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Die Nosferatu-Spinne wird in den kommenden Monaten häufiger anzutreffen sein.
Bild: Keystone
Die Nosferatu-Spinne liebt die Wärme und ist wieder häufiger zu sehen. blue News erklärt die wichtigsten Fragen zur Spinne, die vor 30 Jahren in der Schweiz nahezu unbekannt war.
Die Nosferatu-Spinne war vor über 30 Jahren in der Schweiz unbekannt, heute sorgt sie in vielen Schweizer Haushalten für Schrecken.
blue News liefert Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Die Nosferatu-Spinne, wissenschaftlich Zoropsis spinimana, ist eine bis zu fünf Zentimeter grosse Spinnenart, die sich seit einigen Jahren zunehmend in der Schweiz verbreitet.
Ihren Namen verdankt sie einer markanten Färbung auf dem Rücken, die an ein gespenstisches Gesicht erinnert – und damit an die berühmte Vampirfigur Nosferatu aus dem alten Horrorfilmklassiker.
Ihr Aussehen wirkt auf viele Menschen bedrohlich und löst bei Spinnenphobie Angst und Schrecken aus. Die Panikreaktion ist aber oft unbegründet: Laut Umweltberatung Luzern ist die Art zwar eindrücklich, aber für Menschen grundsätzlich harmlos.

Der Horrorfilm-Klassiker «Nosferatu» lief im Jahr 1979 erstmals in den Kinos.
Bild: Keystone
Die Nosferatu-Spinne gehört zur Familie der Kräuseljagd-Spinnen. Sie jagt ihre Beute ohne Netz, ist nachtaktiv und flink unterwegs. Wer ihr nachts begegnet, erschrickt oft – aber gefährlich ist sie nicht.
Die Nosferatu-Spinne stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Vermutlich ist sie durch Pflanzenhandel, Lieferfahrzeuge oder Transportgüter in die Schweiz gelangt.
Der Klimawandel hat ihren Einzug zusätzlich erleichtert: Die Winter werden milder, die Temperaturen steigen – und damit findet die wärmeliebende Spinne bei uns beste Lebensbedingungen.
Schon 1994 wurde sie erstmals im Raum Basel gesichtet. Seitdem hat sie sich laut dem Naturhistorischen Museum Basel entlang der grossen Verkehrsachsen ausgebreitet, etwa durchs Tessin, die Innerschweiz und in Richtung Mittelland.

Die Nosferatu-Spinne wurde in Basel zuerst entdeckt und verbreitete sich entlang der Schweizer Verkehrsachsen.
Bild: Ambros Hänggi/Isabelle Zuercher
Besonders wohl fühlt sie sich in Städten und Agglomerationen, wo sie an Hauswänden, hinter Rollläden oder unter Balkonen Schutz findet. Der Biologe Arnold Staniczek nennt sie passend einen «Gewinner des Klimawandels».
Am aktivsten ist die Nosferatu-Spinne in der Schweiz zwischen September und Januar. In dieser Zeit werden die Tiere geschlechtsreif, suchen nach Partnern und legen Eier ab – oft an geschützten Stellen in Häusern oder Kellern. Doch auch im Frühling und Sommer lässt sich die Spinne beobachten, etwa auf Terrassen, Balkonen oder im Garten.
Wer genau hinschaut, entdeckt sie manchmal sogar in alten Vogelnistkästen oder Blumentöpfen. Tagsüber versteckt sie sich, nachts geht sie auf Beutefang.

Ein männliches Exemplar von Zoropsis spinimana, aufgenommen in der deutschen Stadt Stuttgart.
Bild: Pjt56/CC-BY
Deshalb sind Begegnungen mit Menschen meist frühmorgens oder spätabends besonders häufig – sei es im Badezimmer, hinter Vorhängen oder in der Garage. Dass sie nur in der kalten Jahreszeit vorkommt, ist also ein Irrglaube.
Die kurze Antwort: nein. Zwar besitzt die Nosferatu-Spinne ein Gift, mit dem sie ihre Beute lähmt, doch für den Menschen ist es ungefährlich.
In seltenen Fällen kann sie zubeissen, etwa wenn man sie unabsichtlich bedrängt oder versucht, sie mit der Hand zu fangen.
Der Biss wird laut Umweltberatung Luzern meist als leichtes Zwicken empfunden und ähnelt einem Mückenstich. Es kann zu einer kurzen Rötung oder Schwellung kommen, mehr aber auch nicht. Medizinisch relevante Fälle sind bislang keine bekannt – auch nicht bei Menschen mit Allergien.
Auch wenn der Tipp bei Spinnenphobie kaum was bringt, ist es wichtig zu wissen: Angst ist bei der Nosferatu-Spinne fehl am Platz.
Die Spinne zählt zu den grösseren Arten in der Schweiz, und genau das macht sie für viele so auffällig. Mit ausgestreckten Beinen kann sie eine Spannweite von bis zu fünf Zentimetern erreichen.
Ihr eigentlicher Körper misst hingegen nur etwa eineinhalb bis zwei Zentimeter. Ihr Rücken ist gelblich-weiss gefärbt, die Beine sind gelb-grau bis dunkel mit schwarzen Ringeln.

Ihre Grösse macht Angst – die Nosferatu-Spinne ist aber meist ungefährlich für den Menschen.
Bild: Dextwin/CC0
Besonders markant ist die dunkle Zeichnung auf dem Vorderkörper – sie erinnert an einen Totenschädel und verstärkt den schaurigen Eindruck. An Badezimmerfliesen oder hellen Wänden wirkt sie dadurch besonders präsent.
Das Wichtigste zuerst: keine Panik. Wer der Nosferatu-Spinne begegnet, sollte sie in Ruhe lassen und sie auf möglichst sanfte Weise ins Freie bringen. Dafür eignet sich ein Glas oder Becher, das man über das Tier stülpt.
Mit einem Karton oder Papier lässt sich die Spinne sicher hinaustragen. Wenn man sie nicht bald wieder im Haus haben möchte, sollte man die Spinne mit einigen Metern Abstand entfernt freilassen.

Spinnen können mit einem Glas und einem Blatt Papier entfernt werden.
KI-generiert OpenAI
Auch Eierkokons können entfernt werden. Die Grossspinne, die ihn bewacht, lässt sich mit einem weichen Pinsel zur Seite schieben, der Kokon dann ebenfalls hinausbringen. Wer ganz sicher gehen will, kann ihn einfrieren – dann überleben die Eier nicht.
In jedem Fall gilt: Niemals die Spinne mit der blossen Hand anfassen.
Daran besteht kaum ein Zweifel. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Art in der Schweiz dauerhaft etabliert hat.
Die Nosferatu-Spinne wird mittlerweile als eingebürgert betrachtet, auch weil sie sich gut an das Leben in menschlicher Nähe angepasst hat. Ob sie auf lange Sicht heimische Spinnenarten verdrängt, ist noch unklar. Aktuell stuft die Forschung sie jedoch als ökologisch unbedenklich ein.