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Preise steigen, Ziele ändern

Ferienplanung im Krisenmodus – wohin Schweizer jetzt reisen

Wegen des Krieges im Iran sind viele Destinationen nur schwierig erreichbar. 

Wegen des Krieges im Iran sind viele Destinationen nur schwierig erreichbar. 

sda

Der Krieg im Iran wirkt sich spürbar auf das Reiseverhalten der Schweizer*innen aus: Viele zögern bei Buchungen oder weichen auf europäische Ziele aus. Reiseunternehmen erklären, wie du jetzt erholsame Ferien organisierst.

Samuel Walder

Samuel Walder

27.03.2026, 23:31•30.03.2026, 08:53

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Iran-Konflikt sorgt bei Schweizer Reisenden für Zurückhaltung, besonders bei Fernreisen nach Asien und Ozeanien, die über den Nahen Osten gehen. Alternativen in Europa sind demnach gefragter.
  • Trotz Unsicherheiten bleibt die Reiselust hoch, viele buchen früh oder passen bestehende Reisebuchungen an.
  • Reiseanbieter empfehlen frühes Buchen wegen steigender Preise. Das Interesse an Versicherungen nimmt nur teilweise zu. Bei einem Abschluss ist Aufmerksamkeit geboten.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Die Ostern stehen vor der Tür und die Frühlingsferien lassen auch nicht mehr lange auf sich warten. Viele Schweizerinnen und Schweizer verreisen über diese Zeit. Doch in Zeiten, in denen Krieg auf der Welt herrscht und nicht nur der Flugverkehr eingeschränkt ist, sondern auch die Preise immer wieder schwanken, ist es nicht einfach, die perfekten Ferien zu planen.

Der Krieg im Iran wirkt sich auch auf das Reiseverhalten in der Schweiz aus. Reiseveranstalter berichten von mehr Zurückhaltung – vor allem bei Fernreisen die über den Nahen Osten führen. Gleichzeitig bleibt die Lust auf Ferien hoch, viele weichen auf andere Destinationen aus.

Bei Dertour Suisse AG ist der Trend klar erkennbar. «Es zeigt sich eine gewisse Zurückhaltung bei Neubuchungen, insbesondere wenn Reisen über Drehkreuze im Nahen Osten geführt hätten», sagt Sara Vidal, Communication-Managerin, auf Anfrage von blue News. Viele Reisende entscheiden sich aktuell um: «Zudem weichen viele Kundinnen und Kunden auf Destinationen im Westen aus.» Bereits gebuchte Reisen werden jedoch oft nicht abgesagt, sondern angepasst.

Auch ITS Coop Travel spürt die Auswirkungen. Geschäftsführer Andi Restle erklärt: «Vom Iran-Konflikt sind die Länder betroffen, für welche das EDA von touristischen Reisen abrät, beispielsweise Oman, Qatar, Vereinigte Arabische Emirate.» Leider seien auch die beliebten Umsteigeverbindungen nach Asien und den Indischen Ozean mit den Golfairlines Emirates, Etihad und Qatar Airways betroffen. «Hier konnten wir den betroffenen Kunden wenigstens Alternativen mit anderen Fluggesellschaften oder in andere Ziele anbieten», sagt Restle. Und weiter: «Leider mussten wir auch einige Annullierungen für Ägypten und die Türkei verzeichnen, obwohl es keinen objektiven Grund gibt, auf Reisen in diese Länder zu verzichten.» Beide Länder, beziehungsweise die touristischen Regionen seien nicht vom Konflikt betroffen und lägen sehr weit vom Konfliktgebiet entfernt.

Bei Travel Worldwide zeigt sich ein ähnliches Bild. «Aktuell ist eine gewisse Zurückhaltung im Buchungsverhalten spürbar. Viele Kundinnen und Kunden warten ab und beobachten die Lage zunächst», sagt Peter Greber, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Unternehmensentwicklung bei Travel Worldwide AG. Die Unsicherheit führe dazu, dass Entscheidungen später getroffen werden als üblich.

Früh buchen bleibt entscheidend

Bei dieser Lage auf der Welt stellt sich die Frage, ob man überhaupt Ferien buchen soll – und vor allem, wann sollte man buchen? Beim richtigen Zeitpunkt für die Buchung geben die Anbieter eine klare Empfehlung ab. Wer fixe Ferienpläne hat, sollte nicht zu lange warten. «Wir empfehlen, die Frühlings- und Sommerferien frühzeitig zu buchen, da die Nachfrage nach Mittelmeerdestinationen bereits sehr hoch ist und die Preise tendenziell steigen könnten», sagt Vidal.

