: war vor Ort, hat sich treiben lassen, hingeschaut, ausprobiert und recherchiert. Das Ergebnis sind 35 Beobachtungen, Orte und Erlebnisse, die diese Stadt erklären – zumindest ein Stück weit.

Mehr Downtown geht nicht

Wir haben uns die Lage unseres Hotels wohlüberlegt: mitten in Downtown Kairo, direkt am Talat-Harb-Platz und nur einen Steinwurf vom Tahrir-Platz entfernt – jenem Ort, an dem 2011 die Revolution Hosni Mubarak zu Fall brachte und Kairo kurzzeitig zum Zentrum der arabischen Welt machte. Hier sind wir mittendrin im Moloch, im brodelnden Herzen dieser 25-Millionen-Metropole, wo Geschichte, Verkehrslärm und Leben auf engstem Raum kollidieren.

Unsere Zimmer kosten 20 Schweizer Franken pro Nacht und Nase. Der Altbau-Charme ist patiniert, die Einrichtung karg, die Fenster alles andere als schalldicht. Dafür sind wir mittendrin.

Der Blick aus unserem Hotel auf den Talaat-Harb-Platz. Autos schieben sich dicht an dicht durch Downtown, umgeben von historischen Fassaden. Der Platz  gilt als Herz der Kairoer Innenstadt.
Der Blick aus unserem Hotel auf den Talaat-Harb-Platz. Autos schieben sich dicht an dicht durch Downtown, umgeben von historischen Fassaden. Der Platz  gilt als Herz der Kairoer Innenstadt.
Christian Thumshirn

Wer es luxuriöser mag, übernachtet in einem der Sterne-Hotels entlang des Nilufers. Die Auswahl ist riesig, in allen Preisklassen.

Legendär war gestern

Unser erster Weg führt uns vom Talaat-Harb-Platz zum Ritz-Carlton, dem früheren Nile Hilton. In den 90er- und 2000er-Jahren war die legendäre Aussenterrasse mit Palmenblick der Treffpunkt der Expat-Szene: eine grüne Oase über dem Nil, fern vom Lärm der Stadt. Hier sass man draussen, trank ein Glas Wein, Sacher-Torte wurde eingeflogen, ein Kraftort inmitten der Grossstadt. Unsere Vorfreude riesig.

Blick vom Fernsehturm auf das legendäre Nile Hilton Hotel und den Midan el Tahrir-Platz (rechts). Das Hotel schloss 2009 nach über 50 Jahren. Für Expats war es eine Institution.
Blick vom Fernsehturm auf das legendäre Nile Hilton Hotel und den Midan el Tahrir-Platz (rechts). Das Hotel schloss 2009 nach über 50 Jahren. Für Expats war es eine Institution.
IMAGO / United Archives

Umso grösser unsere Enttäuschung: 2009 wurde das Nile Hilton Hotel geschlossen, renoviert und als Ritz Carlton wiedereröffnet. Vom ursprünglichen Flair ist heute leider nichts übrig geblieben. Seit das Haus zur Marriott-Gruppe gehört, wirkt es glattgebügelt, streng bewacht und erstaunlich seelenlos – mehr Ostblock-Atmosphäre als kolonialer Charme. Muss man sich nicht geben.

Also die naheliegende Frage: Wohin jetzt zum Abendessen?

Felfel heisst Pfeffer auf arabisch

Das Traditionsrestaurant Felfela nahe dem Midan Talaat Harb: Seit 1959 serviert das Lokal ägyptische Klassiker in einer märchenhaft dekorierten Atmosphäre.
Das Traditionsrestaurant Felfela nahe dem Midan Talaat Harb: Seit 1959 serviert das Lokal ägyptische Klassiker in einer märchenhaft dekorierten Atmosphäre.
©2025 Arab MLS

Und schon zahlt sich die zentrale Lage unseres Hotels aus. Nur ein paar Schritte vom Talat-Harb-Platz entfernt gibt es sie noch: die alten Institutionen. Das Restaurant Felfela serviert hier seit Jahrzehnten arabische Klassiker.

Im schummrigen Gewölbe kannst du Tahina geniessen – eine cremige Sesampaste mit Fladenbrot –, dazu Mezze oder Ägyptens vielleicht exklusivste Delikatesse: Täubchen.

Im Felfela zahlst du für zwei gegrillte Täubchen derzeit rund 7 Franken. Oft wird die ägyptische Spezialität auch in einer gefüllten Variante angeboten.
Im Felfela zahlst du für zwei gegrillte Täubchen derzeit rund 7 Franken. Oft wird die ägyptische Spezialität auch in einer gefüllten Variante angeboten.
©2025 Arab MLS

Bonuspunkt: Felfela hat eine Bierlizenz. Ein halber Liter lokal gebrautes Stella-Bier kostet rund vier Franken – und damit mehr als so manches Hauptgericht.

Das Café der Revolutionäre

Gleich nebenan noch ein weiterer Klassiker: Das Café Riche existiert seit 1908 und gilt als eines der legendärsten Cafés Kairos. Hier trafen sich Intellektuelle, Künstler und Revolutionäre – darunter Gamal Abdel Nasser und Literatur-Nobelpreisträger Naguib Mahfouz.

