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Das deutsche Forschungsschiff Polarstern im Eis der Zentralarktis.
Manuel Ernst/Alfred-Wegener-Institut, Helmhol/dpa
Ein deutsches Forschungsteam kehrt von einer Arktis-Expedition zurück – und meldet alarmierende Befunde. Neben dem rapiden Schmelzen von mehrjährigem Eis fehlen plötzlich auch wichtige Algen. Laut Experten könnte das dramatische Folgen für das gesamte Ökosystem haben.
Wie verändert der Klimawandel die Arktis? Mit dieser Frage im Gepäck brach das deutsche Forschungsschiff «Polarstern» im Sommer zu einer zweimonatigen Expedition auf. An Bord war ein internationales Team von 51 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, koordiniert vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven.
Am 1. September kehrte die Crew zurück – mit beunruhigenden Ergebnissen, wie der «Spiegel» berichtet.
Im Gebiet nördlich von Grönland und Kanada untersuchte das Team die Dicke und Schmelzrate von ein-, zwei- und mehrjährigem Eis. Besonders der Rückgang der älteren Schichten überraschte die Forschenden, da dieses Eis bislang als deutlich widerstandsfähiger galt.
Noch schockierender war eine andere Entdeckung: Unter einer Eisscholle fanden die Forschenden keine Algen – ein Novum, denn normalerweise siedeln sich dort zahlreiche Pflanzen an. Zunächst hielten die Experten das für einen Messfehler. Doch wiederholte Proben bestätigten das Fehlen.
Algen sind zentrale Produzenten in der arktischen Nahrungskette. Ihr Verschwinden könnte eine Kettenreaktion auslösen, die das gesamte Ökosystem destabilisiert.
«Die eisfreie Zeit in der Arktis hat offenbar bereits begonnen», sagte Meeresökologe Morten Iversen vom AWI gegenüber dem «Spiegel». Ohne Algen drohe ein Zusammenbruch der biogeochemischen Kreisläufe.
Die gewonnenen Daten sollen nun mit weiteren Expeditionen kombiniert werden, um die Wechselwirkungen zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre besser zu verstehen. Ziel ist es, Prognosen zur künftigen Entwicklung des Eismeers zu verfeinern.