Auch Restle betont die Vorteile einer frühen Buchung: «Wenn man terminlich nicht flexibel ist, dann gilt der Ratschlag «je früher, desto besser».» So profitiere man von besseren Flugpreisen und einer grösseren Auswahl bei Hotels. Besonders stark nachgefragt sind aktuell Spanien und Portugal. Für kurzfristige Buchungen gebe es aber noch Kapazitäten, etwa in Griechenland, Ägypten oder der Südtürkei, heisst es von Restle.

Travel Worldwide weist zusätzlich auf mögliche Preisentwicklungen hin. «Wir gehen davon aus, dass die Flugpreise aufgrund der hohen Kerosinkosten weiter steigen könnten – abhängig von der Entwicklung im Nahen Osten», sagt Greber. Wer in den nächsten Monaten verreisen wolle, sollte daher bereits jetzt Preise und Verfügbarkeiten prüfen, da diese tendenziell weiter ansteigen.

Wie buchen Schweizerinnen und Schweizer?

Wie sieht das Buchungsverhalten wirklich aus? Laut einer aktuellen Umfrage in der AlixPartners-Studie 2026 wollen 71 % gleich viel oder mehr Geld für Ferien ausgeben. AlixPartners ist ein global tätiges Wirtschafts-Beratungsunternehmen. Gleichzeitig achten viele stärker auf Sicherheit, klare Preise und einfache Angebote. Besonders gefragt seien Pauschalreisen, weil sie Planungssicherheit geben, heisst es in einem Artikel von «Nau».

Das Buchungsverhalten ist gemischt. Viele planen früh und buchen mehrere Monate im Voraus, andere entscheiden sich kurzfristig. Laut einer aktuellen Branchenumfrage von «About Travel» erfolgen Buchungen oft 60 bis 90 Tage oder sogar 180 bis 360 Tage vor der Reise. Dennoch gibt es weiterhin spontane Buchungen kurz vor Abflug.

Ein klarer Trend: Qualität wird wichtiger als Quantität. Reisende wollen weniger Stress und mehr Erholung. «Schweizer Reisende suchen 2026 nicht nach mehr Erlebnissen, sondern nach mehr Qualität, Klarheit und Sicherheit», heisst es in der Umfrage von «About Travel».

Versicherungen: Interesse steigt, klare Trends fehlen

Wer dennoch früh gebucht hat und einen guten Preis ergattert hat, könnte dennoch in der Schweiz sitzen bleiben. Denn wer keine Reiseversicherung abgeschlossen hat, könnte im Notfall draufzahlen oder sein Geld bei einer Stornierung nicht zurückerhalten. Die aktuelle Lage auf der Welt führt zu mehr Aufmerksamkeit beim Thema Absicherung. «Das Interesse an Reiseversicherungen steigt sicherlich in solchen Situationen», sagt Vidal. Ob derzeit mehr Reiseversicherungen abgeschlossen würden, könne Dertour nicht beurteilen.

Eine Reiseversicherung könne Reisende gegen unvorhergesehene Ereignisse absichern. «Wichtig ist jedoch zu beachten, dass die Deckung meist nicht gilt, wenn das Ereignis bereits vor der Buchung eingetreten ist», warnt Vidal. Daher sei es wichtig, vor Versicherungsabschluss die jeweiligen AGB sorgfältig durchzulesen.

Ein klarer Anstieg bei Versicherungsabschlüssen ist aber nicht überall sichtbar. «Einen massiven Anstieg bei Neuabschlüssen konnten wir bislang nicht feststellen», sagt Greber von Travel Worldwide. Viele Kundinnen und Kunden seien bereits abgesichert.

Auch bei its Coop Travel ist die Datenlage begrenzt. «Dazu können wir keine Aussage machen, da wir die Versicherungen nicht selber verkaufen, sondern nur vermitteln», sagt Restle. Er betont: «Jedoch weisen wir schon immer auf die Wichtigkeit einer Annullierungskosten- und Reisezwischenfallversicherung hin, was unbedingt zu empfehlen ist.»


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