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Der historische «Blaue Pfeil» der BLS ist am 6. und 7. Juni auf Jubiläumsfahrten zum 125-Jahr-Jubiläum der Bahnstrecken Bern–Neuenburg und Gürbetal unterwegs – eine Reise zurück in die Zeit der Bahnpioniere.
BLS
Der Blaue Pfeil fährt zum 125-Jahr-Jubiläum der Bahnstrecken Bern–Neuenburg und Gürbetal wieder durch die Schweiz. Doch er ist längst nicht der einzige rollende Zeitzeuge: Vom Gotthard-Krokodil bis zur Furka-Dampfbahn warten historische Bahnfahrten, die Geschichte lebendig machen.
Wenn das legendäre Gotthard-Krokodil die steilen Rampen der Gotthard-Bergstrecke erklimmt, Dampfloks die Furka bezwingen oder der Blaue Pfeil durch das Mittelland gleitet, geraten nicht nur Eisenbahnfans ins Schwärmen.
Kaum ein anderes Land bringt so viele historische Bahnfahrzeuge regelmässig zurück auf die Schienen wie die Schweiz. Manche von ihnen sind über 100 Jahre alt – und noch immer betriebsfähig.
Viele Bahnstrecken entstanden bereits im 19. Jahrhundert und prägen bis heute Landschaft, Wirtschaft und Identität ganzer Regionen. Einige Linien feiern mittlerweile Jubiläen von mehr als einem Jahrhundert und werden noch immer täglich befahren.
Dazu gehört auch das Streckennetz der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS). Die zweitgrösste Bahngesellschaft des Landes verbindet seit mehr als einem Jahrhundert Bern mit dem Berner Oberland, dem Gürbetal und dem Kanton Neuenburg.

Der 1975 in Brugg gegründete Verein Mikado 1244 engagiert sich mit viel Herzblut für den Erhalt historischer Lokomotiven und macht Schweizer Eisenbahngeschichte auf Nostalgiefahrten erlebbar.
Bild; Mikado 1244
Mit mehreren Sonderfahrten feiert die BLS in diesem Jahr 125 Jahre Eisenbahngeschichte auf Teilen ihres historischen Netzes. Der Blaue Pfeil von 1938 zeigt: In der Schweiz gehört Bahngeschichte nicht ins Museum, sondern auf die Schiene.
Dass Nostalgiebahnen gerade in der Schweiz so erfolgreich sind, hat mehrere Gründe.
Zum einen verfügt das Land über eines der dichtesten und traditionsreichsten Bahnnetze der Welt. Historische Fahrzeuge verkehren dadurch oft auf genau jenen Strecken, für die sie einst gebaut wurden – sei es auf der Furka-Bergstrecke, am Gotthard oder im Netz der Rhätischen Bahn.
Hinzu kommt die aussergewöhnliche Vielfalt. Von Dampflokomotiven über historische Triebwagen bis zu legendären Elektroloks wie dem «Krokodil» oder dem «Churchill-Pfeil» sind Dutzende betriebsfähige Fahrzeuge erhalten geblieben.
Möglich wird dies dank Vereinen, Stiftungen und Tausenden Freiwilligen, die jedes Jahr unzählige Arbeitsstunden in Restaurierung und Unterhalt investieren.

Historisches SBB-«Krokodil» Ce 6/8 III 14305: Die legendäre Elektrolokomotive prägte während Jahrzehnten den Güterverkehr auf der Gotthardstrecke.
Bild: Rhätische Bahn
Wie gross die Szene ist, zeigt etwa der Bündner Club 1889. Der Verein zählt heute mehr als 700 Mitglieder und hat seit seiner Gründung zahlreiche historische Fahrzeuge der Rhätischen Bahn restauriert.
Seinen Namen verdankt er einem Reisezugwagen aus dem Jahr 1889, den die Gründer vor der Verschrottung bewahren wollten. Das Jahr markiert zugleich die Eröffnung der Landquart-Davos-Bahn, einer Vorgängerin der heutigen RhB.

Der Rote Doppelpfeil trägt den Namen «Churchill», weil er 1946 den britischen Premierminister Winston Churchill durch die Schweiz fuhr.
Bild: SBB
Solche Vereine bilden das Rückgrat der Schweizer Nostalgiebahn-Szene. Viele Mitglieder engagieren sich als Mechaniker, Lokführer, Wagenbegleiter oder Fotografen. Ohne ihre ehrenamtliche Arbeit würden zahlreiche historische Fahrzeuge heute nicht mehr unterwegs sein.
Ob Dampflok, Triebwagen oder historische Elektrolokomotive: Die Schweiz verfügt über eine aussergewöhnliche Vielfalt fahrbereiter Museumsfahrzeuge.
Das sind die spektakulärsten und Nostalgiebahnen und -strecken des Landes.

