Schwimmende Freizeitparks und Luxushotels Diese Mega-Kreuzfahrtschiffe setzen 2026 neue Massstäbe

Bruno Bötschi

15.1.2026

Im kommenden Juli geht die «Legend of the Seas», das aktuell grösste Kreuzfahrtschiff der Welt, im Mittelmeer auf Jungfernfahrt.
Im kommenden Juli geht die «Legend of the Seas», das aktuell grösste Kreuzfahrtschiff der Welt, im Mittelmeer auf Jungfernfahrt.
Bild: zVg

Wasserrutschen über mehrere Decks, schwimmende Luxushotels und sogar Wasserstoffantrieb: 2026 gehen zahlreiche neue Kreuzfahrtschiffe auf Jungfernfahrt. blue News zeigt die zehn auffälligsten Neubauten.  

Bruno Bötschi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ob schwimmende Freizeitparks mit mehreren tausend Passagieren an Bord oder riesige Luxusjachten für deutlich weniger Gäste: 2026 gehen mehrere spektakuläre Kreuzfahrtschiffe auf Jungfernfahrt.
  • Besonders auffällig dabei: Der Trend zu immer grösseren Aquaparks mit Wasserrutschen über mehrere Decks.
  • blue News stellt dir die 10 wichtigsten Neubauten vor.

Die Kreuzfahrtbranche boomt. Vor vier Jahren rechneten Fachleute noch damit, dass die Corona-Pandemie dieser Art von Reisen möglicherweise einen tödlichen Stoss verpassen könnte.

Mittlerweile ist das Gegenteil eingetreten: Im Jahr 2024 wurden auf den Weltmeeren über 34 Millionen Bordgäste gezählt. Jetzt strebt die Branche bis in fünf Jahren eine Steigerung auf 40 Millionen Kund*innen an.

Mit diesen rosigen Aussichten treibt die Kreuzfahrtindustrie den Flottenausbau weiter kräftig voran: Die Branche geht auch im neuen Jahr mit spektakulären Neubauten auf Jungfernfahrt.

«Four Seasons I»

Immer mehr internationale Hotelketten steigen ins Kreuzfahrtgeschäft ein – ab März tut dies auch Four Seasons. Das Schiff «Four Seasons I» ist mit 207 Metern Länge und Platz für 190 Gäste wie eine Superjacht konzipiert.

Die Jungfernfahrt des Schiffes war ursprünglich für Herbst 2025 geplant, wurde nun aber auf kommenden März verschoben.

Immer mehr Hotelketten steigen ins Kreuzfahrtgeschäft ein – ab März 2026 tut dies auch Four Seasons mit dem «Four Seasons I».
Immer mehr Hotelketten steigen ins Kreuzfahrtgeschäft ein – ab März 2026 tut dies auch Four Seasons mit dem «Four Seasons I».
Bild: zVg

Eine Besonderheit ist die vierstöckige «Funnel Suite», die in den Schornstein eingebaut ist. Die äusserst geräumige Kabine bietet eine Privatterrasse von sage und schreibe 440 Quadratmetern Grösse.

Dafür muss der Gast aber auch ziemlich tief ins Portemonnaie greifen: 350'000 Euro  pro Woche kostet der Spass auf hoher See. Die Reederei Four Seasons Yachts verspricht im Gegenzug elf Restaurants an Bord und ein eins zu eins Passagier-Crew-Verhältnis.

«Norwegian Luna»

Die Norwegian Cruise Line geht im April 2026 mit der «NCL Luna» auf die erste Kreuzfahrt. Das Schiff ist mit etwas mehr als 3500 Passagieren ähnlich gross wie seine Schwester «Aqua».

Zu den Attraktionen auf dem Schiff gehören der «Aqua Slidecoaster», eine Kombination aus Achterbahn und Wasserrutsche, und die Zehn-Deck-Rutsche «The Drop».

Die grosse Attraktionen auf der «NCL Luna» ist der Slidecoaster, eine Kombination aus Achterbahn und Wasserrutsche über drei Decks.
Die grosse Attraktionen auf der «NCL Luna» ist der Slidecoaster, eine Kombination aus Achterbahn und Wasserrutsche über drei Decks.
Bild: zVg

Was die «Luna» zudem besonders machen soll, ist ihr markanter Rumpf, meldet die Reederei. Das 322 Meter lange Schiff ist allerdings mit Marinediesel  unterwegs – eine laut Expert*innen wenig zukunftsgerichtete Antriebsart.

