Multikulti-Stadt – wo Toronto pulsiert

17.7.2019 - 17:45, Verena Wolff, dpa

Skyline von Toronto: Die Metropole am Ontariosee ist die grösste Stadt Kanadas – und hat Touristen viel zu bieten.
Source: iStock

Toronto ist Kanadas angesagte Multikulti-Metropole. Die Stadt zählt 140 Viertel. Wir sagen, welche fünf besonders sehenswert sind.

Chinatown, Little Italy, Greektown, Little India, Korea Town: Die Menschen in Toronto kommen aus der halben Welt. Die Hauptstadt der Provinz Ontario zählt 2,7 Millionen Einwohner. Wie bei jeder angesagten Grossstadt gilt immer wieder eine andere «Neighborhood» als hip und wird gentrifiziert.

Vor fast 200 Jahren hiess Toronto noch York und zählte nur ein paar Hundert Bewohner. 1834 wurde die Stadt in Toronto umbenannt, um sich besser von New York zu unterscheiden. Der Distillery District ist ein gutes Beispiel dafür, was einst in York los war: nicht viel.

Mit der Gooderham and Worts Distillery kam 1837 Leben ins Viertel. Briten waren es, die sich hier direkt am Ufer des Ontariosees niederliessen und Alkohol herstellten. Heute gilt das Areal als besterhaltene Kollektion industrieller Architektur aus der viktorianischen Zeit in Nordamerika.

Unterwegs mit Einkaufstüten: Im Viertel Kensington Market können Feriengäste in Toronto besonders gut shoppen gehen.
Source: Tourism Toronto

Doch die Backsteinbauten verfielen viele Jahre lang. Schliesslich dienten sie als Filmkulisse. Dann aber fanden sich Investoren. Sie wollten die 47 Gebäude der Destillerie wieder in voller Pracht sehen. Der Distillery District auf der Mill Street zwischen Parliament und Cherry Street eröffnete schliesslich 2003.

Heute wird hier sogar wieder Alkohol gebrannt, jedoch nicht mehr Whiskey und Wodka, sondern vor allem Sake. Eine Craft-Bier-Brauerei gibt es natürlich auch. Auch eine Reihe kleiner Boutiquen, Galerien und «Eateries» sind in die neuen alten Gemäuer eingezogen.

Leslieville: Barbeque in der Tankstelle

Leslieville im Osten Torontos ist einer der Stadtteile, in denen bereits viel passiert ist und der sich laufend verändert. Der Kanadier Judson Flum ist zurückgekehrt, ausgerechnet an eine Tankstelle. Hier hat sein Vater früher das Auto richten lassen. Bei Judson kann man zwar auch Benzin kaufen, viel spannender ist aber das, was er drinnen in seinem Leslieville Pumps General Store and Kitchen anbietet: Southern Barbeque, kerniges Südstaaten-Essen.

Küken überall: Graffiti in der Rush Lane von Toronto – hier toben sich Sprayer aus.
Source: Verena Wolff

Dazu gehört Pulled Pork ebenso wie geräuchertes Fleisch. Dazu gibt es die ur-kanadische Poutine, Pommes frites mit Bratensauce und Käse. Und vergleichsweise Gesundes für die Jungdynamischen im Viertel.

Zu jeder Zeit gut gefüllt mit Menschen jeden Alters sind auch die vielen kleinen Cafés und Restaurants im Viertel. Viele Kreative und junge Familien ziehen in die neuen Wohnungen, die überall gebaut werden oder in alten Fabrikhallen entstehen.

Die Älteren leben schon seit Jahren vornehmlich in den Seitenstrassen der Queen Street East, in denen es ganze Reihen hübscher Backsteinhäuser aus vergangenen Zeiten gibt. Und das mit Garten, mitten in der Stadt.

Liberty Village: Gefühl von Freiheit

Ganz anders sieht Liberty Village aus. Einst stand hier das grösste Gefängnis Torontos und eine sogenannte Besserungsanstalt für Frauen. Nachdem die Menschen ihre Zeit in diesen Anstalten abgesessen hatten, bekamen sie im Liberty Village wieder ein Gefühl der Freiheit – daher der Name des Viertels. Auch Industrie siedelte sich hier an.

Liberty Village liegt auf der Westseite der Stadt gleich hinter den Gleisen des Stadions. Die jungen Kreativen, die Hippen und die Karrieristen frisch aus der Uni leben hier in Hochhaussiedlungen, die zumeist von grösseren Grünflächen umgeben sind.