Eingang des Café Riche im Zentrum von Kairo: Das 1908 gegründete Lokal gilt als legendärer Treffpunkt für Schriftsteller, Intellektuelle und Revolutionäre der Stadt.
Eingang des Café Riche im Zentrum von Kairo: Das 1908 gegründete Lokal gilt als legendärer Treffpunkt für Schriftsteller, Intellektuelle und Revolutionäre der Stadt.
IMAGO / Zoonar

Heute ist das Riche ein leicht heruntergekommener, aber auch nostalgischer Ort mit alten Fotos an den Wänden – perfekt für unseren Morgenkaffee, zu mehr aber auch nicht.

Strasse überqueren? Eine Mutprobe

Das Überqueren einer Strasse verlangt in Kairo Unerprobten viel Nerven ab und ist nur unter gefühlter Lebensgefahr möglich. Die Verkehrsdichte ist enorm, Fussgängerstreifen und Lichtsignale sind die absolute Ausnahme.

So geht's: Du wartest also auf eine kleine Lücke, gehst entschlossen los und bleibst im gleichmässigen Tempo. Nicht rennen, nicht zögern, die Autos fahren um dich herum. Unser Tipp: Bei Einheimischen anhängen und gemeinsam queren. Das erspart dir so manchen Tropfen Angstschweiss.

Die Geheimsprache Kairos

Wird in der Schweiz im Auto die Hupe getätigt, hat entweder jemand das grüne Ampel-Licht verschlafen, sich auf der Strasse besonders verwerflich verhalten oder die Schweizer Nati hat soeben das WM-Viertelfinale erreicht. Ganz anders in Kairo: Es wird pausenlos gehupt.

Und die Ägypter sprechen mit ihrer Hupe eine eigene Code-Sprache, mit der sich von Liebesbezeugungen bis zu Beschimpfungen viele Dinge ausdrücken lassen. Wird etwa einmal lang und zweimal kurz gehupt, gilt das als Begrüssung. Für ein «Danke» wird zweimal kurz gehupt – und hängt man ein drittes Mal dran, gesteht man seine Liebe.

Aber aufgepasst: Wer den falschen Code sendet (dreimal kurz, zweimal lang), riskiert schnell einen Streit auf offener Strasse.

Schweizer Zuckerbombe

Pyramiden können die Ägypter – Schlagrahm brachten die Schweizer. Die legendäre Patisserie Maison Groppi wurde 1890 vom Tessiner Giacomo Groppi gegründet.

Eigentlich wollten wir hier unser Frühstück einnehmen. Doch das Groppi verbirgt sich noch hinter weissen Plastikplanen. Die Wiedereröffnung des Traditionscafés soll im ersten Halbjahr 2026 erfolgen.
Eigentlich wollten wir hier unser Frühstück einnehmen. Doch das Groppi verbirgt sich noch hinter weissen Plastikplanen. Die Wiedereröffnung des Traditionscafés soll im ersten Halbjahr 2026 erfolgen.
Christian Thumshirn

Der Kairoer Hauptsitz am Talat-Harb-Platz ist seit Jahrzehnten Treffpunkt für Paschas, Politiker und Verliebte. Groppi war Bühne für Geschichte, Literatur und Film – sogar in «The English Patient» spielt das Café eine Rolle.

Produziert wurde alles selbst: mit Schweizer Kühen auf einer Nilinsel, eigener Milch, eigenem Rahm. Groppi belieferte erst Könige, später Präsidenten – und Prominenz von Jacqueline Onassis bis Richard Nixon.

In den 1980er-Jahren wechselte das Café den Besitzer. Aktuell wird das historische Haus umfassend restauriert – die Wiedereröffnung ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Ein Must für zukünftige Kairoreisende.

Biershops

In Kairo ist der Kauf von Alkohol aufgrund der islamischen Prägung der Stadt nicht in gewöhnlichen Supermärkten möglich. Ausserhalb internationaler Hotels wirst du in unscheinbaren Spezial-Geschäften fündig. Während vor Jahren die Kette «Drinkies» quasi ein Monopol innehatte, ist die Vielfalt heute grösser. Auf Google Maps findest du die Läden allerdings noch immer unter «Drinkies».

Kairo auf einen Blick

Der Blick von Kairos Zitadelle: Im Vordergrund die islamische Altstadt, in der Ferne die Pyramiden von Gizeh.
Der Blick von Kairos Zitadelle: Im Vordergrund die islamische Altstadt, in der Ferne die Pyramiden von Gizeh.
IMAGO / Panthermedia

Nur vom Burgberg der Zitadelle aus lässt sich Kairo wirklich begreifen: das endlose Häusermeer, die Minarette der Altstadt, bei guter Sicht sogar die Pyramiden.

Dominant über allem thront die Mohammed-Ali-Moschee, Kairos bekannteste Silhouette – restauriert in den 1930er-Jahren mit Hilfe von ETH-Ingenieuren aus der Schweiz.

Nicht im ägyptischen Stil, sondern ganz im osmanischen Prunk: Mohammed Ali liess seine Moschee im Istanbuler Look bauen – mit Kuppeln, Doppelminaretten und barockem Flair – als klares Statement seiner Macht und Nähe zum Osmanischen Reich.

