Das sind die schönsten Kastanienwege der Schweiz

Sulamith Ehrensperger

18.10.2020 - 10:00

Kastanien auf Wiese, Tessin
Die Edelkastanie ist eine typische Frucht der Alpensüdseite. Doch um sie zu sammeln, braucht es nicht unbedingt einen Abstecher ins Tessin.
Bild: Getty Images

Herbstzeit ist Kastanienzeit. Diese verbinden wohl die meisten mit der Alpensüdseite. Weniger bekannt dagegen sind die Kastanienbestände auf der Alpennordseite. Hier sind die schönsten Kastanienwege. 

Marroni und die Alpensüdseite bringen die meisten rasch miteinander in Verbindung. Doch auch die Alpennordseite hat in Sachen Kastanien viel zu bieten. Am Walensee in Murg etwa befindet sich einer der grössten Edelkastanienbestände nördlich der Alpen. Auf geht es, zu den schönsten Kastanienwegen, die die Schweiz zu bieten hat. 

Kastanienweg Murg

Der Murger Kastanienweg führt durch den grössten Kastanienwald nördlich der Alpen. 
Bild: Heidiland Tourismus, Thomas Kessler

Um Marroni zu sammeln, braucht es keinen Abstecher ins Tessin. In Murg am Walensee gedeihen über 1'850 Edelkastanien, die auf zwei Rundwegen bestaunt und auch gesammelt werden können. Bis zu 30 Meter hoch sind sie und mehrere hundert Jahre alt.

Regeln zum Marroni sammeln

Auf dem Kastanienweg dürfen Besucher alle Marroni sammeln, die bereits am Boden liegen. Nicht erlaubt ist es, die Früchte mit Stecken oder Steinen von den Bäumen zu schlagen. Aus gutem Grund: Einerseits sind die Früchte noch nicht reif und daher weniger schmackhaft, andererseits verletzt man so den Baum.  

Der Kastanienweg führt vom Dorfplatz Murg aus in den Murger Wald. Der längere Rundkurs ist 2,5 Kilometer lang; die kürzere 1,5 Kilometer lange Tour startet beim Weiher Luchsberg. Dank Informationstafeln erfahren Besucher unterwegs viel Wissenswertes rund um diese Früchte.

Noch ein Tipp für Marronisammler: Am meisten Früchte findet man laut dem Heidiland-Team am frühen Morgen, wenn es regnet oder der Föhn bläst. Dann fallen mehr Früchte vom Baum.

Kastanienlehrpfad Bergell

Umgeben von maechtigen Kastanienbaeumen geniessen Wanderer die Aussicht der Gartenanlage des Palazzo Castelmur ueber die Mera und das Bergell.Surrounded by mighty chestnut trees, hikers enjoy the views of the gardens of Palazzo Castelmur over the Mera and the Bergell.Copyright by: Switzerland Tourism - By-Line: swiss-image.ch/Giglio Pasqua
Umgeben von mächtigen Kastanienbäumen: Die Aussicht über die Mera und das Bergell lässt sich von der Gartenanlage des Palazzo Castelmur besonders gut geniessen.
Bild: Giglio Pasqua, Schweiz Tourismus

Auf der Terrasse von Brentan oberhalb von Castasegna liegt ein Kastanienhain, ein Park mit riesigen Bäumen. Umgeben von stolzen Kastanienbäumen lässt sich hier die Aussicht über das Bergell besonders schön geniessen. Wer mehr über die Früchte wissen möchte, folgt dem Kastanienlehrpfad. Dieser führt in knapp einer Stunde von Castasegna durch den Brentan. Fünf Tafeln am Wegesrand vermitteln Wissenswertes über Kastanienwälder und Kastanien. Und überall im Bergeller Tal gibt es natürlich Marronispezialitäten zu probieren.

Der Rigi-Chestene-Weg

Zwei Kinder Wandern auf dem Waldstätterweg
Spielerisch die Natur hautnah erleben: Der Waldstätterweg ist Teil des Chestene-Weges. 
Bild: perretfoto.ch, Luzern Tourismus

Der Rigi-Chestene-Weg beginnt bei der Hohlen Gasse in Immensee, da, wo der Legende nach Gessler von Wilhelm Tell mit der Armbrust erschossen wurde. Der Weg führt nicht nur entlang historischer Wahrzeichen der Schweiz, er widmet sich auch ganz dem Thema Kastanien. Dieser verläuft auf bereits bestehenden Wanderwegen (Rigi-Lehnen- und Waldstätterweg) entlang des Rigi-Südhanges über Greppen, Weggis, Vitznau und Gersau bis nach Brunnen-Ingenbohl. 

