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Am Strand in Italien drohen immer höhere Preisen. (Symbolbild)
Bild: Alberto Lo Bianco/LaPresse via ZUMA Press
Italien bleibt eines der beliebtesten Ferienziele der Schweizerinnen und Schweizer. Doch wer diesen Sommer ans Meer reist, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Ein Fall aus Rom zeigt, wie schnell selbst ein einfacher Gelato-Stopp teuer werden kann.
Italienferien werden teurer. Das zeigt nicht nur ein aktueller Fall aus Rom, sondern auch eine neue Untersuchung der italienischen Verbraucherschutzorganisation Altroconsumo.
In der Nähe der Piazza Navona wollten zwei US-Touristen lediglich zwei Gelati kaufen. Bestellt hätten sie je zwei Kugeln, serviert wurden laut der Touristin aber grössere Portionen mit zusätzlichen Extras wie Schlagrahm, Macaron und Cannolo. Am Ende standen 44 Euro auf der Rechnung.
Die Frau sprach danach in einer Facebook-Gruppe von einer «Touristenfalle». Der Fall sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil viele Feriengäste in Italien derzeit ohnehin steigende Preise spüren.
Besonders deutlich zeigt sich das an den Stränden. Wer in Italien Sonnenschirm und Liegestühle mietet, zahlt inzwischen spürbar mehr als noch vor wenigen Jahren.
Altroconsumo hat die Preise von 222 Strandbädern in zehn Badeorten untersucht. Demnach steigen die Preise 2026 im Schnitt um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu vor fünf Jahren beträgt der Aufschlag rund 24 Prozent.
Am teuersten ist laut der Untersuchung Alassio an der ligurischen Küste. Dort kostet ein Strandplatz mit Sonnenschirm und zwei Liegen für eine Woche durchschnittlich 340 Euro. Wer besonders nahe am Meer liegen will, zahlt nochmals mehr.
Auch am beliebten Strand Punta Molentis auf Sardinien gelten seit Kurzem neue Regeln: Sonnenschirme dürfen nur noch von Kindern unter zehn Jahren und Personen ab 65 Jahren aufgestellt werden. Zudem ist der Zugang nur noch mit vorheriger Reservation möglich, und die Besucherzahl wurde deutlich begrenzt.
Deutlich tiefer liegen die Preise in Orten wie Lignano, Rimini oder Senigallia. Dort kostet ein vergleichbares Angebot laut Altroconsumo im Schnitt weniger als 160 Euro pro Woche.
Über alle untersuchten Badeorte hinweg liegt der Durchschnittspreis für einen Platz in der ersten Strandreihe bei 238 Euro pro Woche. Für die zweite Reihe werden im Mittel 229 Euro fällig.
Besonders stark stiegen die Preise zuletzt auf Sizilien. In Taormina und Giardini Naxos legten sie laut der Untersuchung um 16 Prozent zu.
Neben den steigenden Preisen kritisieren Verbraucherschützer auch, dass frei zugängliche Strände vielerorts knapper werden. Altroconsumo fordert deshalb mehr öffentliche Strandabschnitte und fairere Preise für Badegäste.
Ein positives Beispiel sei Spotorno in Ligurien. Dort wurde der Anteil kostenlos nutzbarer Strandflächen erhöht.
Der Preisdruck könnte sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Italien muss bis Juni 2027 rund 30'000 Strandkonzessionen neu ausschreiben. Das verlangt die EU mit der Bolkestein-Direktive.
Viele heutige Lido-Betreiber fürchten, dass neue Konzessionen teurer werden und diese Kosten später an die Badegäste weitergegeben werden.
Für Feriengäste bedeutet das: Italien bleibt schön – aber der klassische Sommertag mit Gelato, Sonnenschirm und Liegestuhl wird zunehmend zur Budgetfrage.