Blick über die Dächer des historischen Kairo: Über den dicht gebauten Häusern erhebt sich die Mohammad-Ali-Moschee auf der Zitadelle – eines der markantesten Wahrzeichen der ägyptischen Hauptstadt.
Blick über die Dächer des historischen Kairo: Über den dicht gebauten Häusern erhebt sich die Mohammad-Ali-Moschee auf der Zitadelle – eines der markantesten Wahrzeichen der ägyptischen Hauptstadt.
IMAGO / Zoonar

Unser Tipp: Geh hier möglichst zu Beginn deines Kairo-Aufenthalts hin. Der Blick von oben hilft, sich einen Überblick zu verschaffen – und macht klar, wie gross, dicht und widersprüchlich diese Stadt wirklich ist.

Erst danach lohnt es sich, in die Gassen hinabzutauchen.

Dark Tourism: Das Massaker von Kairo

Übrigens: Die Zitadelle ist auch ein Tatort. 1811 liess Mohammed Ali hier 470 Mamluken nach einem Fest massakrieren, um ihre Macht zu brechen.

Kairo, 1811: In einem blutigen Hinterhalt liess Muhammad Ali fast 500 Mamluken in der Zitadelle ermorden. Der Machtgriff markierte das Ende der jahrhundertealten Militärelite – und den Aufstieg einer neuen Ordnung in Ägypten.
Kairo, 1811: In einem blutigen Hinterhalt liess Muhammad Ali fast 500 Mamluken in der Zitadelle ermorden. Der Machtgriff markierte das Ende der jahrhundertealten Militärelite – und den Aufstieg einer neuen Ordnung in Ägypten.
IMAGO / GRANGER Historical Picture

Paradox dabei: Trotz seiner Brutalität galt er als progressiver, dem Westen zugewandter Herrscher, der Ägypten modernisierte – und beim Volk lange sehr beliebt war.

Sein absolut sehenswerter Herrscher-Palast auf Kairos Burgberg ist leider wegen Restaurierungsarbeiten seit Jahren geschlossen.

Leben unter Toten

Nach dem Besuch der Zitadelle liegt ein Abstecher fast auf der Hand: die Totenstadt – eine der bizarrsten und zugleich eindrucksvollsten Gegenden der Stadt. Gleich unterhalb der Festung, beginnt das riesige Gräberfeld, das sich kilometerweit nach Norden und Süden erstreckt.

Kairo zwischen Leben und Tod: In der Totenstadt Al-Qarafa, einem der ältesten islamischen Friedhöfe weltweit, wohnen heute Familien zwischen Mausoleen und Minaretten – einige bewachen Gräber, andere leben einfach mittendrin.
Kairo zwischen Leben und Tod: In der Totenstadt Al-Qarafa, einem der ältesten islamischen Friedhöfe weltweit, wohnen heute Familien zwischen Mausoleen und Minaretten – einige bewachen Gräber, andere leben einfach mittendrin.
Anadolu via Reuters Connect

Was auf den ersten Blick wie ein stiller Friedhof wirkt, ist für tausende Menschen seit Jahrzehnten Wohnort. Zwischen Mausoleen und Familiengräbern haben sich die Ärmsten der Armen eingerichtet – teils schon in zweiter oder dritter Generation. In den 1980er-Jahren legte die Regierung sogar Strom in die Totenstadt, wo man heute zwischen Gräbern, Satellitenschüsseln und Wäscheleinen eine fast parkartige Ruhe findet – ein starker Kontrast zur lärmenden Altstadt gleich nebenan.

Unter den Toten ist auch ein Schweizer: Johann Ludwig Burckhardt, bekannt als Scheich Ibrahim Ibn Abdallah – der Lausanner Orientalist, dem wir die Wiederentdeckung von Petra und Abu Simbel verdanken.

Stadtwandern durchs islamische Viertel

Bab al-Futuh und Bab Zuweila sind zwei der drei heute noch erhaltenen Stadttore der mittelalterlichen Stadt al-Qahira, die als im Jahre 969 nach Christus gegründete Palaststadt der Fatimiden-Dynastie namensgebend für das heutige Kairo geworden ist. Sie verbinden eine eindrückliche Route durch das islamische Viertel, das historische Herz Kairos. Enge Gassen, jahrhundertealte Minarette, versteckte Innenhöfe. Hier spürt man die Geschichte der Stadt.

Plane 2 bis 3 Stunden ein. Am Ende lohnt sich der Aufstieg auf das Minarett von Bab Zuweila – Blick über das Dächermeer inklusive.

Impression_Markt_Islamisches Viertel_1

Impression_Markt_Islamisches Viertel_1

15.01.2026

Das wohl schönste Minarett Kairos

Wenn du die Al-Mu’izz-Strasse im Souk Richtung Bab Futuh entlanggehst, steht es plötzlich vor dir: das Minarett der Madrasa al-Nasir Muhammad.