Street Art in Toronto: Guide Bri präsentiert die Graffiti-Kunstwerke in der Rush Lane.
Source: Verena Wolff

Das Viertel war total verwahrlost, nachdem in den 1980er Jahren die meisten Unternehmen ihre Pforten schlossen. Nach der Jahrtausendwende ging es wieder bergauf, Menschen zogen her. Inzwischen finden hier auch Reisende eine gute Infrastruktur: trendige Restaurants, einen Farmers Market, Craft-Bier-Pubs, Parks und kleine Boutiquen.

Queen Street West: Galeriekunst und Street Art

Die amerikanische «Vogue» hat die Queen Street auf der Westseite Torontos zwischen Bathurst und Gladstone Street zum zweitcoolsten Viertel der Welt ernannt.

Das liegt an der hohen Konzentration von Kunstgalerien, kleinen Boutiquen, Designstudios und einzigartigen Bars und Restaurants. In Queen Street West finden sich zwar auch die Shops der grossen Modeketten, doch alles fügt sich zu einem schicken grossen Ganzen zusammen, das Einheimische wie Touristen anlockt.

Guter Kaffee muss sein: Espressobar im Viertel Leslieville.
Source: Tourism Toronto

Ein Abstecher sollte von West Queen West aus nicht fehlen – in die wohl bunteste Strasse Torontos, die Rush Lane. Sie ist besser bekannt als Graffiti Alley. An den Wänden finden sich zahlreiche Kunstwerke.

Kensington Market: Bohemiens und Multikulti

Kensington Market ist wie ein kleines Toronto mitten in Toronto. «Bohemian» nennen die Kanadier dieses Viertel zwischen der Spadina Avenue und Dundas, Bathurst und College Street, das durch viele kleine, bunt angestrichene Häuser geprägt wird.

In Kensington gibt es keine grossen Kaufhäuser, keine superschicken Designerläden, keine weissen Tischdecken in den Restaurants. Alles wirkt sehr geerdet. Rentnern begegnet man ebenso wie deren Enkeln. Das kulinarische Angebot in Kensington ist vielfältig, weil in dem Viertel schon lange viele Nationalitäten leben.

