Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Welche Nahrungsmittel und Getränke helfen bei Hitze? Ernährungsdiagnostiker Jürg Hösli erklärt, was den Körper an heissen Tagen tatsächlich entlastet.
- Viele vermeintliche Sommerklassiker belasten den Organismus eher, als dass sie ihn kühlen. Entscheidend sind Flüssigkeit, Mineralstoffe und leicht verdauliche Kost.
- Wer an solchen Tagen clever isst, kann Kreislaufproblemen vorbeugen und sich länger fit fühlen. Schon kleine Anpassungen machen einen spürbaren Unterschied.
Zusammenfassung erstellt mit
Die Temperaturen steigen, der Kreislauf arbeitet auf Hochtouren – und plötzlich wirken Glacé, Grillwurst und ein kaltes Bier besonders verlockend. Doch nicht alles, was sich erfrischend anfühlt, hilft dem Körper tatsächlich.
Ernährungsdiagnostiker Jürg Hösli erklärt, welche Lebensmittel an heissen Tagen sinnvoll sind und welche Sommerklassiker den Organismus zusätzlich belasten.
Warum schweres Essen bei Hitze belastet
Hohe Temperaturen fordern den Körper. Besonders schwer verdauliche und fettreiche Speisen können dann zusätzlich auf den Magen schlagen.
Hösli empfiehlt deshalb kleinere Portionen und leicht verdauliche Gerichte. Besonders grosse Mengen Fleisch oder andere proteinreiche Speisen vom Grill könnten den Körper zusätzlich aufheizen.
«Die Hitze belastet unseren Körper. Insbesondere der Darm hat an hohen Temperaturen keine Freude», sagt Hösli. Wer schwer esse, spüre dies bei hohen Temperaturen noch deutlicher.
So sieht ein gutes Sommermenü aus
Wassermelone, Salat und Joghurt sind aus Sicht des Experten bereits eine gute Grundlage.
Als sättigende Beilage empfiehlt er Salzkartoffeln. Diese seien gut verdaulich und könnten dabei helfen, den Salzverlust durch starkes Schwitzen auszugleichen.
Als Proteinquelle eignen sich laut Hösli leicht verdaulicher Fisch, Linsen oder Kichererbsen. Auch wasserreiche Lebensmittel wie Gurken, Pfirsiche, Suppen oder Wassermelonen helfen dabei, zusätzliche Flüssigkeit aufzunehmen.
Deshalb ist Glacé keine echte Abkühlung
Ein Glacé kann die Stimmung heben und fühlt sich im ersten Moment kühl an. Eine nachhaltige Abkühlung bringt es dem Körper aber nicht.
Kalte Speisen und Getränke müssen im Körper auf Körpertemperatur gebracht werden. Nach Angaben Höslis wird dabei Energie aufgewendet. Der Körper könne dadurch stärker schwitzen und verliere zusätzlich Wasser und Mineralstoffe.
Ganz verzichten muss niemand. Hösli empfiehlt aber, zum Glacé gleichzeitig Wasser zu trinken.
Diese Getränke sind bei Hitze besser
Am besten eignet sich Hahnenwasser. Wem das zu langweilig ist, kann es mit etwas Fruchtsaft oder Zitronensaft mischen.
Weniger geeignet sind stark zuckerhaltige Getränke. Durch den hohen Zuckergehalt müsse der Körper zusätzlich Wasser in den Verdauungstrakt leiten.
Rezept für Gurken-Basilikum-Limonade
Für vier Gläser braucht es:
- eine Salatgurke
- 8 bis 10 Basilikumblätter
- den Saft einer Zitrone
- 2 bis 3 Esslöffel Honig
- Mineralwasser
- Eiswürfel
Drei Viertel der geschälten Gurke werden fein püriert. Die restliche Gurke in Scheiben schneiden und auf die Gläser verteilen.
Zitronensaft, Honig und Basilikum zum Gurkenpüree geben und nochmals mixen. Anschliessend auf vier Gläser verteilen, mit Mineralwasser auffüllen und mit Eiswürfeln servieren.
Auch alkoholhaltiges Bier ist keine ideale Erfrischung, weil Alkohol dem Körper Flüssigkeit entzieht.
Beim Kaffee fällt die Einschätzung differenzierter aus. Es sei besser, Kaffee oder Tee zu trinken als gar nichts. Wer nach Kaffee allerdings schnell zur Toilette müsse, sollte zusätzlich Wasser trinken oder auf Früchte- beziehungsweise Kräutertee ausweichen.
Wie viel sollte man trinken?
Jürg Hösli
Jürg Hösli ist Ernährungswissenschaftler und greift gerne kontroverse Themen aus Sport, Psychologie und Ernährung auf. Er ist Begründer der Ernährungsdiagnostik und der Schule für Ernährungsdiagnostik erpse in Winterthur und Zürich.
An Hitzetagen empfiehlt Hösli für die meisten Menschen mindestens zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit.
Das Wasser sollte jedoch regelmässig über den Tag verteilt getrunken werden. Grosse Mengen auf einmal seien nicht sinnvoll.
Wie viel tatsächlich nötig ist, hängt vom Alltag, von körperlicher Aktivität und vom individuellen Flüssigkeitsverlust ab.
Scharfes Essen kann tatsächlich helfen
Chili kann bei Hitze einen überraschenden Effekt haben. Der Wirkstoff Capsaicin vermittelt dem Körper einen Hitzereiz.
Dadurch beginnen wir zu schwitzen. Verdunstet der Schweiss auf der Haut, kann dies die Körpertemperatur senken.
Scharfes Essen ist deshalb nicht grundsätzlich ungeeignet für heisse Tage – vorausgesetzt, man verträgt es gut.
Leichtes Abendessen verbessert den Schlaf
Wer bei Hitze schlecht schläft, sollte auch den Zeitpunkt und die Grösse der letzten Mahlzeit beachten.
Hösli empfiehlt, etwa vier Stunden vor dem Schlafengehen zum letzten Mal zu essen. Je leichter die Mahlzeit verdaulich sei, desto weniger werde der Körper während der Nacht belastet.
Wichtig sei allerdings, tagsüber regelmässig zu essen. Wer Mahlzeiten auslässt, riskiert am späten Abend eine Hungerattacke – und greift dann möglicherweise doch zu einer grossen, schweren Portion.