Von der Stadt, die niemals schläft zur Perle am Roten Meer

30.11.2018 - 06:41, Larissa Eichin

Tel Aviv ist ein Schlaraffenland: Auf den Märkten gibt es zahlreiche Gaumenfreuden.
Bild: Ellin Anderegg

Israel vereint Schönheit, Ruhe, Natur und Geschichte mit actiongeladenen Abenteuern in der Wüste oder zwischen den Wellen am Roten Meer. Hier kann man alles haben, das Land ist innerhalb von knapp acht Stunden zu durchqueren. Ideale Voraussetzungen für eine Rundreise. Ein Reisebericht.

Einmal im Leben nach Israel – das ist für viele Gläubige ein Must. Kein Wunder – das Heilige Land hat unglaublich viel zu bieten. Wir lassen uns vom trendigen Vibe der Grossstadt Tel Aviv mitreissen, verlieren uns in den Weiten des Negev und finden in Eilat wieder den Sand – und somit Boden – unter den Füssen.

Das Mittelmeer liegt in Tel Aviv direkt vor der Haustüre.
Bild: Ellin Anderegg

Tel Aviv: Strand, Geschichte und Vergnügen

Die Partyhochburg Tel Aviv ist genau so, wie man es erwartet: Gross, energiegeladen und gesegnet mit mildem, mediterranem Wetter das ganze Jahr über. Uns zieht es als erstes an den Strand. Wer gerne aktiv ist, findet in der lebhaften Stadt allerlei zu tun: Es locken bunte, laute Märkte wie der Früchte- und Gemüsemarkt Carmel Markt oder der Flohmarkt in Jaffa, Shuk Hapishpishim. Hier kann man stundenlang nach Schmuck, Teppichen, Möbeln und Kleidern stöbern. Wer sich für Architektur interessiert, kann nach einem Rundgang im historischen Jaffa an den Boulevards Dizengoff und Rothschild die unzähligen Häuser im Bauhaus-Stil bestaunen, welche Tel Aviv 2003 zum Unesco Weltkulturerbe machten.

Die Bauten im Bauhaus-Stil brachten Tel Aviv den Status eines Unesco-Weltkulturerbes.
Bild: Ellin Anderegg

Sobald die Sonne untergeht, erwacht Tel Avivs einzigartiges Nachtleben. So verwandelt sich gefühlt jedes zweite Haus in einen trendigen Club oder eine coole Bar. Wer durchtanzen will, findet etwas für jeden Geschmack. Verrückte Locations wie die Sputnik Bar, elegante Hip-Hop-Clubs wie das Aria oder das Kuli Alma, wo man Vintage-Filme schauen oder gamen und sogar ganze Kunstausstellungen bestaunen kann.

In Tel Avivs Gassen ist immer was los. Die Stadt ist bekannt für ihr pulsierendes Nachtleben.
Bild: Ellin Anderegg

Negev: Fantastische Gebilde und Wein in der Wüste 

Nach einem ausgiebigen Partymarathon ist es an der Zeit, der Stadt den Rücken zu kehren und weiter zu ziehen Richtung Süden. Dort beginnt der Negev – Israels majestätische Wüste – wo Action und Abenteuer auf uns warten.

Ein Muss ist der Besuch im Makhtesh Ramon, einem riesigen Krater geologischen Ursprungs. 40 Kilometer lang und bis zu zehn Kilometer weit, zählt er zu den einzigartigen Sehenswürdigkeiten Israels. Wer am Rand des Kraters steht, wird diesen Anblick für immer in Erinnerung behalten. Im Krater warten beeindruckende Schätze: Vielfarbiger Sandstein, Vulkangestein und versteinerte Korallenriffe und Fossilien. Besonders zu empfehlen ist eine Tour mit dem Jeep durch Israels grössten Naturpark: Die perfekte Mischung aus Action und Information, die auch Geografiemuffel für die Entstehungsgeschichte des Erosionskraters zu begeistern vermag.

