5 Highlights auf einen Klick Darum ist Costa Rica für viele Schweizer*innen ein Traumziel

Vanessa Büchel

16.6.2024

Die Küsten Costa Ricas sind rau und wild – dafür gesäumt mit reichen Wäldern.
Die Küsten Costa Ricas sind rau und wild – dafür gesäumt mit reichen Wäldern.
Bild: Vanessa Büchel

Costa Rica ist Mittelamerikas grüne Schatzkammer und hat viel zu bieten: Von der Karibik- bis hin zur Pazifikküste erstrecken sich saftiges Grün, eindrückliche Vulkane und einsame Sandstrände. Das sind die Highlights.

Vanessa Büchel

16.6.2024

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Costa Rica ist ein grünes Paradies in Mittelamerika und liegt zwischen Nicaragua sowie Panama.  
  • Das Land befindet sich zwischen zwei Küsten. Auf der einen Seite rauscht der Pazifik und auf der anderen der Atlantik. 
  • Berge und Vulkane teilen Costa Rica in zwei unterschiedliche Klimazonen. Der Vulkan Arenal ist ein beliebtes Ziel für Ausflüge.
  • An der Pazifikküste lässt es sich wunderbar surfen.
  • Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten ist gross. Neben Faultieren, Kaimanen und Papageien gibt es auch Affen zu entdecken. 
  • Die Auswahl an exotischen Früchten ist für Schleckmäuler ein Traum. 
  • Costa Ricas Natur ist unberührt und die Bewohner tragen ihr Sorge. Es ist eines der nachhaltigsten und friedlichsten Länder der Welt.

Im Boot düsen wir vorbei an üppigem Grün und saftigen Wäldern. Ich tunke meine Hand in das aufschäumende Wasser, das an der Seite des Holzes bricht. Die Brise ist angenehm, lässt die Haare im Wind flattern und die Gedanken schweifen. Plötzlich drückt der Kapitän auf die Bremse – links von uns sei ein Krokodil aufgetaucht. Alle Blicke wandern seinem Zeigefinger nach. Nur wenig weiter oben breitet ein Tukan seine Flügel aus und schwebt dahin. Im Hintergrund brüllt ein Affe, während ich für mich denke, wie unfassbar reich Costa Rica doch ist. Reich an Tieren und unversehrter Natur.

Wir sind im Tortuguero Nationalpark, ein geschütztes Gebiet an der Karibikküste Costa Ricas, und an kaum einem anderen Ort, den ich zuvor bereist habe, wurde ich mit solch herrlicher Landschaft belohnt. Die «Ticas» und «Ticos», wie sich Costa Ricas Einwohner nennen, sind stolz auf die Artenvielfalt, die ihr Land bereithält.

«Wir haben hier über 900 Vogelarten», schwärmt unser Guide Diego und richtet seine Brille. Der Naturforscher mit dem ansteckenden Lächeln und purer Begeisterung für unseren Planeten ist ein gefragter Mann, arbeitete schon für National Geographic und war bereits mit David Attenborough unterwegs.

Costa Rica Infos

  • Hauptstadt: San José
  • Einwohner: 5,2 Millionen (2022)
  • Fläche: 51'100 Quadratkilometer
  • Amtssprache: Spanisch
  • Währung: Costa-Rica-Colón
  • Flora und Fauna: Die Vielfalt der Tiere und Pflanzen in Costa Rica ist gross. An Land gibt es diverse Affenarten, Jaguare oder Tapire, in den Lüften rund 900 heimischen sowie sechs endemischen Vogelarten und im Wasser Krokodile oder Wale zu bestaunen.
  • Beste Reisezeit: Zwischen Dezember und April. Regenzeit ist von Mai bis November.
Costa Rica liegt zwischen Nicaragua und Panama. Die Hauptstadt San José befindet sich etwa in der Mitte des Landes.
Costa Rica liegt zwischen Nicaragua und Panama. Die Hauptstadt San José befindet sich etwa in der Mitte des Landes.
Bild: Google Maps

«Wir sind hier im Paradies für Vogelbeobachter», sagt Diego. Und genau diesem Thema widmen wir uns zwischendurch auch. Nicht nur im Tortuguero Nationalpark erblicken wir immer wieder bunt gefiederte Arten, in der Ara Ambigua Lodge machen wir sogar eine Vogeltour.

Ein Vogel-Moment, der sich auch mir als Nicht-Ornithologin für immer in mein Gedächtnis einbrennt, ist aber ein anderer: Auf dem Parkplatz einer Raststätte ertönt lautstarkes Gezwitscher über unseren Köpfen, als wir aus dem Bus aussteigen. Der Blick nach oben offenbart ein Bild, das für mich ein ganz Unbekanntes ist – zwei zankende Aras in freier Wildbahn.

Zwei Papageie in freier Wildbahn – in den Bäumen bei einer Raststätte.
Zwei Papageie in freier Wildbahn – in den Bäumen bei einer Raststätte.
Bild: Edelweiss_Loren Bedeli

Highlight 1: Tortuguero Nationalpark

Eine halbe Million Menschen besuchen jährlich das Tortuguero-Gebiet in der Provinz Limón. Nur etwa 700 nennen das gleichnamige Dorf ihr Zuhause.

