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Mehr im Portemonnaie im Alter: Das lässt sich mit einigen Tipps erreichen. (Archivbild)
sda
Ein Einkauf in die zweite Säule klingt verlockend: weniger Steuern und mehr Rente. Doch wenn du unüberlegt einzahlst, kann das schnell nach hinten losgehen. Hier erfährst du, welche acht Fehler besonders häufig passieren – und wie du sie umgehst.
Ein Einkauf in die Pensionskasse lohnt sich nur, wenn du das Geld wirklich langfristig entbehren kannst. Einmal einbezahlt, bleibt es blockiert – meist bis zur Pensionierung. Ausnahmen gibt es nur bei bestimmten Situationen wie einem Eigenheimkauf, einer Auswanderung oder wenn du dich selbstständig machst. Für alles andere bleibt die Tür verschlossen.
Viele unterschätzen, wie stark sie ihre finanzielle Flexibilität einschränken. Stell dir vor, du willst ein Haus renovieren oder musst plötzlich hohe Gesundheitskosten stemmen – und dein Geld steckt in der Pensionskasse fest. Überlege dir deshalb genau, ob deine Liquidität auch nach dem Einkauf für Notfälle ausreicht.
Das Timing entscheidet über den Erfolg deines Einkaufs. Wenn du zu früh einzahlst, bindest du Kapital, das du vielleicht für andere Zwecke wie einen Hauskauf oder die Ausbildung deiner Kinder gebraucht hättest. Zudem verpasst du möglicherweise bessere Anlagemöglichkeiten mit höherer Rendite.
Noch gravierender: Wer Kapital statt Rente beziehen will, muss spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einzahlen. Ansonsten fordert der Staat die Steuerersparnis zurück. Deshalb raten Experten, den Einkauf erst kurz vor dem Ruhestand zu tätigen – dann kannst du den Steuervorteil optimal nutzen.
Es klingt verlockend, eine grosse Summe auf einen Schlag einzuzahlen. Doch genau das kann dich steuerlich teuer zu stehen kommen. Denn durch die progressive Besteuerung steigt dein Steuersatz mit der Höhe der Einzahlung. So zahlst du am Ende mehr, als nötig wäre.
Besser ist es, den Betrag über mehrere Jahre zu verteilen. Wenn du zum Beispiel anstatt 60’000 Franken auf einmal lieber dreimal 20’000 Franken einzahlst, profitierst du über mehrere Steuerperioden hinweg – und reduzierst die Gesamtbelastung. Geduld zahlt sich hier wortwörtlich aus.
Nicht jede Pensionskasse ist finanziell gesund. Liegt der Deckungsgrad unter 100 Prozent, bedeutet das, dass die Kasse weniger Vermögen hat, als sie eigentlich bräuchte. In solchen Fällen drohen Sanierungsmassnahmen: höhere Beiträge, tiefere Leistungen oder gar Kürzungen.
Wenn du also in eine angeschlagene Kasse einzahlst, riskierst du, dass dein hart verdientes Geld später weniger abwirft oder teilweise verloren geht. Informiere dich deshalb im Jahresbericht oder frage gezielt nach dem Deckungsgrad, bevor du dich zu einem Einkauf entschliesst.
Viele gehen davon aus, dass ein Einkauf automatisch auch die Hinterbliebenen besser absichert. Das ist jedoch ein Trugschluss. In vielen Kassen richten sich die Witwen- oder Waisenrenten nach dem versicherten Lohn – nicht nach den zusätzlichen Einzahlungen.
Das bedeutet: Deine Familie profitiert unter Umständen gar nicht von deinem Einkauf. Lies das Reglement deiner Kasse sorgfältig durch und prüfe, welche Leistungen im Todesfall tatsächlich ausbezahlt werden. Wenn nötig, kannst du mit einer separaten Risikoversicherung nachhelfen.
Ein weiterer Stolperstein ist die gesetzliche Sperrfrist. Auch wenn du dein Geld vorzeitig beziehen dürftest – etwa weil du auswanderst –, gilt: Ein Einkauf ist erst nach drei Jahren wieder verfügbar. Wer die Frist ignoriert, muss die Steuerersparnis zurückzahlen.
Diese Regel soll verhindern, dass man sich kurz vor der Pensionierung einkauft, Steuern spart und das Geld sofort wieder abzieht. Plane deshalb vorausschauend. Überlege dir, ob in den nächsten drei Jahren ein Berufswechsel, eine Auswanderung oder eine Selbstständigkeit anstehen könnten.
Viele lassen bares Geld auf der Strecke, weil sie ihr Einkaufspotenzial nicht kennen. Gerade in Kadervorsorgeplänen kannst du oft deutlich mehr einzahlen, als dir bewusst ist. Höhere Sparbeiträge oder eine bessere Abdeckung des Lohns erhöhen dein Potenzial um Hunderttausende Franken.
Sprich mit deinem Arbeitgeber oder dem Verwalter deiner Pensionskasse. Vielleicht lässt sich dein Lohnanteil oder der Sparbeitrag anpassen. So sicherst du dir mehr Steuervorteile – und eine spürbar höhere Rente im Alter.
Nicht immer ist die zweite Säule die beste Lösung. Wenn deine Kasse nur tiefe Zinsen zahlt oder finanziell schwach aufgestellt ist, kann die dritte Säule (Säule 3a) eine bessere Option sein. Dort profitierst du ebenfalls von Steuervergünstigungen, hast aber oft flexiblere Anlagemöglichkeiten.
Ein Vergleich lohnt sich besonders dann, wenn deine Pensionskasse wenig Rendite erwirtschaftet. Indem du deine Einzahlungen zwischen zweiter und dritter Säule abwägst, kannst du die Vorteile beider Systeme optimal nutzen.