Eine fentastische Landschaft trifft man im Makhtesh Ramon an.
Bild: Ellin Anderegg

Aber der Negev bietet nicht nur Stein und Sand: In den letzten Jahren hat die Wüste auch wachsende Bekanntheit für seine Weingüter erlangt, dank innovativen Winzern wie Chana und Eyal Jezreel. Das Ehepaar gründete 1998 die Carmey Avdat Farm, nachdem sie auf einem ihrer Negev-Ausflüge ein verlassenes Flussbett (Wadi) mit Überresten einer alten Farm und eines Weinbergs mit antiken Bewässerungssystemen fanden. Tatsächlich wird der Weinbau in der Israelischen Wüste seit über 2’000 Jahren betrieben. Heute produzieren Chana und Eyal auf ihrem üppig bewachsenen Boutique-Weingut Chardonnay, Cabernet Sauvignon und Merlot und stellen Gästehäuser im Öko-Tourismus-Stil zur Verfügung.

Kreativer Umweltschutz im Kibbuz

Wir lassen das Weingut hinter uns und entscheiden uns, in einem anderen, einzigartig israelischen Ort zu übernachten: einem Kibbuz. «Where Spirit and Earth meet» – diesen Leitspruch hat sich das Kibbuz Lotan auf die Flagge geschrieben. Denn hier geht es darum, «kreative Ökologi» zu leben und lehren. Das «Center for Creative Ecology» hat sich aus einem wachsenden Wunsch des Kibbuz Lotan heraus entwickelt, die Umweltauswirkungen zu reduzieren und eine nachhaltigere Lebensweise zu fördern. Das Bestreben fängt bei den eigenen Community-Mitgliedern an: Sie bauen mit Materialien wie Strohballen und Abfall, betreiben biologischen Gartenbau und nutzen umweltfreundliche Technologien wie Biogas, Solaröfen und Komposttoiletten.


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Das angeeignete Wissen, mit dem das Center auch schon Auszeichnungen gewonnen hat, möchte das Kibbuz teilen: So kann man gleich mit anpacken bei Häuserbau  oder Bepflanzung, indem man an einem der vielseitigen Schulungskurse oder Ausbildungsprogramme teilnimmt – oder sich einfach als Gast engagiert.

Im «Kibbuz Lotan» setzt man auf Nachhaltigkeit – auch Gäste können sich beteiligen.
Bild: Ellin Anderegg

Zwischen Meer und Wüste, Entspannung und Action

Mit dem Sonnenaufgang in Lotan verabschieden wir uns von der Wüste und brechen auf in Richtung Eilat. Das ist Israels südlichste Stadt und auch der einzige Ort Israels am Roten Meer. Diese Gewässer sind bekanntlich nicht nur für Badeferien und Wassersport ein Traum, sondern auch für passionierte Taucher: Hier gibt es eine fantastische Unterwasserwelt zu entdecken. Dazu kommen 360 Sonnentage im Jahr, über 12’000 Hotelzimmer (von Fünf-Stern-Hotels bis zu kuscheligen Airbnbs) und endlose Shoppingmöglichkeiten (Eilat ist eine Freihandelszone). Eilat ist zurecht ein Touristenmagnet mit knapp drei Millionen Besuchern pro Jahr.

Eilat liegt als einziger israelischer Ort am Roten Meer.
Bild: Ellin Anderegg

Aber Eilat hat nicht nur Meer zu bieten. Die Wüste liegt gleich hinter der Stadt und bietet unzählige Aktivitäten, von Biken und Wandern bis hin zu Kamelausritten. 25 Kilometer nördlich befindet sich der Timna Nationalpark. Im 60 Quadratkilometer grossen Park wurde früher Kupfer abgebaut – der Park ist aber vor allem wegen seinen einzigartigen Gesteinsformationen bekannt: Mal sehen sie aus wie Säulen, mal wie Pilze. Wer den Besuch mit einer sportlichen Aktivität verbinden will, kann sich auf über 20 Kilometern Bike-Trails austoben und die steilen Klippen, weiten Täler und historischen Orte auf zwei Rädern entdecken.

