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Für diese 17 Gefühle gibt es kein deutsches Wort
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Fremdsprachen schliessen Sprachlücken

Für diese 17 Gefühle gibt es kein deutsches Wort

Für Gefühle wie «Saudade», «Kilig» oder «Wabi-Sabi» gibt es im Deutschen keine direkte Entsprechung – erlebt haben sie die meisten trotzdem schon.

Für Gefühle wie «Saudade», «Kilig» oder «Wabi-Sabi» gibt es im Deutschen keine direkte Entsprechung – erlebt haben sie die meisten trotzdem schon.

Bild: blue News

Von Japan über Südafrika bis an die Südspitze Südamerikas: Viele Sprachen kennen Begriffe für Gefühle, die wir zwar alle kennen, aber auf Deutsch nicht benennen können. Wir zeigen einige der faszinierendsten Begriffe.

Jenny Keller

Jenny Keller

16.06.2026, 04:30•16.06.2026, 07:48

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Viele Sprachen kennen Wörter für Emotionen, die sich auf Deutsch nur umständlich beschreiben lassen.
  • Die Wörter geben Einblick in kulturelle Besonderheiten und Denkweisen.
  • Manche beschreiben Gefühle, die fast jeder kennt, für die aber kaum jemand einen Namen hat.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Manchmal kennen wir ein Gefühl ganz genau – und trotzdem fehlt das passende Wort dafür. Während das Deutsche Begriffe wie «Fernweh» oder «Torschlusspanik» hervorgebracht hat, kennen andere Sprachen emotionale Zustände, die sich nur schwer in einem einzigen deutschen Wort ausdrücken lassen.

Sprachwissenschaftler und Psychologinnen beschäftigen sich seit Jahren mit der Frage, ob Sprache beeinflusst, wie wir Gefühle wahrnehmen. Sicher ist: Wer eine Emotion benennen kann, erkennt sie oft leichter bei sich selbst.

Faszinierend sind deshalb Begriffe, die in einer Sprache ganz selbstverständlich existieren, während sie anderswo nur mit langen Umschreibungen erklärt werden können. In der Fotogalerie findest du einige der schönsten Beispiele.

