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Mit dem Auto in Rom oder Florenz nicht aufgepasst – und schon sind 100 Euro weg. Die verkehrsberuhigten Zonen in Italiens Städten sorgen immer wieder für Ärger. Nirgendwo in Europa gibt es mehr. (Archivbild)
Keystone
Wer mit dem Auto durch Italien reist, sollte aufpassen: Hunderte sogenannte ZTL-Zonen dürfen nur mit Sonderbewilligung befahren werden. Wer die oft unübersichtlichen Schilder übersieht, riskiert hohe Bussen – und die Rechnung kommt häufig erst Monate später.
Wer mit dem Auto durch Italien unterwegs ist, kennt das Problem möglicherweise: Plötzlich taucht ein Verkehrsschild auf, dessen Bedeutung nicht sofort klar ist. Genau dort beginnt oft der Ärger.
Die sogenannten «Zone a traffico limitato» (ZTL) beschränken den Verkehr in historischen Innenstädten und touristischen Zentren. Befahren werden dürfen diese Bereiche meist nur von Anwohnerinnen und Anwohnern, Lieferdiensten oder Fahrzeugen mit spezieller Bewilligung. Mehr als die Hälfte aller europäischen Zonen liegt in Italien
Eine neue Studie zeigt nun das Ausmass des Systems. Demnach gibt es in Italien insgesamt 485 solcher verkehrsbeschränkten Zonen. Das entspricht 56,2 Prozent aller vergleichbaren Bereiche in Europa.
Ziel der Massnahmen ist es, die Innenstädte vom Verkehr zu entlasten, Staus zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern. Fachleute loben die Wirkung der Zonen grundsätzlich. Kritisiert wird jedoch, dass die Regeln von Stadt zu Stadt unterschiedlich sind.
Gerade für ausländische Feriengäste wird dies schnell zum Problem. Anders als in anderen europäischen Ländern existieren keine einheitlichen Vorschriften.
Zusätzlich erschwert die Beschilderung vielerorts die Orientierung. Der deutsche Automobilclub ADAC warnt deshalb ausdrücklich vor den ZTL-Zonen. Die Verkehrszeichen seien oft schwer verständlich und würden von Navigationssystemen nicht immer korrekt berücksichtigt.
In manchen Fällen lotsen Navis Autofahrer sogar direkt in die gesperrten Bereiche.
Kontrolliert werden die Zufahrten meist automatisiert. Kameras erfassen die Nummernschilder aller Fahrzeuge und gleichen diese mit den Listen berechtigter Fahrzeuge ab.
Wer keine Bewilligung besitzt, erhält eine Busse. Diese liegt häufig bei rund 100 Euro. Besonders ärgerlich: Der Strafzettel trifft oft erst Monate nach dem Urlaub ein.
Noch teurer kann es werden, wenn Autofahrer mehrfach in dieselbe ZTL-Zone hinein- und wieder hinausfahren. Jede einzelne Durchfahrt kann separat gebüsst werden.
Experten raten deshalb zu besonderer Vorsicht. Wer unsicher ist, ob eine Zone befahren werden darf, sollte auf die Einfahrt verzichten und eine alternative Route wählen.
Gerade in beliebten Ferienorten wie Florenz, Pisa, Siena, Bologna, Verona oder Rom gehören die ZTL-Zonen inzwischen zum Alltag – und für viele Touristen leider auch zur unerwarteten Ferienrechnung.