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Die grelle Sonne kann beim Autofahren schnell zu Fehlern führen.
Bild: Keystone
Flipflops am Steuer, Haustiere im heissen Auto oder schlecht gesicherte Dachboxen – im Sommer passieren auf Schweizer Strassen immer wieder die gleichen gefährlichen Fehler. Wir zeigen, welche das sind – und wie man sie vermeidet.
Mit den Sommerferien steigt auch das Risiko für bestimmte Fahrfehler. Polizei, Verkehrs- und Tierschutzorganisationen warnen jedes Jahr vor denselben Gefahren – und deren möglichen rechtlichen Folgen.
Erlaubt, aber riskant: Ohne festen Halt auf den Pedalen verlängert sich der Bremsweg, und das Risiko, vom Pedal abzurutschen, steigt deutlich. Kommt es zum Unfall, können ungeeignete Schuhe als Mitursache gewertet werden. Das kann neben einer Busse auch den Ausweisentzug bedeuten – vor allem, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Auch Versicherungen dürfen Leistungen kürzen, wenn unsicheres Schuhwerk zum Unfall beigetragen hat.
Rechtlich schreibt weder das Strassenverkehrsgesetz (SVG) noch die Verkehrsregelnverordnung (VRV) spezielles Schuhwerk vor. Dennoch raten Polizei und Unfall-Experten, immer mit festen, rutschfesten Schuhen zu fahren. Wer in Badeschlappen unterwegs ist, sollte für die Fahrt auf festes Schuhwerk wechseln – leichte Sneakers im Kofferraum sind dafür ideal.
Luftige Kleidung oder sogar Fahren ohne Oberteil ist in der Schweiz grundsätzlich erlaubt. Allerdings kann es als «unsittiges Verhalten» gewertet werden, wenn sich andere Verkehrsteilnehmer gestört fühlen. Kommt der Verdacht sexueller Absicht auf, droht eine Busse wegen öffentlicher Unanständigkeit. Auch wenn solche Fälle selten sind – es gab schon Anzeigen, weil Fahrerinnen oder Fahrer zu viel Haut gezeigt haben.
Abseits der juristischen Aspekte birgt ein nackter Oberkörper auch Sicherheitsrisiken. Der Sicherheitsgurt kann bei einer Vollbremsung direkt in die Haut schneiden und schmerzhafte Verletzungen verursachen. Auch Sonnenbrand durch die Seitenscheibe ist keine Seltenheit. Deshalb empfiehlt sich im Sommer ein leichtes T-Shirt oder ein dünner Überwurf, um die Haut zu schützen.
Bereits wenige Minuten genügen, um ein geparktes Auto zur Todesfalle für Tiere zu machen. Bei Aussentemperaturen um 24 °C kann sich der Innenraum in einer halben Stunde auf über 40 °C aufheizen. Ein offenes Fenster senkt die Temperatur nur minimal. Hunde können in solchen Situationen binnen Minuten Hitzeschlag, Kreislaufkollaps oder irreversible Organschäden erleiden.
Das Schweizer Tierschutzgesetz wertet das Zurücklassen von Tieren im heissen Auto als Tierquälerei. Bei schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren. Passanten dürfen eingreifen, wenn Gefahr im Verzug ist – sogar das Einschlagen einer Scheibe ist in solchen Notlagen erlaubt. Tierorganisationen raten, Hunde im Sommer nie allein im Auto zu lassen und bei Reisen regelmässig Pausen mit Wasser und Schatten einzuplanen.

Genügend zu trinken, ist auch beim Autofahren wichtig.
Bild: iStock/seb_ra
Hitze belastet den Kreislauf und kann die Fahrtüchtigkeit stark beeinträchtigen. Wer zu wenig trinkt, riskiert Müdigkeit, Schwindel und verlangsamte Reaktionszeiten – ähnlich wie bei 0,5 Promille Alkohol. Bei hohen Temperaturen steigt daher auch die Unfallgefahr, vor allem auf langen Fahrten oder im Stau.
Empfohlen wird, regelmässig kleine Mengen Wasser oder ungesüsste Getränke zu trinken. Schweres Essen sollte man meiden, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten. Bei Anzeichen von Kreislaufproblemen ist eine Pause im Schatten Pflicht. Schon einfache Massnahmen wie kaltes Wasser über Unterarme und Gesicht können helfen, die Körpertemperatur zu senken.
Blendung durch tief stehende Sonne ist eine der häufigsten Ursachen für Sichtbehinderungen im Strassenverkehr. Besonders morgens und abends kann das direkte Sonnenlicht dazu führen, dass Verkehrsschilder oder Bremslichter kaum erkennbar sind. Die Folge: erhöhte Unfallgefahr – auch in der Schweiz warnt die BFU regelmässig davor.
Eine qualitativ gute Sonnenbrille sollte im Sommer griffbereit sein. Empfehlenswert sind entspiegelte Gläser in ausreichender Tönung und – falls nötig – in Sehstärke. Saubere Scheiben verringern die Blendwirkung ebenfalls. Wer von grellem Licht überrascht wird, sollte Geschwindigkeit und Abstand anpassen und, wenn möglich, die Sonnenblende nutzen.
Viele drehen die Klimaanlage sofort auf volle Leistung, sobald sie ins aufgeheizte Auto steigen – dabei ist es effektiver, erst kurz durchzulüften. Fenster oder Türen für eine Minute öffnen, heisse Luft entweichen lassen, dann Klima einschalten und Fenster schliessen.
Zu kalt eingestellte Anlagen bergen zudem Gesundheitsrisiken wie Erkältungen oder Kreislaufprobleme. Experten raten zu maximal 6 °C Unterschied zur Aussentemperatur und einer Einstellung um 22 °C. Den Luftstrom sollte man nicht direkt auf Gesicht oder Körper richten. Zudem ist das Laufenlassen des Motors im Stand verboten und wird gebüsst.
Ob Velos, Dachbox oder Campinggepäck – lose gesicherte Ladung kann bei einer Vollbremsung zu lebensgefährlichen Geschossen werden. Schwere Gegenstände gehören unten an die Rückbank, leichtere obendrauf, alles muss fest verzurrt werden. Auf Gummiexpander («Spinnen») sollte verzichtet werden, da sie leicht abspringen.
Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass Ladung weder verrutschen noch herunterfallen darf. Wer dagegen verstösst, muss mit Bussen rechnen, bei Unfällen sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen. Vor langen Fahrten empfiehlt der TCS, Sicherungen zu kontrollieren und bei Bedarf nachzuspannen.
Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im August 2025.