Die historische Dampfbahn Furka-Bergstrecke überquert mit ihren roten Wagen einen Viadukt in den Urner Alpen – ein Stück lebendige Schweizer Bahngeschichte.
Uri Tourismus
Die wohl berühmteste Museumsbahn der Schweiz: Zwischen Realp UR und Oberwald VS verkehren historische Dampflokomotiven auf der einstigen Furka-Oberalp-Strecke. Die Fahrt führt durch spektakuläre Hochgebirgslandschaften, über Zahnstangenabschnitte und durch den Furka-Scheiteltunnel auf über 2100 Meter Höhe.
Eigentlich hätte die Strecke nach der Eröffnung des Furka-Basistunnels stillgelegt werden sollen. Dank jahrzehntelangem Einsatz von Eisenbahnfreunden wurde sie gerettet und bis 2010 vollständig wiedereröffnet. Heute sorgen über 500 Freiwillige dafür, dass eine der eindrucksvollsten historischen Bahnstrecken Europas weiterlebt.

Die historische Rigi-Bahn, Europas erste Bergbahn, fährt mit ihrer Dampflokomotive hoch über dem Vierwaldstättersee dem Gipfel entgegen.
Bild: Schwyz Tourismus
Mit der Vitznau-Rigi-Bahn begann 1871 ein neues Kapitel der Bergbahnen: Die Zahnradbahn machte die «Königin der Berge» berühmt und wurde zum Vorbild für viele Alpenbahnen.
Noch heute fahren auf der Rigi historische Dampfloks und restaurierte Wagen bis nach Rigi Kulm auf 1798 Meter. Besonders eindrücklich: Einige Fahrzeuge gehören zu den ältesten betriebsfähigen Zahnradbahnen der Welt – darunter «Lok 7» von 1873.

Selbst im Winter sind historische Fahrten möglich: Der legendäre RhB-Schneeschleuderzug Xrot räumt die Strecke durch die verschneite Bündner Bergwelt.
Bild: Wikipedia
Kaum eine Bahn steht so sehr für die Schweizer Alpen wie die Rhätische Bahn (RhB). Neben ihren berühmten roten Zügen besitzt sie eine der grössten Sammlungen historischer Bahnfahrzeuge des Landes – von nostalgischen Salonwagen bis zu über 100 Jahre alten Lokomotiven.
Bei Historic-Fahrten erleben Passagiere legendäre Strecken wie die Albulalinie mit dem Landwasserviadukt, die Rheinschlucht oder die Berninalinie bis nach Italien.
Besonders eindrücklich: Die Albula- und Berninalinie gehören seit 2008 zum UNESCO-Welterbe – historische Züge verkehren hier auf denselben Viadukten und Kehrtunneln wie vor über einem Jahrhundert.

Der Belle-Époque-Zug der MOB verbindet Montreux und Zweisimmen und lässt die goldene Ära der luxuriösen Bahnreisen wieder aufleben.
MOB
Kaum eine Nostalgiebahn verbindet Eisenbahngeschichte und Reisekultur so stilvoll wie der Belle-Époque-Zug der Montreux-Oberland-Bahn (MOB). Die historischen Wagen verkehren zwischen Montreux und Zweisimmen und erinnern an die glanzvolle Zeit der Luxushotels und eleganten Bahnreisen des frühen 20. Jahrhunderts.
Während der Fahrt ziehen die Weinberge des Lavaux, der Genfersee, grüne Alpwiesen und die Gipfel des Berner Oberlands vorbei. Im Inneren sorgen Holzvertäfelungen, Messingbeschläge und Plüschsitze für das Flair der Belle Époque. Die Strecke verbindet auf einzigartige Weise die Riviera am Genfersee mit der Alpenwelt des Berner Oberlands.

Der Blaue Pfeil der BLS gilt als Ikone der Schweizer Eisenbahngeschichte und begeistert bis heute auf Nostalgiefahrten durch die Schweiz.
Bild: BLS
Der Blaue Pfeil gehört zu den bekanntesten historischen Fahrzeugen der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS). Das 1938 in Betrieb genommene Fahrzeug setzte mit seiner blauen Lackierung, den grossen Panoramafenstern und dem hohen Komfort neue Massstäbe im Personenverkehr.
Heute wird der Triebwagen von der BLS-Stiftung gepflegt und für Sonderfahrten eingesetzt – oft auf seinen einstigen Stammstrecken zwischen Bern, dem Berner Oberland und dem Kanton Neuenburg. Viele originale Ausstattungsdetails sind bis heute erhalten geblieben und vermitteln das Flair des Bahnreisens vor dem Zweiten Weltkrieg.
Der Blaue Pfeil ist am 6. und 7. Juni 2026 auf den historischen Strecken zwischen Neuenburg, Ins, Kerzers, Bern und Thun unterwegs. Für mehrere Fahrten sind derzeit noch Tickets erhältlich.

