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Danielle Perrette, Kommunikationsleiterin der Loterie Romande, posiert im «Salon der grossen Gewinner» mit der Broschüre, die an die glücklichen Jackpot-Knacker verteilt wird.
zVg
Irgendwo in den Gängen der Zentrale der Loterie Romande in Lausanne verbirgt sich ein ganz besonderer Raum: der «Salon der grossen Gewinner». Wer hier Platz nimmt, hat mindestens eine halbe Million Franken gewonnen. Ein Blick hinter die Kulissen eines Ortes, an dem sich Glücksgeschichten sammeln.
Der Raum selbst wirkt unscheinbar: ein grosses graues Sofa, zwei apfelgrüne Sessel und ein weisser Couchtisch. Doch könnten die Wände sprechen, hätten sie wohl einiges zu erzählen. Etwa von einem Grossvater, der mit den Geburtsdaten seiner Enkel beim Euromillions den Jackpot knackte. Oder von einer Gruppe von Freunden, die Woche für Woche gemeinsam Swiss Lotto spielte und schliesslich den grossen Gewinn holte. Und das sind längst nicht alle Geschichten.
In den «Salon der grossen Gewinner» der Loterie Romande in Lausanne gelangt allerdings nicht jeder. Empfangen werden hier ausschliesslich Spielerinnen und Spieler, die mindestens 500'000 Franken gewonnen haben. Solche Gewinne sind zwar nicht an der Tagesordnung, kommen aber regelmässig vor.
«Es freut uns immer besonders, wenn Gewinner mit ihrem Geld etwas verwirklichen können, das ihnen wirklich am Herzen liegt. Das ist oft sowohl für sie als auch für uns ein sehr bewegender Moment», sagt Danielle Perrette, Kommunikationsleiterin der Loterie Romande, zu blue News.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Gewinnern: diejenigen, die online spielen und deren Identität der Loterie Romande bekannt ist, sowie jene, die ihre Scheine oder Rubbellose anonym an einer Verkaufsstelle kaufen.
Wer online den Jackpot gewinnt, wird direkt kontaktiert. Alle anderen können ihren Gewinnschein entweder per Post an den Hauptsitz in Lausanne schicken oder persönlich vorbeibringen.
«Wir laden die grossen Gewinner ein, zu uns zu kommen, damit wir uns Zeit für sie nehmen können. Wir sprechen mit ihnen über ihre Spielgewohnheiten, fragen nach ihren Glückszahlen und erfahren mehr über ihre Pläne. Häufig bringen sie eine Vertrauensperson mit», erzählt Danielle Perrette.

Die Loterie Romande betreut Lottospieler*innen nach grossen Gewinnen.
Loterie Romande
Eine ihrer Lieblingsgeschichten handelt von einem Mann aus dem Walliser Chablais. Er hatte stets gesagt: «Wenn ich jemals im Lotto gewinne, werde ich meinen Gewinn zu Fuss abholen.» Eines Tages stimmten beim Swiss Lotto tatsächlich alle Zahlen – der Gewinn: 1,5 Millionen Franken.
Sein Versprechen hielt er ein: Mit dem Rucksack machte er sich zu Fuss auf den Weg nach Lausanne. «Er kam zwar etwas erschöpft an, aber mit einem Lächeln im Gesicht – glücklich und zufrieden, diese einmalige Reise gemacht zu haben», erinnert sich Perrette.
Bevor der Gewinner den Salon betreten darf, wird sein Gewinnschein selbstverständlich geprüft und im offiziellen Computersystem validiert. Erst danach wird er in den Empfangsraum begleitet.
Dort gibt es allerdings keine grosse Feier. «Normalerweise bieten wir einen Kaffee oder ein Glas Wasser an», sagt Danielle Perrette schmunzelnd. Der Champagner bleibe wohl eher den privaten Feiern im Familienkreis vorbehalten.
Alle Gewinne wurden bei Euromillions erzielt
Für die Loterie Romande gehört zum Gewinn mehr als nur die Auszahlung. Ebenso wichtig sei es, den Gewinnern einige grundlegende Empfehlungen mit auf den Weg zu geben. Denn von einem Tag auf den anderen einen sechs-, sieben-, acht- oder gar neunstelligen Betrag zu erhalten, könne durchaus überwältigend sein.
