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Der renommierte Aktienhändler Peter Tuchman nach dem Crash im Jahr 2020 als Corona ausbrach.
KEYSTONE
Der Börsentag begann mit einem Tauchgang – weltweit. Doch so dramatisch es heute wirkt: In der Finanzgeschichte gab es schon düstere Kapitel. Das sind die fünf heftigsten Börsencrashs der letzten 100 Jahre.
Die Trump-Politik und die Zölle, die der US-Präsident verhängte, haben es in sich. Heute, Montag, fielen die Aktienmärkte überall auf der Welt. Ökonomen sprechen von einem «Crash».
Doch es ist nicht das erste Mal in den letzten knapp hundert Jahren, dass die Börse taucht und die Märkte in Aufruhr sind. blue News erklärt dir die fünf grössten Börsen-Crashes aller Zeiten.

Der grosse Börsencrash, 1929. Hier vor der Börse in New York.
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Er ist als «Schwarzer Freitag» in die Geschichte eingegangen – doch genau genommen begann der folgenschwerste Börsencrash aller Zeiten schon am Donnerstag, dem 24. Oktober 1929, an der New Yorker Börse. Wegen der Zeitverschiebung wurde das Desaster in Europa jedoch erst am Freitagmorgen wahrgenommen – und so erhielt der Tag seinen irreführenden Namen bei uns.
Die USA befanden sich in den «Goldenen Zwanzigern» im Rausch des Fortschritts: Autos, Elektrizität, Hochhäuser und Massenkonsum – die Wirtschaft boomte. Die Börse war zum Volkssport geworden, Aktien das Gesprächsthema bei Friseuren, Gemüsehändlern und Taxifahrern.
Viele Anleger träumten davon, vom Börsenerfolg leben zu können. Doch der Traum war auf Sand gebaut: Unzählige Investoren hatten Aktien auf Kredit gekauft. Als die Kurse im Oktober zu wackeln begannen, geriet das ganze System ins Rutschen. Am 29. Oktober 1929, dem sogenannten «Black Tuesday», wechselten 16,5 Millionen Aktien den Besitzer – eine nie dagewesene Panik. Bis zum Tiefpunkt 1933 verloren Aktien im Schnitt 75 Prozent ihres Werts.
Millionen waren über Nacht ruiniert. Banken brachen zusammen, weil sie auf faulen Krediten sassen. Die wirtschaftlichen Erschütterungen reichten weit über die USA hinaus. Kreditfinanzierte Unternehmen gingen pleite, Massenarbeitslosigkeit war die Folge. Die Weltwirtschaft sackte ab – und mit ihr der gesellschaftliche Zusammenhalt.
Die Weltwirtschaftskrise lähmte nicht nur die Industrienationen. Sie zerstörte Vertrauen, verarmte Millionen und bereitete den Weg für Diktaturen, allen voran den Nationalsozialismus in Deutschland.

Auf dem Börsenparkett der New York Stock Exchange, am 19. Oktober 1987.
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Er ist bis heute der Massstab für Panik an den Finanzmärkten: der «Schwarze Montag» vom 19. Oktober 1987. In nur wenigen Stunden verlor der Dow Jones mehr als 500 Punkte – ein beispielloser Tagesverlust von 22,6 Prozent. Insgesamt wurden an einem einzigen Tag 479 Milliarden Dollar vernichtet. Doch was brachte diesen dramatischen Crash ins Rollen?
Eine eindeutige Ursache lässt sich nicht benennen – stattdessen wirkte ein gefährlicher Cocktail aus wirtschaftlichen Spannungen und politischen Entscheidungen. Die aggressive Wirtschaftspolitik von US-Präsident Ronald Reagan, die auf massive Steuersenkungen und Militärausgaben setzte, liess zwar das Wachstum steigen, trieb aber auch das Handelsdefizit in die Höhe. Sozialkürzungen verstärkten die soziale Schieflage, während die Staatsschulden explodierten. Der US-Dollar geriet unter Druck, fiel im internationalen Vergleich – besonders gegenüber der Deutschen Mark – stark ab.
Um den fallenden Dollar zu stabilisieren, kündigte Reagans Finanzminister James Baker im Oktober 1987 eine Zinsanhebung an. Die Reaktion der Märkte: Schockstarre – dann Panik. Investoren fürchteten eine Kreditverknappung, Kapitalabzug und Rezession.
Hinzu kam ein technisches Versagen: Ein neu eingeführtes Computersystem, das auf automatisierten Handel setzte, war dem Volumen von mehr als 400 Millionen Transaktionen nicht gewachsen. Falsche Signale, automatisierte Verkaufsorders und fehlende menschliche Korrekturen trieben die Kurse zusätzlich in den Keller.
Was in New York begann, wurde binnen Stunden zur globalen Krise: Börsen in Europa und Asien stürzten ebenfalls ab – ein Erdbeben auf den Finanzmärkten.

