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Sitze in der Business- oder First-Class verursachen vier- bis fünfmal höhere CO₂-Emissionen als in der Economy.
Bild: EPA
Viele Airlines träumen von klimaneutralem Fliegen ab 2050 – doch eine neue Studie zeigt: Der grösste Hebel liegt nicht bei neuen Treibstoffen, sondern in der Kabine.
Ab 2050 wollen viele Fluggesellschaften «grün» fliegen – ohne Netto-Klimaemissionen. Doch ausgerechnet 2025 hat diesem selbsterklärten Traum einen kräftigen Dämpfer verpasst: Vorzeigeprojekte scheiterten, und auch nachhaltige Flugkraftstoffe kommen kaum vom Fleck.
Umso spannender ist eine neue Studie im Fachmagazin «Communications Earth & Environment»: Sie kommt zum Schluss, dass sich die Emissionen auch ohne neue Triebwerke oder Treibstoffe drastisch senken liessen – theoretisch pro Passagier um bis zu 76 Prozent.
Dafür nennen die Forscher*innen drei Hebel: Erstens sollen Airlines alte, ineffiziente Flugzeuge schneller ausflotten und durch sparsamere Modelle ersetzen.
Zweitens müssten sie die Auslastung weiter erhöhen: 2025 lag sie im Schnitt bei rund 83 Prozent, effizient wäre eher ein Besetzungsgrad von 95 Prozent und mehr.
Drittens – mit dem grössten Effekt – sollen Premiumkabinen verschwinden. Wenn Langstreckenjets nur noch mit Economy-Sitzen flögen, würde sich der CO₂-Ausstoss auf mehr Passagiere verteilen.
Diesen Effekt räumt auch der Airline-Dachverband IATA ein. Sitze in der Business- oder First Class verursachen laut dem Verband auf langen Flügen vier- bis fünfmal höhere CO₂-Emissionen als in der Economy.
Diese Klassen abzuschaffen, wäre heikel und wirtschaftlich schmerzhaft: Luxusangebote und die lukrative Premiumkundschaft fielen weg. In der Praxis könnte ein solcher Umbau die Flotte schrumpfen lassen – und einige zahlungskräftige Kundinnen und Kunden in noch klimaschädlichere Privatjets treiben.