Kastanienselve Fully im Rhonetal

Im Kastanienwald in Fully dürfen Besucher im Oktober Marroni für den Eigenverzehr sammeln.(KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Im Kastanienwald in Fully dürfen Besucher im Oktober Marroni für den Eigenverzehr sammeln.
Bild: Keystone, Jean-Christophe Bott

Der Kastanienwald und der Lehrpfad der Selve Fully machen das Wallis zu einem Marroniparadies. Denn unter den hundertjährigen Bäumen können die Besucher die reifen Früchte auflesen. Die Selve hat pro Quadratmeter etwa 200 Gramm Kastanien zu bieten. Für alle Wissensdurstigen bietet der Lehrpfad 14 Wissenstafeln über die Edelkastanie und den Kastanienwald. Der 1,26 Kilometer lange Weg ist übrigens auch für Familien geeignet. Tipp: Einen Quiz rund um die Kastanie gibt es im Tourismusbüro in Fully. 

Themenweg Kastanienselve Salzgäb, Mörel-Filet

Mann auf Kastanienweg Mörel-Filet
Mann auf Kastanienweg Mörel-Filet
Valais Wallis Promotion, Sedrik Nemeth

Das Gebiet «Salzgäb» liegt westlich und oberhalb von Mörel. Auf einem kurzen Themenweg lässt sich mehr über die Bedeutung der Kastanie für die Region erfahren. Ausgangspunkt ist die Kirche St. Hilarius, der Weg führt dann, vorbei an Mauern von Ackerterrassen, zu einem beeindruckend alten Baumbestand. Denn die Kastanienkultur hat in der Gegend eine lange Tradition. Informationstafeln erzählen mehr über die Bedeutung der Selve aus landwirtschaftlicher und ökologischer Sicht und deren Rekultivierung. Noch mehr über die Kastanienkultur in Mörel-Filet erfährt man in der ständigen Ausstellung im Erdgeschoss des De-Sepibus-Hauses.

Malcantone, das Land der Marone

Das Malcantone, die sanft geschwungene, dicht bewachsene Huegellandschaft, die sich vom Luganersee bis zum Monte Lema hinaufschwingt, lebte waehrend Jahrhunderten hauptsaechlich von einem Produkt: der Kastanie. Noch heute bestehen die uralten Kastanienhaine und werden gepflegt. Switzerland. get natural. Malcantone, the gently curving, densely overgrown, domed hilly landscape, that curves up from Lake Lugano to Monte Lema, derived its livelihood for centuries mainly from one product: the chestnut.Theancient chestnut groves still exist today and are well maintained. Suisse. tout naturellement. Le Malcantone, au paysage en collines, doux et verdoyant, aux forets denses, et qui s'etend du lac de Lugano jusqu'au Monte Lema, a vecu pendant des siecles d'un seul produit: les chataignes. Aujourd'hui encore, les anciennes chataigneraies sont soignaes. Copyright by: Switzerland Tourism - By-Line: swiss-image.ch/Jan Geerk
Das Malcantone lebte während Jahrhunderten hauptsächlich von der Kastanie. Noch heute bestehen die uralten Kastanienhaine und werden liebevoll gepflegt. 
Bild: Switzerland Tourism, Jan Geerk

Die Rundwanderung auf dem Kastanienweg (Sentiero del Castagno) führt  durch den Alto Malcantone und die Tessiner Dörfer. Ausgangspunkt ist die Busstation Arosio Paese. Hier lohnt sich eine Besichtigung der Kirche San Michele mit ihrer aus Kastanienholz gefertigten Eingangstüre. Durch den Kastanienwald und offenes Gelände, über Wiesen, entlang von Bächen führt die Wanderung in einem stetigen, angenehmen Auf und Ab zunächst via Mugena, Vezio und Fescoggia wieder zurück nach Arosio. Auf dem Themenweg begegnen Wanderer immer wieder Informationstafeln zur Kastanie. 

Noch mehr Herbsterlebnisse finden sich auf der Internetseite von Schweiz Tourismus.

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