im Timna Nationalpark gibt es Gesteinsformationen wie aus einer anderen Welt.
Bild: Ellin Anderegg

Zeitreise in die antike Felsenstadt Petra

Wer Zeit hat, sollte von Eilat eine Ein- oder Zweitagestour in die legendäre «verlorene Stadt» Petra in Jordanien buchen. Die Stadt wurde vor über 2’000 Jahren von dem Nomadenvolk der Nabatäer erbaut und von einem Basler anfangs des 19. Jahrhunderts entdeckt. Anbieter wie «Desert Eco Tours» arbeiten mit lokalen Veranstaltern zusammen, um einen reibungslosen Grenzübergang von Eilat nach Akaba zu gewährleisten. Nach eineinhalb Stunden Fahrt erreicht man das Wadi Musa (Moses Tal), von wo aus man zu Fuss Petra betritt. Gutes Schuhwerk, genügend Wasser und Sonnenschutz sind für einen Besuch in Petra ein Must, denn Petra ist gross und vieles versteckt sich auf schroffen Felsen, die man erst erklimmen muss.

Petra: Die weltberühmte Die archäologische Stätte in der südwestlichen jordanischen Wüste war einst Hauptstadt des nabatäischen Königreichs.
Biid:  Ellin Anderegg

Für uns geht es zuerst einem trockenen Flussbett entlang zum Siq, so wird die Schlucht am Eingang der Stadt genannt. Meterhoch ragen die Felswände in die Höhe, der farbige Stein ist durchzogen von antiken Wasserkanälen. Am Ende der 1,2 Kilometer langen Schlucht eröffnet sich uns der Anblick, auf den wir gewartet haben: Das Schatzhaus thront über uns, in allen Schattierungen von Orange und Rot bis Rosa.

Es ist nicht das einzige Bauwerk, das uns den Atem raubt. Zu Fuss gehen wir weiter ins Zentrum der Felsenstadt – ein breites Tal – und sehen nabatäische Felsengräber, Wohnhäuser und ein römisches Theater, bevor es 900 Stufen hinauf geht zum imposanten Felsentempel Ad Deir. Unterwegs halten wir immer wieder an, um die einzigartige Aussicht auf die umliegenden Berge, Schluchten und Täler zu geniessen und hie und da versteckte Höhlen zu erspähen. Petra ist zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden. Die beste Besuchszeit ist im Frühling oder im Herbst. Die Temperaturen sind dann angenehm warm, während es im Sommer mit bis zu 36 Grad sehr heiss werden kann.


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Reiseinformationen und -tipps für Israel

Hotel in Tel Aviv

Direkt am Strand und Yachthafen gelegen mit toller Dachterrasse und Frühstück am Meer: Carlton Tel Aviv at the Beach: www.carlton.co.il

Restaurants in Tel Aviv

Social Club ‒ ein Hauch Manhattan in Israels zweitgrösster Stadt: http://socialclub.co.il

Blue Rooster ‒ heimeliges Restaurant mit grossartigen israelischen Leckereien: http://thebluerooster.co.il

Hotel in Eilat

Zentral im Herzen Eilats, mitten im Einkaufsviertel und mit tollem Blick aufs Rote Meer: Rimonim Hotel Eilat: www.rimonimhotels.com/rimonim-eilat

Essen in Eilat

Pago Pago ‒ ein Muss für Seafood-Liebhaber. Schön gelegen im Yachthafen Eilats: www.pagopagorest.com

Shipudei ‒ schöne Outdoor-Location im modernen Teil Eilats. Im Einkaufszentrum nebenan gibt es eine Eisbahn: www.shipudei-eilat.com

Flug

Mit Swiss nach Tel Aviv. Mit Edelweiss direkt nach Eilat ab November 2018 bis März 2019 (April 2019 bis September 2019 keine Flüge). Preise ab 219 Franken. 

Dieser Bericht entstand in Zusammenarbeit mit Edelweiss Air. 

Der Timna Nationalpark erinnert an die fantastischen Landschaften im Westen der USA.
Bild: iStock







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