Deshalb erhält jeder Hauptgewinner eine Broschüre mit dem Titel «Lächeln Sie, Sie haben gewonnen!». Darin werden die wichtigsten Empfehlungen zusammengefasst, die zuvor auch persönlich im «Salon der grossen Gewinner» besprochen werden.
«Ich habe festgestellt, dass der Zufall die Dinge oft erstaunlich gut regelt», sagt Danielle Perrette. «Meistens befinden sich die Menschen gerade in einer Lebensphase, in der sie einen besonderen Bedarf haben, den dieser Gewinn decken kann.»
Dennoch warnt sie vor vorschnellen Entscheidungen. «Wir raten den Gewinnern, sich Zeit zu nehmen, ihre Situation sorgfältig zu überdenken, sich natürlich auch etwas zu gönnen, aber vor allem langfristige Pläne zu entwickeln. Ausserdem empfehlen wir ihnen, Fachleute beizuziehen und sich bewusst zu machen, wie wichtig Anonymität und Vertraulichkeit in ihrer Situation sind.»
Wichtig sei dabei, dass die Gewinner ihre Berater völlig frei wählen. Namen von Banken, Vermögensverwaltern oder Treuhändern würden bewusst nicht genannt. «Das ist nicht unsere Aufgabe», stellt Perrette klar.
Rund um grosse Lottogewinne kursieren zahlreiche Legenden. Eine der bekanntesten erzählt von einem Gewinner, der sich sofort einen Ferrari gekauft und diesen kurz darauf gegen eine Mauer gesetzt haben soll.
«Allen unseren grossen Gewinnern geht es sehr gut», sagt Danielle Perrette lächelnd. Sie höre regelmässig von Menschen, die einst im Salon empfangen wurden.
Solche Geschichten seien ihrer Ansicht nach Ausdruck einer weit verbreiteten Vorstellung: «Viele Menschen können kaum nachvollziehen, warum jemand plötzlich so viel Glück hat. Daraus entstehen dann tragische Erzählungen.» Dazu komme, dass spektakuläre Einzelfälle aus anderen Ländern häufig grosse mediale Aufmerksamkeit erhielten und so Legenden entstünden, «die – wie der Name schon sagt – nicht der Realität entsprechen».

Loterie Romande ist für die Lotteriespiele in der Westschweiz zuständig.
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Die Loterie Romande organisiert die Lotteriespiele in den sechs Kantonen der Westschweiz. Sämtliche Gewinne des Unternehmens fliessen in gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport, Gesundheit, Bildung, Forschung, Kulturerbe, Tourismus und Umwelt. Das gilt auch für nicht abgeholte Gewinne. Dabei handelt es sich meist um kleinere Beträge, die sich pro Jahr dennoch auf insgesamt drei bis vier Millionen Franken summieren.
Dass allerdings ein Jackpot nicht abgeholt wird, komme äusserst selten vor. Genau das sei jedoch kürzlich beinahe passiert, erzählt Danielle Perrette.
«Ein Gewinn verfällt nach sechs Monaten. Eine Person hatte bei Euromillions 300'000 Franken gewonnen, sich aber nicht gemeldet. Kurz vor Ablauf der Frist starteten wir einen Aufruf in den Medien. Tatsächlich fand die Person ihren Spielschein wieder und kam zu uns, um den Gewinn einzulösen. Das war ein sehr schöner Moment.»
Obwohl der Gewinn unter der Schwelle von 500'000 Franken lag, machte die Loterie Romande in diesem besonderen Fall eine Ausnahme: Der glückliche Gewinner wurde ebenfalls im «Salon der grossen Gewinner» empfangen.
Für Danielle Perrette ist die Botschaft deshalb klar: Wer Lotto spielt, sollte seine Spielscheine immer kontrollieren. Denn manchmal wartet eine Überraschung, mit der niemand gerechnet hat – und vielleicht sogar ein Platz im «Salon der grossen Gewinner».