Plötzlich ragt es über den Gassen auf: das Minarett der Madrasa al-Nasir Muhammad. Der Turm von 1303 gehört zum Mamluken-Komplex an der Al-Muʿizz-Strasse und zeigt reich verzierten Stuck sowie ägyptisch-persische Einflüsse.
Plötzlich ragt es über den Gassen auf: das Minarett der Madrasa al-Nasir Muhammad. Der Turm von 1303 gehört zum Mamluken-Komplex an der Al-Muʿizz-Strasse und zeigt reich verzierten Stuck sowie ägyptisch-persische Einflüsse.
Christian Thumshirn

Erbaut im frühen 14. Jahrhundert zur Zeit der Mamluken ist es Teil des berühmten Qalawun-Komplexes, der aus einer Moschee, einer Koranschule und einem Mausoleum besteht. Feinste Stuckarbeiten, perfekte Proportionen – und oben überraschend persische Einflüsse.

Wenn du in Kairo nur ein Minarett bewusst anschaust, dann bitte dieses.

Einheimischen-Souk statt Touristenmagnet

Es gibt wohl keinen Kairo-Reiseführer, in dem der Khan el-Khalili nicht weit oben auf der Empfehlungsliste steht. Kairos grosser Basar, ein ehemaliger Handelsplatz, der im Laufe der Jahre gewachsen ist und von industriellen Souvenirläden über Cafés bis hin zu Werkstätten alles beherbergt, ist auch zweifellos einen Besuch wert. Das Erlebnis teilt man sich aber mit unzähligen Touristen.

Pharaonen im Mini-Format: Statuetten und Büsten aus dem Souvenirregal des Khan el-Khalili. Wem’s gefällt – bitteschön. Wer echtes ägyptisches Handwerk sucht, wird entlang der Al-Muizz-li-Din-Allah-Strasse fündig.
Pharaonen im Mini-Format: Statuetten und Büsten aus dem Souvenirregal des Khan el-Khalili. Wem’s gefällt – bitteschön. Wer echtes ägyptisches Handwerk sucht, wird entlang der Al-Muizz-li-Din-Allah-Strasse fündig.
Christian Thumshirn

Wer also in die authentische Atmosphäre des Lebens in der Hauptstadt eintauchen will, braucht bloss die Strassenseite zu wechseln: Entlang der Al-Muizz li-Din Allah Strasse bist du mitten im Souk der Einheimischen. An den bunten Marktständen findest du Gewürze, Handwerk, Kleidung, Teppiche – und auffällig viel Unterwäsche und glitzernde Dessous.

Kairo ist anders, aber nicht gefährlich

Kurios – aber wahr: In Ägypten ist kein einziger Banküberfall registriert.

Der Grund liegt in den religiösen und gesellschaftlichen Normen, die Diebstahl stark ächten – vor allem aber an der extremen Sicherheitsdichte mit bewaffneten Wachen, Polizei in unmittelbarer Nähe und strengen Zugangskontrollen.

Für dich heisst das: Organisierte Gewaltkriminalität spielt im Alltag kaum eine Rolle. Stattdessen solltest du auf Kleinkriminalität achten: Taschendiebstahl, Ablenkungsmanöver und Abzocke in vollen Souks oder bei Sehenswürdigkeiten.

Zuckerrohrsaft, frisch aus dem Rohr gepresst

«Muss man porbiert haben». Unser Kairo-Reporter zieht Fazit.
«Muss man porbiert haben». Unser Kairo-Reporter zieht Fazit.

Im Sommer kann das Thermometer in Kairo auf über 40 Grad steigen. Abhilfe schafft da das beliebteste Erfrischungsgetränk der Stadt: Zuckerrohrsaft, in Ägypten als Assab bekannt. Das grasig-grüne Getränk wird an den vielen Saftständen frisch gepresst und ist fester Bestandteil der lokalen Kultur und Kulinarik.

Assab schmeckt für den europäischen Geschmack aber ziemlich gewöhnungsbedürftig – siehe Video.

Zuckerrohrsaft_MASTER

Zuckerrohrsaft_MASTER

15.01.2026

Shisha rauchen

In vielen Cafés gehört Shisha einfach dazu. Es werden dunkler Tabak oder aromatisierte Sorten – Klassiker sind Apfel oder Minze – geraucht, oft begleitet von Tee. Dabei darf man sich ruhig Zeit nehmen: Shisha ist kein schneller Konsum, sondern Teil der Kaffeekultur – man sitzt, redet, beobachtet das Treiben.

Der Nichtraucher im Team wurde auserkoren, das «authentische» Wasserpfeifen-Erlebnis zu testen. Wie erwartet mit… sagen wir: durchzogenem Erfolg. Das Resultat im Video.

Wasserpfeife rauchen_1

Wasserpfeife rauchen_1

16.01.2026

So kommst du in Kairo von A nach B

U-Bahn: Die Metro ist das schnellste Verkehrsmittel der Stadt – günstig, effizient und staufrei. Gerade zur Rushhour spart man hier viel Zeit. Es gibt eigene Waggons für Frauen, was für alleinreisende Touristinnen angenehm sein kann. Tickets kosten nur wenige ägyptische Pfund und werden an kleinen Schaltern in den Stationen gekauft.

Taxifahren_1

Taxifahren_1

16.01.2026

Uber: Uber ist in Kairo weit verbreitet und meist unkomplizierter als klassische Taxis. Die Preise sind transparent, die Route ist im System hinterlegt – Diskussionen entfallen. Besonders abends oder bei Sprachbarrieren ist Uber die entspannteste Lösung.

