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El Salvador ist noch weitgehend unentdeckt.
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Noch vor wenigen Jahren galt El Salvador als Inbegriff von Gewalt und Drogenbanden. Heute zieht das kleinste Land Zentralamerikas Reisende aus aller Welt an – mit Vulkanlandschaften, Surfstränden und einer erstaunlichen Sicherheitsbilanz.
Drogenbanden, Gewalt, Korruption – noch vor wenigen Jahren galt El Salvador als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Der Ort in Lateinamerika stellte einen blinden Fleck auf der Weltkarte dar. Heute sieht das Land aber ganz anders aus und begeistert Reisende.
Viele kannten El Salvador aus internationalen Schlagzeilen. Doch heute ist von der dunklen Vergangenheit wenig zu spüren. Mit den türkisblauen Wellen, Vulkanlandschaften, farbenfrohen Kolonialstädten und den unberührten Stränden gehört das Land mittlerweile zu einer traumhaften Feriendestination.
El Salvador beweist mit den strukturellen Veränderungen der vergangenen Jahre, dass ein Land eine solche 180-Grad-Wende schaffen kann. In wenigen Jahren hat es einen radikalen Wandel durchlebt – politisch, gesellschaftlich und vor allem in puncto Sicherheit. Das EDA empfiehlt zwar weiterhin, vorsichtig zu reisen, die US-Regierung hat die Kriminalitätsrate in El Salvador mittlerweile auf die niedrigste Stufe gesetzt, vergleichbar mit Japan und Island. 2024 war El Salvador etwa mit einem Rekord von 3,9 Millionen Besuchern unter den Top 5 Ländern mit dem schnellsten Tourismuswachstum.

El Salvador ist noch ganz am Anfang der touristischen Entwicklung.
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Das war nicht immer so: Die Mara-Gangs wie MS-13 und Barrio 18 kontrollierten über Jahrzehnte die Strassen und machten das Land für Reisende, wie auch Einheimische zu einem Ort, den man nicht unbeschwert bereisen konnte. Mit dem Amtsantritt von Präsident Nayib Bukele im Jahr 2019 begann ein radikaler Kurswechsel in El Salvador. Bukele verfolgte eine kompromisslose Sicherheitsstrategie, die das Land tiefgreifend verändert hat und dabei international für Aufsehen sorgt.
Die brutale Ganggewalt wurde massiv zurückgedrängt, die Mordraten sind historisch niedrig und selbst vormals «rote Zonen» wie Soyapagno und Mejicanos gelten heute als sicher begehbar – auch für Touristen. Um die schiere Menge an Gefangenen zu bewältigen, liess Bukele das grösste Gefängnis Lateinamerikas errichten: das CECOT (Centro de Confinamiento del Terrorismo), ein Hochsicherheitskomplex mit Platz für 40’000 Insassen.
Der Wandel El Salvadors ist umstritten. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Härte der Massnahmen, beklagen Machtmissbrauch und willkürliche Festnahmen. Doch gleichzeitig hat El Salvador wieder Hoffnung auf Stabilität, auf Entwicklung und auf Tourismus geschöpft. Dies bietet den Einheimischen eine Chance auf neue Einkommensquellen.
Für Abenteuerlustige bietet sich jetzt die seltene Gelegenheit, eine Destination am Anfang seiner touristischen Entwicklung zu erleben. Noch sind die Highlights El Salvadors keine überlaufenen Hotspots wie zum Beispiel Tulum in Mexiko oder Cartagena in Kolumbien, sondern Orte voller unberührter Natur und authentischen Menschen. Die Ruta de las Flores, das Santa Ana-Vulkanmassiv, charmante Kolonialorte wie Suchitoto, oder die Küste rund um El Zonte und El Tunco, ziehen nicht nur Surfer, sondern auch Backpacker und digitale Nomaden mit vereinfachten Visa an.