«Emerald Kaia»

Noch Jacht oder bereits Kreuzfahrtschiff? Auf dem neuesten Schiff der Reederei Emerald haben 128 Passagiere Platz. Ab April ist die «Emerald Kaia» im Mittelmeer, in der Karibik und den Seychellen unterwegs.

Die «Emerald Kaia» ist als Sommerschiff konzipiert und bietet für 128 Gäste Platz.
Die «Emerald Kaia» ist als Sommerschiff konzipiert und bietet für 128 Gäste Platz.
Bild: BzVg

Sie ist als Sommerschiff konzipiert und bietet den Gästen unter anderem einen Infinity-Pool. Geplant ist zudem, dass die neue Luxusjacht vorwiegend kleinere Häfen anlaufen wird.

«Orient Express Corinthian»

Noch eine Hotelgruppe, die Kreuzfahrt lernen will: Accor ist der grösste Hotelkonzern Europas und hat sich die Rechte am berühmten Namen Orient-Express gesichert. Künftig werden unter diesem Namen auch Schiffsreisen angeboten.

Die 220 Meter lange «Orient Express Corinthian» segelt ab Mai 2026 zum ersten Mal mit Passagerien über das Mittelmeer.
Die 220 Meter lange «Orient Express Corinthian» segelt ab Mai 2026 zum ersten Mal mit Passagerien über das Mittelmeer.
Bild: zVg

Die 220 Meter lange «Orient Express Corinthian» (sie ist damit die grösste ihrer Art) segelt ab Mai 2026 mit 100 Meter hohen, kippbaren Masten und neuartigen Segeln aus festem Material.

Tönt nach einem exklusiven Abenteuer. Und ist es auch: Eine Nacht auf dem Schiff kostet gegen 8000 Franken. Für das kulinarische Erlebnis an Bord ist unter anderem der mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Küchenchef Yannick Alléno besorgt.

«Legend of the Seas»

Im Juli wird dann so richtig geklotzt auf hoher See: Dann wird mit der «Legend of the Seas» das aktuell grösste Kreuzfahrtschiff der Welt auslaufen.

Es ist 365 Meter lang, wird mit sechs Motoren angetrieben und bietet für 7700 Passagiere Platz. An Bord erwartet die Gäste «der grösste Wasserpark auf See», so die Reederei Royal Caribbean Cruises.

Die «Legend of the Seas» ist 365 Meter lang und sorgt mit einem spektakulären Wasserpark für Unterhaltung auf hoher See.
Die «Legend of the Seas» ist 365 Meter lang und sorgt mit einem spektakulären Wasserpark für Unterhaltung auf hoher See.
Bild: zVg

Die «Legend» wird die Jungfernfahrt auf dem Mittelmeer absolvieren. Im November geht es dann über den grossen Teich, wo das Schiff ab Fort Lauderdale in die Karibik auslaufen soll.

«Explora III»

Die «Explora III» geht ebenfalls im Mittelmeer auf ihre Jungfernfahrt – und zwar am 3. August 2026 ab Barcelona. Mit dem Explora-Konzept stieg Europas grösster Kreuzfahrtkonzern MSC vor zwei Jahren ins Geschäft mit den grossen Luxusschiffen ein.

An Deck des neuen Schiffes gibt es unter anderem vier Swimmingpools und diverse Whirlpools. Dafür zahlen die Passagiere eine Tagespauschale ab 800 Euro, was für die Luxusklasse vergleichsweise günstig ist.

Die «Explora III» vom grösster Kreuzfahrtkonzern MSC geht im kommenden Sommer im Mittelmeer auf Jungfernfahrt.
Die «Explora III» vom grösster Kreuzfahrtkonzern MSC geht im kommenden Sommer im Mittelmeer auf Jungfernfahrt.
Bild: zVg

Die «Explora III» ist das dritte von vier bestellten Booten dieser Bauart – und wird mit Flüssig-Erdgas (LNG) angetrieben. Klassisches LNG gilt gemäss Fachleuten als Übergangslösung hin zu einer klimafreundlicheren Schifffahrt. Der Stoff steht jedoch wegen hoher Methan-Emissionen in Kritik.