Taxi: Wer sich für ein Taxi entscheidet, macht am besten im Voraus den Preis mit dem Fahrer ab, um angenehme Überraschungen bei der Ankunft vorzubeugen. Achtung: Bloss nicht nach dem Preis fragen – das outet dich als Kairo-Anfänger und treibt den Taxameter automatisch in die Höhe. Manche Fahrer sprechen zwar wenig bis kein Englisch, die Festlegung eines Preises sollte aber in den meisten Fällen problemlos möglich sein. Taxis haben anders als in vielen Ländern kein Schild auf dem Dach – du erkennst sie an der weissen Farbe und am speziellen Nummernschild.

Zur Orientierung hier grobe Richtpreise:

  • Flughafen Kairo–Downtown: ca. 150–250 Ägyptische Pfund (EGP)
  • Flughafen Sphinx International–Downtown: ca. 1200 EGP
  • Downtown–Gizeh/Pyramiden: ca. 120–200 EGP
  • Downtown–Zamalek: ca. 50–100 EGP

Gizeh Zoo: Verfall und Comeback

«Der Grad der Zivilisation eines Volkes zeigt sich im Umgang mit Tieren», soll Mahatma Gandhi einmal gesagt haben. Im Zoo von Gizeh lässt sich das bestens beobachten.

Einst galt er als einer der schönsten der Welt, mit einer Zoo-Architektur im Stil der viktorianischen Ära: kunstvolle Gitter, romantische Grotten und geometrisch angelegte Wege erzählen noch heute vom kolonial geprägten Anspruch, Ordnung in die Wildnis zu bringen.

Derzeit ist der Zoo wegen umfassender Renovierungen geschlossen. Doch für künftige Kairo-Reisen sollte er ganz oben auf der Liste stehen.

Ein Grossprojekt soll ihn mit modernen Gehegen, neuen Tierarten und Bildungszentren in eine familienfreundliche Attraktion auf Weltniveau verwandeln. Selbst ein Tunnel zum benachbarten Orman-Garten ist geplant – dem botanischen Garten Kairos.

Die Wiedereröffnung ist schrittweise bis Ende 2026 vorgesehen.

Zamalek: Villen, Pasta und ein Hauch Europa

Wer dem Dauertrubel Kairos entkommen will, findet auch auf Zamalek eine überraschend entspannte Oase mitten im Nil.

Hausboote liegen ruhig am Ufer der Nilinsel Zamalek. Das Quartier gilt als eines der kulturellen Zentren Kairos, mit Opernhaus, Theatern und einer lebendigen Kunstszene.
Hausboote liegen ruhig am Ufer der Nilinsel Zamalek. Das Quartier gilt als eines der kulturellen Zentren Kairos, mit Opernhaus, Theatern und einer lebendigen Kunstszene.
thc

Das alte Villenviertel versprüht kolonialen Charme, vermischt mit moderner Architektur, viel Grün und einem Hauch von westlicher Gelassenheit. Zwischen Galerien und Botschaften findest du auf der Nilinsel auch das Schweizerische Institut für ägyptische Bauforschung und Altertumskunde, gegründet 1949 als Nachfolger des Ludwig-Borchardt-Instituts. 

Ludwig Borchardt war es übrigens, der 1912 bei Ausgrabungen in Tell el-Amarna die Büste der Nofretete entdeckte – ein Fund, der weltweit Aufsehen erregte und bis heute für Diskussionen sorgt.

Kairoer Oper: Bühne von Weltrang

Wenn du Kultur liebst, führt kein Weg an der Kairoer Oper vorbei.

Abends erstrahlt die Kairoer Oper auf der Insel Gezira als eleganter Treffpunkt für Kunst, Musik und Publikum aus aller Welt.
Abends erstrahlt die Kairoer Oper auf der Insel Gezira als eleganter Treffpunkt für Kunst, Musik und Publikum aus aller Welt.
IMAGO / Panthermedia

Auf der Insel Gezira gelegen – so wird der südliche Teil der Nilinsel Zamalek bezeichnet – gilt sie als renommierteste Bühne des Landes – international geschätzt und berühmt für ihre grossen Aida-Inszenierungen und ihr hochkarätiges Programm aus Oper, Ballett und Konzerten.

Pasta statt Pomp

Vor oder nach dem Opernbesuch lohnt sich ein Abstecher zu Didos al Dente, einem kleinen, charmanten Italiener, der seit Jahren zur festen Gastro-Szene Zamaleks gehört. Eng ist es zwar, oft auch voll – aber die Pasta gilt als eine der besten der Stadt: Die Pizza? – Geschmackssache.

Die Alternative zum Biergarten

Weil wir gerade beim Essen sind: Auch das Andrea ist eine legendäre Adresse. Versteckt, grün, ruhig – mit dem wohl besten Poulet der Stadt.

Von Downtown nimmt man sich ein Taxi. Fahrzeit je nach Verkehr rund eine halbe Stunde.

Das Gartenrestaurant – am ehesten vergleichbar mit einem deutschen Biergarten – befindet sich in Richtung Pyramiden am Rande Gizehs.