Was die Region im Nordosten Costa Ricas so anziehend macht? Sie ist ein Dschungelparadies mit einzigartiger Tier- und Pflanzenwelt. Hier tummeln sich Klammer-, Kapuziner- und Brüllaffen, Krokodile und Kaimane sowie seltenen Reptilien- und Vogelarten. Nachts streifen auch Jaguare auf ihren Samtpfoten dahin. 

Während auf der einen Seite der Landzunge das raue Meer seine Wellen schlägt, gleiten auf der anderen Reisende in Booten oder Kayaks durch das trübe Gewässer des Nationalparks. Die Landschaft erinnert irgendwie an den Amazonas, an einen mystischen Dschungel, der mit seiner Abgeschiedenheit und unglaublichen Flora und Fauna ein wahres Naturwunder darstellt.

Übersetzt heisst das spanische Wort «tortuga» Schildkröte. Und der Name der Region bedeutet so viel wie: Platz, an den die Schildkröten kommen.

Am kleinen Küstenabschnitt auf der Karibikseite des Landes sind die Panzertiere eines der grossen Highlights – denn hierher kommen sie, um ihre Eier im Sand zu vergraben. Jährlich sind es Tausende Schildkröten, die zwischen Juli und Oktober nach Tortuguero pilgern. Wer das einmal in seinem Leben gesehen hat, dem brennt sich dieses Spektakel für immer in sein Gedächtnis ein. 

Auf einer kleinen Wanderung zum Tortuguero Hill, einem erloschenen Vulkan, offenbart sich die vollumfängliche Schönheit des Schutzgebiets: Das sich wild aufbäumende Meer, wo man aufgrund von starker Strömungen und Haien nicht schwimmen sollte, und der weite Dschungel, durch den sich der Fluss schlängelt, auf dem sich alles abspielt. Wenn man sich fortbewegt, dann immer per Boot – für mich einfach unvergesslich. 

In den letzten Jahren hat sich hier eine Vielzahl an Lodges etabliert. Die Mawamba Lodge ist eine davon. Zu ihr gehört auch ein Boot-Restaurant, auf dem man abends während dem Znacht auf dem Fluss dahingleitet. 

Wer sich in den Tortuguero Nationalpark vorwagt, wird mit üppiger Natur belohnt und kommt in den Genuss von Abgeschiedenheit, ganz weit weg von all dem Alltagsstress. 

Highlight 2: Einsame Strände 

Nicht allerorts in Costa Rica ist das Meer so durchtrieben wie in Tortuguero. An der Pazifikküste auf der anderen Seite des Landes herrschen ideale Bedingungen für Surfer*innen. Gerade auch für Einsteiger*innen eignen sich Orte wie Nosara, Tamarindo oder Santa Teresa. 

Mit seiner Lage inmitten zweier Weltmeere ist Costa Rica ein echtes Paradies für Strandliebhaber*innen. In der Schweiz Zentralamerikas, wie Costa Rica auch gerne genannt wird, warten natürliche Schönheit zum Sonnetanken, Spazieren, Schwimmen, Surfen oder einfach Entspannen. 

Der rund sechs Kilometer lange Strand in Nosara ist gesegnet mit weissem Sand und grünem Hinterland. Dank seiner Weite und auch Breite verlaufen sich die Menschen und obwohl viel los ist, bleibt ein einsames Gefühl zurück. In der Ferne liegt der Dunst der Wellen in der Luft, auf denen geübte Surfer*innen ihre Runden ziehen. Der perfekte Ort, um einfach mal wieder so richtig die Seele baumeln zu lassen.

Highlight 3: Lagarta Lodge

Zwischen den Monaten Mai und November regnet es ganz schön viel in Costa Rica. Von irgendwoher muss das saftige Grün ja gespeist werden. Doch auch an regenreichen Tagen verliert das Land nichts von seiner Schönheit.

Besonders eindrücklich zeigt sich die Aussicht vom Infinitypool der Lagarta Lodge in Nosara. Dort scheint die Welt stillzustehen und während man langsam dem Poolrand entgegen gleitet, gibt es plötzlich nur noch einen Gedanken: Wie kann ein Land so viel unberührte Ecken bewahren?

Der Guaro Sour – ein Cocktail, der mit einer Art Zuckerrohr-Likör gemischt wird – schmeckt mit der traumhaften Aussicht umso besser.  

Highlight 4: Vulkan Arenal

Costa Rica und seine Feuerberge haben eine lange Geschichte. Sechs Vulkane gelten noch immer als aktiv – und der wohl eindrücklichste davon ist Arenal. Derzeit «ruht» der Riese, warum er auch problemlos besucht werden kann. Auf verschiedenen Routen umwandert man den Vulkan Arenal oder weiter weg kann man mit Aussicht auf den Feuerberg mit dem Kayak auf dem künstlichen Arenal-See seine Runden drehen.