El Salvador setzt derzeit sehr stark auf Tourismus.
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Seit 2019 setzt El Salvador gezielt auf den Ausbau des Tourismus und entwickelt sich dadurch zu einem neuen Hotspot für Reisende. Mit Investitionen in Infrastruktur wie neue Strassen, Abwasseranlagen und Promenaden will die Regierung nicht nur die Küstenregion rund um La Libertad und weitere Strandorte modernisieren, sondern auch die Wirtschaft diversifizieren und nachhaltigen Tourismus fördern.
Das Konzept zeigt bereits Wirkung: Dass 2024 mehr Tourist*innen denn je einreisten, wird Surf City-Initiative genannt, weshalb besonders der Surfsport einen Boom erlebt. Internationale Wettbewerbe finden regelmässig statt und immer mehr Surfschulen entstehen an den Stränden. Junge Talente sehen darin inzwischen eine echte Berufsperspektive. Neben den sportlichen Erfolgen profitieren auch lokale Gemeinden. Kleine Geschäfte, Restaurants und Unterkünfte erleben durch die wachsende Besucherzahl neue Chancen.
El Salvador ist das kleinste Land Zentralamerikas, doch seine kulturelle und landschaftliche Vielfalt steht seinen Nachbarn in nichts nach. Im Gegenteil: Wer auf kurzer Strecke viel erleben möchte, ist hier genau richtig. Zwischen pazifischer Küste, Vulkanlandschaften, Regenwäldern, Kraterseen und Kaffeebergen liegen oft nur wenige Fahrstunden.
Über 20 Vulkane, spektakuläre Kraterseen wie der Lago de Coatepeque und die mehr als 300 Kilometer lange Pazifikküste machen das Land zu einem wahren Abenteuer auf kleinstem Raum. Die Grösse des Landes entspricht in etwa der Hälfte der Schweiz, dennoch leben hier rund 6,5 Millionen Menschen, davon etwa 1,1 Millionen im Ballungsraum der Hauptstadt San Salvador. Die offizielle Sprache ist Spanisch, doch in einigen Regionen sind indigene Sprachen wie Nahuatl noch lebendig.
Die ideale Tour startet in San Salvador, der modernen Hauptstadt des Landes. Auch wenn sie touristisch noch kaum erschlossen ist, lohnt sich ein Blick hinter die Fassade: In Vierteln wie San Benito oder Zona Rosa entstehen Galerien, Boutiquen und Cafés, die die einzigartige Kultur El Salvadors schmackhaft machen.
Vor allem junge Künstler*innen und Unternehmer*innen prägen den Aufbau. Westlich von San Salvador wartet eines der bekanntesten Highlights des Landes: der Santa Ana Vulkan, den man innerhalb weniger Stunden besteigen kann. Den Ausblick in einen surreal türkisfarbenen Kratersee erhält man dazu.
MeistIn der Umgebung locken auch der Cerro Verde Nationalpark, der idyllische Coatepeque-See und die Ruta de las Flores. Das ist eine hügelige Region voller Blumen, Wasserfälle und kolonialer Kleinstädte wie Juayúa, Ataco oder Apaneca, wo an Wochenenden Food-Festivals und Kunsthandwerkmärkte stattfinden.

Der Cerro Eramon hat weit über El Salvador hinaus Bekanntheit erlangt.
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An der Pazifikküste haben sich Orte wie El Tunco, El Zonte oder La Libertad als Surf-Hotspots etabliert. Gäste können hier als Pioniere die neuen Boutique-Hotels mit Pool und Meerblick, wie auch die authentisch rustikalen Cabañas erleben.
2021 schrieb El Salvador Geschichte, als es als erstes Land weltweit den Bitcoin zum offiziellen Zahlungsmittel machte. Der symbolische Ausgangspunkt dieses Experiments war das kleine Küstendorf El Zonte, das unter dem Namen «Bitcoin Beach» bekannt wurde. Hier begann man schon Jahre zuvor, Zahlungen per Kryptowährung im Alltag zu nutzen – vom Kaffee am Strand bis zur Unterkunft.
Präsident Bukele griff diese Initiative auf, um das Land international als innovativ und zukunftsorientiert zu positionieren. Ziel war es, neue Investoren anzuziehen, finanzielle Teilhabe für Menschen ohne Bankkonto zu schaffen und gleichzeitig das Land für eine ganz neue Zielgruppe attraktiv zu machen.
Die Umsetzung erwies sich jedoch als weitaus schwieriger: Viele Salvadorianer nutzten die staatliche Bitcoin-App nur für den Startbonus, im Alltag blieb die Akzeptanz gering und auch Unternehmen setzen selten auf Kryptowährungen. Hinzu kamen Kursschwankungen, fehlende Infrastruktur und schliesslich eine Gesetzesänderung in den Jahren 2024/2025, die die Nutzungspflicht wieder abschwächte.
Auch wenn Bukele die euphorische Phase des Bitcoin-Projekts inzwischen etwas zurückgefahren hat, sind die Folgen sichtbar: Remote Worker und Tech-Enthusiasten aus aller Welt können aufgrund der vereinfachten Digital-Nomad-Visas nach El Salvador einreisen, um das «Krypto-Experiment» hautnah zu erleben. Co-Working-Spaces entstehen, Hostels und Boutique-Hotels werben gezielt mit Bitcoin-Zahlungen.
Neben Natur, Politik und Kryptos ist es vor allem die Herzlichkeit der Menschen, die El Salvador so besonders macht. Reisende berichten von ehrlicher Neugier, Gastfreundschaft und Begegnungen, die lange in Erinnerung bleiben. Viele Salvadorianer*innen sind stolz auf den Wandel ihres Landes und zeigen das auch gerne. Wer Spanisch spricht, kommt schnell ins Gespräch. Wer es nicht tut, wird trotzdem mit offenen Armen empfangen
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist (noch) unschlagbar. Unterkünfte, Transport, Essen und Aktivitäten sind deutlich günstiger als in Costa Rica oder Mexiko und oft ebenso hochwertig. Für Individualreisende mit Abenteuerlust, aber auch für Backpacker, Paare oder Slow-Traveller ist El Salvador damit ein ideales Ziel, um mit wenig Budget viel zu erleben.
Von nächtlichen Spaziergängen und Besuchen an abgelegenen Stränden wird laut dem EDA weiterhin abgeraten. Doch wie in vielen Ländern Lateinamerikas gilt: Wer sich gut informiert, mit gesundem Menschenverstand unterwegs ist und lokalen Empfehlungen folgt, kann heute sicher nach El Salvador reisen.
Wo du in El Salvador genau hingehen solltest und in welchen neuen Hotels du übernachten kannst, erfährst du in diesem Artikel.