Die Poulets werden auf riesigen, rotierenden Grills zubereitet und «boneless», also entbeint serviert. Dazu frisches Brot, Pommes, Salat und Tehina – ein Erlebnis. Und das Beste: Auch das «Andrea» hat eine Alkohollizenz.

Die ersten Poulets ziehen langsam ihre Kreise. Im Garten des «Andrea» in New Giza sitzt man erhöht über der Stadt mit weitem Fernblick, weit weg vom Trubel der Metropole.
Die ersten Poulets ziehen langsam ihre Kreise. Im Garten des «Andrea» in New Giza sitzt man erhöht über der Stadt mit weitem Fernblick, weit weg vom Trubel der Metropole.

Abendtanz auf dem Schiff

Wer sich in der Nähe des Nils aufhält, wird früher oder später wohl von einer Schifffahrt inklusive Show und Dinner zu überzeugen versucht. Kurz und knapp: Tu es nicht.

Die Musik ist so laut, dass ein Tischgespräch zur Unmöglichkeit wird. Die in der Regel aufgeführten Tänze sind zwar beeindruckend, erinnern aufgrund des inszenierten Ambientes aber an ein aufgesetztes Theater für Reisegruppen. Wer den Nil geniessen will, fährt besser mit einem kleinen, traditionellen Segelboot – Falūka nennen es die Einheimischen – bei Sonnenuntergang.

Abendtanz auf Schiff_1

Abendtanz auf Schiff_1

16.01.2026

Vom Büro-Monster zum Luxus-Geisterhaus

Was sich dagegen wirklich lohnt: Ein nächtlicher Spaziergang über den Tahrir-Platz. Vor allem ein Gebäude sticht sofort ins Auge: Das Mogamma. Einst das Epizentrum der «unbezwingbaren Bürokratie» Ägyptens, beherbergte der Betonkoloss über 1350 Räume und 30'000 Mitarbeiter.

Nachts hell erleuchtet: Das Mogamma am Tahrir-Platz in Kairo. Das monumentale Verwaltungsgebäude aus den 1950er-Jahren prägt bis heute das Bild des zentralen Platzes.
Nachts hell erleuchtet: Das Mogamma am Tahrir-Platz in Kairo. Das monumentale Verwaltungsgebäude aus den 1950er-Jahren prägt bis heute das Bild des zentralen Platzes.
IMAGO / Depositphotos

Seit 2025 steht das Gebäude leer, denn alle Behörden sind mittlerweile in die neue Hauptstadt umgezogen.

Heute ist das Mogamma die gewaltigste Ruine der Stadt, die nachts jedoch prachtvoll beleuchtet wird. Bald soll hier statt Aktenwälzen purer Luxus einziehen: Der Umbau zum Hotel «CairoHouse» ist bereits in Planung.

Ägyptisches Museum am Tahrir

Tutanchamuns Grabschatz ist ins neue Grand Egyptian Museum bei Gizeh umgezogen – und im Ägyptischen Museum am Tahrir wird's spürbar ruhiger.

Der Silbersarkophag des Pharaos Psusennes I.: 1940 von Archäologe Pierre Montet entdeckt. Die aussergewöhnlichen Funde gerieten im Schatten des Zweiten Weltkriegs fast in Vergessenheit.
Der Silbersarkophag des Pharaos Psusennes I.: 1940 von Archäologe Pierre Montet entdeckt. Die aussergewöhnlichen Funde gerieten im Schatten des Zweiten Weltkriegs fast in Vergessenheit.
EPA/KHALED ELFIQI

Gleichzeitig rückt endlich auch der «Silberpharao» Psusennes ins Rampenlicht: Seine spektakulären Grabbeigaben kamen bisher zu kurz. Es hatte schlicht zu wenig Ausstellungsfläche. Zudem ist die Vor- und Frühgeschichte Ägyptens stark dokumentiert – Pflichtprogramm für Fans altägyptischer Kunst und Kultur.

Boulaq – Kairos unterschätzter Geheimtipp

Boulaq war einst Kairos Handels- und Hafenviertel am Nil – und ist es im Kern noch immer: Laut, chaotisch, eng und arm, aber unverfälscht. Zu Fuss unterwegs zu sein ist intensiv: Märkte, Werkstätten, Moscheen und Teestände drängen sich auf engstem Raum.

So sieht Boulaq nicht mehr aus. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1870, als das Viertel noch vom Nilhandel geprägt war. Wer Boulaq heute entdeckt, findet dichte Bebauung, Verkehrschaos und Wolkenkratzer – doch ein Teil des historische Kerns ist geblieben.
So sieht Boulaq nicht mehr aus. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1870, als das Viertel noch vom Nilhandel geprägt war. Wer Boulaq heute entdeckt, findet dichte Bebauung, Verkehrschaos und Wolkenkratzer – doch ein Teil des historische Kerns ist geblieben.
Wilhelm Hammerschmidt, Wikimedia Commons, Public Domain Mark 1.0

Heute ist der Kontrast extrem: Neben Wohnblocks ragen Ministerien und Glastürme auf. Viele Ecken wirken heruntergekommen, gleichzeitig steckt viel Geschichte im Quartier.

Als Tourist fällt man auf, wird gemustert, angesprochen und manchmal auch auf einen Tee eingeladen.