Ein echtes Erlebnis in der Gegend sind die Hängebrücken, auf denen Schwindelfreie zwischen den Baumkronen von Costa Ricas Dschungel wandeln. Im Park Místico Arenal Hanging Bridges gibt es angelegte Pfade, die von einer zur nächsten Hängebrücke führen – immer wieder werden Besucher*innen mit einem fantastischen Blick über das weite Blätterdach belohnt und zwischendurch erhascht man den Vulkan Arenal.

Bekannt ist die Gegend auch für seine natürlichen heissen Quellen, die der Topografie zu Schulden sind. Auch das Hotel Manoa hat eine Poolanlage mit natürlich gewärmtem Wasser. Der Blick auf den Vulkan ist vom ganzen Areal aus spektakulär und das Frühstücksbuffet ein Traum.

Highlight 5: Exotisches Früchteparadies

Während wir einmal quer durchs Land rauschen, wird unser Roadtrip hin und wieder von Strassenblockaden der anderen Art unterbrochen: Bananen fliegen über ein Seil vor unseren Nasen über die Strasse. Eine clevere Transportmöglichkeit.

Für Liebhaber*innen von exotischen Früchten ist das mittelamerikanische Land ein wahrer Traum. Hier gibt es süsse Mangos, saftige Papayas, frische Ananas und noch vieles mehr zu kosten. 

Auch die Kakaobohne ist in Costa Rica zu Hause. Auf einer Schokoladentour im Tirimbina Reservat erfährt man mehr über die Geschichte und Verarbeitung der wohl beliebtesten Nascherei der Menschheit. Kosten kann man zwischendurch auch immer mal wieder und danach gibts die längste Hängebrücke Costa Ricas zu entdecken. 

Ein Land voll und ganz entdecken – das kann man nur, wenn man sich auch durch dessen Küche kostet. In Costa Rica landen Reis, schwarze Bohnen oder Tortillas, die unterschiedlich gefüllt werden, auf dem Teller. Kochbahnen sind ebenfalls beliebt und werden auf verschiedenste Arten serviert. Bei einem Kochkurs – etwa im La Fonda 506 in La Fortuna – lernt man nicht nur, wie man sogenannte Patacones zubereitet, sondern auch, Tortillas richtig zu formen.

Wir halten an einem Stand mit Früchten in allen Farben und Formen – eine Auswahl so bunt wie aus dem Bilderbuch. Mein Herz macht einen Sprung. Nur schon vom Hinsehen schmecke ich all die Süsse auf meiner Zunge zergehen.

Während wir uns durch Früchte mit klingenden Namen wie Jocote oder Guanábana probieren, lasse ich die Eindrücke dieses Landes Revue passieren. Zurück bleibt ein Nachgeschmack von einer Menge Fruchtzucker und ein bisschen Wehmut, weil dieses Naturparadies einfach zu schön ist, um wahr zu sein.

Gut zu wissen

  • Hinkommen: Edelweiss fliegt das ganze Jahr über bis zu dreimal wöchentlich nonstop von Zürich nach San José. Ein weiterer Flughafen, den Edelweiss ansteuert, ist Liberia in der Provinz Guanacaste. Ab Mittwoch, 22. Mai 2024, fliegt Edelweiss bis zu zweimal wöchentlich von Zürich mit Zwischenstopp in San José nach Liberia. Flüge sind buchbar unter flyedelweiss.com
  • Unterkommen: Die Mawamba Lodge im Tortuguero-Gebiet ist mit ihrer liebevollen Einrichtung ein echter Hingucker. Wie bei allen anderen Lodges wird man auch hier freundlich am Flusssteg empfangen, von wo aus ein Pfad zum Haupthaus führt. Ein kleiner Pool in der Nähe des Restaurants – mit köstlichem lokalen als auch internationalen Gerichten – lädt nach einem Entdeckungstag im Dschungel zum Entspannen ein. Durch ihr «5 Minute Beach Cleanup»-Angebot und verschiedene Recycling-Projekte spürt man wie an so vielen Orten in Costa Rica die Dringlichkeit, der Natur Sorge zu tragen. Im Boden der Verandas vor den Zimmern ist Plastik vergossen, was ein buntes Design ergibt. Ein Einzelzimmer in der Mawamba Lodge gibt es für ab 110 Franken pro Nacht.  
  • Herumkommen: Costa Rica lässt sich ebenso per Mietwagen wie per Bus oder privatem Chauffeur entdecken. Je nach persönlicher Vorliebe oder Abenteuerlust erbietet sich die eine oder andere Variante. Die meisten Strassen sind gut befahrbar, doch gerade auf der Nicoya-Halbinsel lohnt sich ein SUV, da viele Schlaglöcher vorhanden sind. 
  • Ausprobieren: Für Surfänger*innen sind die Bedingungen an Costa Ricas Pazifikküste ideal. Wer schon immer einmal Wellenreiten ausprobieren wollte, der findet hier eine breite Auswahl an Einsteigerkursen. So etwa bei Safari Surf, untergebracht im Olas Verdes Hotel in Nosara. 
  • Weitere Informationen zu Costa Rica findest du unter visitcostarica.com

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer von Edelweiss organisierten Pressereise.


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