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Wer viel und ohne Unterbrechungen sitzt, erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken.
Robert Schlesinger/dpa-Zentralbild/dpa
Büroarbeit kann tödlich sein: Eine neue Studie legt nahe, dass langes und häufiges Sitzen das Risiko erhöht, an Krebs zu sterben. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.
Dass häufiges und langes Sitzen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, war bereits bekannt. Nun legt eine neue Studie nahe, dass tägliches Sitzen von jeweils mehr als einer halben Stunde auch das Risiko erhöht, an Krebs zu sterben.
Die Ergebnisse der in «Plos Medicine» erschienenen Forschungsarbeit deuten ausserdem darauf hin, dass das Risiko mit jeder weiteren Stunde Inaktivität steigt.
Wer längere Sitzphasen jedoch regelmässig unterbricht, kann sich möglicherweise schützen. Die Forscher*innen fanden heraus, dass auch eine kurze körperliche Aktivität dazu beiträgt, das Krebsrisiko zu senken. Selbst ein kleiner Spaziergang durch das Büro könne demnach eine schützende Wirkung haben.
«Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von sitzendem Verhalten nicht nur von der Gesamtdauer des Sitzens abhängen, sondern auch davon, ob diese Zeit in längeren Phasen zusammenhängt oder durch Bewegung unterbrochen wird», schreiben die Forscher*innen in einer Mitteilung.
Dieses Muster sei biologisch plausibel: «Experimentelle Studien haben gezeigt, dass das Unterbrechen von längerem Sitzen durch kurze Bewegungsphasen die Stoffwechselreaktionen im Vergleich zu ununterbrochenem Sitzen verbessern kann.»
Das Team analysierte Daten von Smart Watches, die von mehr als 91'000 UK Biobank-Teilnehmer*innen getragen wurden – über einen Zeitraum von durchschnittlich zwölf Jahren. Jede zusätzliche Stunde längerer Inaktivität pro Tag war demnach mit einem um 10 Prozent erhöhten Risiko für den Tod durch Krebs verbunden.
Das Ersetzen von einer Stunde sitzender Tätigkeit pro Tag durch leichte körperliche Aktivität, wie etwa Hausarbeit oder langsames Gehen, war hingegen mit einem um 12 Prozent geringeren Risiko für den Tod durch Krebs verbunden. Das Risiko sank um 22 Prozent, wenn täglich fünf Minuten Inaktivität durch fünf Minuten intensive körperliche Aktivität ersetzt wurden.