Gefährlich ist es nicht, eher ungewohnt, direkt und sehr nah am Leben. Respekt und Zurückhaltung sind entscheidend – wer sich darauf einlässt, erlebt Kairo fernab von Postkarten und Hotelzonen.

El Wekala ist Kairos historischer Markt zum Stöbern und Kaufen.

Ebenfalls ein Muss ist die Merza-Moschee aus dem Jahr 1698. Versteckt im Trubel überrascht sie mit prachtvoller osmanischer Architektur und wirkt im chaotischen Boulaq wie eine stille Oase.

Mamsha Ahl Misr – auf deutsch: «Promenade der Menschen Ägyptens»

Neu, hip und endlich direkt am Wasser: Mit der Mamsha Ahl Misr hat Kairo eine rund 4,7 Kilometer lange, zweistöckige Promenade am Nil bekommen – mit Cafés, Restaurants und spektakulären Blicken auf den Fluss.

Ein Rendering der Mamsha Ahl Misr («Promenade der Menschen Ägyptens»): Die neue Nil-Promenade in Kairo soll Flanierwege, Cafés und Grünflächen bieten.
Ein Rendering der Mamsha Ahl Misr («Promenade der Menschen Ägyptens»): Die neue Nil-Promenade in Kairo soll Flanierwege, Cafés und Grünflächen bieten.

Möglich wurde die Flaniermeile, weil der Nil heute durch den Assuan-Hochdamm und weitere Wasserprojekte deutlich stärker reguliert wird. Wir finden: Perfekt für einen Spaziergang bei Sonnenuntergang, auch wenn einige Abschnitte noch im Ausbau sind. Das Video unten zeigt einen Teil der bunt erleuchteten Promenade nachts vom Nil aus.

Neue Lokale am Wasser_2

Neue Lokale am Wasser_2

16.01.2026

Hier siehst du Mumien

Welche Wörter kommen dir zuerst in den Sinn, wenn du an Ägypten denkst? Die Chancen stehen wohl gut, dass dir soeben «Mumie» oder «Pharao» durch den Kopf ging. Wer die berühmten Pharaonen sehen will, muss ins National Museum of Egyptian Civilization.

Eine Projektion zeigt die Mumie eines Pharaos im National Museum of Egyptian Civilization in Kairo – modern inszeniert in einer der Ausstellungen des neuen Museums.
Eine Projektion zeigt die Mumie eines Pharaos im National Museum of Egyptian Civilization in Kairo – modern inszeniert in einer der Ausstellungen des neuen Museums.
Christian Thumshirn

2021 wurden die Königsmumien in einer gross inszenierten Parade dorthin überführt. Ein Muss, wenn man die Überbleibsel der Errichter der Pyramiden sehen möchte – etwa Ramses II., der Erbauer des Tempels von Abu Simbel und einst der mächtigste Herrscher des Alten Ägyptens. Nun liegt er ausgestellt in einer Vitrine.

Mumientransport

Mumientransport

16.01.2026

Heliopolis – Kairos elegante Sonnenstadt

Heliopolis ist anders.

Der Stadtteil entstand ab 1905 zehn Kilometer von Kairo entfernt als erste geplante Satellitenstadt – gebaut in der Wüste für Luxus, Freizeit und modernes Leben. Dich erwarten breite Boulevards, Belle-Époque-Bauten und der eigene Heliopolis-Stil.

Highlights sind der exotische Baron-Empain-Palast und die Basilika Notre-Dame d’Heliopolis.

Geheimnisumwitterter Baron-Palast: Der exotische Hindu-Palast in Heliopolis fasziniert mit ungewöhnlicher Architektur, jahrzehntelangem Leerstand – und Legenden über Geheimgänge, Rituale und Geister.
Geheimnisumwitterter Baron-Palast: Der exotische Hindu-Palast in Heliopolis fasziniert mit ungewöhnlicher Architektur, jahrzehntelangem Leerstand – und Legenden über Geheimgänge, Rituale und Geister.
IMAGO / Depositphotos

Auch Shopping lohnt sich: Entlang der Korba-Zone und in Malls findest du Luxus- und Premiumlabels.

Einst Wohnort der Elite, ist Heliopolis heute belebt und dicht bebaut. Trotzdem wirkt es geordneter, ruhiger – und fast europäisch im Vergleich zum Rest Kairos.

Die Pyramiden

Erster Halt des neuen Hop-on-Hop-off-Bussystems vom Besucherzentrum zu den Pyramiden von Gizeh: Touristinnen posieren mit Blick auf die berühmten Monumente.
Erster Halt des neuen Hop-on-Hop-off-Bussystems vom Besucherzentrum zu den Pyramiden von Gizeh: Touristinnen posieren mit Blick auf die berühmten Monumente.
Christian Thumshirn

Ja, sie sind kein Geheimtipp. Aber ganz ohne die Pyramiden von Gizeh geht es in Kairo natürlich nicht. Und egal wie oft man sie schon auf Fotos gesehen hat: Wenn man plötzlich direkt vor diesen 4500 Jahre alten Steinriesen steht, fühlt sich selbst der grösste Touristenmagnet wieder wie ein echtes Abenteuer an.

