07.08.2014 - 13:30, Aida Baghernejad

«Lost Baggage»: Wenn das Gepäck verloren geht

Pärchen wartet am Flughafen auf Gepäck

Koffer verloren? Wenn das Gepäck nicht mitfliegt, wird die Ferienlaune gedämpft.
Bild: Getty Images

 

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Wenn das Gepäck nicht auf dem Laufband erscheint, fangen die Ferien alles andere als erholsam an. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie in einem solchen Fall achten müssen und welche Möglichkeiten zur Vorsorge und Soforthilfe es gibt.

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Nach einer Stunde am Gepäckband im Flughafen Dublin wurde Anton T. klar, dass sein Koffer wohl nicht mehr auftauchen würde. Zumindest nicht hier und nicht heute. Der Mittzwanziger war auf einer Geschäftsreise mit Kollegen und hatte seinen Kabinenkoffer in letzter Sekunde abgegeben. Jetzt waren wichtige Dokumente, sein Laptop, Kleidung und andere Habseligkeiten verschwunden. Doch nicht nur seine Sachen fehlten: Gut zwanzig Passagiere des selben Fluges standen ohne Gepäck da. Am Schalter der Fluggesellschaft Aer Lingus formten sich daraufhin lange Schlangen. Doch man konnte nichts weiter tun, als Gepäck-Tag, Telefonnummer und Adresse angeben und abwarten.  

In den meisten Fällen taucht das Gepäck innerhalb von etwa 24 Stunden auf. In manchen Fällen, wie in dem von Anton T., kann das aber auch länger dauern. Was tun in solchen Situationen?

Ansprechpartner und Verlustmeldung

Vielen Reisenden stellt sich das Problem, dass es kaum übergreifende Regeln und Gesetze in solchen Verlustfällen gibt. Während in Zürich zum Beispiel der Flughafen selbst in den ersten fünf Tagen nach dem Verlust zuständig ist, war Antons einziger Ansprechpartner die Fluggesellschaft Aer Lingus. Auch hat jede Fluggesellschaft andere Regeln, was die Kompensation anbelangt. So gibt es einige bei denen man ein Budget für neue Kleider erhält, wenn der Koffer nicht innerhalb einer bestimmten Zeit wieder auftaucht.

Wichtig ist in jedem Fall, sofort am Flughafen eine Verlustmeldung aufzugeben. Die Fluggesellschaft ist dann verpflichtet, innerhalb von 21 Tagen das Gepäck wiederzubeschaffen. Sollte der Koffer nach Ablauf dieser Frist immer noch nicht aufgetaucht sein, wird er offiziell als verloren deklariert.

Wie kann man dem Verlust vorbeugen?

Zwar ist es unmöglich, einen Verlust zu verhindern, doch man kann dafür sorgen, dass der Koffer möglichst schnell wiederzuerkennen ist: Ein Streifen Neonfarbenes Tape, Aufkleber oder auffällige Muster und Farben sind hilfreich. Idealerweise macht man vor jeder Reise ein Foto von seinem Koffer. Das kann man im Notfall vorzeigen und an die Verlustmeldung anhängen.

Vielreisenden wird zudem empfohlen, nicht nur aussen Namen, Adresse und Telefonnummer anzubringen, sondern auch im Koffer, idealerweise mit einem Zettel, auf dem die Reiseroute aufgeschrieben ist. Weiter ist eine Liste empfehlenswert, auf der man festhält, was sich im Koffer befindet. Wer also sowieso eine Packliste vorbereitet, sollte diese bei sich behalten.

Wechseloutfit und Wertsachen ins Handgepäck

Wenn das Worst-Case-Scenario eintritt, lohnt es sich ein Wechseloutfit im Handgepäck zu haben. Zwar erstatten Fluggesellschaften die Kosten für notwendige Anschaffungen wie Kleidung, doch schwankt der versicherte Betrag von Airline zu Airline und wird zudem erst im Nachhinein ausbezahlt. Wichtig ist es, die Rechnungen von allen zum Ersatz erstandenen Kosmetika und Kleidern aufzuheben. Spätestens drei Wochen, nachdem der Koffer aufgetaucht ist, sollte man diese der Airline übermitteln.

Eine Reise- und Gepäckversicherung kann natürlich helfen, möglichst unkompliziert an eine Erstattung des Kofferinhalts zu kommen. Doch auch ohne solche haben Flugreisende ein Anrecht auf finanzielle Kompensation, sofern ihr Koffer offiziell als verloren gemeldet wird. Bei dieser gibt es jedoch nach dem Montrealer Abkommen eine Höchstgrenze von rund 1'460 Franken.

Moderne Helfer gegen das Verlieren

Dienste wie ReboundTAG und SuperSmartTag arbeiten mit RFID-Chips, um verlorenes Gepäck zu lokalisieren und gegen eine jährliche Gebühr an den Besitzer zurückzubringen. Ähnlich funktionieren Geräte wie Trakdot und iTrak, die mittels Kurznachrichten dem Besitzer mitteilen, wo sich ihr Gepäck befindet. Der Trace Me Luggage Tracker ist weniger High-Tech, aber ebenfalls nützlich: Er besteht aus einem Barcode, der überall gescannt werden kann. Die Fluggesellschaft übermittelt Trace Me die Daten, von dort werden die Daten des Besitzers der Airline mitgeteilt und darüber hinaus wird der Besitzer ebenfalls mit einer SMS und einer E-Mail über den Fund seines Gepäcks informiert.

Anton T. hat nach über zwei Wochen einen Anruf von Aer Lingus bekommen, dass sein Gepäck irgendwo in den Tiefen des Londoner Flughafens Heathrow gefunden wurde. Nun soll ihm die Tasche auf schnellstem Wege zugestellt werden. Das ungewisse Warten nimmt für ihn nach 19 Tagen ein Ende – der Kampf gegen die Bürokratie der Fluggesellschaften jedoch erst seinen Anfang.

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