Die historische Elektrolok Ae 4/7 11026 steht sinnbildlich für die Pionierzeit der Elektrifizierung der Schweizer Bahnen und zieht bis heute Nostalgiezüge durch die Schweiz.
Bild: Mikado 1244
Während Dampflokomotiven oft im Rampenlicht stehen, begann die Erfolgsgeschichte der Schweizer Bahnen mit der Elektrifizierung. Der Verein Mikado 1244 in Brugg AG erhält historische Elektrolokomotiven, die einst das Rückgrat des Bahnverkehrs bildeten.
Zu den bekanntesten Fahrzeugen gehören die legendären Ae 4/7-Loks, die jahrzehntelang auf den Hauptstrecken der Schweiz unterwegs waren. Mit Sonderfahrten, Restaurierungen und Werkstattbesichtigungen hält der Verein ein wichtiges Kapitel der Schweizer Industrie- und Verkehrsgeschichte lebendig. Wer mitfährt, erlebt die Pionierzeit der elektrischen Eisenbahn aus nächster Nähe.

Der Dampfzug der Vapeur Val-de-Travers schlängelt sich durch die Weinberge der Waadt und lässt die grosse Zeit der Dampfeisenbahnen wieder aufleben.
Bild: VAPEUR VAL-DE-TRAVERS
Im Neuenburger Jura verbindet die Vapeur Val-de-Travers Eisenbahnromantik mit Regionalgeschichte. Die historischen Dampfzüge verkehren zwischen Saint-Sulpice, Fleurier und Les Verrières und führen durch die sanften Hügel und Täler des Val-de-Travers.
Die Strecke erschloss einst eine Region, die für Uhrenindustrie und Absinth bekannt wurde. Heute lassen liebevoll restaurierte Dampflokomotiven diese Zeit wieder aufleben. Betrieben wird die Bahn von Freiwilligen, die Fahrzeuge restaurieren und Themenfahrten mit regionalen Spezialitäten und Kulturangeboten organisieren. Ihren besonderen Charme verdankt die Bahn der Kombination aus Dampflok, Jurahügeln und der traditionsreichen Absinth-Region.

Bahnfans beobachten gespannt die Einfahrt des legendären SBB-«Krokodils», einer der berühmtesten Lokomotiven der Schweizer Eisenbahngeschichte.
Bild: SBB Historic
Kaum eine Schweizer Lokomotive geniesst einen ähnlichen Kultstatus wie das legendäre «Krokodil». Die ab 1919 für die Gotthardstrecke gebauten Maschinen wurden dank ihrer enormen Zugkraft zum Symbol der frühen Elektrifizierung der Schweizer Bahnen.
Ihren Namen verdankt die Lok ihrer markanten Bauweise mit den langen Vorbauten und dem beweglichen Mittelteil. Bei Sonderfahrten von SBB Historic kehren die sorgfältig restaurierten Fahrzeuge regelmässig auf die Schienen zurück – oft auf jenen Strecken, für die sie einst gebaut wurden. Eine Fahrt mit dem «Krokodil» ist eine Reise zurück in die Pionierzeit der elektrischen Alpenbahnen.

Der historische Dampfzug der Zürcher Museums-Bahn (ZMB) bringt die Eisenbahngeschichte auf die Schienen zurück und lädt zu nostalgischen Fahrten rund um Zürich ein.
Bild: ZMB Zürcher Museums-Bahn
Wer historische Eisenbahnen erleben möchte, muss nicht zwingend in die Alpen reisen. Die Zürcher Museums-Bahn (ZMB) pflegt seit den 1970er-Jahren die Geschichte der ehemaligen Sihltalbahn und Üetlibergbahn.
An ausgewählten Tagen verkehren die restaurierten Züge zwischen Zürich, dem Sihltal und dem Uetliberg. Die Fahrten führen vom Stadtzentrum in die Naherholungsgebiete rund um Zürich und verbinden Eisenbahngeschichte mit dem Alltag. Von Personenwagen mit Holzausstattung bis zu klassischen Elektrolokomotiven zeigt die Sammlung die Entwicklung des Zürcher Regionalverkehrs auf eindrückliche Weise.