Die grösste der drei Pyramiden, die Cheops-Pyramide, kann sogar betreten werden. Der innere Indiana Jones ist damit schon mal angefixt. Aber Vorsicht: Der Zugang ist eng, steil, heiss und bis zur leeren Grabkammer geht’s aufgrund der vielen Besucher nur im Schneckentempo voran. Immerhin steht nach der ägyptischen Sauna draussen eine Gelateria zur Erfrischung bereit.

Apropos Kulinarik: Mit Samih Sawiris hat auch ein hierzulande bestens bekannter Unternehmer seine Finger beim letzten erhaltenen Weltwunder der Antike im Spiel. Gleich zwei Restaurants in unmittelbarer Nähe der Pyramiden gehören ihm. Wir haben die «9 Pyramids Lounge» getestet und waren vor allem vom Ausblick begeistert.

Kairos Hinterhof: die Fayum-Oase

Nur rund eine Stunde von Kairo entfernt erlebst du hier ägyptisches Landleben. Die Oase bietet Zugang zur Knickpyramide von Medum und zu eindrücklichen Ausgrabungen.

Grüne Felder und Palmen im fruchtbaren Fayum-Becken – im Hintergrund erhebt sich die stark erodierte Pyramide von Hawara, ein Bauwerk aus der Zeit des Pharaos Amenemhet III.
Grüne Felder und Palmen im fruchtbaren Fayum-Becken – im Hintergrund erhebt sich die stark erodierte Pyramide von Hawara, ein Bauwerk aus der Zeit des Pharaos Amenemhet III.
IMAGO / Dreamstime

Besonders faszinierend ist die römische Siedlung Karanis – fast wie Pompeji, nur ohne Besucher. Du gehst durch freigelegte Strassen und Häuser und fühlst dich fast wie ein Entdecker.

Und falls du einmal gehört haben solltest, der Fayum sei eine Hochburg islamistischer Gruppen: Das gilt heute nicht mehr – ein Besuch ist jetzt problemlos möglich.

Nilblick, aber kein Nilfisch

Am Nil Fisch essen gehört in Kairo einfach dazu. Die Auswahl an Restaurants ist riesig. Wir waren im Seagull – fast nur ägyptische Familien, wir die einzigen Touristen. Ein gutes Zeichen. Stark gehypt werden gerade Catchy Fish & More und Flying Fish.

Der Fisch kommt übrigens – inshallah – nicht aus dem Nil, sondern je nach Art fangfrisch aus dem Roten Meer oder dem Mittelmeer.

Koshari Essen

Koshari ist das berühmteste ägyptische Nationalgericht und ein beliebtes, kostengünstiges Streetfood in Kairo. Es ist eine herzhafte Mischung aus Reis, Pasta, Linsen und Kichererbsen, gekrönt mit einer würzigen Tomatensauce, Knoblauch-Essig-Sauce und Röstzwiebeln.

Klingt zu derb, um wahr zu sein? Überzeuge dich selbst im Video.

Kushari essen

Kushari essen

16.01.2026

6 Wörter auf Arabisch

Dass du mit Einheimischen in deren Landessprache sprichst, erwartet selbstverständlich niemand von dir. Mit ein paar Brocken ägyptischem Arabisch gewinnst du aber sofort Sympathie.

Von der Begrüssung bis zum eleganten Abwimmeln von aufdringlichen Händlern – im Video erfährst du sechs Wörter, die dich bestens für deinen Kairo-Aufenthalt wappnen.

Wörter auf Arabisch

Wörter auf Arabisch

16.01.2026


Und zum Schluss noch ein kleiner Mythos über Ägypten, den man hier immer wieder hört: Wer einmal vom Nil getrunken hat, kehrt immer wieder nach Ägypten zurück.

Ob es wirklich ein altes arabisches Sprichwort ist oder eher eine romantische Touristenweisheit, lässt sich nicht ganz klären. Sicher ist nur: Die Redewendung kursiert seit Generationen unter Reisenden und Ägyptenfans.

Was wir dir allerdings auf keinen Fall empfehlen würden: tatsächlich aus dem Nil zu trinken.

Kairo aber? – Dieser Stadt würden wir jederzeit wieder einen Besuch abstatten.


Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Edelweiss.

Alle Infos in Kürze

  • Anreise: Edelweiss fliegt ab Oktober 2026 mehrmals monatlich zum Flughafen Gizeh/Kairo Sphinx. Die Flugzeit beträgt rund 4 Stunden, das erste Sportgepäck der Kategorie Normal (max. 23 kg) reist kostenfrei mit. Buchbar auf flyedelweiss.com
  • Weitere Informationen findest du unter Visit Egypt

Mehr Videos aus dem Ressort

Streit um Nofretete – Museum eröffnet – und jetzt will Ägypten seine Königin endlich zurück

Streit um Nofretete – Museum eröffnet – und jetzt will Ägypten seine Königin endlich zurück

Mit der Eröffnung des Grand Egyptian Museum in Gizeh zeigt Ägypten seine grössten Schätze. Doch ausgerechnet die berühmteste Königin des Landes fehlt: Nofretete. Seit über 100 Jahren steht sie in Berlin. Jetzt wird der Ruf nach ihrer Rückkehr lauter.

13.11.2025