  • <strong>«Saudade» / Portugiesisch</strong><br>Tiefe Sehnsucht nach etwas oder jemandem, das verloren gegangen ist oder unerreichbar bleibt. Das Gefühl verbindet Liebe, Erinnerung und Schmerz auf besondere Weise.<br>Beispiel: Der Gedanke an einen geliebten Menschen, der weit weg lebt oder verstorben ist, löst gleichzeitig Wärme und Traurigkeit aus.
  • <strong>«Wabi-Sabi» / Japanisch</strong><br>Die Schönheit des Unvollkommenen und Vergänglichen. Wabi-Sabi erinnert daran, dass nichts für immer bleibt und gerade deshalb wertvoll ist. Statt Perfektion zu suchen, liegt der Fokus auf Authentizität, Alter und den Spuren des Lebens.<br>Beispiel: Eine alte Holzbank mit Gebrauchsspuren wirkt schöner und charaktervoller als ein makelloses neues Möbelstück.
  • <strong>«Forelsket» / Norwegisch</strong><br>Das euphorische Hochgefühl zu Beginn einer Verliebtheit. Alles wirkt aufregender, leichter und schöner als sonst.<br>Beispiel: Man wacht morgens auf und denkt sofort an die andere Person.
  • <strong>«Yuanfen» / Mandarin</strong><br>Die unsichtbare Kraft des Schicksals, die Menschen zusammenführt. Der Begriff beschreibt die Vorstellung, dass manche Begegnungen vorherbestimmt sind.<br>Beispiel: Zwei Menschen begegnen sich immer wieder zufällig an unterschiedlichen Orten und entwickeln so schliesslich eine enge Verbindung.
  • <strong>«Mono no aware» / Japanisch</strong><br>Die sanfte Melancholie angesichts der Vergänglichkeit schöner Momente. Es ist das Bewusstsein, dass etwas gerade deshalb berührt, weil es nicht von Dauer ist.<br>Beispiel: Der letzte Abend einer Reise fühlt sich gleichzeitig glücklich und traurig an, weil man weiss, dass dieser Moment nicht zurückkehrt.
  • <strong>«Hiraeth» / Walisisch<br></strong>Sehnsucht nach einer Heimat, die nicht mehr existiert oder vielleicht nie existiert hat. Oft schwingt dabei die Vorstellung eines idealen Ortes oder einer besseren Zeit mit.<br>Beispiel: Das Gefühl, nach einer Vergangenheit oder einem Zuhause zu suchen, das man nie wirklich erlebt hat.
  • <strong>«Toska» / Russisch<br></strong>Eine schwer erklärbare Mischung aus Melancholie, Sehnsucht, innerer Leere und Nachdenklichkeit. Das Gefühl kann von leichter Traurigkeit bis zu existenzieller Verzweiflung reichen.<br>Beispiel: Man spürt, dass etwas fehlt, kann aber nicht sagen, was genau einem fehlt oder wonach man sich sehnt.
  • <strong>«Koi no yokan» / Japanisch</strong><br>Die Gewissheit beim ersten Kennenlernen, dass man sich irgendwann verlieben wird. Es ist nicht Liebe auf den ersten Blick, sondern die Ahnung einer zukünftigen Liebe.<br>Beispiel: Nach einem Gespräch hat man das Gefühl, dass diese Begegnung noch eine wichtige Rolle im eigenen Leben spielen wird.
  • <strong>«Onsra» / Boro (Tibeto-birmanisch)</strong><br>Die Erkenntnis, dass die Liebe zu einem Menschen weiterbesteht, obwohl die Beziehung endet. Es beschreibt den schmerzhaften Übergang zwischen Liebe und Loslassen.<br>Beispiel: Man weiss, dass man getrennte Wege gehen muss, empfindet aber weiterhin tiefe Zuneigung und Verbundenheit.
  • <strong>«Mamihlapinatapai» / Yaghan (Feuerland)</strong><br>Der Blick zwischen zwei Menschen, die beide dasselbe wollen, aber keiner wagt den ersten Schritt. Ein Moment voller Spannung, Hoffnung und Unsicherheit.<br>Beispiel: Zwei Personen möchten sich küssen, warten aber beide darauf, dass der andere die Initiative ergreift.
  • <strong>«Mudita» / Sanskrit und Pali (Indien)</strong><br>Aufrichtige Freude über das Glück anderer Menschen. Es geht darum, Erfolg oder Freude anderer nicht als Bedrohung, sondern als etwas Positives zu erleben.<br>Beispiel: Man freut sich ehrlich über die Beförderung eines Freundes, obwohl man selbst leer ausgegangen ist.
  • <strong>«Natsukashii» / Japanisch</strong><br>Die warme Freude beim Erinnern an schöne Momente aus der Vergangenheit. Anders als reine Nostalgie steht hier das positive Gefühl im Vordergrund.<br>Beispiel: Ein altes Lied versetzt einen sofort zurück in die Schulzeit und lässt längst vergessene Erinnerungen wieder aufleben.
  • <strong>«Ubuntu» / Zhulu und Xhosa (Südafrika)</strong><br>Das Gefühl tiefer menschlicher Verbundenheit nach dem Motto: «Ich bin, weil wir sind.» Der Einzelne wird als Teil einer Gemeinschaft verstanden.<br>Beispiel: Eine Nachbarschaft unterstützt gemeinsam eine Familie, die sich in einer schwierigen Situation befindet.
  • <strong>«Kilig» / Tagalog (Philippinen)</strong><br>Das Kribbeln und die Aufregung, die Verliebtheit auslösen kann. Oft zeigt sich das Gefühl körperlich durch Herzklopfen oder Nervosität.<br>Beispiel: Das Herz schlägt schneller, wenn plötzlich eine Nachricht der geliebten Person auf dem Smartphone erscheint.
  • <strong>«Iktsuarpok» / Inuktitut (Kanada)</strong><br>Die ungeduldige Vorfreude, die einen immer wieder nach draussen schauen lässt, ob jemand endlich kommt. Eine Mischung aus Erwartung und Ungeduld.<br>Beispiel: Man wartet auf Besuch und kontrolliert ständig die Strasse vor dem Haus, obwohl sich seit Minuten nichts verändert hat.
  • <strong>«Jayus» / Indonesisch</strong><br>Ein so schlechter Witz, dass er gerade deshalb lustig wird. Oft entsteht das Lachen eher aus Verlegenheit als aus echter Begeisterung.<br>Beispiel: Niemand findet den Witz wirklich gut – und trotzdem lacht am Ende der ganze Tisch über die Absurdität der Situation.
  • <strong>«Yūgen» / Japanisch</strong><br>Das tiefe Gefühl von Ehrfurcht angesichts der Grösse und des Geheimnisses der Welt. Es beschreibt die Ahnung, dass es mehr gibt, als wir verstehen können.<br>Beispiel: Der Blick in einen sternenklaren Himmel fernab jeder Stadt lässt einen klein und verbunden mit dem Universum fühlen.

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<strong>«Saudade» / Portugiesisch</strong><br>Tiefe Sehnsucht nach etwas oder jemandem, das verloren gegangen ist oder unerreichbar bleibt. Das Gefühl verbindet Liebe, Erinnerung und Schmerz auf besondere Weise.<br>Beispiel: Der Gedanke an einen geliebten Menschen, der weit weg lebt oder verstorben ist, löst gleichzeitig Wärme und Traurigkeit aus.

Bild: IMAGO/Chromoorange

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