Der Nasdaq fiel von 5048 Punkten auf 1114.
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Es war die Zeit der digitalen Goldgräberstimmung – doch die grosse Internet-Euphorie der späten 1990er-Jahre endete in einem der grössten Börsendebakel der Geschichte: dem Platzen der Dotcom-Blase.
Im Windschatten des technologischen Aufbruchs schossen Internet-Start-ups wie Pets.com oder theGlobe.com mit instabilen Geschäftsmodellen an die Börse – häufig ohne Gewinne, manchmal ohne nennenswerte Umsätze. Doch die Summen, mit denen die Dotcom-Firmen an der Börse gehandelt wurden, hatten eher etwas mit Science Fiction zu tun als mit der Realität. Das Ziel: schnell wachsen, Marktanteile sichern, Gewinne später. Allerdings kam das «später» für viele nie.
Mit dem Ausbleiben des gefürchteten Y2K-Problems und der Zinsanhebung durch die US-Notenbank Fed im Februar 2000 wuchs die Skepsis. Wirtschaftsmedien warnten, dass vielen dieser Firmen das Geld ausging. Investoren begannen, Gewinne mitzunehmen – was eine Lawine aus Panikverkäufen lostrat und im Anschluss den Börsencrash auslöste.
Der Nasqad stand an seinem Höhepunkt am 10. März 2000 bei 5048 Punkten und fiel dann bis auf 1114 Punkte am 9. Oktober 2002. Der Crash löschte eine Marktkapitalisierung von fünf Billionen Dollar aus.
Die US-Notenbank reagierte mit massiven Zinssenkungen, die wiederum die Immobilienblase der 2000er-Jahre befeuerten – mit verheerenden Folgen: Der nächste Crash, die globale Finanzkrise ab 2007, nahm hier ihren Ursprung.

Was harmlos begann, nahm ein dramatisches Ende. Die New Yorker Börse im Jahr 2008 während des Crashs.
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Die Bilder gingen um die Welt: einstürzende Börsenkurse, fassungslose Banker, schockierte Kleinanleger. Die Kommentatoren sprachen von nichts Geringerem als der «schlimmsten Krise seit dem Schwarzen Freitag von 1929» – und sie sollten nicht übertreiben.
Was als amerikanischer Traum vom Eigenheim begann, endete in einer globalen Wirtschaftskatastrophe. Der Ursprung lag in der amerikanischen Immobilienblase: Millionen Amerikaner, oft mit geringem oder gar keinem Einkommen, erhielten Kredite für ein Eigenheim – selbst dann, wenn sie weder Job noch Sicherheiten vorweisen konnten. Diese sogenannten «NINJA-Kredite» (No Income, No Job, No Assets) waren keine Randerscheinung, sondern wurden massenhaft vergeben – an Menschen, die in einem gesunden Finanzsystem niemals kreditwürdig gewesen wären.
Angetrieben wurde dieser Kreditboom durch extrem niedrige Leitzinsen, initiiert von Notenbankchef Alan Greenspan, der nach jeder Krise – etwa dem Dotcom-Crash von 2000 – den Markt mit billigem Geld flutete. Das führte zu einem künstlich aufgeblähten Immobilienmarkt. Banken verkauften Hypotheken weiter, bündelten sie zu wertlosen Finanzprodukten, die rund um den Globus gehandelt wurden. Und solange die Häuserpreise stiegen, konnte sich der Wahnsinn sogar rechnen.
Doch das dicke Ende kam, als die Zinsen stiegen. Ein kleiner Schritt der Fed, in dem der Leitzins erhöht wurde, sorgte für einen Knall. Viele Hausbesitzer konnten ihre Hypotheken plötzlich nicht mehr bezahlen. Die Folge: Zwangsversteigerungen, fallende Hauspreise und eine Welle von Zahlungsausfällen.
Die Kreditpakete, die weltweit in den Portfolios grosser Banken schlummerten, verloren dramatisch an Wert. Es war der Moment, in dem die Finanzwelt ins Wanken geriet. Banken vertrauten einander nicht mehr, die Kreditvergabe kam zum Erliegen, und die Realwirtschaft folgte – mit voller Wucht. Auf der ganzen Welt kam es zum Mega-Börsen-Crash.

Ein Aktienhändler in New York während des Crashes 2020.
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Am 12. März wurde auf der Welt offiziell eine Pandemie ausgerufen. Wir erinnern uns an den Tag. Darauf folgten Lockdowns und Massenquarantänen, Betriebsschliessungen, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Das versetzte die Welt nicht nur in eine Gesundheitskrise, sondern auch in eine wirtschaftliche.
Überall auf der Welt brachen die Märkte an der Börse ein. Der SMI verzeichnete einen Verlust von −9,6 Prozent. Der zweithöchste Verlust in der Geschichte. Nur 1989 am «Black Monday» verzeichnete er einen Verlust von mehr als 10 Prozent.
In London und New York brachen die Märkte mit einem Minus von elf Prozent, beziehungsweise mit zehn Prozent ein. Bei unseren Nachbarn in Deutschland fiel der DAX innerhalb kurzer Zeit um über 40 Prozent.
Die Börse erholte sich erst nach etwa vier Jahren, wobei einige Aktien und Unternehmen bis heute noch die Wehen der Pandemie mittragen.