Bäume: Die schönsten Reisen der Schweiz
Arve, Schuls GR, ca. 400-jährig, 4,60 Meter Stammumfang, 5,30 Meter Taillenumfang: Die Arve besiedelt in den Alpen und Karpaten die Höhenzüge und bildet den obersten Waldgürtel der Berge. Sie überblickt auf 2850 Meter über Meer sogar die Lärche und geniesst ein sichtfreies Panorama.
Bergahorn, Le Pâquier BE: ca. 400-jährig, 7,85 Meter Stammumfang, 7,40 Meter Taillenumfang:  Der Bergahorn gedeiht im Gegensatz zu anderen Laubbäumen seiner Grösse im Wallis sogar noch auf über 2000 Meter Höhe. Als Waldbaum strebt er musterhaft nach oben und kann eine Höhe von 40 Metern erreichen.
Buche, Entlebuch LU, ca. 200-jährig, 7,15 Meter Stammumfang, 6,25 Meter Taillenumfang: Förster bezeichnen die Buche auch als «Mutter des Waldes», weil das zersetzte Laub ein ideales Keimbett für Pflanzen bietet. Diese Buche im Entlebuch klammerte sich praktisch an einen senkrechten Untergrund. Sie wurde aus Sicherheitsgründen gefällt, obwohl sie zu keiner Zeit eine Gefahr darstellte.
Eberesche, Nods BE, ca. 150-jährig, 3,10 Meter Stammumfang, 2,95 Meter Taillenumfang: Die Eberesche trifft man bis in eine Höhe von 2000 Meter über Meer. Der maximal 15 Meter hohe Baum beansprucht viel Licht, weshalb er hauptsächlich auf offener Flur oder an Waldrändern wächst.
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Während andere Baumarten sich Windböen bedingungslos beugen, stemmt er sich beharrlich gegen die Naturgewalten.<br/>Bild: Michel Brunner/André Hübscher</p>" } , { "src": "https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/1ee8d1b9-2f36-495f-b58a-818a60c9dd74.jpeg?rect=0%2C208%2C3872%2C2175&w=1024&auto=format", "srcset": "https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/1ee8d1b9-2f36-495f-b58a-818a60c9dd74.jpeg?rect=0%2C208%2C3872%2C2175&w=1024&auto=format 1024w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/1ee8d1b9-2f36-495f-b58a-818a60c9dd74.jpeg?rect=0%2C208%2C3872%2C2175&w=750&auto=format 750w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/1ee8d1b9-2f36-495f-b58a-818a60c9dd74.jpeg?rect=0%2C208%2C3872%2C2175&w=620&auto=format 620w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/1ee8d1b9-2f36-495f-b58a-818a60c9dd74.jpeg?rect=0%2C208%2C3872%2C2175&w=450&auto=format 450w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/1ee8d1b9-2f36-495f-b58a-818a60c9dd74.jpeg?rect=0%2C208%2C3872%2C2175&w=320&auto=format 320w", "sizes": "90vw", "subHtml": "<h1>Bäume: Die schönsten Riesen der Schweiz</h1><p>Sommerlinde, Linn AG, ca. 660-jährig, 11,05 Meter Stammumfang, 10,65 Meter Taillenumfang: Die Linde gehört unter den einheimischen Baumarten zu den eindrücklichsten Individuen. Wie kein anderer Baum entwickelt sie, wegen ihrer hohen Lebenserwartung, eine schier unbegrenzte Formensprache.<br/>Bild: Michel Brunner/André Hübscher</p>" } , { "src": "https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/54cc0f30-135b-455c-9902-f5e63998577c.jpeg?rect=0%2C1062%2C2592%2C1456&w=1024&auto=format", "srcset": "https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/54cc0f30-135b-455c-9902-f5e63998577c.jpeg?rect=0%2C1062%2C2592%2C1456&w=1024&auto=format 1024w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/54cc0f30-135b-455c-9902-f5e63998577c.jpeg?rect=0%2C1062%2C2592%2C1456&w=750&auto=format 750w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/54cc0f30-135b-455c-9902-f5e63998577c.jpeg?rect=0%2C1062%2C2592%2C1456&w=620&auto=format 620w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/54cc0f30-135b-455c-9902-f5e63998577c.jpeg?rect=0%2C1062%2C2592%2C1456&w=450&auto=format 450w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/54cc0f30-135b-455c-9902-f5e63998577c.jpeg?rect=0%2C1062%2C2592%2C1456&w=320&auto=format 320w", "sizes": "90vw", "subHtml": "<h1>Bäume: Die schönsten Riesen der Schweiz</h1><p>Kanadische Pappel Meiringen BE, ca. 70-jährig, 6,80 Meter Stammumfang, 6,60 Meter Taillenumfang: Die Pappel ist weltweit mit rund 60 Arten vertreten, bildet als Weidengewächs aber&nbsp;– wie die Weide&nbsp;–&nbsp; unzählige Hybriden, die nur durch Genanalysen auseinandergehalten werden können.<br/>Bild: Michel Brunner/André Hübscher</p>" } , { "src": "https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/a1c352a4-98c4-4ea4-b4b0-e10cf7f0b75a.jpeg?rect=0%2C355%2C3872%2C2175&w=1024&auto=format", "srcset": "https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/a1c352a4-98c4-4ea4-b4b0-e10cf7f0b75a.jpeg?rect=0%2C355%2C3872%2C2175&w=1024&auto=format 1024w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/a1c352a4-98c4-4ea4-b4b0-e10cf7f0b75a.jpeg?rect=0%2C355%2C3872%2C2175&w=750&auto=format 750w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/a1c352a4-98c4-4ea4-b4b0-e10cf7f0b75a.jpeg?rect=0%2C355%2C3872%2C2175&w=620&auto=format 620w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/a1c352a4-98c4-4ea4-b4b0-e10cf7f0b75a.jpeg?rect=0%2C355%2C3872%2C2175&w=450&auto=format 450w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2018/8/23/a1c352a4-98c4-4ea4-b4b0-e10cf7f0b75a.jpeg?rect=0%2C355%2C3872%2C2175&w=320&auto=format 320w", "sizes": "90vw", "subHtml": "<h1>Bäume: Die schönsten Riesen der Schweiz</h1><p>Bergmammutbaum Céligny GE, ca. 150-jährig, 10,80 Meter Stammumfang, 26 Meter Kronenbreite: Der Mammutbaum kommt in drei unterschiedlichen Arten vor: Der Urweltmammutbaum, von dem nur Fossilien bekannt waren, wurde erst 1941 in abgelegenen Bergregionen Chinas wieder entdeckt. Er ist wie die Lärche im Winter nadellos.<br/>Bild: Michel Brunner/André Hübscher</p>" } ]
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