«Mein Schiff Flow»

Der Sommer 2026 bietet noch eine weitere Neuheit für Kreuzfahrt-Fans: Am 16. August legt die «Flow» von TUI Cruises in Palma de Mallorca zum ersten Mal ab. Sie ist ein Zwilling von «Mein Schiff Relax», welches im November 2023 vom Stapel gelaufen ist.

Ein besonderer Hingucker auf dem neuen Kreuzfahrtschiff «Flow» ist das Halbschattendach auf den obersten beiden Decks.
Ein besonderer Hingucker auf dem neuen Kreuzfahrtschiff «Flow» ist das Halbschattendach auf den obersten beiden Decks.
Bild: zVg

Die «Flow» ist 333 Meter lang und bietet für 4000 Passagiere Platz. Es gibt 1440 Balkonkabinen, darunter 70 für alleinreisende Gäste. Ein besonderer Hingucker ist das Halbschattendach, das die beiden obersten Decks schützt.

Angetrieben wird die «Flow» mit konventionellem LNG. Sie kann aber, zumindest laut Reederei, auch mit Bio- oder E-LNG betrieben werden.

«MSC World Asia»

«MSC World Asia» heisst der neuste Wurf von der schweizerisch-italienischen Reederei MSC. Die Taufe für das Kreuzfahrtschiff, welches für fast 6800 Passagiere Platz bietet, ist für Dezember 2026 geplant.

Zum Unterhaltungsangebot auf dem Schiff gehören ein Aquapark, eine spektakuläre Überwasserschaukel und eine Trockenrutsche namens «The Spiral», die wie ein Korkenzieher aussieht und sich über sage und schreibe zwölf Decks zieht.

Die Gäste auf der «MSC World Asia» erwartet ein spektakulärer Aquapark mit Rutschen, Schaukeln und weiteren Attraktionen.
Die Gäste auf der «MSC World Asia» erwartet ein spektakulärer Aquapark mit Rutschen, Schaukeln und weiteren Attraktionen.
Bild: zVg

Lustiger Fun-Fact: Trotz des Namens wird das 333 Meter lange Schiff vorerst nicht durch die asiatischen Gewässer, sondern auf einwöchigen Kreuzfahrten ab Barcelona durchs westliche Mittelmeer cruisen.

«Viking Libra»

Mit der «Viking Libra» lanciert die Reederei Viking Ocean Cruises im Dezember 2026 eine technologische Neuheit. Der elektrische Antrieb des Schiffes wird von Brennstoffzellen gespeist, die mit flüssigem Wasserstoff betrieben werden.

Damit soll es dereinst möglich sein, emissionsfrei über die Meere zu fahren, heisst es von der Reederei – besonders relevant ist dies für ökologisch sensible Regionen wie die Antarktis.

Zu den Besonderheiten vom neuen Kreuzfahrtschiff «Viking Libra» gehört der Wasserstoffantrieb.
Zu den Besonderheiten vom neuen Kreuzfahrtschiff «Viking Libra» gehört der Wasserstoffantrieb.
Bild: zVg

Die «Viking Libra» ist für 998 Passagiere ausgelegt und verfügt zusätzlich auch noch über konventionelle Motoren – denn es handelt sich um einen Hybridantrieb. Der Einsatz von Wasserstoff auf grossen Kreuzfahrtschiffen ist bislang eine Seltenheit.

Seven Seas Prestige

Ebenfalls im Dezember 2026 auf Jungfernfahrt gehen soll die «Seven Seas Prestige». Luxus auf hoher See ist auch der Reederei Regent Seven Seas Cruises besonders wichtig – und deshalb soll auf einen Gast an Bord ein Crewmitglied kommen.

Das Kreuzfahrtschiff Seven Seas Prestige bietet für 850 Passagiere Platz.
Das Kreuzfahrtschiff Seven Seas Prestige bietet für 850 Passagiere Platz.
Bild: zVg

Die Seven Seas Prestige verfügt zudem über zweistöckige Skyview-Suiten mit Panoramablick und bietet Platz für 850 Gäste. Was Kreuzfahrtfans ganz besonders freuen wird: Die Suiten verfügen alle über einen privaten Balkon.


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