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Viele Menschen stehen bei der Security in der falschen Schlange.
KEYSTONE
Lange Warteschlangen an der Sicherheitskontrolle gehören für viele Reisende zum Ferienstress dazu. Ein US-Forscher, der sich mit Warteschlangen beschäftigt, sagt jedoch: Wer die richtige Spur wählt, kann oft wertvolle Zeit sparen.
Kaum ein Ort sorgt bei Ferienreisenden für mehr Nervosität als die Sicherheitskontrolle am Flughafen. Wer knapp unterwegs ist, versucht möglichst rasch die richtige Warteschlange zu finden. Doch genau dabei täuschen sich viele Menschen.
Jamol J. Pender von der Cornell University beschäftigt sich wissenschaftlich mit Warteschlangen und dem Verhalten von Menschen beim Warten. Gegenüber dem US-Magazin «Reader’s Digest» erklärt er, dass Reisende häufig dieselben Muster zeigen.
Penders wichtigster Tipp klingt überraschend simpel: Zuerst nach links schauen.
Seinen Angaben zufolge sind Warteschlangen auf der linken Seite häufig kürzer als jene in der Mitte oder rechts. Eine mögliche Erklärung: Die meisten Menschen sind Rechtshänder und bewegen sich deshalb intuitiv eher nach rechts. Hinzu kommt, dass viele Menschen ihren Blick zunächst auf die Mitte oder die rechte Seite richten.
Der Forscher verweist zudem auf den sogenannten «Center-Stage-Effekt». Menschen schenken Dingen in der Mitte oft mehr Aufmerksamkeit und halten sie unbewusst für wichtiger. Deshalb bilden sich dort häufig die längsten Schlangen.
Eine kurze Schlange bedeutet allerdings nicht automatisch eine schnelle Abfertigung. Laut Pender spielen zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle.
Wer Zeit sparen möchte, sollte auf Reisende mit viel Gepäck verzichten und stattdessen nach Vielfliegern Ausschau halten. Geschäftsreisende seien meist routiniert und bewegten sich schneller durch die Kontrolle als Feriengruppen oder Familien mit kleinen Kindern.
Auch die Mitarbeitenden können einen Unterschied machen. Manche Kontrollspuren arbeiten effizienter als andere, weshalb es sich lohnen kann, den Ablauf kurz zu beobachten, bevor man sich anstellt.
Besonders skeptisch ist der Wissenschaftler bei den angezeigten Wartezeiten. Diese würden oft nur periodisch aktualisiert und könnten deshalb rasch von der tatsächlichen Situation abweichen. Wer sich ausschliesslich auf die Anzeigen verlässt, landet laut Pender deshalb nicht zwingend in der schnellsten Schlange.
Am Ende bleibt die Sicherheitskontrolle zwar nie vollständig berechenbar. Wer jedoch nicht nur auf die Länge der Schlange schaut, sondern auch die Menschen und den Ablauf beobachtet, erhöht seine Chancen deutlich, schneller am Gate anzukommen.