Alleine unterwegs Ferien und keiner kommt mit? Die besten Tipps für Solo-Reisende

dpa, seh

25.9.2019

Ute Kranz ist Reisebloggerin und dabei oft alleine unterwegs. 
Ute Kranz ist Reisebloggerin und dabei oft alleine unterwegs. 
Source: Fabian Stürtz

Alleinreisen, auch als Frau, wird immer beliebter. Für eine Solo-Reise braucht es ein bisschen mehr Vorbereitung. Die Tipps einer Reisebloggerin.

Am liebsten verreisen die Schweizer zu zweit. Doch auch «Solo­-Reisen»
liegen im Trend: Laut einer Umfrage unter europäischen Touristen gaben 74 Prozent der Schweizer an, gern alleine unterwegs zu sein.

Was nach Abenteuer klingt, ist für die Reisebloggerin Ute Kranz seit fast 16 Jahren selbstverständlich. Alleine reisen heisst für sie vor allem Freiheit, da «es nur um einen selbst geht».

Doch erwarten Alleinreisende auch viele Herausforderungen und Risiken. Wichtige Leitfragen für erfolgreiche Solo-Ferien:

Wie soll die Reise ablaufen?

«Wer alleine unterwegs ist, muss für sich selbst sorgen», sagt Ute Kranz, die über ihre Reisen auf dem Blog Bravebird schreibt. Sie empfiehlt daher, den Trip – schon vor der Abreise – so gut wie möglich zu planen.

Zum einen könne man sich so über mögliche Gefahren und Risiken informieren, zum anderen «spart es Zeit, weil man auf der Reise selbst nicht mehr planen muss».

Wer Angst vor Einsamkeit hat, dem rät die Reiseexpertin, soziale Aktivitäten in die Planung zu integrieren, zum Beispiel Gruppenausflüge. «So schafft man sich Sicherheitsinseln.»

Wie sieht die Sicherheitslage vor Ort aus?

Bei der Auswahl des Reiseziels sollten Solo-Touristen besonders auf die Sicherheitslage im Urlaubsland achten. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA bietet dafür ausführliche Reise- und Sicherheitshinweise auf seiner Homepage an.

Neben dem Aspekt der Sicherheit rät Reisebloggerin Kranz auch, Reisezeit und -land aufeinander abzustimmen. Im Vorfeld sollte man sich etwa über Regenzeiten oder eine mögliche Hurrikansaison informieren.

Alleine zu reisen ist nicht so schwierig. Solo-Trips können mit etwas Planung zu einem der besten Reiseerlebnisse überhaupt werden.
Alleine zu reisen ist nicht so schwierig. Solo-Trips können mit etwas Planung zu einem der besten Reiseerlebnisse überhaupt werden.
Bild: iStock

Wo kann man sich noch informieren?

Absolute Sicherheit kann zwar niemand garantieren. Es gibt aber verschiedene Apps und Services, die eine Reise sicherer machen können. Beispielsweise die Travel Risk Map von International SOS und der Safe Cities Index vom englischen Wirtschaftsmagazin «The Economist» bieten Informationen, wo auf der Welt Reisende besonders sicher sind. 

Die neue Reise-Applikation «Travel Admin» des EDA ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern, sich optimal auf eine Reise ins Ausland vorzubereiten. Die App wurde für die Bedürfnisse von Reisenden aus der Schweiz entwickelt. 

Wer soll über die Reisepläne Bescheid wissen?

Freunde und Familie sollten immer wissen, wo man sich gerade aufhält. Das kann im Ernstfall wichtig werden. «Es macht Sinn, so detailliert wie möglich zu informieren», rät Kranz, «auch wenn sich der Plan spontan ändert, sollte immer eine Person Bescheid wissen». Es sei auch ratsam, den Reiseplan im persönlichen Umfeld zu verteilen.

Wer ins Ausland reist, kann sich bei der digitalen Online-Registrierung Itineris für Auslandsreisen des EDA registrieren. Die Registrierung hilft, im Notfall leichter in die Massnahmen der Krisenvorsorge oder Krisenreaktion des EDA einbezogen zu werden. 

Wie bewahre ich meine Dokumente auf?

Reisepass, Identitätskarte, Krankenkassenkarte, Fahrausweis – diese Dokumente sind auf Reisen wichtig. Denn ohne sie kann man sich nicht ausweisen, bekommt unter Umständen keine medizinischen Leistungen, oder kann kein Mietauto leihen. Gehen sie verloren, bedeutet das Stress.

Gut ist es deshalb, Kopien zu machen. Dabei sollte man auch alle digitalen Möglichkeiten nutzen: Als Ute Kranz zum ersten Mal alleine verreiste, habe es noch gar nicht die Möglichkeit gegeben, Dokumente in einer Cloud zu speichern.

Heute sei das aber ein «absolutes Muss», betont sie. Kopien des Passes, die Krankenkassenkarte oder auch wichtige Telefonnummern und Adressen sollte man online abspeichern, damit man bei Bedarf immer darauf zurückgreifen kann.

Reicht meine Krankenversicherung aus?

Wer bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt erkrankt, dem wird die notwendige medizinische Notfallbehandlung bezahlt. 

Die Höhe der Deckung der Notfälle hängt von der Reisedestination ab. Wer ins Ausland fährt, sollte daher seine Versicherungskarte im Gepäck haben. In EU- / EFTA-Ländern hat man mit der europäischen Versicherungskarte Anspruch auf Vergütung der gleichen Leistungen wie die in diesem Land versicherten Personen.

Ausserhalb der EU- / EFTA-Länder werden die Kosten von medizinischen Notfallbehandlungen vergütet. Aber bis höchstens zum doppelten Betrag, den die gleiche Behandlung in der Schweiz gekostet hätte, wie es auf dem Portal der Schweizer Behörden ch.ch heisst. In gewissen Nicht-EU- oder EFTA-Staaten könne es sinnvoll sein, bei einem Krankenversicherer eine höhere Deckung der ausländischen Behandlungskosten zu versichern. 

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