Vorwürfe gegen «Österreich-Konzept»Streit um neuen Weihnachtsmarkt auf Mallorca eskaliert
Sven Ziegler
30.11.2025
Um einen neuen Weihnachtsmarkt gibt es viel Streit. (Symbolbild)
Christoph Schmidt/dpa
In Palma sorgt ein neuer Weihnachtsmarkt für heftige Diskussionen. Anwohner, Opposition und Teile des Stadtrats werfen der Stadtregierung vor, ein Projekt mit österreichischen Betreibern durchzuwinken, das wenig mit mallorquinischer Tradition zu tun habe.
Am Freitagabend eröffnet in Palma der neue Weihnachtsmarkt «Christmas in Palma». Eigentlich hätte der Start bereits früher erfolgen sollen, doch laut Stadtverwaltung sorgten «logistische Hürden» und schlechtes Wetter für Verzögerungen.
Die politische Debatte lässt sich davon nicht bremsen. Die sozialistische Stadträtin Angélica Pastor wirft der Stadtregierung unter Bürgermeister Jaime Martínez vor, ein unausgegorenes Konzept zu unterstützen. Besonders stört sie, dass 42 der 60 Marktstände von einem österreichischen Betreiberteam geführt werden sollen. Für Pastor wirft das Fragen zu Lizenzen, Auswahlverfahren und Kontrolle auf. Das berichtete die «Mallorca Zeitung».
Anwohner erwirken Einschränkungen
Pastor kritisierte im Stadtrat, die Organisatoren entfernten sich vom lokalen Charakter traditioneller Weihnachtsmärkte. Glühwein, Wiener Würstchen und ein insgesamt «alpenländisch» geprägtes Angebot passten ihrer Ansicht nach nicht zum Kulturprogramm der Stadt. Das Projekt sei dem Bürgermeister «aus der Hand geglitten», sagte sie.
Die zuständige Stadträtin Guadalupe Ferrer (Regierungspartei PP) weist dies zurück. Der Markt verfüge über alle notwendigen Lizenzen und bringe zusätzliche Kundenfrequenz für lokale Geschäfte und Gastronomie.
Bereits vor der Eröffnung formierte sich Widerstand aus dem angrenzenden Viertel Santa Catalina. Anwohner klagten über mögliche Lärm- und Verkehrsbelastung und organisierten Proteste. Die Stadt reagierte mit Auflagen: Musik darf nun nur noch freitags und samstags zwischen 19.30 und 21.30 Uhr gespielt werden – und lediglich so, dass sie ausserhalb des Marktgeländes nicht zu hören ist.